Essstörungen
Essstörungen sind lebensbedrohliche psychosomatische Erkrankungen mit Suchtcharakter. Unterschieden werden die Anorexia nervosa (Magersucht), die Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) und die atypischen Essstörungen (z.B. die Binge-Eating-Störung). Verlässliche Aussagen über die Verbreitung von Essstörungen sind aufgrund umfassender epidemiologischer Daten und der diagnostischen Abgrenzung der verschiedenen Essstörungen schwierig. Die repräsentative KiGGS-Studie des Robert-Koch-Institutes gibt mit mehr als einem Fünftel (gesamt: 21,9 %; 11-13 Jahre: 20,6%; 14-17 Jahre: 22,7%) einen Hinweis für gestörtes Essverhalten im Jugendalter.
Es muss davon ausgegangen werden, dass die Prävalenz der Essstörungen bei jungen Frauen für Anorexie bei ca. 0,3 % liegt, für Bulimie bei ca. 1% und für atypische Essstörungen bei 2-4%. Männer sind in maximal jedem 10. Fall betroffen. (Wunderer, 2011)
Übersicht deutscher und europäischer Studien und deren aktuelle Daten zur Prävalenz der Essstörungen in der Bevölkerung
Autoren | Veröffentlichung und Datenquelle | Erscheinungsjahr | Bulimie | Anorexie | Atypische Essstörungen, z.B. Bingeeating |
Thiels und Garthe | Prävalenz von Essstörungen unter Studierenden. In: Der Nervenarzt, 71, 552-558 / Stichprobe deutsche weibliche Studierende | 2000 | 0,8 | 0,3 | 3,8 |
Favaro et al. | The spectrum of eating disorders in young women. A prevalence study in a general population sample. in: Psychosomatic Medicine, 65, 702-708 / Italienische Studie 18- bis 25-jähriger Frauen, Lebenszeitprävalenz | 2003 | 4,6 | 2,0 | 4,7 |
Zipfel, Groß | Epidemiologie, Diagnostik und Differenzialdiagnostik von Essstörungen. In: Psychotherapie in Psychiatrie, Psychotherapeutischer Medizin und Klinischer Psychologie, 10, 54-60 / Schätzung Lebenszeitprävalenz | 2005 | 1-5 | ||
Hoek | Incidende, prevalence and mortality over anorexie nervosa and other eating disorders. In: Current Opinion in Psychiatry, 19, 389-394 / Überblick über westliche Industrienationen, jüngere Frauen | 2006 | 1,0 | 0,3 | |
Machado et al. | The prevalences of eating disorders not otherwise specified. In:International Journal of Eating Disorders, 40(3), 212-217 / Portugiesische Schülerinnen und Studentinnen | 2007 | 0,3 | 0,39 | 2,37 |
Quelle: Wunderer, 2011
Literatur
Favaro, A.; Ferrara, S.; Santonastaso, P. (2003): The spectrum of eating disorders in young women. A prevalence study in a general population sample. In: Psychosomatic Medicine, 65, 701–708.
Hoek, H.W. (2006): Incidence, prevalence and mortality of anorexia nervosa and other eating disorders. In: Current Opinion in Psychiatry, 19, 389-394.
Machado, P.P. et al. (2007): The prevalences of eating disorders not otherwise specified. In: International Journal of Eating Disorders, 40(3), 212–217.
Thiels, C.; Garthe, R. (2000): Prävalenz von Essstörungen unter Studierenden. In: Der Nervenarzt, 71, 552-558.
Wunderer, E.; Borse, S.; Schnebel, A. (2011): Essstörungen. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2011. Geesthacht: Neuland. 128-139.
Zipfel, S.; Groß, G. (2005): Epidemiologie, Diagnostik und Differenzialdiagnostik von Essstörungen. In: Psychotherapie in Psychiatrie, Psychotherapeutischer Medizin und Klinischer Psychologie, 10, 54-60.
