4.2. Interventionen im Hilfesystem

  • 1. PRÄ – Prävention und Frühintervention (u.a. Projekte FRED/HALT/SKOLL etc.)
  • 2. Akutbehandlung
    • 2.1 ASA – ambulante somatische Akutbehandlung inkl. Frühintervention
    • 2.2 APB – ambulante psychotherapeutische Behandlung
    • 2.3 AKH – stationäre somatische Akutbehandlung (im Allgemeinkrankenhaus)
    • 2.4 PIA – ambulante psychiatrische Behandlung (in der Psychiatrischen Institutsambulanz)
    • 2.5 PKH – stationäre psychiatrische Behandlung (im Psychiatrischen Krankenhaus)
  • 3. Beratung und Betreuung
    • 3.1 NIH – Niederschwellige Hilfen (Grundversorgung/Tagesstruktur/Spritzentausch etc.)
    • 3.2 SBS – Sucht- und Drogenberatung (inkl. Schuldnerberatung)
    • 3.3 PSB – Psychosoziale Begleitung Substituierter
    • 3.4 SPB - Sozialpsychiatrische Betreuung (Teil des öffentlichen Gesundheitswesen oder Trägerschaft Wohlfahrt)
  • 4. JH – Hilfen zur Erziehung (SGB VIII)
  • 5. BS – Suchtberatung im Betrieb
  • 6. Beschäftigung, Qualifizierung, Arbeitsförderung
    • 6.1 AP – Beschäftigung (u.a. Arbeitsprojekte)
    • 6.2 QU – Qualifizierung
    • 6.3 AF – Arbeitsförderung (Maßnahmen Arbeitsagentur/Jobcenter)
    • 6.4 BR – Berufliche Rehabilitation
    • 6.5 WFB – Beschäftigung für behinderte Menschen (in Werkstatt für behinderte Menschen)
  • 7. Suchtbehandlung
    • 7.1 ENT – Entgiftung und qualifizierter Entzug
    • 7.2 MED – Medikamentöse Rückfallprophylaxe (Pharmakotherapie)
    • 7.3 SUB – Ambulante Substitution
    • 7.4 ARS – Ambulante medizinische Rehabilitation
    • 7.5 TAR – Ganztägig ambulante Rehabilitation
    • 7.6 STR – Stationäre medizinische Rehabilitation
    • 7.7 AD – Adaption
    • 7.8 NAS – (Reha)Nachsorge
  • 8. Eingliederungshilfe
    • 8.1 ABW – Ambulant Betreutes Wohnen
    • 8.2 SOZ – Stationäres Sozialtherapeutisches Wohnen
    • 8.3 ÜE – Übergangswohnen (zeitlich befristet)
    • 8.4 TS – Tagesstrukturierende Maßnahmen
  • 9. Justiz
    • 9.1 MVJ – medizinische Versorgung im Justizvollzug
    • 9.2 SBJ – Suchtberatung im Justizvollzug
    • 9.3 SBM – Suchtbehandlung im Maßregelvollzug (nach § 64 StGB)
    • 9.4 BEW – Eingliederung nach Haft (Bewährungshilfe)
  • 10. PF – Hilfen für Pflegebedürftige
  • 11. SH – Selbsthilfe

Quellen

Intervention

Zahlen-Daten-Fakten

Quelle

PRÄ – Prävention und Frühintervention (u.a. Projekte FRED/HALT/SKOLL etc.)

Auswertung der dokumentierten Maßnahmen aus dem Jahr 2009: 34.031 Maßnahmen und 472 Fachkräfte

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

ASA – ambulante somatische Akutbehandlung inkl. Frühintervention

123.000 niedergelassene Ärzte mit ca. 20% suchtkranke Patienten

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

APB – ambulante psychotherapeutische Behandlung

16.479 niedergelassene Psychologische Psychotherapeuten (darin enthalten auch Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten), außerdem ca. 10.000 niedergelassene Fachärzte für Psychotherapie

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

AKH – stationäre somatische Akutbehandlung (im Allgemeinkrankenhaus)

ca. 1.700 Krankenhäuser mit rund 432.000 Betten (Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2012) rund 7.500 Betten in spezialisierten Krankenhausabteilungen für Sucht ca. 170.000 DRG-Behandlungen wegen Diagnose F10-19 (Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2012)

Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2012 – www.gbe-bund.de Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

PIA – ambulante psychiatrische Behandlung (in psychiatrischen Institutsambulanzen)

ca. 300 PIA’s mit 97.500 Behandlungsfällen Sucht pro Jahr

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahr buch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

PKH – stationäre pychiatrische Behandlung (im psychiatrischen Krankenhaus)

ca. 220 psychiatrische Krankenhäuser und insgesamt 500 psychiatrische Fachabteilungen (psychiatrische und allgemeine Krankenhäuser) mit rund 69.000 Betten (Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2012), davon rund 4.600 Betten für Sucht innerhalb psychiatrischer Krankenhäuser (Statistisches Bundesamt 2010) ca. 272.000 Behandlungen in der Suchtpsychiatrie im Jahr 2010 (Suchtausschuss BDK 2011)

Gesundheitsberichterstattung des Bundes 2012 – www.gbe-bund.de Statistisches Bundesamt 2010 – www.destatis.de Suchtausschuss BDK 2011

NIH – Niederschwellige Hilfen (Grundversorgung/Tagesstruktur / Spritzentausch etc.)

300 Einrichtungen bzw. Angebote

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

SBS – Suchtund Drogenberatung (incl. Schuldnerberatung)

1.300 Beratungsstellen mit 500.000 Klienten pro Jahr

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

PSB – Psychosoziale Begleitung Substituierter

Ca. 75 % der registrierten Substitutierten; ca. 58.000 Personen

PREMOSStudie, Schlussbericht, S. 140 Positionspapier der DHS: ‚Psychosoziale Betreuung Substituierter‘ (Dezember 2010), www.dhs.de fdr Fakten: ‚Substitution und psychosoziale Betreuung Opiatabhängiger‘ (Mai 2012), www.fdr-online.info

SPB – Sozialpsychiatrische Betreuung (Teil des öffentlichen Gesundheitswesens oder Trägerschaft Wohlfahrt)

über 400 Gesundheitsämter, und etwa 460 Sozialpsychiatrische Dienste

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

JH – Hilfen zur Erziehung

Die Zahl der Hilfen zur Erziehung (§§ 27 bis 35 SGB VIII) betrug im Jahr 2012 insgesamt 470.217. Davon waren 414.888 ( 88,2 %) Einzelhilfen und 55.329 (11,8 %) familienorientierte Hilfen

Statistisches Bundesamt, DESTATIS 2013, https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2013/10/PD13_353_225.html Bundeskonferenz für Erziehungsberatung http://www.bke.de/virtual/fachkraefte/statistik.html?
SID=08C4B71C4871

BS – Suchtberatung im Betrieb

nicht zu ermitteln

www.sucht-am-arbeitsplatz.de

AP – Beschäftigung (u.a. Arbeitsprojekte)

etwa 250 spezifische Angebote bzw. Projekte in der Suchthilfe mit mehr als 4.800 Plätzen

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

QU – Qualifizierung

AF – Arbeitsförderung (Maßnahmen Arbeitsagentur/Jobcenter)

Im Jahr 2013 nahmen durchschnittlich 800.000 Menschen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil.

Förderstatistik der Bundesagentur für Arbeit

BR – Berufliche Rehabilitation

In entsprechenden Bundesarbeits gemeinschaften sind 28 Berufsförderungswerke (BFW) mit ca. 16.000 Plätzen, 52 Berufsbildungswerke (BBW) mit ca. 13.000 Ausbildungsplätzen und 15 Berufliche Trainingszentren (BTZ) organisiert.

www.ddbfw.de
www.bagbbw.de
www.bag-btz.de

WFB – Beschäftigung für behinderte Menschen (in Werkstatt für behinderte Menschen)

700 anerkannte Werkstätten mit ca. 300.000 belegten Plätzen

www.bagwfbm.de

ENT – Entgiftung und qualifizierter Entzug

190 Einrichtungen mit über 2.000 Plätzen bieten eine qualifizierte Entzugsbehandlung an (internistisch und psychiatrisch)

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

MED – Medikamentöse Rückfallprophylaxe (Pharmakotherapie)

Für die ambulante pharmakologische Behandlung stehen die Medikamente Acamprosat, Naltrexon, Disulfiram (derzeit ohne Zulassung in Deutschland) und Nalmefen zur Verfügung. Allerdings sollte immer eine Kombination mit einer psychosozialen Begleitung erfolgen und häufig ist das Therapieziel nicht die Abstinenz sondern eine Trinkmengenreduzierung (S3-Leitlinie Alkoholabhängigkeit, erscheint im Sommer 2014).

SUB – ambulante Substitution

Für 2012 waren im Substitutionsregister 75.400 Patienten und 2.731 substituierende Ärzte verzeichnet.

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

ARS – ambulante medizinische Rehabilitation

400 anerkannte Einrichtungen mit ca. 3.500 Behandlungen pro Jahr

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181202. Schätzung der Behandlungszahlen auf Basis von Statistiken der Deutschen Rentenversicherung

TAR – Ganztägig ambulante Rehabilitation

50 Einrichtungen mit 800 Plätze und 3.500 Behandlungen pro Jahr

Schätzung auf Basis von Statistiken der Deutschen Rentenversicherung und der Suchtverbände

STR – stationäre medizinische Rehabilitation

200 Einrichtungen mit 13.000 Plätzen und 40.000 Behandlungen pro Jahr

Schätzung auf Basis von Statistiken der Deutschen Rentenversicherung und der Suchtverbände

AD – Adaption

100 Einrichtungen mit 1.000 Plätzen und 3.500 Behandlungen pro Jahr

Schätzung auf Basis von Statistiken der Deutschen Rentenversicherung und der Suchtverbände

NAS – (Reha)Nachsorge

10.000 Maßnahmen (ambulante Nachsorge und Weiterbehandlung) pro Jahr

Schätzung auf Basis von Statistiken der Deutschen Rentenversicherung und der Suchtverbände

ABW – Ambulant betreutes Wohnen

460 Einrichtungen bzw. Angebote mit mehr als 12.000 Plätzen

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

SOZ – Stationäres sozialtherapeutisches Wohnen

268 Einrichtungen mit mehr als 10.700 Plätze

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

UE – Übergangswohnen (zeitlich befristet)

Übergangseinrichtungen haben die Funktion einer stationären Krisenintervention und der Vorbereitung auf weiterführende Hilfen. Ihr Ziel ist es, die Abstinenz zu stabilisieren, Motivation zur Veränderung zu entwickeln und Sicherheit für einen Orientierungs- und Beratungsprozess herzustellen. Voraussetzung für die Aufnahme ist eine abgeschlossene Entgiftungsbehandlung. Das Sozialamt ist Kostenträger im Rahmen der Eingliederungshilfe gem. §§ 53/54 SGB XII. Voraussetzung ist die soziale Indikation, da die Fähigkeit zur Abstinenz während der Wartezeit auf einen Platz in einer Entwöhnungsklinik nicht oder nicht in ausreichendem Maß vorhanden ist.

TS – Tagesstrukturierende Maßnahmen

112 teilstationäre Einrichtungen mit mehr als 1.200 Plätze

Leune, J. (2014): Versorgung abhängigkeitskranker Menschen in Deutschland. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2014. Lengerich: Pabst. 181-202.

MVJ – medizinische Versorgung im Justizvollzug

Gefangene unterliegen grundsätzlich der Gesundheitsfürsorge des Justizvollzuges und der Standard der medizinischen Versorgung richtet sich nach den §§ 56 ff StVollzG. Die medizinische Versorgung der Gefangenen erfolgt in ambulanter, in größeren Justizvollzugsanstalten auch in stationärer Form. Sicherheitsaspekte haben im Justizvollzug einen sehr hohen Stellenwert, entsprechend groß ist das Interesse, möglichst viele Krankheiten innerhalb der Mauern zu behandelt. Es werden prinzipiell alle Krankheiten im Vollzug behandelt, nötigenfalls in Zusammenarbeit mit zivilen Spezialeinrichtungen.

SBJ – Suchtberatung im Justizvollzug

Im Einrichtungsregister der DBDD sind insgesamt 88 externe Dienste zur Beratung/Behandlung im Strafvollzug verzeichnet.

www.suchthilfestatistik.de

SBM – Suchtbehandlung im Maßregelvollzug (nach §64 StGB)

Zum 31.03.2013 waren 3.819 Personen in Entziehungsanstalten untergebracht (Statistisches Bundesamt 2013)

Statistisches Bundesamt (2013) – www.destatis.de

BEW – Eingliederungshilfe nach Haft (Bewährungshilfe)

Rund 2.500 hauptamtliche Bewährungshelfer/innen betreuen ca. 170.000 straffällig gewordene Menschen.

www.bewaehrungshilfe.de

PF – Hilfen für Pflegebedürftige

700.000 Pflegebedürftigen befinden in stationären Einrichtungen (Statistisches Bundesamt 2011), davon sind schätzungsweise 10% bzw. 70.000 Menschen von Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit betroffen.

Statistisches Bundesamt (2011) – www.destatis.de
Rumpf, H.J.; Weyerer, S. (2006): Suchterkrankungen im Alter. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2006 Geesthacht: Neuland. 189199.

SH – Selbsthilfe

Nach einer Erhebung von 2010 gibt es in den Selbsthilfeverbänden innerhalb der Wohlfahrtsverbände (Kooperation der 5 Verbände: BKE, BKD, Freundeskreise, Guttempler, Kreuzbund) 4.906 Gruppen mit 72.212 Teilnehmenden. Die Zahl weiterer Gruppen (u.a. mit Zugehörigkeit zu den AA) wird auf 4.000 geschätzt.

www.kreuzbund.de