5.3. Konzeptionelle Handlungsfelder – fachliche Ebene

Verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen führen dazu, dass sich das Suchthilfesystem in den kommenden Jahren u.a. mit folgenden Handlungsfeldern auseinandersetzen und Antworten auf entsprechende fachliche bzw. konzeptionelle Fragestellungen finden muss:

a) Prävention und Gesundheitsförderung:
Neben der Weiterentwicklung von Beratungs- und Behandlungsansätzen müssen erfolgreiche und evaluierte Konzepte eingesetzt werden, um das Entstehen von Suchterkrankungen zu vermeiden. Für die notwendige Kombination von Verhältnis- und Verhaltensprävention sind weitergehende Strategien zu entwickeln.

b) Schnittstellen:
Mehr als jedes andere Segment des deutschen Gesundheits- und Sozialwesens ist die Suchthilfe darauf angewiesen, eng mit allen relevanten Leistungsbereichen zusammen zu arbeiten, um eine durchgängige und nachhaltige Hilfestellung für die betroffenen Menschen sicher zu stellen. Insbesondere die Kooperation mit der Jugendhilfe, der Altenhilfe, der Eingliederungshilfe sowie der ambulanten und stationären medizinischen Primärversorgung stellt eine besondere Herausforderung dar.

c) Zielgruppenspezifische Angebote:
Die Veränderung der Klientel im Hinblick auf Substanzen und Konsummuster muss sorgfältig analysiert werden (mit Hilfe von Forschungseinrichtungen und Verbänden), um eine kontinuierliche Verbesserung der Beratungs- und Behandlungskonzepte zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang stellt sich vor allem die Frage, ob sich Einrichtungen weiterhin auf bestimmte Zielgruppen spezialisieren oder eher integrative Konzepte entwickeln. Dabei ist zukünftig möglicherweise mehr der Sozialisationshintergrund von Klientengruppen als die Substanz oder der Schweregrad der Störungsbilder entscheidend. Zur verbesserten Förderung von Teilhabe, Integration und Inklusion bei unterschiedlichen Behandlungsbedarfen sollte die Entwicklung eines gestuften Versorgungssystems vorangetrieben werden.