5.5. Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit

Wie andere Bereiche des Gesundheits- und Sozialwesens muss das Suchtversorgungssystem regelmäßig seine Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit nachweisen. Dazu ist Folgendes erforderlich:

a) Statistik und Forschung:
Die vorhandenen Statistiken (DSHS, Verbandsauswertungen) müssen auf eine breitere Basis gestellt und mit anderen Datensammlungen (bspw. BAG Psychiatrie, GKV, DESTATIS) partiell zusammengeführt werden. Für diese Analysen müssen entsprechende Ressourcen bereitgestellt werden. Die deutsche Suchtforschung muss auf Bundesebene besser koordiniert (im Hinblick auf aktuelle und strategische Themenschwerpunkte) und finanziell stärker gefördert werden, um im internationalen Vergleich mithalten zu können. Neben der medizinischen Forschung müssen insbesondere die Versorgungsforschung und die Sozialforschung stärkere Berücksichtigung finden. Über die reine Evidenzbasierung hinaus sollen Wirksamkeitsnachweise von Interventionen und ihres Zusammenwirkens in komplexen Behandlungssettings im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.

b) Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung:
Die Maßnahmen im Bereich QM und QS müssen zukünftig stärker an einer Ergebnisorientierung im Sinne der betroffenen Menschen ausgerichtet werden. Die Überprüfung von Struktur- und Prozessqualität in den unterschiedlichen Bereichen der Suchthilfe muss (vor allem im Hinblick auf den Dokumentationsaufwand) in einem vernünftigen Verhältnis von Aufwand und Nutzen stehen.

c) Social return on Investment:
Es müssen von Leistungsträgern und Leistungserbringern gemeinsam Qualitätskriterien, Indikatoren und Kennzahlen definiert werden, die im Hinblick auf gesundheitsökonomische Betrachtungen Aussagen über die Leistungsfähigkeit und den Nutzen des Suchtversorgungssystems bzw. einzelner Bereiche des Systems ermöglichen. Dabei ist zu beachten, dass dieser Nutzen unter volkswirtschaftlichen und ethischen Aspekten bewertet werden kann.