Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Kolleginnen und Kollegen, am vergangenen Donnerstag haben wir das neue JAHRBUCH SUCHT der Öffentlichkeit vorgestellt - und wie seit vielen Jahren große mediale Resonanz erhalten. Überregionale und regionale Tagespresse, ARD-Mittagsmagazin und andere große TV-Stationen sowie nicht zuletzt das öffentlich-rechtliche Radio haben umfangreich über viele Aspekte des DHS-Standardwerks berichtet. Neben den gewohnten Daten und Aspekten zu Suchtmittelkonsum, Suchthilfestatistik und ausgewählten Problemfeldern werden in der neuen Ausgabe des Jahrbuchs die Spezialthemen „Sucht und Prostitution“, „Lobbyismus im Glücksspielbereich“ und „Situation Suchtkranker im Justizvollzug“ vorgestellt. Das Jahrbuch ist zum (nach wie vor stabilen) Preis von 20 Euro im Buchhandel erhältlich. Zudem vergeben wir insgesamt 5 Exemplare an jene ersten Anrufer/-innen, die sich am Freitag, 20. April 2012, ab 10.30 Uhr, unter 02381 / 9015-15 bei uns melden.
Internetportal „Sucht am Arbeitsplatz“ online Die DHS und die BARMER GEK bieten - ebenfalls seit vergangenem Donnerstag - ein Internetportal zum Thema „Sucht am Arbeitsplatz“ an. Die umfassende Informationsplattform zur Suchtproblematik in Betrieben und Verwaltungen dient der Unterstützung und Beratung aller Interessierten rund um Vorbeugung, Hilfe und Lösung von Problemen mit Suchtmitteln und Suchtverhalten in der Arbeitswelt. Sie richtet sich sowohl an Führungskräfte, Personalverantwortliche und Arbeitnehmervertreter als auch Beschäftigte. Neben Hintergrundinformationen über die betriebliche Suchtprävention und Suchthilfe finden Besucher auf der Seite auch Orientierungshilfen und Praxisbeispiele. Darüber hinaus leistet die Informationsplattform einen Beitrag zur Vernetzung verschiedener Akteure und für größere Transparenz. www.sucht-am-arbeitsplatz.de
10. Sucht-Selbsthilfe-Konferenz: „Medikamente - Selbsthilfe und die heimliche Volksdroge“ In der Sucht-Selbsthilfe finden wir eine hohe Betroffenenkompetenz zum Thema „Abhängigkeit“. Wir wollen der Frage nachgehen, wie diese Kompetenz auch Medikamentenabhängigen zu Gute kommen kann und welche Bedeutung Medikamente schon heute in der Selbsthilfe besitzen.
Kostenzusage für „Therapie statt Strafe“ Nach § 35 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) ist unter bestimmten Voraussetzungen die Zurückstellung der Strafvollstreckung erlaubt, wenn der/die Verurteilte zusagt, sich aufgrund seiner/ihrer Betäubungsmittelabhängigkeit in Behandlung zu begeben.
Aktualisierung der DHS- und BZgA-Einrichtungsdatenbanken – Umfangreiche Datenabfrage gestartet Zurzeit werden die internetgestützten Einrichtungsdatenbanken der DHS und der BZgA grundlegend überarbeitet, aktualisiert und erweitert. Beide Datenbanken wurden zusammengeführt und erhielten einheitliche Abfragekriterien. Ziel ist es, das existierende Hilfeangebot transparenter aufzuzeigen, die Übersichtlichkeit sowie Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen - und nicht zuletzt, die Datenanfragen an Einrichtungen zu reduzieren.
Gute Vorsätze Gerade Silvester ist ein unter Raucher/-innen beliebter Zeitpunkt, um (mal wieder) mit dem Rauchen aufzuhören. Durchschnittlich drei Rauchstopp-Versuche sind bei jedem erfolgreichen Nichtraucher gescheitert, bevor es dann geklappt hat. So gesehen ist der Rückfall ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum endgültigen Erfolg. Die handliche Broschüre „rauchfrei! Informationen, Test und Tipps zum Thema Rauchen oder Nichtrauchen“ (http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/2011_DHS_rauchfrei_WEB_26_10_11.pdf) wendet sich an Raucher/-innen mit sehr unterschiedlichen Motivationslagen. Ohne Wertungen befasst sie sich mit den Motiven des Rauchens, den Vorteilen des Rauchstopps, mit Stolpersteinen und positiven Anreizen. Die Broschüre ist geeignet für alle Arten von Raucher/-innen und kann auch in größerer Zahl bei uns bestellt werden. http://www.dhs.de/infomaterial/bestellung.html
Bibliothek Die Bibliothek der DHS umfasst über 35.000 Titel mit Erscheinungsjahren zwischen 1725 und 2012. Sie enthält Monografien, Sammelbände, Zeitschriften, Artikel, Forschungsberichte, Diplomarbeiten und „graue Literatur“. Bis auf sehr wenige Präsenztitel ist der Bestand (kostenlos) ausleihbar. Bibliotheksbesuche sind zudem an 5 Tagen in der Woche möglich. Seit einiger Zeit können Sie außerdem umfangreiche Online-Recherchen in unseren Regalen durchführen. Vor allem, um diesen einmaligen Bestand jährlich immer neuen Generationen von Studierenden bekannt zu machen, haben wir einen Flyer produziert. http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Bibliothek/FlyerBibliothek_web.pdf
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Inhalt Dieser Newsletter informiert Sie über folgende Themen:
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Veröffentlichungen
Als Ergebnis eines vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekts liegen nun die "Empfehlungen für Eltern im Umgang mit dem Alkoholkonsum ihrer Kinder: wissenschaftlicher Erkenntnisstand" vor. Die Empfehlungen sind als Ratgeber für Fachkräfte der Suchtprävention entwickelt worden, aber auch für betroffene Eltern hilfreich.
Kinder mit problematischen Eltern MAKS, das Modellprojekt Arbeit mit Kindern von Suchtkranken, hat, auch in Zusammenarbeit mit der Freiburger Vereinigung zur Hilfe für psychisch kranke Kinder und Jugendliche, einige Flyer zur Information über die seit 1990 entwickelten Angebote für diese besonderen Zielgruppen vorgestellt. http://www.maks-freiburg.de, Menüpunkt „Aktuelles“.
Neuer Flyer: Research Chemicals / Legal Highs Vor einigen Jahren entwickelte die internationale Industrie für illegale Drogen einen völlig neuen Ansatz im Umgang mit dem Betäubungsmittelgesetz: sog. „Legal Highs“. Niemand weiß genau, was drin ist, irgendwie wirkt es psychoaktiv, und es ist (noch) nicht verboten. Bald entstand, nicht zuletzt in Deutschland, ein Hase-und-Igel-Wettbewerb zwischen Drogenproduzenten und nationalen Gesetzgebern, als dessen Resultat nur eines sicher ist: den interessierten Konsument/-innen werden ständig neue psychoaktive Substanzen angeboten, von denen - neben den genannten Ungewissheiten - niemand weiß, wie sie wirken und welche (teils gravierenden) unerwünschten Nebenwirkungen sie haben. Gesetzgeber diskutieren vor diesem Hintergrund Möglichkeiten eines Gesetzes, das jede berauschende Substanz verbietet, die nicht rein alkoholischer Natur ist, auch wenn diese Substanz noch gar nicht erfunden wurde. Rechtstheoretisch und -praktisch würde ein solches Gesetz in Dimensionen vorstoßen, die für Rechtsstaaten bislang unbekannt waren. Und so führen Research Chemicals zu Research Legislation, beides mit unbekannten Nebenwirkungen.
Veranstaltungen
Im Rahmen eines durch die Aktion Mensch geförderten Projektes zur Unterstützung regionaler Versorgungsverbünde in der Suchthilfe wurde in Kooperation mit dem Qualitätszirkel des Suchthilfeverbundes Diakonisches Werk Württemberg SDW eine Website entwickelt, die durch ihre integrierte Statistikfunktion Aussagen über die Verbundqualität ermöglicht. Interessierte lädt der GVS herzlich zum „know how“ -Transfer ein. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der GVS – Gesamterhebung zu Verbundsystemen der Suchthilfe mit diakonischer Beteiligung vorgestellt.
35. fdr-BundesDrogenKongress „Theorie und Praxis der Suchthilfe“ (14./15. Mai 2012) vom 14. bis 15. Mai 2012 bietet der FDR in Bremen „einen energetisch aufgeladenen Landeplatz für Denker/-innen und Lenker/-innen in Sachen Sucht“ - und will mit Vorträgen, Seminaren und Open Space „der kollektiven Intelligenz Freiraum verschaffen“. Mit Marion Caspers-Merk ist dabei als Hauptreferentin auch eine der Autorinnen des „Report of the Global Commission of Drug Policy“ zugegen. Als Bundesdrogenbeauftragte (SPD, 2001 bis 2005) vertrat sie zum Bereich illegaler Drogen dieselben Überzeugungen und Glaubenssätze wie alle Drogenbeauftragten vor und bislang auch nach ihr. Nun steht ihr Name neben dem von Kofi Annan, ehemaliger UN-Generalsekretär, und anderen hochrangigen (Ex-)Politikern/-innen unter der für aktive Politiker/-innen eher seltenen Erkenntnis: Der Krieg gegen die Drogen ist gescheitert. Wenn Ronald Reagan das wüsste …
Jugend - Gender - Alkohol (13. Juni 2012) In Wissenschaft und Forschung ist seit langem bekannt, dass die Geschlechtszugehörigkeit einer Person ebenso starke Auswirkungen auf gesundheitsrelevantes Verhalten hat, wie die Variablen Alter, kultureller Hintergrund oder soziale Ungleichheit.
Entwicklungsförderung für Kinder aus suchtbelasteten Familien (13. Juni 2012) Psychische Erkrankungen bei Erwachsenen haben nicht nur negative Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen – auch das Umfeld leidet. In besonderem Maß trifft dies auf Kinder und Jugendliche in der Familie zu, die in ihrem Entwicklungsprozess eine stützende, stärkende und Struktur gebende Begleitung entbehren. Kinder suchtkranker Eltern gelten dabei eindeutig als größte Risikogruppe zur Entwicklung von Abhängigkeitserkrankungen; etwas mehr als 30 Prozent der Kinder aus diesen Familien werden selbst suchtkrank, meist sehr früh in ihrem Leben.
Qualifizierter Entzug in Sachsen-Anhalt (12. Juli 2012) Der Qualifizierte Entzug (QE) ist eine medizinische Sofortintervention, die über somatische und psychologische Zugänge Veränderungsbereitschaft und Abstinenzmotivation anregt. Es geht also nicht nur um körperliche Entgiftung oder Behandlung von Folgeerkrankungen. QE soll dazu motivieren, die Grunderkrankung „Alkoholabhängigkeit“ weiter behandeln zu lassen. Hauptziel ist, dass alkoholkranke Menschen Krankheitseinsicht entwickeln und Kontakt zu suchtspezifischen Einrichtungen aufnehmen.
Rausch - Sucht - Mittel - Politik
Rauchverbote in der Gastronomie sind gesund. Sie ersparen Millionen von Nichtrauchern/-innen das gesundheitsschädliche Mitrauchen und Millionen von Rauchern/-innen ersparen Sie die Inhalation von Millionen Zigaretten. Denn was im Lokal nicht (mehr) geraucht wird, wird zuvor und hernach auch nicht durch mehr Rauchen kompensiert. Ganz im Gegenteil. So haben die Rauchverbote in der Öffentlichkeit für viele Raucher/-innen offensichtlich den Anstoß gegeben, das eigene Rauchen auch außerhalb von Gaststätten und Restaurants einzuschränken. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,815146,00.html http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49332 Und weil viel weniger geraucht wird, leben viele Menschen viel gesünder: http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,821071,00.html http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,819760,00.html
Immer schön auf dem Teppich bleiben II: Gute Nachrichten zur Heroinvergabe Erinnern Sie sich noch: Große Aufregung in Deutschland, zunächst über einen Modellversuch zur Diamorphin-Vergabe an schwerst- und langzeitabhängige Heroinkonsumenten, einige Jahre später über die Regeleinführung dieser Behandlungsmöglichkeit in manchen deutschen Städten. Gegner dieses Behandlungsansatzes malten 2009 das Schreckgespenst von bis zu 80.000 täglich versorgten Junkies und sahen vorausschauend schon einmal „den Staat als Dealer“. Inzwischen freuen sich alle, dass die gegenwärtig tatsächlich etwa 300 Diamorphin-Patienten dem Tod von der Schippe gesprungen sind und, keineswegs zufällig, die Zahl der Drogentoten jüngst spektakulär von 1.237 um 20 Prozent auf 990 sank.
Kooperation oder Prävention Seit den Änderungen der 5. Novelle der Spielverordnung vom 17.12.2005 hat die Anzahl all jener Menschen, die durch ihr Glücksspiel an Automaten in schwere psychische, finanzielle und soziale Probleme geraten, drastisch zugenommen. Inzwischen befassen sich 87 % aller ambulanten Therapien für pathologische Glücksspieler mit hochproblematischem Spielverhalten an Automaten. Die besonders dramatischen Auswirkungen reichen dabei von Betrugsdelikten, Privatinsolvenzen, Arbeitsplatzverlusten und Scheidungen bis hin zum Suizid.
Österreicher mit Verantwortung. Suchthilfe mit Verantwortung „Verantwortungsvoller Konsum“ ist die wenig konkrete Lieblingsformel immer dann, wenn suchtbedingte gesundheitliche oder soziale Schäden reduziert werden sollen, ohne dass die Umsätze der Anbieter sinken. Als Ergebnis wird business as usual betrieben und ansonsten ändert sich auch nicht viel. Es ist ein wenig wie „wasch mich, aber mach mich nicht nass“ und rund um den Globus zu beobachten. Aus Österreich erhielten wir in diesem Zusammenhang einen Hinweis auf die PR-Bemühungen zweier Glücksspielanbieter, denen es gelungen ist, ein nun nicht mehr so renommiertes Institut für Suchtforschung und Suchttherapie zur Mitarbeit zu gewinnen. Doch auch in Österreich wird die Zusammenarbeit der Suchtmittelindustrie mit einzelnen Einrichtungen der Suchthilfe extrem kritisch gesehen, da sie bestenfalls diesen beiden nutzt, den Gefährdeten und Abhängigen jedoch kaum. Suchthilfe mit Verantwortung heißt: Kein Feigenblatt! Europäische Kommission verabschiedet neue Warnhinweise für Verpackungen von Tabakprodukten Warnhinweise auf Zigaretten- und Tabakverpackungen sind einer der Pfeiler des großen Erfolgs in der Tabakprävention, den Deutschland zu einem wesentlichen Teil der EU zu verdanken hat. Gerade weil Warnhinweise das Image von Zigaretten endlich in eine realistische Dimension geführt haben, tragen sie dazu bei, die wichtige Quote der Neueinsteiger ins Rauchen so niedrig zu halten, wie sie seit Jahrzehnten in Deutschland nicht war. Dass die einschlägige Lobbyarbeit in Brüssel und Berlin seit vielen Jahren gegen Warnhinweise und mehr noch gegen Warnbilder gerichtet ist, verdeutlicht die Effektivität dieser einfachen Maßnahme. Eurobarometer:
Nichts Genaues weiß man nicht - E-Zigaretten In den vergangenen Monaten häuften sich die Nachrichten zur E-Zigarette. Hier und da wurde der Verkauf untersagt oder der Konsum. Dort wieder nicht. Hier und da wurde behauptet, sie seien völlig unschädlich und eine probate Alternative zum Zigarettenrauch, hier und da wurden sie mit dessen Gefährlichkeit auf eine Stufe gestellt. DIE LINKE stellte schließlich eine entsprechende Kleine Anfrage an die Bundesregierung. Nun wissen wir, was wir wissen, und wir wissen, was wir nicht wissen. Der LINKEN sei für die Frage gedankt, dem Bundesministerium für Gesundheit für die aufwändige und gewissenhafte Beantwortung.
Deutschland ganz besonders: Alkoholfreies Bier mit Alkohol Die DHS findet: Wo „alkoholfrei“ draufsteht, darf auch kein Alkohol drin sein. Foodwatch findet das auch. Die Radeberger-Gruppe findet das gar nicht. Also hat Foodwatch eine Internetaktion in Richtung Deutscher Brauer gestartet, die sich traditionell weigern, den Alkoholgehalt angeblich alkoholfreier Biere auf dem Etikett anzugeben. http://www.abgespeist.de/clausthaler/mitmachen/beschwerde_e_mail_an_radeberger/index_ger.html
Mindestpreise für alkoholische Getränke Nachdem die Konservative Partei Schottlands ihre Opposition gegen die Einführung eines Mindestpreises für alkoholische Getränke aufgegeben hat, könnte das neue schottische Gesetz noch vor dem Sommer in Kraft treten. Ein Mindestpreis pro „Einheit“ muss noch festgesetzt werden. Die Schottische Regierung reagiert damit auf den enormen Alkoholmissbrauch in der Bevölkerung. Sie will ein effektives Instrument zur Reduzierung der alkoholbedingten gesundheitlichen Schädigungen und der damit verbundenen Kosten für das Gesundheitswesen schaffen. Auch David Cameron, britischer Regierungschef, macht sich neuerdings stark für Alkohol-Mindestpreise. Damit beginnt Großbritannien als eines von wenigen Ländern Europas mit der Umsetzung von Maßnahmen, die schon 2006 im EU-Bericht „Alkohol in Europa“ als besonders wirksam zur Reduzierung alkoholbedingter Probleme eingestuft wurden. http://alcalc.oxfordjournals.org/content/45/4/387.full.pdf http://www.bbc.co.uk/news/uk-scotland-scotland-politics-17297292
„Bier ist Deutschland? Oder umgekehrt?“ Dies fragt sich die Schweizerische Gesellschaft für Suchtmedizin (SSAM). Anlass ist der 23. April, der Tag des Deutschen Biers. Die Vermutungen kommen nicht von ungefähr, denn der Deutsche Brauer-Bund proklamiert auf seiner Website „Traditionell steht in Deutschland der 23. April in jedem Jahr ganz im Zeichen des Bieres.“ Das hoffen wir nicht, denn der 23. April ist ein ganz normaler Montag – also ein Arbeitstag. Alle, die mit dem Auto zur Arbeit oder in die Freizeit fahren, alle, die an ihrem Arbeitsplatz nicht wegen Alkoholkonsums unangenehm auffallen wollen, die sich mit Freunden und Freundinnen einen vergnüglichen Abend machen wollen, ohne im Vollrausch zu enden, sollten den Tag nicht ganz im Zeichen des Bieres verbringen und der Beschwörung des Brauerbundes nicht folgen: „Am 23. April ist es wieder soweit – die Deutschen heben ihr Glas und stoßen an auf die hohe Kunst der Bierbrauerei“. Zumindest sollten sie dies nicht ganztägig tun.
Ganz schlechte Idee: Cannabis im Straßenverkehr Sehr pragmatisch wurde ab den 60er Jahren eine Trennlinie zwischen sog. „harten“ und sog. „weichen“ Drogen gezogen: Harte Drogen sind lebensgefährlich, weiche Drogen nicht. Tetrahydrocannabinol ist keine tödliche Substanz und zählte somit zu den weichen Drogen. Da der Begriff „weiche Droge“ von Anhängern des Legalitätsprinzips (verbotene Substanzen sind gefährlich, über legale Substanzen müssen wir nicht nachdenken) als Verharmlosung empfunden wurde, und weil er in der Präventionsarbeit wenig effektiv ist, kam er aus der Mode - und seit irgendwann wurde der Begriff nicht mehr benutzt. Des ungeachtet findet sich in den Daten des Statistischen Bundesamtes oder des Bundeskriminalamtes kein einziger Cannabis-Toter. Lebensgefahr geht unter einem bestimmten Umstand dennoch auch von Cannabis aus: Die THC-berauschte Teilnahme am Straßenverkehr ist definitiv lebensgefährlich. Eine aktuelle Metastudie hat nun für die ersten drei Stunden nach dem Cannabiskonsum ein um 92 % erhöhtes Risiko auf einen Verkehrsunfall ermittelt. Die Gefahr eines speziell tödlichen Unfalls war dabei noch etwas höher. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49088 http://www.bmj.com/highwire/filestream/566209/field_highwire_article_pdf/0.pdf Es ist also nicht nur verboten, unter dem Einfluss von Cannabis ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu lenken, es ist auch eine wirklich extrem schlechte, riskante Idee, die sowohl das eigene als auch das Leben anderer gefährdet. Diese Frage bedarf keiner Diskussion. Diskussionswürdig hingegen ist die Festlegung des Grenzwertes, also jenes Wertes, ab dem Polizei, Staatsanwalt und Richter zu Recht von einer berauschten Fahrt ausgehen müssen. In Deutschland liegt dieser Wert mit 1 ng/ml Blut knapp oberhalb der labortechnischen Nachweisgrenze von 0,5 ng/ml. Eine verminderte Fahreignung ist für diese Dosis nicht belegt.
Wenn Sozialpolitik krank macht Dass die sozialen, ökonomischen und gesellschaftlichen Verhältnisse mit darüber entscheiden, ob ein Mensch von Suchtmitteln abhängig wird, findet sich häufiger in der Fachliteratur, selten hingegen in der (gesundheits-)politischen Diskussion. An einem anderen, aktuellen Beispiel sei daher die Wirkkraft dieser Umstände und Verhältnisse in Erinnerung gerufen. Ökonomie, Soziales und Suizid: Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2011 etwa 16 Prozent der Bundesbürger/innen armutsgefährdet.
Ein kurzer Blick über den Tellerrand Es gibt Menschen (viele), für die ist ein Abend nur dann angenehm, gesellig oder erträglich, wenn sie eine toxische Dosis Alkohol zu sich nehmen. Und es gibt Menschen (viele), für die ist eine Mahlzeit, gleich ob morgens, mittags oder abends, nur dann akzeptabel, wenn dafür ein Tier getötet wurde. Beides ist gleichermaßen riskant, beides führt gleichermaßen zu einer fünf- bis sechsstelligen Anzahl vorzeitiger Todesfälle pro Jahr und in beiden Fällen auch lohnt es sich, den Konsum im Interesse eines verfeinerten Genusses und zivilisierten Lebensstils zu überdenken. Und aus diesem Grund finden Sie nachfolgend einen Beitrag, in dem zwar der Begriff „Alkohol- und Zigarettenkonsum“ vorkommt, der sich jedoch mit einem gänzlich anderen Schlachtfeld befasst. www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,820992,00.html
Geschenke
Der ausgelobte Band „Seelische Trümmer. Die Nachkriegsgeneration im Schatten des Kriegstraumas“ ging an Regina Sosna (Bonn). „Bewusstseinsverändernde Pflanzen von A-Z“ erhielten Sven Beyer (Schwerin), Heinz Hoven (Gelsenkirchen) und Juliane Wächter (Bonn). Whitney Houston: „The Essential“ dreht sich inzwischen in den Abspielgeräten von Torsten Räcker (Kassel). Herzlichen Glückwunsch!
Praxisbuch Sucht Das von Anil Batra und Oliver Bilke-Hentsch herausgegebene Grundlagenwerk zur Therapie der Suchterkrankungen im Jugend- und Erwachsenenalter stellt „schulenübergreifend bewährte und evidenzbasierte aktuelle Therapieansätze für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“ vor. Es versteht sich als Einführung in das Feld der Suchttherapie und ist für alle verfasst, die suchtkranke Jugendliche und Erwachsene behandeln. Insbesondere, so die Herausgeber, taugt das Werk als Prüfungsvorbereitung für die Qualifikation „Suchtmedizinische Grundversorgung“ und basiert auf den Behandlungsleitlinien der DG-Sucht und der DGPPN. Insgesamt drei Exemplare gehen an die/den erste/n Anrufer/innen, die sich am kommenden Montag, 23. April 2012, um 10.30 Uhr, unter 02381 / 9015-15 melden.
Angenehme Tage und gute Nachrichten im Süden - und im Osten, Westen, Norden auch wünscht Ihnen Ihr Dr. Raphael Gaßmann
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