DHS - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
Newsletter 5-2012  

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wenn Alkohol beworben wird, hat die Wirklichkeit oft Pause. Unser Nr-1-Hit in der ewigen Bestenliste der Realitätsverkennung ist und bleibt die unablässige Zuschreibung gesundheitsdienlicher Eigenschaften an das Zellgift.

Wie so oft, wenn Behauptungen den Rand des Aberwitzes streifen, hilft da meist die erkenntnisleitende Frage nach den ökonomischen Umständen. So auch in diesem Fall: Unbedingt Wein, nicht aber Whisky, Caipirinha oder Bier, nein, ganz speziell Wein soll ein von tatsächlich allerhöchster Instanz empfohlenes Genuss-, Rausch- und Suchtmittel sein. Verlautbart jedenfalls ein bemerkenswerter Gottesmann:
http://www.anselm-gruen.de/Neuheiten-UEbersicht-Vier-Tuerme-Verlag/Der-Wein-Geschenk-des-Himmels-und-der-Erde.html

Wir wollen hier nicht mutmaßen, welche Alkoholika mit demselben Geisteswitz von Benediktinerpater Anselm Grün beworben würden, wenn Jesus (hätte ja sein können) als Schotte, Brasilianer oder Deutscher geboren worden wäre. Nach heutigen Ländergrenzen, versteht sich. Vielmehr nur so viel: Auch den (in diesem Fall) geweihten Werbetreibenden bewegen scheinbar nicht zuletzt ganz irdische Interessen:
http://klosterladen.vier-tuerme-verlag.de/Geschenkideen/Aus-dem-Kloster-Muensterschwarzach/Klosterwein-Muensterschwarzach-Koesterei-Cuv-e-weiss.html

Geld und Moral - wie gewohnt... Doch für den gelungenen Scherz ein herzliches „Vergelts Gott!“


 

Inhalt

Dieser Newsletter informiert Sie über folgende Themen:

  • Aus der DHS
  • Aus den Landesstellen Sucht
  • Veranstaltungen
  • Ausschreibungen
  • Veröffentlichungen: Druck & Internet
  • Rausch - Sucht - Mittel - Politik
  • Kultur und Sport
  • Verbraucherschutz
  • Geschenke
Aus der DHS

52. DHS-Fachkonferenz SUCHT vom 19. bis 21. November 2012 in Leipzig

Die vier Säulen der Suchthilfe und Suchtpolitik auf dem Prüfstand

Mit der 52. DHS-Fachkonferenz SUCHT stellen wir die 4 Säulen der Suchthilfe auf den Prüfstand. Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Vernetzung der vier Säulen der Suchthilfe und Suchtpolitik: Prävention, Beratung/Behandlung, Schadensminimierung und Repression? Ergeben sie ein wirksames und ausreichendendes Gesamtkonzept für die Hilfeerfordernisse von Klienten und Patienten? Durch die zentralen Vorträge und unsere Foren mit einem breiten Themenspektrum wollen wir eine Zusammenschau erreichen und künftige Wege der modernen Suchthilfe und ‑politik definieren. Zudem wird es in diesem Jahr die transVer-Satellitenveranstaltung geben. Ihr Thema ist die transkulturelle Versorgung Suchtkranker. Die Anbindung an die Fachkonferenz gibt Ihnen die einzigartige Möglichkeit, Ihre Kenntnisse zu dieser hochaktuellen Materie aufzufrischen und gleichzeitig den Rahmen der DHS-Fachkonferenz zu genießen.

Wenn Sie sich noch einen Platz in Ihrem Lieblingsforum sichern wollen, empfehlen wir baldmögliche Anmeldung.

Zudem erhalten die nächsten 25 Anmelder/innen gratis ein Jahrbuch Sucht 2012 oder, wahlweise, den immer noch aktuellen DHS-Band „Suchtkrankenhilfe im Verbund - eine kritische Bestandsaufnahme“. Kurze Anmerkung „Jahrbuch“ oder „Verbund“ bei der Anmeldung genügt:
http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Veranstaltungen/Fachkonferenz_2012/Anmeldeformular_2012.pdf 


Überarbeitung und Aktualisierung der Website „Aktionswoche Alkohol“

Die Aktionswoche Alkohol wird vom 25. Mai bis 2. Juni 2013 bereits zum vierten Mal in Deutschland stattfinden. Die Botschaft auch diesmal: „Alkohol? Weniger ist besser!“

Nun ist auch die neue Website http://www.aktionswoche-alkohol.de/ online. Wir freuen uns, Ihnen eine grafisch und inhaltlich aktualisierte Seite präsentieren zu können. Ziel der Überarbeitung war es, noch besucherfreundlicher und strukturierter zu werden sowie neuen Nutzern der Internetplattform die Hintergründe der Aktionswoche schneller aufzuzeigen.

Die Serviceseiten mit Informationen, Daten, Fakten und Downloadangeboten sowie die Unterstützung bei der Adressrecherche zu Selbsthilfegruppen und Therapieangeboten sind weiterhin verfügbar. Durch die Darstellung der Themengebiete auf vier grafischen Feldern werden die Besucher schneller zu den Informationen geführt, die sie suchen.

Für eine kleine Denkpause sorgt das Feld „Kurz nachgefragt…“. Hier werden regelmäßig neue Fragen zum Thema Alkohol zur Abstimmung gestellt, die jeweiligen Auswertungen gleich angezeigt. Unsere erste Frage ist dem Jugendschutz gewidmet: Alkohol ab 18? Wir freuen uns auf Ihre Meinung und eine rege Beteiligung.

Ab sofort ist es für alle Veranstalter wieder möglich, Ihre Termine einzutragen. Materialien zur Unterstützung der Aktionen sind hier ab Anfang 2013 bestellbar. Auch die Angebote zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen von Texten, Zeitplanung und Tipps sind dann online.

Bei Fragen und Anregungen steht Ihnen Christina Rummel unter rummel@dhs.de zur Verfügung. 


Sucht am Arbeitsplatz: Beratungsangebote für Unternehmen vor Ort

Über die Internetplattform www.sucht-am-arbeitsplatz.de erreichen uns seit ihrer Fertigstellung immer wieder Anfragen nach lokalen Beratungsangeboten. Häufig treten gerade Mitarbeiter/innen und Personalverantwortliche aus kleinen und mittleren Unternehmen an uns heran und erkundigen sich nach Beratungsstellen in ihrer Nähe, die Angebote für Unternehmen bereithalten. Wir möchten hier eine verbesserte Informationslage schaffen und eine Adressliste von Beratungsstellen zur Verfügung stellen, die Angebote zum Bereich „Sucht und Arbeitsplatz“ vorhalten.

Einrichtungen, die ein Interesse daran haben, ihre Kontaktdaten auf der Seite www.sucht-am-arbeitsplatz.de bekannt zu geben, senden diese bitte an raiser@dhs.de


Deutsche Suchthilfestatistik 2011 und Kurzbericht zu jungen Behandelten

Ab Ende Oktober 2012 wird der aktuelle Jahresbericht der Deutschen Suchthilfestatistik (DSHS) auf der Website der DSHS (www.suchthilfestatistik.de) zur Verfügung stehen. Der Bericht gibt einen Überblick über die Ergebnisse der Hauptauswertungen des Datenjahres 2011 aus ambulanten und stationären Suchthilfeeinrichtungen in Deutschland. Inhalte sind soziodemographische Daten zu den Klienten, Diagnosen, Daten zu Behandlungsbeginn, -verlauf und -ende sowie Aussagen über Veränderungen in diesen Bereichen seit 2007. Für weitergehende Informationen zu den Daten stehen bereits seit einigen Wochen - ebenfalls auf der Website - Tabellenbände mit umfangreichen Auswertungen sowohl für den ambulanten als auch den stationären Bereich zum Download bereit.

Die im letzten Jahr ins Leben gerufene neue Reihe der DSHS-Kurzberichte, in der 2011 eine Analyse zu Klienten mit alkoholbezogenen Störungen sowie eine weitere zu Klienten mit Auflagen nach §35 BtMG erschienen sind, wird auch 2012 fortgesetzt. Bisher steht ein Kurzbericht zur Verfügung, der eine Darstellung der wichtigsten Zahlen und Fakten zu Klienten unter 25 Jahren bietet, die im Jahr 2010 in Suchtbehandlung waren. Demnächst wird ein zweiter Bericht zu substituierten Klienten auf der Website veröffentlicht.


 

Aus den Landesstellen Sucht

Thüringer Informationsbroschüre für glücksspielende Frauen

Glücksspielen wird vor allem den Männern zugeschrieben, doch zunehmend geraten auch Frauen in den Blick: „Glücksspielangebote, die speziell für Frauen entwickelt wurden, werben zunehmend um das weibliche Spielpublikum“, sagt Claudia Kirschner von der Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht. „Die Zeiten, in denen das Glücksspiel vor allem eine Männersache war, scheinen endgültig vorbei zu sein. Und damit steigt auch die Gefahr einer Glücksspielsucht bei Frauen.“

Ursachen und Ausprägungen allerdings sind bei Frauen anders als bei Männern. Frauen weisen oftmals eine schnellere Abhängigkeitsentwicklung als Männer auf, nehmen aber auch häufiger Hilfe in Anspruch. Um Frauen schneller und gezielter zu erreichen und sie über die Risiken der Glücksspielsucht und Hilfemöglichkeiten aufzuklären, wurde nun eine Broschüre für glücksspielende Frauen veröffentlicht. „Hanna im Glück“ nimmt Bezug zu weiblichen Lebenswelten und bietet wichtige Hintergrundinformationen sowie Erfahrungsberichte und Kontaktadressen.

Die Broschüre kann bei der Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht angefordert werden. Sie wendet sich an Einrichtungen, Institutionen und Vereine, die mit und für Frauen arbeiten, und an alle Interessierte. Herausgeberin ist die Thüringer Fachstelle GlücksSpielSucht beim Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V.
http://www.gluecksspielsucht.info/cms/front_content.php?idcat=129


Der will nur spielen!

Unter allen legalen Glücksspielen, man kann es nicht deutlich genug betonen, sind Geldautomaten das mit Abstand gefährlichste. Ebenso wie Zigaretten und Alkoholika beinah rund um die Uhr und beinah an jeder Ecke verfügbar, extrem hohe Ereignisfrequenz, (scheinbar) niedrige Einsätze - all das ist, so belegen es wissenschaftliche Studien, eine enorme soziale, gesundheitliche und in extremen Fällen sogar Lebensgefahr, nicht zuletzt für junge Menschen und solche mit geringem Einkommen. Dies gilt auch für Menschen mit russischsprachigem Migrationshintergrund. STEP Hannover hat zur Bewerbung seiner speziellen Glücksspiel-Sprechstunde eine eindrucksvolle, gelungene und vor allem Interesse weckende Werbepostkarte veröffentlicht:
http://nls-online.de/home/index.php?option=com_content&task=view&id=93&Itemid=131


Alkoholverbotszonen und Alkoholpolitik

Nicht zuletzt angestoßen durch entsprechende ordnungsrechtliche Bestrebungen in Freiburg veröffentlichte die Landesstelle für Suchtfragen der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg eine Stellungnahme zu Alkoholverbotszonen und Alkoholpolitik. Das Positionspapier ist Satz für Satz, Gedanke für Gedanke lesenswert, stellt es doch die (oft vorschnell und isoliert geforderten) Alkoholverbotszonen in einen gesundheits- und ordnungspolitischen Zusammenhang. Wirksame Steuerungsinstrumente der Prävention wie Verkaufsverbote, Werbebeschränkungen oder Preiserhöhungen werden ausdrücklich in Verbindung zum kommunalen Instrumentarium der Ordnungspolitik gesetzt. Auf zwei DIN A4-Seiten skizziert die Landesstelle eine kohärente Alkoholpolitik, die weder ausschließlich Jugendliche und junge Erwachsene stigmatisiert, noch auf eindimensionale Maßnahmen setzt. Abgerundet wird das Ganze durch Nennung einiger vorbildlicher baden-württembergischer Ansätze und Konzepte. Das auch außerhalb der Landesgrenzen hilfreiche Papier finden Sie unter http://www.suchtfragen.de/uploads/media/LSS_Stellungnahme_Alkoholverbotszonen.04.2012.pdf


Neue Landesstelle Sucht in NRW

Am 27. September 2012 hat NRW-Gesundheitsministerin Steffens das neue „Landeskonzept gegen Sucht NRW“ vorgestellt. Mit einem stärker auf die individuelle Lebenssituation der Betroffenen ausgerichteten Konzept will die Landesregierung dem Problem Sucht begegnen. Als Teil des Landeskonzepts wurde die „Landesstelle Sucht NRW“ eingerichtet. Sie unterstützt die enge fachliche Abstimmung zwischen Land, Kommunen und Freier Wohlfahrtspflege und fungiert als fachliche Koordinierungs- und Bündelungsstelle für die Angebote der Suchtprävention, der Suchthilfe sowie der Suchtselbsthilfe in Nordrhein-Westfalen. Ihre übergreifende Zielsetzung ist die bedarfsgerechte und zukunftsweisende Weiterentwicklung der Präventions- und Hilfeangebote in NRW. In der beim Landschaftsverband Rheinland in Köln angesiedelten Geschäftsstelle werden alle wesentlichen Informationen über aktuelle Entwicklungen in den verschiedenen Handlungsfeldern gebündelt. Weitere Informationen unter www.landesstellesucht-nrw.de. Leiterin der Geschäftsstelle und Ansprechpartnerin ist Dorothee Mücken (+49 221 8097794, kontakt@landesstellesucht-nrw.de).


Veranstaltungen

Suchtkranke Straftäterinnen - Ursachen, Behandlung, Prävention (29.-30. Oktober 2012)

Vor zehn Jahren wurde im Hadamarer Maßregelvollzug eine reine Frauenstation zur Behandlung suchtkranker Frauenstraftäterinnen gegründet. Dies ist Anlass für Rück- und Vorausschau: Die Tagung stellt frauenspezifische Erkenntnisse und Behandlungsansätze vor, befasst sich mit weiblicher Kriminalität, ihren Ursachen, ihrer Behandlung und Prävention.http://www.vitos-hadamar.de/hadamar/service/veranstaltungen/anzeigeseite-veranstaltungen/article/5-hadamarer-frauenfachtagung.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=4655&cHash=e55d2d8bf0305db29337acf4bc64a5e7(Teilnahmegebühr: 100 Euro inkl. Verpflegung)


52. DHS-Fachkonferenz (19. bis 21. November 2012)

Die vier Säulen der Suchthilfe und Suchtpolitik auf dem Prüfstand.

www.dhs.de/start/startmeldung-single/article/52-dhs-fachkonferenz-vom-19-bis-21-november-2012-im-pentahotel-leipzig.html


Glück - Spiel - Sucht (29.-30. November 2012) Der Fachverband Glücksspielsucht veranstaltet seine 24. Jahrestagung mit einem Programm, das seinesgleichen tatsächlich lange suchen kann: Aktuell, kompetent, strikt an den Bedürfnissen von Prävention, Beratung und Therapie orientiert, garantiert nicht von der Glücksspielindustrie finanziert und vor allem wirklich interessant zusammengestellt. Anmeldungen unter www.gluecksspielsucht.de. (Teilnahmegebühr: 90 bis 125 Euro inkl. Abendessen.)


Suchtprobleme im sozialen Raum: Gemeinwesen in Schieflage - Wo steht die Suchthilfe? (29. November 2012)

Wo Menschen wenig Bildung erhalten, schlechte Berufschancen und hohe Arbeitslosigkeit zusammenkommen, soziale und ökonomische Perspektivlosigkeit prägend sind, hat dies auch gravierende Wirkungen auf ihre Gesundheit. Leicht ist das im Vergleich verschiedener Stadtteile,  Regionen, Nationen oder auch Kontinente erkennbar.  Länder vor dem Bürgerkrieg brauchen keine Waffen und Regionen in der Verelendung brauchen weniger als Polizei: Bildung, Arbeit, soziale und gesundheitliche Versorgung. Wenn sich die Dinge auf diesem Planeten zum Guten entwickeln sollen, wird sich diese Erkenntnis durchsetzen müssen.

Bis dahin haben es auch Suchtprävention und -hilfe immer da besonders schwer, wo sog. prekäre Lebensverhältnisse zur Regel geworden sind. Der Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe widmet der kommunalen Seite dieser Problematik sein 8. Berliner Suchtgespräch.http://www.sucht.org/termine/veranstaltungen/aktuell/inhalt/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=80(Teilnahmegebühr: 25 Euro, für Mitglieder kostenfrei)


Tabakkontrolle in Deutschland (5.-6. Dezember 2012)

Die 10. Konferenz zur Tabakkontrolle in Deutschland wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Nichtrauchen durchgeführt. Auch in diesem Jahr beteiligen sich an der Heidelberger Veranstaltung staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen und Organisationen. Ziel ist es, bestehende Projekte und Initiativen zur Verminderung des Rauchverhaltens und zum Schutz der Bevölkerung vor Passivrauchen zu stärken. Das Programm finden Sie unterhttp://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/Deutsche_Konferenzen_fuer_Tabakkontrolle.html(Die Teilnahme ist kostenfrei)


Hellweg-Klinik

Immer wieder bietet die Bielefelder Klinik interessante Kurzveranstaltungen an, informativ, aktuell und meist dazu noch kostenlos. Das aktuelle Programm findet sich stets unter kliniken.johanneswerk.de/index.php


 

Ausschreibungen

Prävention und Reduktion des Tabakkonsums unter Auszubildenden in der Pflege

Das Bundesministerium für Gesundheit hat eine Ausschreibung zu diesem Thema veröffentlicht, die Sie unter folgendem Link finden: http://www.bund.de/IMPORTE/Ausschreibungen/EDITOR/Bundesministerium-fuer-Gesundheit/2012/09/531116.html?nn=61632&formId=1486 (Abgabetermin: 22. Oktober 2012)


Prävention von riskantem Substanzkonsum unter Studierenden

Ebenfalls vom Bundesministerium für Gesundheit wurde eine Studie zur „Prävention von riskantem Substanzkonsum unter Studierenden“ ausgeschrieben: www.bund.de/IMPORTE/Ausschreibungen/EDITOR/Bundesministerium-fuer-Gesundheit/2012/09/534756.html (Abgabetermin: 19. November 2012)


Projektdatenbank Jugendschutz

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V. (BAJ) trägt Informationen über vorbildliche Projekte zum Jugendschutz zusammen. http://jugendschutz-aktiv.de/service_fuer_jugendschuetzer/projektdatenbank/projekte_melden/dok/156.php

Bei Interesse an einer Aufnahme in die Datenbank bittet die BAJ um Kontaktaufnahme zu projektmeldung@jugendschutz-aktiv.de. Als „Bonbon“, so die BAJ, erhalten die Projekte Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit und können eine kostenlose Aktionsbox mit Infomaterial zum Jugendschutz bestellen.


Veröffentlichungen: Druck & Internet

Strafvollzug und Entwöhnungsbehandlungen

Die Gremien der Rentenversicherung haben ein bundesweit einheitliches Formular abgestimmt, auf dem Justizvollzugsanstalten oder Jugendstrafanstalten bei Anträgen auf Entwöhnungsbehandlungen aus der Haft heraus die notwendigen Angaben bescheinigen können. Das Formular zeigt die unterschiedlichen Fallgestaltungen auf und soll die einheitliche Anwendung der Rentenversicherungsträger und den nahtlosen Übergang in die Rehabilitation befördern.

Das Formular G435 ist ab sofort im Einsatz und kann im Internetangebot der Deutschen Rentenversicherung ausgefüllt bzw. ausgedruckt werden (www.deutsche-rentenversicherung.de - Service - Formulare und Anträge). Wir hoffen, dass dies die äußerst missliche Lage vieler abhängiger Gefangener zumindest zum Ende der Haft erleichtert.


ICD-10-GM 2013: DIMDI veröffentlicht endgültige Fassung

Das DIMDI hat die endgültige Fassung der ICD-10-GM Version 2013 (Internationale Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, German Modification) veröffentlicht. In die neue Version flossen die Änderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein. Darüber hinaus auch 56 Vorschläge von Fachgesellschaften, Fachleuten aus Ärzteschaft, Krankenkassen und Kliniken sowie Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen. Die Klassifikation bildet u.a. die Basis für das pauschalierende Vergütungssystem G-DRG (German Diagnosis Related Groups).http://www.dimdi.de/dynamic/de/dimdi/presse/pm/news_301.htm


Für Schule und Freizeit: Methodensammlung Jugendliche und Glücksspiel

Zur Prävention riskanten Glücksspiels (und unter Beachtung riskanter Online-Nutzung) hat die Berliner Fachstelle für Suchtprävention pädagogisches Material vor allem für Lehrerinnen und Lehrer veröffentlicht. Die umfangreiche Broschüre kommt zur rechten Zeit, hat sich doch die Zahl der Minderjährigen, die bereits an Glücksspielautomaten spielten, in den vergangenen zwei Jahren beinah verdoppelt. Obwohl die Automaten von Jugendlichen gar nicht mit Geld gefüttert werden dürfen…
http://www.berlin-suchtpraevention.de/upload/material/120712_Methodensammlung_Glcksspiel_FINAL.pdf


Für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien

Zwei bildbetonte Broschüren für Kinder und Jugendliche hat die DHS in ihrem Programm: „‘Bitte: Hör auf!‘ Deine Kinder Lars & Laura – Bilderbuch für Kinder aus suchtbelasteten Familien“ und „Voll normal! - Ein Comic für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien“ wurden in den vergangenen neun Jahren immer wieder in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien eingesetzt. Die Auflagen von 80.000 bzw. 55.000 Exemplaren sind nunmehr weitgehend vergriffen. http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/Bitte_hoer_auf_Doppelseiten.pdf
http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/Voll_normal_Doppelseiten.pdf

Um diese wichtige Arbeit weiterhin zu unterstützen, wird die DHS im nächsten Jahr ein neues Medium mit neuem Text und neu illustriert für Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren herausbringen. Bis dahin kennen wir in Deutschland eine einzige vergleichbare Broschüre, was Themengebiet und Medienform betrifft: „Was macht die Drogenbeauftragte?“
http://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Service/Publikationen/Kinderbroschuere_Was_macht_die_Drogenbeauftragte_110426_Drogenbeauftragte.pdf


Rausch - Sucht - Mittel - Politik

Wie ein Land im Drogenkrieg versinkt, sehen wir in Reinform am Beispiel Mexiko. Längst haben wir uns daran gewöhnt, aus dem zerfallenden Staat nur noch zwei Arten Meldungen zu lesen. Erstens: Der gefährlichste Drogenboss aller Zeiten wurde (wahlweise) soeben verhaftet, von der Polizei oder von anderen Drogengangstern umgebracht. (Üblicher Kommentar: Schwerer Schlag gegen Kartell XY.)
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mexiko-fuehrer-des-golfkartells-mario-cardenas-guillen-festgenommen-a-853977.html

Zweitens: Große Zahl Erhängter, Geköpfter, Erschossener oder zu Tode Gefolterter entdeckt. (Kommentar: Grausiger Fund.)
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/mexikos-drogengangster-schneiden-hunden-pfoten-ab-a-852506.html

Demokratie? Öffentliche Sicherheit? Pressefreiheit? Im Falle Mexikos können Sie das alles vergessen. Die nächste Entwicklungsstufe des Wahnsinns wird vielleicht syrische oder afghanische Dimensionen besitzen.

Nicht zuletzt durch den internationalen Handel der Kartelle ist dies auch ein internationales Sicherheitsproblem - und wir fragen uns, wann sich die zuständigen supranationalen Institutionen in diesen scheinbar endlosen Bürger- und Handelskrieg endlich einschalten. Bis dahin bleibt zu beobachten, wie Mexiko auch in Europa beginnt.
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/drogenkrieg-in-marseille-mordserie-erschuettert-frankreich-a-853547.html

Und die Hoffnung, dass diesem bereits vorgestellten Memorandum Taten folgen: www.globalcommissionondrugs.org/Report


Brangelina und der Krieg gegen die Drogen

The House I Live In heißt der neue (nicht-fiktionale) Film von Brad Pitt zum Krieg gegen die Drogen, der ein Krieg gegen Zivilisten ist.
http://www.spiegel.de/panorama/leute/brad-pitt-kritisiert-usa-fuer-ihre-strategie-im-kampf-gegen-drogen-a-861217.html

Mehr Wirkung wäre dem Werk gewiss, wenn es nicht so nicht-fiktional wäre.


Kultur? Gut!

Je mehr Teilbereiche des gesellschaftlichen Lebens ein Rausch-, Genuss- und Suchtmittel durchdrungen hat, im Extremfall beherrscht, desto mehr wird es zum „Kulturgut“, als solches verstanden, idealisiert und verkauft. Kultur, im anthropologischen und soziologischen Sinn, ist hier derart weit zu begreifen, dass nur Weniges nicht darunter fällt - vom Babyschnuller bis zum Rollstuhl. Wie stark die Durchdringung kultureller Ebenen sich entwickelt hat und entwickelt wurde, gibt dabei durchaus interessante Einblicke in ganz und gar nicht selbstverständliche gesellschaftliche Verhältnisse.

(Hier sei, am Rande, an den zu seiner Zeit hinreichend spektakulären und bis heute Standard setzenden Beitrag „Münchner Beer Drinking Categories“ von Per Hage in Völger/Welck/Legnaro „Rausch und Realität, Drogen im Kulturvergleich“ erinnert, den unsere Bibliothek in Kopie gerne zur Verfügung stellt. Längst vergriffen, doch immer noch mehr als lesenswert.)

Und weil das so ist wie es ist, widmet der DHS-Newsletter dem künftig die eigene Rubrik "Kultur und Sport".


Kultur und Sport

14-jährige Weinkönigin

Dass Wein ein eminent wichtiges Kulturgut darstellt, werden Ihnen so ziemlich alle Menschen in allen Weinbauregionen der Welt inbrünstig versichern. (Doch das macht Wein nicht schlechter und nicht besser als er ist. In anderen Anbauregionen der Welt, sagen wir einmal Afghanistan, Marokko oder Burma, wird über andere Drogen das Gleiche mit derselben Inbrunst festgestellt.) So nimmt es nicht wirklich Wunder, dass unlängst in einem äußerst schönen Teil Nordhessens tatsächlich eine 14-Jährige offiziell zur Weinkönigin erkoren wurde.
http://www.wlz-fz.de/Lokales/Waldeck/Korbacher-Zeitung/Paula-Buckert-ist-Enser-Weinkoenigin

Immerhin hat diese Kür in der örtlichen Lokalpresse einige Diskussionen verursacht:
http://www.wlz-fz.de/Lokales/Landkreis/Im-Wein-liegt-der-Diskussionsstoff

Zu den pro-Argumenten zählt also der betonte Umstand, dass die Weinkönigin höchstselbst auf dem Weinfest keinen Alkohol trank. „Das wäre ja auch noch schöner“, mögen jetzt einige unter Ihnen denken, doch gemach: Solange zumindest ein Elternteil zugegen ist, wäre auch der öffentliche Weinkonsum der 14-Jährigen zumindest juristisch nicht zu beanstanden, erlaubt ihn unter dieser Voraussetzung doch das Jugendschutzgesetz auch de facto größeren Kindern.

Andere Länder sind da weiter: Ab 18 jeder Alkohol legal, unter 18 kein Alkohol für niemand. Im Fall der Fälle Händler sanktioniert und Jugendliche Trinker/Eltern zum Gespräch gebeten. So sehen einfache, nachvollziehbare, wirksame und überzeugende Regelungen aus. Das deutsche Jugendschutzgesetz ist, was Alkohol betrifft, eher das Gegenteil. Für diese Erkenntnis sei den Korbach-Niederensern und ihrer jugendfrischen Weinkönigin ausdrücklich gedankt.


Fußball und Alkohol? Das geht!

Alkohol und Arbeitswelt, um diese unglückliche Verbindung wissen viele gerade in Selbsthilfe und betrieblicher Suchthilfe. Tony Adams, langjähriger Fußballprofi des FC Arsenal, schildert im Interview seine Erfahrungen als alkoholabhängiger Fußballer, die sich so bemerkenswert wenig unterscheiden von den Berufserfahrungen anderer Abhängiger, auch wenn sie „einfach“ an irgendeinem Fließband stehen oder Schreibtisch sitzen:
http://www.spiegel.de/sport/fussball/fussball-tony-adams-spricht-im-interview-ueber-seinen-alkoholismus-a-857910.html


Verbraucherschutz

Alkohol und Partnerschaft

Ehe tut nur Männern gut - Scheidung schlecht für beide. Soweit und kurz zusammengefasst die für Frauen wenig erfreuliche Forschungslage (unter Ausschluss gleichgeschlechtlicher Partnerschaften). Damit keine Missverständnisse entstehen: Dies gilt selbstverständlich ausschließlich in Bezug auf Alkoholkonsum, -missbrauch und -sucht.

www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/alkoholkonsum-bei-maenner-wer-heiratet-trinkt-weniger-a-850788.html


 

Geschenke

Die ausgelobten Bände „David B. Rosengren - Arbeitsbuch Motivierende Gesprächsführung“ gingen an Karin Gralmann (Berlin), Vigo Andersen (Hamburg) und Kilian Frey (Reutlingen).

Herzlichen Glückwunsch!

 

Franz Petermann, Manfred Döpfner und Martin H. Schmidt: Aggressiv-dissoziale Störungen (2. korr. Aufl.), http://www.hogrefe.de/programm/aggressiv-dissoziale-storungen.html  

Diagnostik und Therapie aggressiv-dissozialer Störungen bei Kindern und Jugendlichen stellen eine besondere Herausforderung dar, weil diese Störungen sehr häufig auftreten, oft einen chronischen Verlauf aufweisen und insgesamt schwer zu behandeln sind. Dieser Diagnostik- und Therapieleitfaden bietet wertvolle Hinweise und Anregungen zum konkreten therapeutischen Vorgehen. Er basiert auf den Leitlinien deutscher und internationaler Fachgesellschaften und Arbeitsgruppen. Der Band stellt zunächst den aktuellen Stand der Forschung hinsichtlich Symptomatik, der Komorbidität, der Pathogenese, dem Verlauf und der Therapie aggressiv-dissozialer Störungen dar. Anschließend werden die Leitlinien zu Diagnostik und Verlaufskontrolle, zur Interventionsindikation sowie zur Behandlung formuliert und ihre Umsetzung in die klinische Praxis dargestellt. Verfahren, die in den verschiedenen Phasen der Therapie eingesetzt werden können, werden kurz und prägnant beschrieben. Zahlreiche Materialien zur Diagnostik und Elternberatung sowie die Darstellung eines ausführlichen Fallbeispiels helfen dabei, die Leitlinien in die Praxis umzusetzen.

 

Wir verlosen 4 Exemplare unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 9. November per Postkarte mitteilen. Bitte adressieren Sie an: DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm. Der einfache Betreff „Buchauslobung“ genügt vollkommen. Wir freuen uns aber über jede Mitteilung am Rande.


Ganz zentral hingegen wünscht Ihnen eine wirklich gute Zeit

Ihr Dr. Raphael Gaßmann

 


Internationale Zusammenarbeit

Die DHS steht im fachlichen Austausch mit europäischen Partnerorganisationen. Sie kooperiert mit Gremien und Dienstellen der EU und der WHO, die mit suchtrelevanten Themen beschäftigt sind sowie mit Vereinen und Verbänden auf internationaler Ebene, die gleiche oder ähnliche Aufgaben wie die DHS übernommen haben. Dabei steht besonders die Entwicklung wirksamer Strategien zur Senkung der durch Alkohol und illegale Drogen verursachten gesundheitlichen und sozialen Folgen im Mittelpunkt.

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