DHS - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
Newsletter 5-2013  

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ein Konzern rettet die Welt: Unlängst erreichte uns eine Einladung von Anheuser-Busch InBev (Beck’s, Diebels, Franziskaner, Hasseröder), die auf internationaler Ebene gut beleumundete Partner für ihr sog. „Well-Being & Responsibility Forum“ suchen (http://responsibilityforum.ab-inbev.com/). Für alle, die englische Texte nicht lesen, sei der Inhalt hier kurz zusammengefasst: Anheuser träumt davon, die beste Bierfirma in einer besseren Welt zu werden. Als Erstes möchte der Konzern dazu Menschen für Konversationen zusammenbringen. Die so entstehenden Dialoge sollen zu bedeutenden Aktionen führen, die echte Resultate zeigen. Das Ganze wird Teil ihrer Feiern zum „globalen Bierverantwortungstag“ am 20. September. Soviel zum Inhalt des Schreibens.

Bier rettet die Welt - Die hier besonders blumig verpackte Strategie ist altbekannt: Angesehene Gesundheitsorganisationen geben ihren guten Namen für die Steigerung der Akzeptanz des Suchtmittelherstellers. Wenn‘s klappt, ist der Ruf jener lädiert (manchmal auch ruiniert), diese aber haben durch die Kooperation wirksame gesetzliche Maßnahmen zur Beschränkung des Missbrauchs (z.B. Werberegulierungen) verhindern können.

Für den ja nicht ausgeschlossenen Fall, dass Anheuser-Busch InBev tatsächlich die Welt verbessern möchte, haben wir einen Rat: Lasst das ganze Geschwurbel, zahlt weltweit eure Steuern ohne Tricks und beendet die Werbung für das Suchtmittel Nr. 1.

 

Inhalt

Dieser Newsletter informiert Sie über folgende Themen:

  • Aus der DHS
  • Veranstaltungen
  • Ausschreibungen
  • Veröffentlichungen
  • Wissenschaft
  • Prävention
  • Rausch - Sucht - Mittel - Politik
  • Kultur und Sport
  • Verbraucherschutz
  • Aus aller Welt
  • Geschenke
Aus der DHS

53. DHS-Fachkonferenz

Das Thema „Sucht und Arbeit“ hat viele Facetten: (Lohn-)Arbeit als lebensstabilisierender Faktor auch gegen Abhängigkeitserkrankungen, Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit und Integration in Arbeit als therapeutisches Ziel, Suchtmittelkonsum im Betrieb „vom Menschen ausgedacht“: als Betroffene/-r, Kollegin und Kollege oder Vorgesetzte/-r, besondere Suchtrisiken gerade in einer belastenden und nicht selten antihumanen Arbeitswelt (Factsheet: http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis/Statistiken/Arbeitsbedingungen/pdf/Factsheet-01.pdf?__blob=publicationFile&v=3).  

Vorträge, Diskussionen und nicht zuletzt Foren der 53. DHS-Fachkonferenz werden Praktikerinnen  und Praktiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit geben, neue Erkenntnisse, Projekte und Arbeitsansätze kennenzulernen und zu diskutieren - von der beruflichen Rehabilitation und Teilhabeförderung bis zum betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Das ausführliche Programm mit allen Referentinnen und Referenten finden Sie ab Mitte September auf unserer DHS Homepage. Ein vorläufiges Programm informiert schon jetzt: http://www.dhs.de/start/startmeldung-single/article/53-dhs-fachkonferenz-sucht-vom-04-bis-06-november-2013-in-der-philharmonie-essen-kopie-1-1.html

Unter dem o.a. Link finden Sie auch das Anmeldeformular. Für Rückfragen stehen Ihnen Frau Kaldewei und Frau Kepp telefonisch gerne zur Verfügung (+49 2381 9015-0) - oder auch per Mail kaldewei@dhs.de bzw. kepp@dhs.de.

Auf vielfachen Wunsch sind bei der diesjährigen Fachkonferenz wieder Präsentationsmöglichkeiten für Aussteller vorhanden.

(Am Rande bei diesem Thema: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales macht Ernst gegen Burn-out, unbezahlte Überstunden und Selbstausbeutung. Bundesministerin von der Leyen unterzeichnete einen mit dem Personalrat des Hauses abgestimmten Kodex, der „das Prinzip des geringstmöglichen Eingriffs in die Freizeit“ umsetzen soll. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/von-der-leyen-keine-e-mails-nach-feierabend-an-mitarbeiter-a-919409.html)


Online-Fragebogen zur Aktionswoche 2013 „Alkohol? Weniger ist besser!“

Zur Weiterentwicklung der Aktionswoche Alkohol steht ab sofort ein Fragebogen online. Dieser ist sowohl an Veranstalter/-innen als auch Besucher/-innen der Aktionswoche 2013 gerichtet. So möchten wir ein umfassenderes Bild der vergangenen Aktionswoche gewinnen und für die künftigen Aktionswochen lernen.

Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten und ist anonym. Es besteht am Ende des Fragebogens die Möglichkeit, sich an einer Verlosung des „DHS-Jahrbuch Sucht 2013“ zu beteiligen.

Die Ergebnisse werden im Herbst 2013 veröffentlicht.

Link zum Fragebogen: https://www.soscisurvey.de/aktionswochealkohol  

Soeben wurde auch die Dokumentation zur diesjährigen Aktionswoche Alkohol veröffentlicht. Sie finden sie unter: http://www.aktionswoche-alkohol.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Dokumentation_AWA_2013.pdf


Z-Card „10 häufig gestellte Fragen zum Alkoholkonsum“ weiterhin erhältlich

Wie viele Kalorien hat Alkohol? Verliere ich den Führerschein, wenn ich betrunken Fahrrad fahre? So schlimm kann ein Gläschen in Ehren doch nicht sein, oder? Häufig gestellte Fragen zum Thema Alkohol, um das sich viele Mythen und riskantes Halbwissen ranken. Unsere Z-Card beantwortet diese und weitere Fragen, die jedem bereits in irgendeiner Art und Weise begegnet sind. Die Z-Card in der Größe einer Scheckkarte ist auch nach der Aktionswoche Alkohol in einer Box zu je 50 Exemplaren erhältlich unter: http://www.dhs.de/informationsmaterial/bestellung.html


Kurz nachgefragt

Im Rahmen des Internetauftritts der Aktionswoche (www.aktionswoche-alkohol.de) wurde auch die Rubrik „Kurz nachgefragt…“ eingerichtet. Hier trafen die Besucher/-innen regelmäßig auf knappe Fragen rund um das Thema Alkohol. Auch auf Facebook wurden die Themen rege diskutiert. Insbesondere „Verkaufsverbot an Tankstellen“ erhitzte die Gemüter. In der Umfrage stimmten 75% dafür, die Gegner dieses Vorschlags machten sich Luft im Diskussionsforum: „Prävention statt Prohibition“, so ihr Tenor.

Wir wissen nicht, ob der Hinweis die Gemüter zu beruhigen vermag: Dass Feuerwerkskörper (interessanter Weise) zwar an Tankstellen, doch selbst dort nicht an Minderjährige verkauft werden dürfen, ist auch keine Feuerwerksprohibition, sondern einfach nur der Schutz der Öffentlichkeit vor völlig überflüssigen Gefahren. Prohibition regelt das BtMG, und das Gesetz ist die einzige wirklich alkoholfreie Zone in Deutschland.

Die Abstimmungsergebnisse zu den Fragen der Aktionswoche Alkohol 2013: downloadKurz nachgefragt


Suchtmedizinische Reihe der DHS neu erschienen

Die Suchtmedizinische Reihe der DHS vermittelt in 6 Bänden (Bd. 1 Alkoholabhängigkeit, Bd. 2 Tabakabhängigkeit, Bd. 3 Essstörungen, Bd. 4 Drogenabhängigkeit, Bd. 5 Medikamentenabhängigkeit und Bd. 6 Pathologisches Glücksspielen) das Grundwissen zu diesen Formen süchtigen Verhaltens.

Die seit Jahren erfolgreichen ersten vier Bände liegen nunmehr inhaltlich und gestalterisch grundlegend überarbeitet vor. Mit den umfassenden Bänden 5 und 6 haben wir nun die Reihe erweitert und die thematische Lücke zu „Medikamentenabhängigkeit“ und „Pathologischem Glücksspielen“ geschlossen.

Wir empfehlen die gesamte Reihe allen fachlich vertieft Interessierten der Arbeitsfelder Medizin, Psychologie, Suchthilfe und Suchtprävention und angrenzender Gebiete des Gesundheits- und Sozialwesens, nicht zuletzt Lehrenden und Studierenden.

Sämtliche Bände der Suchtmedizinischen Reihe der DHS stehen auch zum Download http://www.dhs.de/informationsmaterial/broschueren-und-faltblaetter.html zur Verfügung und können kostenfrei (bis zu 5 Exemplare) bei der DHS http://www.dhs.de/informationsmaterial/bestellung.html als auch der BZgA http://www.bzga.de/infomaterialien/suchtvorbeugung bestellt werden.


Medikamente: Broschüren wieder lieferbar

Das Handbuch „Gemeinsam mehr erreichen. Frauen.Medikamente.Selbsthilfe“ und der Flyer „Immer mit der Ruhe… Nutzen und Risiken von Schlaf- und Beruhigungsmitteln“ sind nunmehr wieder verfügbar. Mit Unterstützung des BKK Bundesverbands konnten die beiden Materialien zum Thema „Medikamentenabhängigkeit“ entwickelt werden, die ersten Auflagen waren sehr schnell vergriffen.

Das Handbuch gibt umfassende Informationen, Anregungen und Hilfestellung, Hinweise zur Gründung einer Selbsthilfegruppe sowie für den Umgang mit Stress und Belastungen ohne Medikamente. Darüber hinaus nennt es Risiken, die gerade Frauen dazu verleiten, Medikamente zu missbrauchen. Ein Serviceteil gibt Literaturtipps und Kontakt- und Bezugsadressen.

Der Flyer „Immer mit der Ruhe…Nutzen und Risiken von Schlaf- und Beruhigungsmitteln“ informiert über Benzodiazepine. Er ist eine wichtige Basisinformation zu den gängigsten Medikamenten mit Abhängigkeitspotenzial. Hilfreich sind die Verzeichnisse der Handelsnamen, Wirkstoffe und Wirkdauern.  

Die Broschüren können Sie kostenlos unter http://www.dhs.de/informationsmaterial/bestellung.html bestellen.


DHS Publikationsreihe „Basisinformationen“: Tabak

Die erfolgreiche Broschüre „Tabak“ aus der DHS-Publikationsreihe „Basisinformationen“ ist wieder lieferbar. Für die 11. Auflage wurden die Daten und Fakten aktualisiert, der Inhalt überarbeitet. Auch in der neuen Gestaltung blieb das Konzept der Reihe erhalten. Die wichtigsten Informationen rund um den Suchtstoff „Tabak“ sowie gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen von Tabakkonsum und -abhängigkeit werden in 20 Stichworten (u.a. aktueller Konsum, Langzeitfolgen, Tabakabhängigkeit, Schwangerschaft) auf je zwei Seiten behandelt. Die linken Seiten bieten eine kurze Einführung sowie weiterführende Informationen und die rechten Seiten eine ausführlichere Darstellung - für die schnelle bzw. die intensive Lektüre.

Die Broschüre steht als Download zur Verfügung (http://www.dhs.de/informationsmaterial/broschueren-und-faltblaetter.html) und kann kostenfrei bei der DHS bestellt werden unter http://www.dhs.de/informationsmaterial/bestellung.html.


Bibliothek: Neue Titel

Eine Übersicht aller Buchtitel unserer Fachbibliothek, die im August 2013 angeschafft wurden, finden Sie hier downloadpdf. Das ausführliche Verzeichnis aller in den vergangenen Monaten neu erfassten Titel (inklusive Inhaltsangaben) ist auf unserer Internetseite veröffentlicht (http://www.dhs.de/bibliothek/neuaufnahmen.html).


Veranstaltungen

20 Jahre drobs Halle (Halle, 18. September 2013)

Mit außergewöhnlich interessantem Programm begeht die Drogenberatungsstelle Halle ihren runden Geburtstag. 20 Jahre „Begegnungen mit den KonsumentInnen, in ihrem Leben zwischen Schlaflosigkeit, Wahn und Vergessen, zwischen Hilfesystemen und Strafrecht“. Schön gesagt. Teilnahmegebühr 10/20 Euro. www.drobs-halle.de/cms/upload/Download/sonstige/20jahredrobs_folder.pdf


Therapeutische Beziehungen zu Drogenabhängigen (Regensburg, 25. September 2013)

Oft scheuen niedergelassene Psychotherapeut/-innen die Arbeit mit Suchtkranken, da sie wissen, dass deren Hang zur Wahrheitsliebe nicht bei allen Gesprächsthemen übermäßig ausgebildet ist. Drogentherapeut/-innen hingegen, so die Veranstalterin, „beschäftigen sich grundsätzlich gerne oder ausschließlich mit den größten Schwindlern dieser Art. Welche besonderen therapeutischen Beziehungen gehen sie zu ihren Klientinnen und Klienten ein? Wie überleben sie dauerhaft diese Herausforderungen?“
Teilnahmegebühr 65 Euro (30 Euro). Weitere Informationen unter http://www.medbo.de/fileadmin/Redakteure/Presse_Oeffentlichkeitsarbeit/Veranstaltungen/2013/Flyer_Symposium_Illegale_Drogen_2013.pdf


Bundesweiter FreD Fachaustausch (Hamm, 26. September 2013)

Zu den Projekten, die sich von einer Modellförderung  erfolgreich (fast) zu Regelangeboten entwickeln konnten, zählt neben HaLT (http://www.halt-projekt.de/) vor allem FreD - Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten. Mit Hilfe einer neuen Projektfinanzierung durch das Bundesministerium für Gesundheit wird FreD nun auch in Strafverfolgungsbehörden erprobt (www.lwl-fred.de). Der nationale FreD-Fachaustausch in Hamm ist vor allem drei sog. „updates“ gewidmet: dem Setting Schule, juristischen Aspekten sowie dem offenen Erfahrungsaustausch der FreD-Trainer/-innen. Teilnahmegebühr 30 Euro. Weitere Informationen unter www.lwl.org/ks-download/downloads/FreDin/09_2013_FreD-Fachaustausch.pdf


10. Internationaler akzept Kongress (Bielefeld, 10. und 11. Oktober)

Der akzept Kongress bietet ein Forum für Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis. Zu PSB-Standards, neuen Medien in Prävention und Beratung, Verbraucherschutz, Drug Checking, Drogennotfalltraining, Sucht und Alter, Selbsthilfe, Elternarbeit u.v.a.m. Neben diesen aktuellen Themen legt der Kongress einen Schwerpunkt auf die gesundheitlichen und sozialen Folgen der Drogenprohibition. Teilnahmegebühr 80/100 Euro. Weiteres unter www.akzept.org/pro_kongress.html  

(Ganz normal. Repression unter Verbündeten: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/drogenschmuggel-in-indonesien-todesstrafe-gegen-britin-bestaetigt-a-919372.html)


Gesundheitsselbsthilfe als Stärkung der Bürgerorientierung (Berlin, 15. Oktober 2013)

Das Thema Bürger- und Patientenorientierung findet zunehmende Aufmerksamkeit im Gesundheitswesen. Der Kongress will die Bedeutung der Gesundheitskompetenz Betroffener sowie der Gesundheitsselbsthilfe für die Weiterentwicklung eines bürgerorientierten Gesundheitswesens behandeln: Welchen Beitrag leistet Gesundheitskompetenz für die Bürgerorientierung? Wie wird Bürgerorientierung durch Selbstverwaltung und Gesundheitsselbsthilfe ausgefüllt? Wie können wir ein patienten- und bürgerorientiertes Gesundheitswesen weiter fördern?
Die Teilnahme ist kostenfrei. http://www.bag-selbsthilfe.de/allgemein.html


 

Ausschreibungen

Benzodiazepine und Z-Substanzen - Konzepte zur Risikoreduktion bei älteren Menschen

Mit Bewerbungsfrist zum 13. September 2013 schreibt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Referat 124 (Sucht und Drogen), Projektförderungen zu zwei Teilgebieten aus:

Teil 1: Eine Erhebung zu den psychischen und sozialen Ursachen der nicht bestimmungsgemäßen Anwendung von Benzodiazepinen und Z-Substanzen - Konzepte zur Risikoreduktion bei älteren Patientinnen und Patienten.

Teil 2: Entwicklung, modellhafte Implementierung und Evaluation einer Strategie für eine Risikokommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten und Betroffenen mit dem Ziel einer Verbesserung der bestimmungsgemäßen Anwendung von Benzodiazepinen und Z-Substanzen.

Ausnahmsweise werden durch diese Ausschreibung auch Forschungsinstitutionen angesprochen, „die den Status eines Unternehmens der gewerblichen Wirtschaft haben“.
http://www.bund.de/SiteGlobals/Functions/anlage/anlageGenericJSP?docId=729772&view=renderAnlage&contentId=4093448


Richtlinien zur Förderung von Forschungsverbünden zur Primärprävention und Gesundheitsförderung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung schreibt mit Abgabetermin 16. Oktober 2013 die Förderung von Forschungsverbünden aus, die prioritäre Forschungsthemen der Primärprävention und Gesundheitsförderung bearbeiten und zu einer wissenschaftlichen Fundierung von Primärprävention und Gesundheitsförderung beitragen. Die Forschungsverbünde müssen anwendungsnah ausgerichtet sein und sich durch wissenschaftliche sowie methodische Exzellenz auszeichnen. Akteure aus der Praxis wie etwa Präventionsanbieter bzw. -träger sind einzubinden, sofern diese für die Erreichung der Ziele des Verbundes erforderlich sind.
http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/4689.php


  

Veröffentlichungen

Videoprojekt zu Glücksspiel

„Im Rausch des Zufalls“ ist ein Film über Glücksspiele und Glücksspielsucht. Zutreffender hieße er „Im Rausch des Verlustes“. Der Film zeigt junge Menschen und ihren Umgang mit unterschiedlichen Glücksspielen: Automaten, Online-Poker, Lotto und Sportwetten. Es kommen Gelegenheitsspieler, Gewohnheitsspieler, Spielsüchtige und auch deren Angehörige zu Wort. Die unterschiedlichen Gründe der Glücksspielsucht und deren Folgen, auch für das Umfeld der Betroffenen, werden deutlich.
Weitere Informationen: http://www.medienprojekt-wuppertal.de/v_164 (dort finden Sie auch Informationen zum Kaufpreis, Preis für die Ausleihe und Lizenzbedingungen, FSK 12)


 

Wissenschaft

Selbsthilfestudie: Befragung beginnt

Seit Januar 2013 fördert das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ein Forschungsvorhaben zur Selbsthilfe. Durchgeführt wird die Studie vom Institut für Medizinische Soziologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zusammen mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Köln.
Ziel des Projektes ist eine aktuelle Bestandsaufnahme der Selbsthilfe und ihrer Wirkungen in Deutschland. Dazu werden in verschiedenen Teilprojekten Literaturanalysen, Experteninterviews und Fragebogenerhebungen durchgeführt.
Um ein möglichst umfassendes Bild der Selbsthilfe zu erhalten, sollen im Herbst 2013 bundesweit Selbsthilfeorganisationen, Selbsthilfekontakt- und -unterstützungsstellen und in einigen Regionen Selbsthilfegruppensprecher/-innen zum Stand der Selbsthilfe befragt werden.
Im September starten die ersten Befragungen. Alle Selbsthilfeorganisationen erhalten vom Institut für Medizinische Soziologie einen Online-Fragebogen mit der Möglichkeit, diesen auch postalisch zu beantworten. Detaillierte Informationen finden Sie auf der Projekt-Website: www.uke.de/shild.


Alter Wein in neuen Schläuchen

Eine aktuelle Studie des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, „gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, untersuchte den Zusammenhang von Trinkverhalten bei Jugendlichen in der Pubertät und späterem Alkoholkonsum. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Jugendliche, die bereits während der Pubertät erstmals Alkohol trinken, im Erwachsenenalter ein höheres Risiko für einen problematischen Alkoholkonsum zeigen als diejenigen, die erst nach der Pubertät Alkohol konsumieren.“ Zitat Ende.
Bereits 2007 hatten Mitarbeiter/-innen desselben Instituts eine Originalarbeit zum „frühen Einstieg in den Alkohol- und Tabakkonsum - Indikator für eine erhöhte Suchtgefährdung?“ vorgelegt. „Die Ergebnisse dieser „Studie“ bestätigen an einer deutschen Stichprobe, dass ein niedriges Erstkonsumalter einen Risikofaktor für einen erhöhten Substanzkonsum im Jugendalter darstellt. Ein frühes Einstiegsalter führt demnach nicht nur zu einer höheren Wahrscheinlichkeit von Abhängigkeit und Missbrauch im Erwachsenenalter, sondern steht auch schon im frühen Stadium des gesellschaftlich tolerierten Konsums im Zusammenhang mit häufigerem und stärkerem Rauchen und Trinken.“ Ebenfalls Zitat Ende.
Auch das Robert Koch-Institut stellte 2008 heraus (unter Bezug auf eine englischsprachige Studie von 1997), dass „Personen, die schon in jungen Jahren zu trinken beginnen, im späteren Leben ein höheres Risiko aufweisen, alkoholabhängig zu werden. Zudem werden Konsumgewohnheiten oft bereits im Jugendalter angelegt und verfestigt.“ Ende Zitat.
Weitere internationale Quellen liegen unserer Bibliothek für die Jahre 2008, 2009 und auch 2013 vor. Immer wieder dieselbe Feststellung: früherer Einstieg - höhere Risiken. Wichtiger, als diese Tatsache auch in den nächsten Jahren wiederholt durch öffentlich geförderte Studien zu belegen, wäre es wohl, endlich ein evidenzbasiertes Präventionspaket aus Verhältnis- und Verhaltensprävention umzusetzen, das die fatal frühen Einstiegsalter gerade in den Konsum besonders für Jugendliche beworbener und äußerst preisgünstiger Suchtmittel heraufzusetzen vermag. Viel zu tun, nicht mehr forschen. Nur so eine Anregung, ganz ohne Zitat…


 

Prävention

Nächtliches Alkohol-Verkaufsverbot hat sich bewährt

Vor 3 Jahren trat das nächtliche Alkohol-Verkaufsverbot (von 22.00 bis 5.00 Uhr) in Baden-Württemberg in Kraft. In einer Mitteilung der Landesregierung beschreibt diese die Evaluation der Regelung: Die nächtlichen Einsatzschwerpunkte der Polizei gerade um Alkohol-Tankstellen sind extrem zurückgegangen. Und die als Gegenargumente gerne behauptete Verdrängung von Trinkerszenen in andere Stadtteile oder gar Bevorratungskäufe haben offenbar nicht stattgefunden. Der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes gibt dadurch einen (nicht überprüfbaren) Verlust von „mehr als 1.000 Jobs“ an. Dazu zwei Anmerkungen: Erstens sprechen wir hier ganz überwiegend tatsächlich von nicht mehr als „Jobs“, also geringfügige Beschäftigungsverhältnisse ohne oder ohne nennenswerte Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung. Zweitens geben Alkoholkonsumenten das Geld, das sie nicht in Alkohol investieren, i.d.R. für andere Konsumgüter aus - die „Jobs“ gehen also keineswegs „verloren“, sondern werden lediglich „verlagert“. Und drittens (und tatsächlich einzig relevant): „Im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch können Arbeitsplätze kein Argument sein.“ (Winfried Kretschmann, Ministerpräsident BW)


Rausch - Sucht - Mittel - Politik

Überwachung und Schweigepflicht: „Auch dieses Gespräch wird abgehört“

Willkommen in der neuen Zeit: Wenn grundsätzlich ALLE Telefonate abgehört und ALLE Mails und SMS gelesen werden können, http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/xkeyscore-wie-die-nsa-ueberwachung-funktioniert-a-914187.html hat dies erhebliche Bedeutung auch für die Suchtbehandlung und -beratung - zumal die US-Drogenfahndung schon heute die NSA-Überwachung für ihre Ermittlungen nutzt. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/reuters-bericht-us-drogenfahnder-bekommen-nsa-tipps-a-915003.html.
Der Bundesinnenminister empfiehlt angesichts dieses größten anzunehmenden Fehlers der totalen Informationsgesellschaft, Mails zu verschlüsseln: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedrich-fordert-deutsche-zu-mehr-datenschutz-auf-a-911445.html.
Unabhängig davon, zu welcher Art von Sicherheit diese Empfehlung führt,
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/ssl-verschluesselung-ueberwacher-wollen-generalschluessel-fuer-webdienste-a-913004.html

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/windows-hintertuer-gefaehrdet-ssl-verschluesselung-a-913825.html
ist sie (nicht nur) in den Arbeitszusammenhängen der Suchthilfe einigermaßen unrealistisch. Auch die DHS verschlüsselt nicht, allein schon, weil dafür kaum Kommunikationspartner vorhanden wären, von der Arbeitszeit nicht zu sprechen. Und bei Telefonaten ist Verschlüsselung ohnehin keine Option.
So müssen wir aus professioneller Verantwortung alle telefonisch oder elektronisch Ratsuchenden darauf hinweisen: Diese Kommunikation kann jederzeit in Deutschland und auch international aufgezeichnet und personalisiert ausgewertet werden. Vertraulichkeit können wir ausschließlich für den Bereich unserer Einrichtungen zusichern (solange sich keine Smartphones im Raum befinden). Darüber hinaus besteht sie nicht.
Reisen etwa Konsumenten illegaler Drogen in die USA, nach Asien oder in Golfstaaten, liegt das bedenkenswerte Risiko dabei auf der Hand. Ein neues Zeitalter der telefonischen und elektronischen Beratung hat begonnen. Auch die Suchthilfe wird sich darauf einstellen müssen. Andere tun es bereits:
http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/datenschutz-im-beruf-arzt-anwalt-pfarrer-politiker-a-912488.html

https://www.ixquick.de/deu/prism-program-revealed.html


Kriegskosten

Die Entwicklung des „Krieg gegen Drogen(konsument/-innen)“ folgt, was den Kriegsherrn USA betrifft, denselben Mechanismen wie die übrigen weltweiten Feldzüge: Es wird solange gefeuert, bis kein Geld für Munition mehr vorhanden ist. http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-justizminister-holder-will-drogendealer-weniger-hart-bestrafen-a-916185.html
Die interessanteste Information befindet sich zu Beginn des zweiten Absatzes: Deutlich mehr als 10 % aller weltweit Inhaftierten sitzen in US-Gefängnissen ein, und zwar wegen Drogendelikten. Ein umso bemerkenswerterer Umstand angesichts der Tatsache, dass die US-Bevölkerung lediglich 4,5 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht.


Internationale Cannabis-Verträge de facto außer Kraft

Die US-Bundesregierung hat ihren Bundesstaaten offiziell die Legalisierung von Cannabis erlaubt: www.justice.gov/opa/pr/2013/August/13-opa-974.html. Damit sind die vor allem auf jahrzehntelanges Betreiben der USA geschlossenen Verträge zur internationalen Cannabis-Prohibition nicht mehr als knapp noch das Papier wert, auf dem sie stehen. Generalstaatsanwalt Eric Holder teilte den Staaten Colorado und Washington mit, dass sie die per Volksabstimmung beschlossene Legalisierung inklusive der Schaffung eines legalen Marktes für Cannabis umsetzen dürfen. Im Memorandum des Justizministeriums heißt es, dass man davon ausgeht, dass die Staaten eine effektive Regulierung einführen werden, die die öffentliche Sicherheit und Gesundheit schützt. Die Bundesbehörden würden sich auf die Verfolgung von Straftaten wie den Verkauf an Minderjährige, Schmuggel über die Landesgrenzen und die Bekämpfung von illegalen Aktivitäten von Kartellen und Gangs sowie den Handel mit anderen Drogen beschränken. In voraussichtlich vier Monaten wird es in Colorado den ersten legalen Verkauf von Cannabis geben.


fdr+: Betäubungsmittelrecht reformbedürftig

Änderungen des Betäubungsmittelrechtes erschöpfen sich regelmäßig in einer Ergänzung des Anhangs um neue „Designerdrogen“. Die fachlichen, epidemiologischen, finanziellen und nicht zuletzt präventiven Folgen und Implikationen des BtMG werden hingegen seit Jahrzehnten traditionell nur von Oppositionsparteien diskutiert, gleich welche Koalition nun gerade regiert. So hat sich sehr lange nichts Grundlegendes geändert, abgesehen von der Zeit, den Erfahrungen und der Welt. Der DHS Mitgliedsverband fdr+ war als Sachverständiger zu einer Anhörung des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen Bundestages am 17. April 2013 eingeladen. Zur BtM-Gesetzgebung mit eindeutiger Positionierung:
„Der Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. sieht im Konsum von Cannabis-Produkten gesundheitliche Risiken - vor allem, wenn Cannabis geraucht wird oder Minderjährige regelmäßig konsumieren. Infolge der breiten Verfügbarkeit und des Verbreitungsgrades konsumieren immer mehr, vor allem junge, Menschen Cannabis zur Kompensation psychischer Belastungen. Daraus resultieren deutlich vermehrte Einweisungen in psychiatrische Krankenhäuser. Im gesellschaftlichen und politischen Umgang mit Cannabis-Konsumenten/-innen dominieren vor allem strafrechtliche Argumente, ohne dass sich seit 40 Jahren irgendetwas verändert hätte: Ein Nachweis des Erfolgs eines Cannabis-Verbots steht aus. Konsumentendelikte beschäftigen Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte. Auf dem entstandenen Schwarzmarkt werden Cannabisprodukte häufig mit extrem gesundheitsschädlichen Beimengungen angeboten. Cannabis-Prävention kann nur in einer rechtlichen Grauzone stattfinden, weil sie Konsumerfahrungen nicht berücksichtigen darf und dadurch ihre Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit einbüßt. Das Cannabis-Verbot zeigt keine eindeutigen positiven Effekte. Es bietet sich an, es in Hinblick auf eine neue Cannabispolitik zu überprüfen. […] Dabei sollte eine Entkriminalisierung aus gesundheitspolitischen Gründen jedoch Einschränkungen unterliegen: Dabei wäre an eine Konsumerlaubnis erst ab 21 Jahren sowie die Einschränkung des Angebots und des Verkaufs und der Werbung für Cannabisprodukte zu denken. […] Der Fachverband Drogen- und Suchthilfe e.V. hält es für überfällig, das geltende Betäubungsmittelrecht in Deutschland auch unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungen zu evaluieren und Empfehlungen zu einer Reform zu formulieren.“


Geringe Alkoholsteuern in Deutschland gefährden Prävention in Nachbarstaaten

Die dänische Regierung hat am 1. Juli die Biersteuer um 15% reduziert und Alkohol erschwinglicher gemacht - nicht nur für die eigene Bevölkerung, sondern auch die benachbarten Länder wie Schweden und Norwegen (die höhere Steuern haben).
2004 hat Finnland die Steuer um 33% reduziert - der Verbrauch erhöhte sich um 10%. Demzufolge erhöhten sich die alkoholbedingten Todesfälle um 23%, sprich: 207 Leben gingen verloren.
Nach Ansicht der dänischen Regierung kostete die Aufrechterhaltung der Biersteuer das Land Millionen Euro, da die Verbraucher Alkohol sonst an der Grenze in Deutschland einkaufen. Finanzminister Bjarne Corydon hofft auf einen "starken Wachstumsschub“ für die dänische Wirtschaft. Allerdings fehlt eine Bewertung der Auswirkungen auf den Gesundheits- und Sozialsektor.
Die in der EU geltenden Mindestanforderungen an die Verbrauchsteuern haben sich seit 1992 nicht mehr geändert, was bedeutet, dass sich ihr realer Wert inflationsbedingt um etwa ein Drittel verringert hat. Bereits im Jahr 2006 hatte die Europäische Kommission einen Vorschlag bzgl. der Anpassung an die Inflation gemacht. Damals gab es keine Einstimmigkeit, aber der Vorschlag liegt im Rat „noch auf dem Tisch“.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/lebensmittel-in-deutschland-sind-teurer-als-im-eu-durchschnitt-a-907238.html


Kultur und Sport

Man kann nicht alles haben: Fairer Sport oder Sportwetten

Wo es Sportwetten gibt, gibt es auch Sportwetten-Manipulation bzw. -Betrug. Es ist eine ganz alte Geschichte, und je mehr Sportwetten es gibt, desto mehr Betrug - auch selbstverständlich. Die massiven und stets wiederkehrenden Betrugsskandale im internationalen Sport der vergangenen Jahre sind vor diesem Hintergrund nicht zuletzt ein einfacher Beleg der Tatsache, dass die Umsätze im Sportwetten-Markt steigen. All das ist logisch und selbstverständlich, doch Sportfunktionäre halten sich zu diesem Thema dann meist doch lieber dezent im Hintergrund. Problematischer als der Betrug ist aus ihrer Sicht wahrscheinlich schlechte Presse. Umso bemerkenswerter, dass jetzt auch ein hochrangiger Aktiver, Freiburgs Fußballtrainer Christian Streich, vergleichsweise deutliche Worte findet: http://www.spiegel.de/sport/fussball/freiburg-coach-in-sorge-streich-sieht-fussball-enorm-bedroht-a-915482.html


Zum Glück außergewöhnliche Verwendung zweier Drogen

Ohne Worte: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/inka-ausgewaehlte-opfer-bekamen-koka-blaetter-und-alkohol-a-913671.html


Verbraucherschutz

Possible in Germany

Über die Philipp-Morris-Kampagne „Don’t be a Maybe“ haben sich schon viele Menschen geärgert: Rauchende und Nichtrauchende, Privatpersonen, Gesundheitspolitiker/-innen aller im Bundestag vertretenen Parteien, Suchtexperten aus Praxis und Wissenschaft, eigentlich jede/-r, die/der etwas von Tabakprävention versteht, bzw. von deren Gegenteil, der Verführung Minderjähriger. Doch es nutzt nichts. Auch diese Suchtmittelwerbung ist in Deutschland zulässig. Otmar Wiestler, Vorsitzender und wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstands des Deutschen Krebsforschungszentrums, gab ein kurzes Interview zu vielen Reizthemen: Schockbilder auf Zigarettenpackungen, Tabaksteuer (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/who-studie-rauchverbot-kann-leben-retten-a-908693.html, http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/wirtschaftskrise-sparzwang-macht-griechen-zu-nichtrauchern-a-908929.html), Werbeverbot für Tabakprodukte, Tabaklobby, korrupte Wissenschaftler/-innen. Selten findet sich so viel Sprengstoff auf 1 ½ DIN A4 Seiten.

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/rauchpraevention-schockbilder-erleichtern-den-ausstieg-a-910219.html

Unter dem Strich bleibt festzustellen, dass die Tabakprävention in Deutschland durchaus optimierbar ist. In einem Ranking unter 30 Ländern zum Thema Tabakkontrolle landete Deutschland 2010 auf Platz 26 (http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/schockbilder-auf-zigarettenpackungen-sind-nur-halbherzige-politik-a-910184.html). Da ist noch Luft drin. Packen wir’s an.

Tabakwerbung und jugendliches Rauchen: downloadaktuelle Studie

Nikotin ist eine starke Droge: http://www.n-tv.de/wissen/Fakten_und_Mythen/Nikotin-ist-eine-starke-Droge-article9830271.html


Handbuch Lokale Alkoholpolitik

Eine von der DAK finanzierte Evaluation hat gezeigt, dass Städte und Gemeinden in der Alkoholprävention effektiv und effizient handeln können. Und sie müssen es auch wollen, wenn sie der Verantwortung für „ihre“ Bürgerinnen und Bürger gerecht werden. Viele Rahmenbedingungen, die dem Alkoholmissbrauch entgegen wirken, können von einer Kommune gezielt gesteuert werden. Das Handbuch, „Lokale Alkoholpolitik“, das sich sowohl an pädagogische Fachkräfte wie auch politische Entscheidungsträger/-innen richtet, fasst die Ergebnisse der Studie zusammen und bietet eine umfangreiche Materialsammlung zur Durchführung eigener Projekte.
Es kann zum Preis von 15 € inklusive Verpackung und Versand angefordert werden bei: Sabine Lang (sabine.lang@bw-lv.de), Baden-Württembergischer Landesverband für Prävention und Rehabilitation.
Das Handbuch können Sie auch gewinnen, wenn Sie bis zum 16. September Ihr Interesse daran bekunden (DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm, Stichwort: Handbuch)


Nürtingen: Sparbier-Aktion! Kein Beitrag zur kommunalen Suchtprävention

Eine Kommune macht in Kindergärten Werbung mit Minderjährigen für Komatrinken. Das glauben Sie nicht? Seien Sie nicht immer so verkniffen, ist doch nur Spaß, Party und Fröhlichkeit, oder so:

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.plakat-streit-in-nuertingen-otmar-heirich-ich-finde-das-plakat-nicht-anstoessig.d274d075-dd63-4a22-b453-2f7eb9ee0dce.html

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.plakat-streit-in-nuertingen-doch-minderjaehrige-auf-plakat-fuer-bierzelt.2eb08877-5f75-4392-bf30-25df66791c01.html


Demografie aktiv gestalten

Der demografische Wandel schreitet voran, mit inzwischen umfassend bekannten Folgen. Auch vor diesem Hintergrund hat die DHS im Jahr 2006 ihre Kampagne „Unabhängig im Alter“ (www.unabhaengig-im-alter.de) begonnen, der in den vergangenen Jahren auf kommunaler, Länder- und Bundesebene viele Initiativen und Aktionen gefolgt sind. Darüber freuen wir uns sehr - haben aber die Rechnung ohne die Privatbrauerei Waldhaus gemacht. „Demografie aktiv gestalten“ ist ein Projekt der Wirtschaftsregion Südwest in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach mit dem Ziel, Unternehmen besser auf die Herausforderungen des demografischen Wandels vorzubereiten. Und in diesem hochoffiziellen Zusammenhang versucht die Waldhaus Brauerei, die Generation 50plus verstärkt ans Bier zu ködern. „Auch die Generation 50plus hat heute ein junges und frisches Lebensgefühl, das getroffen werden muss.“

http://www.wsw.eu/262:ueber-uns,pr4esse,waldhaus-bezieht-bei-der-ausstossplanung-auch-die-stark-wachsende-zielgruppe-der-ueber-50jaehrigen-mit-ein

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.


 

Aus aller Welt

Scientology, Drogen und Gewalt

„Sag nein zu Drogen, sag ja zum Leben“: Das Programm der „Foundation for a drug-free world“, ein Scientology-Ableger, holt kräftig mit der Moralkeule aus und verspricht nichts weniger als „eine wirksame Waffe im Kampf gegen den Drogenkonsum“ (http://chanology-wiki.info/scientology/tarnorganisationen/sag-nein-zu-drogen-sag-ja-zum-leben). Die ins Deutsche übersetzten Materialien der seit 20 Jahren weltweit propagierten Anti-Drogenkampagne versprechen sachliche Fakten, „mit deren Hilfe Jugendliche selbst entscheiden können, von vornherein keine Drogen zu nehmen“. Doch weder das von Leid und Schrecken durchdrungene Layout noch die krudesten Behauptungen (http://www.hanfjournal.de/hajo-website/artikel/2012/144_april/s24_0412_drgreen_scientology.php) lassen gradlinige Informationsvermittlung erkennen. Eine drogenfreie Welt ist das Ziel, Ideologie die Methode. Und dann noch „Waffe“, „Kampf“ (und „Krieg“) - Gesundheitspolitik mit Gewaltfantasien, das hat noch stets enorme Schäden verursacht - und nicht genutzt.


 

Geschenke

Die ausgelobten Bände „Motivational Case Management. Manual für die Drogen-und Suchthilfe“ gingen an Elena Bertolini (Heidelberg), Mechtild Claßmann (Soest), Jutta Niesbach (Berlin) und Annette Schilling (Ludwigshafen).

„Pathologischer PC-/Internet-Gebrauch bei Patient/-innen“ ging an Barbara Hanelt-Thomas (Frankfurt), Claudia Hembach (Wuppertal), Ilka Junghähnel (Berlin) und Stefanie Stiens (Chemnitz).

„Abschalten statt Abdriften. Wege aus dem krankhaften Gebrauch von Computer und Internet“ sandten wir an Ilse Bieniek (Schweinfurt), Carola Mikulla (Stendal) und Sven-M. Müller (Bensheim).

Otfried Preußlers „Krabat“ erhielten Dr. Anja Läer (Burladingen) und Burkard Wirth (Ulm). Ihnen allen herzlichen Glückwunsch!


Selbsthilfezentrum München (Hrsg.), Renate Mitleger-Lehner: Recht für Selbsthilfegruppen

Der Band erläutert den rechtlichen Rahmen für Selbsthilfegruppen. In Abgrenzung zum „eingetragenen Verein“ und „nicht rechtsfähigen Verein“ werden Selbsthilfegruppen und Initiativen als „Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts“ erklärt. Praxisgerecht werden die Fragen beantwortet, die sich jede Selbsthilfegruppe stellt: Wer tritt nach außen auf? Wer unterschreibt den Förderantrag? Wer haftet bei Fehlern, Versäumnissen und Unfällen? Wer ist für den Flyer presserechtlich verantwortlich? Führt ein Straßenfest zur Steuerpflicht? Ausführlich werden Problemstellungen für nicht vereinsrechtlich organisierte Gruppen behandelt und Bezüge zum Vertretungs-, Haftungs-, Presse-, Versicherungs- und Steuerrecht hergestellt.
http://www.agspak-buecher.de/Selbsthilfezentrum-Muenchen-Hg-Renate-Mitleger-Lehner-Recht-fuer-Selbsthilfegruppen

Wir verlosen drei Exemplare unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 17. September per Postkarte mitteilen (Stichwort: Selbsthilferecht). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm


Maria A. Marchwacka (Hrsg.): Gesundheitsförderung im Setting Schule

Wie lässt sich Gesundheitsförderung als obligatorischer Bestandteil der Institution Schule etablieren? Welche Aufgaben hat die Lehrerbildung im Kontext der Gesundheitsförderung? Inwiefern wird Gesundheitspädagogik als Teildisziplin der Erziehungswissenschaft anerkannt? Diese und weitere Detailfragen stehen im Zentrum des Bandes, der den aktuellen Stand zu Gesundheitsförderung und Suchtprävention an Schulen in Deutschland und Polen wiedergibt. Neben der Gesundheitsförderung werden auch Suchtrisiken und das Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen beleuchtet.

http://www.springer.com/springer+vs/p%C3%A4dagogik/erziehungswissenschaft/book/978-3-658-00527-6

Wir verlosen zwei Exemplare unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 18. September per Postkarte mitteilen (Stichwort: Schule). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm


 

Einen federleichten Spätsommer wünscht Ihnen und Ihren Lieben

Dr. Raphael Gaßmann
Geschäftsführer

 

 


Internationale Zusammenarbeit

Die DHS steht im fachlichen Austausch mit europäischen Partnerorganisationen. Sie kooperiert mit Gremien und Dienstellen der EU und der WHO, die mit suchtrelevanten Themen beschäftigt sind sowie mit Vereinen und Verbänden auf internationaler Ebene, die gleiche oder ähnliche Aufgaben wie die DHS übernommen haben. Dabei steht besonders die Entwicklung wirksamer Strategien zur Senkung der durch Alkohol und illegale Drogen verursachten gesundheitlichen und sozialen Folgen im Mittelpunkt.

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