DHS - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
Newsletter 8-2013  

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

erinnern Sie sich an Anheuser-Busch (DHS Newsletter 5/2013), den Bierkonzern, der mit Geschwätz die Welt retten wollte?

Schon zu Beginn des Jahres 2013 war zu lesen, die FIFA bestünde darauf, dass in allen brasilianischen Stadien während der Fußballweltmeisterschaft 2014 Alkohol verkauft werden darf. Daran hat die FIFA ein besonderes Interesse, denn zu den Sponsoren ihrer Fußballweltmeisterschaft zählt Anheuser-Busch, der dort seine Gewaltdroge ausschenken will. Dass in Brasilien aus gesundheits- und sicherheitspolitischen Gründen ein Gesetz den Verkauf von Alkohol in Fußballstadien weitgehend verbietet, finden die FIFA und der Alkoholproduzent „inakzeptabel": Alkohol sei „ein Teil der FIFA-WM“ (http://www.taz.de/!85951/) und man habe ein „Recht auf Bierverkauf“ (http://www.guttempler-bayern-thueringen.de/index.php/aktuelles/79-fifa-noetigt-brasilianische-regierung-zur-gesetzesaenderung), wurde ein Vertreter der FIFA zitiert.

Nun scheint die brasilianische Regierung von ihrer Linie der Gesundheits- und Sicherheitspolitik abzurücken. Ihr Entwurf für ein „WM-Gesetz 2014“ sieht vor, das Verkaufsverbot in Fußballstadien zu kippen (http://www.sueddeutsche.de/sport/sport-kompakt-grippe-beim-fc-bayern-1.1228506-3 -Sport in Kürze - Absatz: Fußball-WM in Brasilien 2014). In vielen anderen Ländern ist die Arbeit von Sportverbänden und Suchtmittelindustrie weit effektiver: Da werden Alkoholverbote in Stadien gar nicht erst Gesetz. Insofern trotz der schlechten Nachricht: Respekt und Glückwunsch nach Brasilien.


Vor allem aber herzliche Glückwünsche der DHS zu 60 Jahren Anonyme Alkoholiker in Deutschland
http://einestages.spiegel.de/s/tb/29685/60-jahre-anonyme-alkoholiker-in-deutschland.html

 

Inhalt

Dieser Newsletter informiert Sie über folgende Themen:

  • Aus der DHS
  • Veranstaltungen
  • Veröffentlichungen
  • Prävention
  • Rausch - Sucht - Mittel - Politik
  • Kultur und Sport
  • Verbraucherschutz
  • Aus aller Welt
  • Geschenke
Aus der DHS

Sucht-Selbsthilfe Konferenz „Prävention“ vom 25. bis 27. April 2014

Die Sucht-Selbsthilfe Konferenz findet 2014 wieder in Erkner bei Berlin statt. Vom 25.- 27. April 2014 lautet das Thema „Sucht-Selbsthilfe und Prävention“. Was hat Sucht-Selbsthilfe mit Prävention zu tun? Wo und wie arbeiten die Selbsthilfegruppen, der Verband und die Ehrenamtlichen präventiv? Welche Ansätze bewähren sich? Wie erreicht Sucht-Selbsthilfe die besten Effekte?
Das Programm der Konferenz wird derzeit erarbeitet und voraussichtlich ab Mitte Februar auf der DHS Homepage veröffentlicht. Gerne können Sie sich schon jetzt unter kaldewei@dhs.de oder Tel. +49 2381 9015-35 anmelden.


DHS Fachkonferenz Sucht 2013 - Sucht und Arbeit

Vom 4. bis 6. November fand in Essen die 53. Fachkonferenz der DHS statt. Durch zahlreiche Referate und Diskussionen sowie in 9 Foren konnten sich die rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über neue Erkenntnisse, Projekte und Arbeitsansätze informieren und austauschen. Einen Teil der Konferenzbeiträge finden Sie nunmehr im Internet unter http://www.dhs.de/dhs-veranstaltungen/rueckschau/fachkonferenzen.html.


Evaluation der Aktionswoche Alkohol - Ergebnisse

Hinter uns liegt die erfolgreichste Aktionswoche Alkohol seit ihrem Bestehen. Dies zeigt auch unsere Onlineevaluation, die wir von Juni bis September durchführten.

Seit nunmehr über sechs Jahren initiieren viele tausend ehrenamtliche und freiwillige Helfer/-innen, unterstützt durch die DHS, die Aktionswoche. Vielfältig wie ihre Zielgruppen (Mitarbeiter/-innen in Betrieben, Betroffene, Angehörige, Kinder, Senioren, Passanten und viele mehr) waren auch die diesjährigen Aktionen. Es fanden mehr als 1.200 kreative, informative und spannende Veranstaltungen rund um das Thema Alkohol statt: Vorträge, Theaterstücke, Informationsstände, Aktionen in Betrieben, Sonntagspredigten, Freizeit- und Sportveranstaltungen, Ausflüge, sogar ein Grafittiworkshop und ein Flashmob sowie viele weitere, liebevoll geplante und von Ehrenamtlichen in Eigenregie umgesetzte Aktionen wurden registriert. Die meisten fanden unter Verwendung der DHS Materialien statt. Nie zuvor wurde so viel davon bestellt wie in diesem Jahr. Besonders beliebt bei Veranstaltern und Besuchern waren der Haftnotizblock und der Flyer „Alkohol und Gesundheit: Weniger ist besser“ (Nutzung durch 82 % der Veranstalter). Rund 76 % nutzten die Z-Card. 72 % der Veranstalter bewerten das Material mit der Schulnote 1 oder 2 und 86 % sind insgesamt mit der diesjährigen Aktionswoche zufrieden.

Das freut uns und beweist, dass sich die Aktionswoche etabliert hat. Nie war die Medienresonanz so hoch, nie waren so viele Veranstalter sicher, auch beim nächsten Mal wieder dabei zu sein (75 %) und nie zuvor haben wir so viele „alte Bekannte“ als Veranstalter wiedergesehen - oder gehört - oder über die Homepage http://www.aktionswoche-alkohol.de erreicht (98 % der Veranstalter nutzten die Homepage als Kontaktmedium zur DHS, zur Vernetzung oder zu Informationszwecken).

Besonders viele Veranstalter und Besucher erfuhren im Internet und über den DHS Newsletter von Aktionen und Veranstaltungen und nahmen daraufhin teil. Wer auch nach Ablauf der Aktionswoche 2013 auf dem Laufenden bleiben will, erhält seit Dezember 2012 auf Facebook Neuigkeiten und Informationen der DHS. 94 % der Facebook Besucherinnen und Besucher finden die geposteten Beiträge interessant. 90 % wollen, dass dieses Angebot auch weiterhin bestehen bleibt. Sie finden uns unter: https://de-de.facebook.com/aktionswochealkohol

Wir bedanken uns bei den vielen tausend Helferinnen und Helfern, ohne die all das nicht möglich wäre. Durch Sie wird die Aktionswoche Alkohol zu dem, was sie ist: eine etablierte, in ihrer Gestaltung und Umsetzung einzigartige und erfolgreiche Präventionsstrategie!

Die Evaluation bestärkt uns in der Fortführung: Vom 13.-21. Juni 2015 wird die fünfte Auflage dieser Alkoholpräventionskampagne durchgeführt. Sowohl die Barmer GEK als auch die DRV Bund haben bereits ihre erneute finanzielle Unterstützung angekündigt. Und neben der Schweiz und Liechtenstein werden weitere internationale Partner hinzukommen.

Die detaillierte Evaluation werden wir Anfang des kommenden Jahres auf der Homepage www.aktionswoche-alkohol.de zur Verfügung stellen.


Alkohol am Arbeitsplatz: Flyer neu aufgelegt, EWA-Projekt abgeschlossen

Ende November fand die Abschlusskonferenz des EU-Projekts „EWA - European Workplace and Alcohol“ in Brüssel statt. Deutschland beteiligte sich an dem Projekt unter Federführung der DHS. Innerhalb EWA wurden innovative und evidenzbasierte Suchtpräventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz entwickelt, implementiert und evaluiert. In 55 Pilotbetrieben in 11 europäischen Ländern erreichten sie insgesamt 11.000 Mitarbeiter/-innen. Auch alle in Deutschland beteiligten Pilotbetriebe (Kulturzentrum E-Werk Erlangen, Landesbetrieb Forst Brandenburg, Salzgitter AG, Stadt Köln, Theater Bremen) zeigten gute Ergebnisse: Das Wissen um Risiken des Alkoholkonsums und dessen Auswirkungen am Arbeitsplatz hat sich erhöht und das Risikobewusstsein ist gestiegen. Der Nutzen betrieblicher Suchtpräventionsprogramme wurde noch einmal deutlich hervorgehoben. Die Ergebnisse gehen in ein sogenanntes „Toolkit“ ein und werden Anfang 2014 auf der DHS-Homepage zur Verfügung stehen.

Der im Rahmen des Projekts entwickelte Flyer zum Thema Alkohol am Arbeitsplatz wurde mit Unterstützung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) neu aufgelegt. Er regt Arbeitnehmer/-innen an, den eigenen Alkoholkonsum zu überdenken und liefert Informationen über dessen gesundheitliche Risiken sowie Auswirkungen am Arbeitsplatz. Er wurde innerhalb eines halben Jahres über 40.000 Mal bei der DHS bestellt und war seit Mai restlos vergriffen. Dank der Unterstützung der DGUV können wir mit einer Neuauflage von 30.000 Stück die Nachfrage weiterhin bedienen. Der Flyer kann unter http://www.dhs.de/informationsmaterial/bestellung.html bestellt werden. Informationen zum EWA-Projekt erhalten Sie unter http://www.dhs.de/projekte/aktuelle-projekte/ewa-european-workplace-and-alcohol.html oder rummel@dhs.de.


DHS Stellungnahmen zur medizinischen Rehabilitation

Das unlängst erschienene Positionspapier zur ambulanten Weiterbehandlung Suchtkranker nach der medizinischen Rehabilitation sowie die Stellungnahme der DHS zur Kombinationsbehandlung im Rahmen der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker stehen zum Download bereit:  http://www.dhs.de/arbeitsfelder/suchthilfe.html.


Bibliothek: Neue Titel

Die DHS Bibliothek bietet im Internet 35 Literaturverzeichnisse zu häufig abgefragten Themen. Neu aufgenommen wurde jetzt das Verzeichnis: „Berufliche Rehabilitation für suchtkranke Menschen“. http://www.dhs.de/bibliothek/literaturverzeichnisse.html.

Die Bibliografien zeigen eine Auswahl des Gesamtbestandes der Bibliothek. In unserem Online-Katalog finden Sie weitere Titel in großer Zahl. http://dhs.de/bibliothek/online-recherche.de

Eine Übersicht aller Titel, die im November angeschafft wurden, finden Sie externer Link in ein neues Browserfensterhier . Das ausführliche Verzeichnis aller in den vergangenen Monaten neu erfassten Titel (inklusive Inhaltsangaben) ist auf unserer Internetseite veröffentlicht (http://www.dhs.de/bibliothek/neuaufnahmen.html).


DHS Gremien neu besetzt

Im vierjährigen Turnus werden sowohl der Vorsitz als auch die beiden stellvertretenden Vorsitzenden der DHS sowie der Vorstand des externer Link in ein neues BrowserfensterFördervereins der DHS gewählt (die komplette Übersicht der Gremien finden Sie unter www.dhs.de). Mit einer Ausnahme kandidierten die bisherigen Amtsinhaber/-innen und wurden einstimmig bestätigt. Hedi Boss allerdings, bisher stellvertretende Vorsitzende der DHS, verabschiedet sich in den nächsten Wochen aus der sozialversicherungspflichtigen Lohnarbeit und kandidierte daher nicht erneut. Ihr folgt als stellvertretende Vorsitzende Wiebke Schneider, Geschäftsführerin der Guttempler in Deutschland und langjähriges Vorstandsmitglied. Für alles Geleistete den bisherigen Amtsinhaber/-innen herzlichen Dank und den wieder-/neugewählten eine ebenso gute Hand wie in der Vergangenheit.


Veranstaltungen

Fachtag „Neue Herausforderungen für das Hilfesystem Essstörungen“ (Berlin, 31. Januar 2014)

„Dick & Dünn“ wird 30 Jahre alt und widmet diesem Jubiläum eine Tagesveranstaltung. Welche neuen Herausforderungen im Bereich Essstörungen haben sich ergeben: jüngere Betroffene, mehr männliche Betroffene, mehr Langzeitbetroffene? Wie reagieren die Vertreter des Behandlungssystems? Welchen Bedarfen kann derzeit nicht entsprochen werden? Was braucht es für die Zukunft? Welche neuen Möglichkeiten der Hilfe ergeben sich durch die neuen Medien?

Namhafte Referentinnen und Referenten aus dem gesamten Bundesgebiet stellen neueste Erkenntnisse aus der Praxis vor.
Teilnahmegebühr 5 Euro.
http://www.dick-und-duenn-berlin.de/index.php?id=75


Kinder drogenkonsumierender Eltern (Hamburg, 17. Februar 2014)

Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums veranstaltet „Palette e.V.“ die Fachtagung „Kinder drogenkonsumierender Eltern. Umgang mit einem heiklen Thema.“
http://www.palette-hamburg.de/index.php/78-startseite/160-einladung-zur-fachtagung
Teilnahmegebühr 15 Euro inkl. Verpflegung


 

Veröffentlichungen

GVS und Caritas: „Einführung von Katamnesen in der Ambulanten Rehabilitation Sucht"

Anfang Oktober stellten GVS und Caritas zusammen mit der Firma Redline DATA in Frankfurt Zwischenergebnisse ihres seit 2010 laufenden Projekts zur Einführung von Katamnesen in der Ambulanten Rehabilitation Sucht (ARS) vor. Die hohe Rücklaufquote von 51,8 % in Verbindung mit positiven Abstinenzraten weist auf eine sehr gute Ergebnisqualität der ambulanten Suchttherapie hin. Ausgewählte Ergebnisse sind in der GVS-Geschäftsstelle erhältlich (gvs@sucht.org ).


Leitfaden zur Prävention im Karneval

„Ginko Stiftung für Prävention und Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung NRW“ hat unlängst den „Leitfaden zur Prävention im Karneval“ veröffentlicht, der sich ausschließlich dem Alkoholmissbrauch Jugendlicher widmet. Auf gut 30 Seiten werden übersichtlich und nachvollziehbar die Möglichkeiten aller wesentlichen Beteiligten (von den Karnevalsvereinen über Kommunen, Ordnungsämter, Polizei, Schulen, Gastronomie und Handel bis zur Familie) vorgestellt. Die Arbeitshilfe wurde von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus verschiedenen, einschlägig leidgeprüften Städten der Rheinschiene erarbeitet und will Grundlagen für eine nachhaltige und vernetzte Prävention des exzessiven Alkoholkonsums Jugendlicher im Karneval vermitteln. Sie kann gegen Übernahme der Versandkosten bestellt werden (http://www.ginko-stiftung.de/material.aspx?pRP=3).

In einigen Jahren, wenn das gesellschaftliche Verhältnis zur Gewaltdroge Alkohol realistischer geworden ist, wird sicher auch ein Leitfaden zur Prävention des Alkoholmissbrauchs Erwachsener im Karneval erscheinen. Gegenwärtig wäre dieses Unterfangen allerdings wohl ähnlich Erfolg versprechend wie ein Projekt zur Prävention der Raserei im Motorsport.


„Die Fetale Alkoholspektrum-Störung - Die wichtigsten Fragen der sozialrechtlichen Praxis“

Im September 2013 gab die ehemalige Drogenbeauftragte der ehemaligen Bundesregierung eine Broschüre zu den wichtigsten Fragestellungen der sozialrechtlichen Praxis in Bezug auf die Fetale Alkoholspektrum-Störung heraus. Die Veröffentlichung soll den zuständigen Sachbearbeitern, Familienrichtern, Staatsanwälten, Sozialpädagogen und Trägern der Wohlfahrtspflege praktische Hilfestellungen geben.
http://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/DrogenundSucht/Alkohol/Downloads/FASD_Broschuere_2013_fuer_HP.pdf
Die Druckfassung kann beim zentralen Publikationsversand der Bundesregierung bestellt werden: Best.-Nr.: BMG-D-11006 / E-Mail: publikationen@bundesregierung.de


Rauchfrei: Hilfe für Schwangere

Schwangere wissen, dass Rauchen ihnen selbst und ihrem Kind schadet. Dennoch gelingt es 13 % der Frauen nicht, während ihrer Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuhören.

Um die Motivation für einen Rauchstopp zu fördern, hat FACT e.V. zusammen mit dem „Verein Frauen fördert die Gesundheit e.V.“ einen leicht verständlichen Flyer für rauchende Schwangere entwickelt, der die Entscheidung zum Rauchstopp unterstützt. Sie finden Ich bin schwanger und rauche – was nun? auch auf der FACT WEB Seite.

Der Flyer bietet Frauenärztinnen, Hebammen und anderen Beraterinnen die Möglichkeit, Motivation im Hinblick auf einen Rauchstoppversuch zu festigen und Schwangeren die wichtigsten Informationen zu diesem Thema an die Hand zu geben. Er hat das Format des Mutterpasses, beantwortet die am häufigsten gestellten Fragen zum Rauchen in der Schwangerschaft und kann über FACT e.V. kostenlos bestellt werden. Bei Zusendung eines mit 1,45 Euro frankierten DIN A 5 Rückumschlags erhalten Sie 20 Exemplare. Größere Mengen auf Anfrage.
Bestelladresse: Sibylle Fleitmann, Westfeld 68, 58730 Fröndenberg
E-Mail: s.fleitmann@gmx.de


Keine Konturen mehr

Die Zeitschrift Konturen wird zum Jahresende 2013 eingestellt, das Heft 6/2013 erschien als letztes. Ein anhaltender Rückgang der Abonnentenzahl machte diesen radikalen Schritt offenkundig unvermeidbar. Wir danken Redaktion und Herausgeber für all die Jahre interessanten und lesenswerten Fachjournalismus und wünschen für die Zukunft alles Gute.


Prävention

ELSA - Elternberatung Online bei Suchtgefährdung und Abhängigkeit von Kindern und Jugendlichen

Der Bedarf ist, das wissen wir spätestens seit dem Bundesmodellprojekt „Eltern aktiv“ (http://www.dhs.de/projekte/abgeschlossene-projekte/elternarbeit.html), enorm: Viele Eltern von Kindern und vor allem Jugendlichen machen sich Sorgen über deren Rauschmittelkonsum oder Suchtverhalten. Da Angehörigenberatung aber den meisten Beratungsstellen nicht vergütet wird (und sich auch nicht im Leistungskatalog von Kranken- oder Rentenversicherern findet), kann dieser Nachfrage oft nicht oder nur ansatzweise entsprochen werden. Umso verdienstvoller ist das Angebot des Projekts ELSA, entwickelt von Villa Schöpflin und Delphi, finanziert mit Mitteln des Bundesministeriums für Gesundheit. http://www.elternberatung-sucht.de

Seit dem Start der Internetseite im vergangenen Dezember haben mehr als 200 Eltern (überwiegend Mütter) das kostenlose Online-Beratungsangebot in Anspruch genommen. Jeden Monat verzeichnet die ELSA-Seite etwa 2.000 Besucher.


Jugendarbeit im Sport: Vereint im Rausch

‚Nach dem Sporttreiben wird natürlich auch hier oder da mal in irgendeiner Art und Weise etwas getrunken‘:
http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/brettschneider-studie-vereinssport-haelt-jugend-nicht-vom-alkohol-ab-a-925746.html

http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/jugendliche-und-alkohol-mit-der-pulle-an-der-pille-a-516000.html


 

Rausch - Sucht - Mittel - Politik

Die neue Tabakproduktrichtlinie der EU – schmerzvolle und langwierige Geburt                

Vor nunmehr genau einem Jahr, am 19.12.2012, legte die EU-Kommission ihren Vorschlag zur Revision der sogenannten Tabakproduktrichtlinie vor. Dieser Richtlinienentwurf sah strengere Regulierungen hinsichtlich der Verpackung, der Zusatz- und Aromastoffe, des illegalen Zigarettenhandels (Rückverfolgungssystem) sowie den Einbezug der E-Zigarette in die Richtlinie vor. Auf dem Verabschiedungsweg über das Europäische Parlament bis hin zum Ministerrat war und ist der Entwurf einer starken Lobbyarbeit der Tabakindustrie ausgesetzt - mit dem Ergebnis, dass wesentliche Punkte gestrichen und andere abgeschwächt wurden.

Begrüßenswert ist die Entscheidung zu den Warnhinweisen. Das EU-Parlament entschied, dass künftig 65 Prozent der Vorder- und Rückseite der Zigarettenpackungen mit bildlichen Warnhinweisen versehen werden müssen. Leider bleiben Slim-Zigaretten weiterhin erlaubt und werden Aromastoffe erst nach einer Übergangsfrist von 3 Jahren - Menthol sogar erst nach 8 Jahren - verboten. E-Zigaretten werden als Tabakprodukte eingestuft und können somit weiter frei gehandelt werden.

Viele Nicht-Regierungsorganisation aus dem Gesundheitsbereich hatten sich für weitergehende Regelungen eingesetzt, darunter das Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR), zu dessen Mitgliedern auch die DHS zählt. In Brüssel wird damit gerechnet, dass das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode (bis zum Frühjahr 2014) verabschiedet wird und die Richtlinie im Jahr 2014 in Kraft tritt. Dann haben die EU-Mitgliedsländer noch 18 Monate Zeit, sie in nationales Recht umzusetzen. Tabakprodukte, die den Anforderungen der neuen Richtlinie nicht entsprechen, dürfen noch 24 Monate lang auf dem Markt angeboten werden. Detailliertere Informationen unter http://www.eu-infothek.com/article/irischer-gesundheitsminister-james-reilly-einigung-zur-eu-tabakrichtlinie-nah


Auch ein Jubiläum: Ende eines Irrwegs

1851 begann im Bundesstaat Maine die erste US-amerikanische Alkoholprohibition. 1966 schaffte sie der letzte US-Bundesstaat (Mississippi) wieder ab. Im Wesentlichen jedoch endete sie jenseits des Atlantiks am 5. Dezember 1933, also vor ziemlich genau 80 Jahren.
http://de.wikipedia.org/wiki/Prohibition_in_den_Vereinigten_Staaten


Global Drug Survey 2014

Bereits zum dritten Mal seit 2011 findet der „Global Drug Survey“ statt, der den Konsum psychoaktiver Substanzen in der Bevölkerung per Online-Umfrage erhebt. Das Projekt ist, wenn in keiner Weise repräsentativ, so doch interessant, sein Ansatz originell:
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2013-11/global-drug-survey-umfrage-drogenkonsum-aufruf

Angesichts der Überwachung all Ihrer Internetaktivitäten sollten Sie, Interesse vorausgesetzt, an der Befragung allerdings ausschließlich in Internetcafés oder von anderen öffentlich zugänglichen Computern teilnehmen.


Kultur und Sport

Alkoholmissbrauch und Komatrinken im Advent

Bei diesem Thema denken wir an Glühwein, für ambitionierte Trinker „mit Schuss“. Bier hingegen, Rauschdroge Nr. 1 in den vorgelagerten Oktoberwochen wie auch der nachfolgenden sog. närrischen Zeit, ist zumindest vom Image her kein klassischer Adventsstoff. Dies zu ändern trat unlängst der Weltbild-Verlag an und bot einen „Bier-Adventskalender“ feil. „Den Advent in vollen Zügen genießen“ - Weltbild denkt dabei nicht an die im Dezember systematisch überlastete Bahn, sondern an unser deutsches Zellgift: „Dieser Kalender bringt Sie 24 Tage lang genussvoll und abwechslungsreich durch den Advent“ und „dieses Jahr erstmals mit einem besonderen Überraschungsbier für den 24. Dezember“. Alkoholfrei? Wir wollen es gar nicht wissen.


Verbraucherschutz

Pech gehabt - privat versichert

Privat Krankenversicherte müssen ihre Behandlungskosten bei Suchterkrankungen regelmäßig selbst übernehmen, da derartige Leistungen üblicher Weise in den Vertragswerken ausgeschlossen sind. Dasselbe gilt tendenziell auch für Pflegezusatztarife. Ein aktueller downloadMarktvergleich zeigt, welche Versicherer Pflegebedürftigkeit als Folge von Suchterkrankungen mitversichern.


 

Aus aller Welt

Genussmittel: Alkohol war mit im Spiel, als er aus der Rolle fiel

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,932339,00.html


 

Geschenke

Jürgen Nowak: Soziologie in der Sozialen Arbeit (http://www.wochenschau-verlag.de/soziologie-in-der-sozialen-arbeit.html)

Das Buch bietet eine systematische Einführung in die soziologischen Grundlagen der Sozialen Arbeit und schließt mit der soziologischen Analyse ihrer Arbeitsfelder Familie, Jugend, Alter, Stadt, Gender, Migration & Ethnizität.
Wir verlosen drei Exemplare unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 7. Januar 2014 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Soziologie). Bitte adressieren Sie Ihre Karte an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


Anke Nolte: Essstörungen, Hilfe bei Anorexie, Bulimie und Binge-Eating (http://www.test.de/shop/gesundheit-kosmetik/essstoerungen-sp0320/)

Der verständliche und umfassende Band wurde sowohl für Angehörige als auch Betroffene konzipiert.
Drei Exemplare werden unter all jenen verlost, die uns ihr Interesse bis zum 8. Januar 2014 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Essstörungen). Bitte adressieren Sie Ihre Karte an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


Uwe Timm: Die Entdeckung der Currywurst (http://www.dtv.de/buecher/die_entdeckung_der_currywurst_12839.html)

Diese Novelle, ein Edelstein der neueren deutschen Literatur, erschien 1993 und wird hier in der vom Autor neu durchgesehenen Ausgabe 2000 ausgelobt. Wir verlosen ein Exemplar unter jenen, die uns ihr Interesse bis zum 9. Januar 2014 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Uwe Timm). Bitte adressieren Sie Ihre Karte an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


Der zuletzt ausgelobte Band „Achtsamkeitsbasierte Rückfallprävention bei Substanzabhängigkeit“ ging an Claudia Gottwald (Berlin), Gerda Kuder (Braunschweig), Ramona Steinberg (Herne) und Felix Hartl (Freising). Die im DHS Newsletter 5/2013 ausgelobten Exemplare „Recht für Selbsthilfegruppen“ erhielten Manuela Kleinwächter (Wildeck), Vigo Andersen (Hamburg) und Michael Wolff (Barmstedt). Die bei derselben Gelegenheit ausgelobte „Gesundheitsförderung im Setting Schule“ sandten wir Sabine Schaller (Magdeburg) und Pieter Remmers (Amsterdam). Herzlichen Glückwunsch!


Mit und ohne Lektüre wünscht Ihnen einen angenehmen Jahresausklang - und für alles Kommende gute Menschen an Ihrer Seite (und dass Sie ihnen gut sind)
Ihr Dr. Raphael Gaßmann
Geschäftsführer

 

 


Internationale Zusammenarbeit

Die DHS steht im fachlichen Austausch mit europäischen Partnerorganisationen. Sie kooperiert mit Gremien und Dienstellen der EU und der WHO, die mit suchtrelevanten Themen beschäftigt sind sowie mit Vereinen und Verbänden auf internationaler Ebene, die gleiche oder ähnliche Aufgaben wie die DHS übernommen haben. Dabei steht besonders die Entwicklung wirksamer Strategien zur Senkung der durch Alkohol und illegale Drogen verursachten gesundheitlichen und sozialen Folgen im Mittelpunkt.

weitere Infos

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