DHS - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
Newsletter 4-2015  

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die gute Nachricht zuerst: Wenn Sie bereits Steuern zahlen, besteht kaum ein Grund, auch noch Gebühren oder Abgaben zu entrichten. Je mehr Steuern Sie zahlen, desto weniger Grund besteht. So zumindest der deutsche Organisierte Fußball.

http://www.focus.de/sport/fussball/dfl-fussball-bringt-dem-staat-1-5-milliarden-steuern_aid_498139.html

Denken Sie nur: Einkommens-, Mehrwert-, Benzin- und noch eine Menge anderer Steuern kommen zusammen, mit denen Sie die Allgemeinheit ohnehin schon unterstützen. Da lassen Sie sich doch keine Diskussion über weitere Beteiligungen überstülpen! Nicht erforderlich, auch noch Müllgebühren  zu begleichen. Zum Beispiel. Fördern Sie den Organisierten Fußball und fordern Sie Ihre Funktionäre, bis zum Äußersten zu gehen. Verfassungsklage? Da fängt es doch erst an. Spielstreik, mindestens!

Zu diesem Thema später mehr. Und nun, um mit Monty Python zu sprechen, von der Glosse to something completely different:


Inhalt

Dieser Newsletter informiert Sie über folgende Themen:

  • Aus der DHS
  • Veröffentlichungen
  • Veranstaltungen
  • Prävention
  • Jugendschutz und -hilfe
  • Suchthilfe / Selbsthilfe
  • Wissenschaft
  • Leistungserbringer und Kostenträger
  • Rausch - Sucht - Mittel - Politik
  • Das besondere Zitat
  • Verbraucherschutz
  • Kultur und Sport
  • Aus aller Welt
  • Leserpost
  • Geschenke
Aus der DHS

„Rückfälle“: 55. DHS Fachkonferenz Sucht (Münster, 12.-14. Oktober 2015)

In fast allen Bereichen der Suchthilfe - in Beratung, Behandlung, Schadensminderung, beruflicher Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe - sind Rückfälle von zentraler Bedeutung. Den Einladungsflyer der DHS Fachkonferenz finden Sie auf unserer DHS Homepage www.dhs.de. Bei Interesse melden Sie sich bitte rechtzeitig an, da bereits eine große Zahl von Anmeldungen bestätigt wurde und die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

Wir bieten eine Vielzahl von Vorträgen und Foren, die sich mit dem Verständnis, dem Phänomen und der Bearbeitung von Rückfällen beschäftigen. Wie wird der Herausforderung in der Beratung, der ambulanten und stationären Behandlung und in der Sucht-Selbsthilfe begegnet? Was ist ein Rückfall in der Substitutionsbehandlung? Wie verstehen wir den Rückfall - als Scheitern, Unfall, Notwendigkeit oder Gelegenheit?

Rund 40 Referentinnen und Referenten werden uns anthropologische, therapeutische und neurologische Perspektiven zum Rückfall vermitteln. Sie sind eingeladen, dabei zu sein, Neues zu erfahren, mitzudiskutieren und Ihre Erfahrungen einzubringen.

Anmeldungen zur DHS Fachkonferenz Sucht 2015 sind möglich per Anmelde-Coupon des Einladungsflyers oder per E-Mail an: kaldewei@dhs.de


Aktionswoche Alkohol: voller Erfolg

Danke an alle Veranstalter und Engagierten, Ehrenamtlichen und Beteiligten für die gelungenen und kreativen Aktionen! Ziel dieser einzigartigen Präventionskampagne ist es, an möglichst vielen Orten möglichst viele Menschen zu erreichen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und auf die Risiken des Alkoholkonsums aufmerksam zu machen. Dies ist mit den über 1.200 registrierten und vielen darüber hinaus durchgeführten Veranstaltungen gelungen. Auch an Material wurde so viel wie noch nie für die Verteilung kostenlos angeboten und an die Veranstalter gesandt. Etwa 600.000 Z-Cards mit dem Selbsttest und den 10 häufig gefragten Fragen wurden verteilt. Zudem war der Kurzfilm „Nachtschlüssel“ ein großer Erfolg bei Facebook (https://de-de.facebook.com/aktionswochealkohol ) und wurde im Zeitraum der Aktionswoche in über 260 U-Bahnstationen deutschlandweit gezeigt.

Zahlreiche Veranstalter haben der DHS ihre persönlichen Eindrücke geschildert und Fotos und Zeitungsberichte zugesandt. Dafür danken wir allen recht herzlich und lassen diese in die Dokumentation einfließen.

Zur Weiterentwicklung der Aktionswoche Alkohol steht ab sofort ein Fragebogen online. Dieser ist sowohl an Veranstalter, (Mit-)Organisatoren als auch Besucher der Aktionswoche gerichtet. Damit möchten wir ein umfassendes Bild der vergangenen Aktionswoche zeichnen und auch für künftige Aktionswochen lernen.

Die Teilnahme erfordert nur wenige Minuten und ist anonym. Es besteht am Ende des Fragebogens die Möglichkeit, sich an einer Verlosung des „DHS Jahrbuch Sucht 2015“ zu beteiligen.

Wie für eine seriöse Evaluation selbstverständlich, werden die Ergebnisse im Herbst 2015 veröffentlicht.

Link zum Fragebogen: https://www.soscisurvey.de/aktionswochealkohol/


Aktionswoche Alkohol: DHS Förderverein prämiert vorbildlichen Jugendschutz im Berliner Sportverein Rot-Weiß Viktoria Mitte

(Sport-)Vereine sind gerade für Kinder und Jugendliche ein Ort des Aufwachsens und der Erziehung. Hier wird nicht nur etwas für die Gesundheit getan, es werden auch Werte wie Toleranz, Fairness und Verantwortungsbewusstsein vermittelt. Erwachsene sind hier Vorbilder. Doch die Vereinswelt kann auch schädlich sein – vor allem, wenn der Umgang mit Alkohol allzu leicht in das Vereinsleben integriert ist. Das Bier nach dem Abpfiff, sei es als vermeintlicher Durstlöscher oder gar als Bierdusche, der obligatorische Bierwagen am Spielfeldrand zum Sportfest oder die Vereinsfeier, bei der auch Hochprozentiges fließt. Toleriert wird dies von Erwachsenen, abgeschaut wird dies von Minderjährigen.

Der Berliner Sportverein Rot-Weiß Viktoria Mitte will diese Art des „normalen Vereinswesens“ nicht mittragen und hat den Schutz von Kindern und Jugendlichen seit der Gründung im Jahr 2008 in der Satzung fest verankert. Ganz ausdrücklich gibt es bei allen Veranstaltungen, bei denen Kinder und Jugendliche dabei sind, keinen Alkohol. Ob Training, Wettbewerbe, Vereinsfeierlichkeiten – keine Ausnahmen sind zugelassen. Und das kommt gut an: nicht nur die 2.500 Mitglieder des Sportvereins sind überzeugt von der Wichtigkeit und Sinnhaftigkeit der Jugendschutzbestimmungen. Auch Gastmannschaften, Eltern und andere Besucher werden an allen Sportstätten zu Trainingszeiten und während Festen freundlich und nachdrücklich an die bestehenden Regelungen erinnert und geben ein positives Feedback an die Verantwortlichen.

Auch das fast fehlende aggressive Verhalten auf den Sportstätten gibt den Akteuren Recht. Die allseits vorhandene Nüchternheit trägt zur positiven Stimmung und dem reibungslosen Ablauf in großem Ausmaß bei. Und nach den Sommerferien wird das Konzept aktiv bei anderen Vereinen in der Umgebung beworben. Einer - im Fernsehen und anderen Medien häufig zur Schau gestellten -„natürlichen“ Verbindung zwischen Alkohol und Sport erteilt Rot-Weiß Viktoria Mitte eine klare Absage.

Das ist vorbildlich und wurde vom Förderverein der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) mit dem diesjährigen Präventionspreis für konsequenten Jugendschutz im Verein prämiert. Das Preisgeld von 1.500 € ist gut angelegt. Elias Bouziane, Jugendleiter des Vereins, und Nathalie Sachau, Leiterin der Geschäftsstelle, haben auch schon genaue Vorstellungen für die Verwendung. Es wird in Roll-Ups und Banner investiert, die darauf aufmerksam machen sollen, dass der Sportplatz für Kinder und Jugendliche eine alkoholfreie Zone ist. Und das soll nicht minder die Erwachsenen anregen, ihren eigenen Konsum zu überdenken und zum Schluss zu kommen „Alkohol? Weniger ist besser!“.

www.viktoriamitte.dehttp://www.dhs-foerderverein.de/


Veröffentlichungen

Jahresbericht 2015 der EU-Drogenbeobachtungsstelle online

Entwicklungen auf dem Heroinmarkt, aktuelle Auswirkungen des Cannabiskonsums und neue Merkmale und Dimensionen der Szene für Stimulanzien und „neue Drogen“ gehören zu den Themen, die von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) in ihrem „Europäischen Drogenbericht 2015: Trends und Entwicklungen“ behandelt werden. Der Jahresbericht lässt 20 Jahre Beobachtungsarbeit Revue passieren und untersucht die globalen Einflüsse und lokalen Auswirkungen der in stetem Wandel begriffenen europäischen Drogenproblematik. http://www.dbdd.de/images/EDR_2015/edr_2015_de.pdf

Dabei zeigt sich, dass trotz Drogenprohibition die Preise für Drogen stagnieren und die Reinheit bzw. der Wirkstoffgehalt bei den am häufigsten konsumierten Drogen steigt. Welches sind die neuesten Trends in Bezug auf die Drogenmärkte und welche Faktoren liegen ihnen zugrunde? Was sind die neuesten Entwicklungen in Drogenprävention, -therapie und -politik? Wie viele neue Drogen wurden in Europa im letzten Jahr entdeckt und was sind Folgen für die Konsumenten? Diese Fragen werden im Bericht beantwortet. Zudem finden Sie unter folgendem Link die Hauptfakten in einem deutschsprachigen Video: http://www.emcdda.europa.eu/video/2015/europaischer-drogenbericht-2015-die-hauptfakten

Weitere Informationen auf der Website der EMCDDA: http://www.emcdda.europa.eu/edr2015


BMG-Förderschwerpunkt: Suchtmittelprävention in Schwangerschaft und Stillzeit

Das Bundesministerium für Gesundheit förderte seit März 2011 verschiedene Projekte zur Vermeidung und Verminderung von Suchtmittelkonsum in Schwangerschaft und Stillzeit. Die Ergebnisse der zweiten Förderphase und der Evaluation des gesamten Förderschwerpunkts wurden jetzt auf der Internetseite des BMG unter www.bundesgesundheitsministerium.de/berichte_praevention_in_schwangerschaft_und_Stillzeit


DG-Sucht fordert „Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten“

Unlängst veröffentlichte die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. ihre „Stellungnahme zur Legalisierungsdebatte des nicht-medizinischen Cannabiskonsums“:
http://www.dg-sucht.de/fileadmin/user_upload/pdf/stellungnahmen/Stellungnahme_Legalisierungsdebatte_Cannabis_DG-Sucht.pdf

Darin gibt die Gesellschaft einen kursorischen Überblick des vorhandenen Wissens und Nicht-Wissens bezüglich der Verbreitung, Folgen und Prohibition des Cannabiskonsums. Statt Kriminalisierung der Konsumenten schlägt die DG-Sucht die Regulierung sowohl von Alkohol, Tabak als auch Cannabis über Verfügbarkeit und Preise vor. Sie fordert, „entsprechende Maßnahmen für alle in Frage kommenden Substanzen zu nutzen“. Die erfolgreiche Tabakpolitik der letzten Jahre und die vergleichsweise erfolglose Alkoholpolitik geben dabei, so die DG-Sucht, wichtige Hinweise für Wege und Irrwege. Gezielte Aufmerksamkeit legt die Erklärung auf den besonderen Schutz von Kindern und Jugendlichen. Da wesentliche Konsumrisiken bei Cannabis insbesondere diese Konsument/-innengruppe betreffen, scheint dies der DG-Sucht deutlich erfolgversprechender als eine Politik, die jeglichen Konsum verfolgt und auf spezielle Jugendschutzkonzepte verzichtet.

Ebenso wie schon mehrere Sachverständige im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages bemängelt die DG-Sucht, dass die Wirksamkeit des BtMG nicht belegt werden konnte.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/60773/Sachverstaendige-im-Bundestag-fordern-Ueberpruefung-des-Betaeubungsmittelgesetzes?s=sachverst%E4ndige+im+Bundestag

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5495


DG SAS zu Cannabis: Frühintervention statt Strafrecht

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe (DG SAS), Mitgliedsverband der DHS, hat vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrungen mit FreD, Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten, eine Stellungnahme zur aktuellen Cannabis-Diskussion veröffentlicht. Sie widmet sich insbesondere der Frage, inwieweit strafrechtliche Sanktionen geeignet sind, (junge) Menschen, die Cannabis konsumieren, für Frühinterventionen und Hilfen zu erreichen. Gerade, nachdem ein JVA-Leiter mit der Theorie überraschte, Frühintervention bei Cannabiskonsumierenden benötige den starken Arm von Gesetz und Polizei, stellten die Suchthilfeprofis fest, dass wohl eher umgekehrt ein Schuh daraus wird. So erwies sich die Wirksamkeit von FreD bei alkoholkonsumierenden Jugendlichen ebenso wie bei Cannabiskonsumierenden. Etwa in Berlin fanden gar mehr Vermittlungen wegen Alkohol als wegen Cannabis statt. http://www.dgsas.de/downloads/Stellungnahme%20Cannabis%20BMG_DG-SAS_23.2.15.pdf


Informationsblatt Cannabis

In Zusammenarbeit mit den Cannabis-Experten vom Therapieladen e.V. hat die Berliner Fachstelle für Suchtprävention eine Neuauflage ihres Informationsblatts Cannabis veröffentlicht. In der lesenswerten Broschüre finden sich aktuelle Informationen zu Cannabis als rauscherzeugende Substanz wie auch neueste Erkenntnisse zu gesundheitlichen und psychosozialen Auswirkungen des Konsums. Ebenso wird die aktuelle Regulierungsdebatte angesprochen.

http://www.berlin-suchtpraevention.de/upload/factsheets/150519_Infob_Cannabis_web.pdf

Auch jenen, die allen Befürwortern einer Cannabis-Regulierung die Verharmlosung des Rausch- und Suchtmittels vorwerfen, sei diese Broschüre empfohlen.


AUDIT   - wenn es um Alkohol geht

Die aktuellen AWMF-Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung alkoholbezogener Störungen empfehlen zum Screening riskanten, schädlichen oder abhängigen Alkoholkonsums die Aushändigung eines Fragebogens. Dabei soll vorzugsweise der Alcohol Use Disorder Identification Test (AUDIT) eingesetzt werden. Sofern dieser dem Anwender zu lang erscheint, kann ersatzweise die (selbstredend nicht gleichermaßen exakte) Kurzform AUDIT-C zum Einsatz kommen. Die Leitlinien sehen den Einsatz dieser Fragebögen für alle Patienten in allen Settings des Gesundheitswesens vor.

Bei den vielfältigen Kooperationen und Abstimmungsprozessen zwischen Suchthilfesystem und anderen Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens empfiehlt sich sehr, auf diesen Teil der aktuellen AWMF-Leitlinien aufmerksam zu machen. Das Screening alkoholbezogener Störungen ohne den AUDIT bedarf künftig einer Einzelfallbegründung.
www.awmf.org\uploads\tx_szleitlinien\076-001i_S3-Leitlinie_Alkohol_2015-04.pdf


Pathologisches Glücksspielen - Informationen für Ärzte, Patienten und Lehrerinnen

Die Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht Nordrhein-Westfalen hat zwei neue Flyer veröffentlicht, die schnelle Einstiege in die Problematik der Glücksspielsucht sowie in Handlungsmöglichkeiten bieten:

http://www.gluecksspielsucht-nrw.de/kampagnen/Flyer-Arztpraxis.pdf

http://www.gluecksspielsucht-nrw.de/kampagnen/material_jugendliche.pdf

Bestellformular: http://www.gluecksspielsucht-nrw.de/materialien.php?cmd=kampagne

Innerhalb von NRW werden diese Flyer kostenfrei versandt, außerhalb von NRW zum Druckkostenpreis.


Alkoholfreies Bier - für jeden geeignet?

Das Blaue Kreuz in Deutschland veröffentlichte unlängst ein sauber argumentiertes, lesenswertes Faltblatt insbesondere zur Frage des Konsums alkoholfreier Biere durch Alkoholabhängige.

downloadPDF

Das Faltblatt ist bestellbar unter: zentrale@blaues-kreuz.de


Zeitschrift KONTUREN ist online

www.konturen.de ist die erste reine Online-Zeitschrift zum Thema Sucht für die deutschsprachige Fachöffentlichkeit. Sie knüpft an die Tradition der Fachzeitschrift Konturen an, die Ende 2014 als Printversion eingestellt wurde. Die Herausgeber des neuen Fachportals zu Sucht und sozialen Fragen sind Prof. Dr. Koch (Geschäftsführer des buss - Bundesverband für stationäre Suchtkrankenhilfe) und Andreas Reimer (Leitender Arzt, Deutscher Orden Suchthilfe). KONTUREN online informiert über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Suchttherapie, Suchtforschung, Beratung, Prävention, Medizin, Management, Leistungsrecht und Sozialpolitik.

KONTUREN online bietet: Vier Mal jährlich ein Schwerpunktthema, monatlich neue Fachartikel, laufend neue Kurzmeldungen, Termine und Stellenbörse.

Kostenlose Registrierung unter www.konturen.de


Veranstaltungen

Schwangerschaft und Sucht (Berlin, 2. September 2015)

Seit Anfang des Jahres besteht eine Kooperation zwischen der Deutschen AIDS-Hilfe und der Ambulanz für Suchterkrankungen und Infektionen in der Schwangerschaft (Charité) zum Aufbau eines Suchthilfesystems für drogenabhängige Schwangere in Georgien. Diese Tagung findet aus Anlass des Besuches der georgischen Kooperationspartner statt. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen unter geburtsmedizin.charite.de/klinik/aktuelles/veranstaltungskalender/veranstaltung/details/internationale_interdisziplinaere_fachtagung_schwangerschaft_und_sucht


Deutscher Suchtkongress 2015 (Hamburg, 16. bis 19. September)

Neben Plenarvorträgen und Symposien wird diesen Sammelkongress, wie schon in den Vorjahren, eine ausführliche Posterausstellung und -führung begleiten. Die DHS ist mit einem Symposium vertreten, das ein versorgungsnahes Thema aufgreift: „Qualität der Suchttherapie - was wir wissen und was wir nicht wissen“.

Tagungsgebühren 175 bis 230 €, Tageskarten 95 bis 125 €

Das vollständige Programm und Informationen zur Posterbegehung finden Sie unter www.deutscher-suchtkongress2015.de/wprogramm.php


Sucht im Alter (Berlin, 30. September 2015)

Das Berliner Bezirksamt Lichtenberg bietet in der Veranstaltungsreihe „Leben und gesund alt werden in Lichtenberg“ einen Tag zu Suchtproblemen in höheren Lebensaltern. Die Veranstaltung behandelt neben einem allgemeinen Überblick und demografischen Daten (aus dem Bezirk Lichtenberg) auch die suchtsensible Pflege/-beratung sowie die Pflege für Menschen mit Korsakow-Syndrom. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Weitere Informationen unter https://www.berlin.de/imperia/md/content/balichtenberghohenschoenhausen/aktuelles/veranstaltung_lebenundgesundaltenwerden_lichtenberg_03_11.pdf?start&ts=1425551304&file=veranstaltung_lebenundgesundaltenwerden_lichtenberg_03_11.pdf


Migrationssensible Arbeit in der Suchtprävention (Hannover, 17. November 2015)

In Deutschland hat mehr als ein Viertel der jungen Menschen unter 25 Jahren einen Migrationshintergrund. Insbesondere in Bezug auf den Rausch- und Suchtmittelkonsum scheint dies einen bedeutenden Schutzfaktor darzustellen. Gleichzeitig sind Migrationshintergründe bei der Inanspruchnahme von Leistungen der Suchtprävention und -hilfe eine oft schwer überwindbare Hürde. Die Veranstaltung will diese Zusammenhänge näher beleuchten. Teilnahmegebühr 60 Euro inkl. Verpflegung.

Weitere Informationen unter www.jugendschutz-niedersachsen.de/wp-content/uploads/2015/01/Einladung_Migration_Suchtpraevention.pdf


Prävention

Baden-Württemberg: Nächtliches Alkoholverkaufsverbot vermindert Anzahl der Alkoholvergiftungen unter jungen Menschen

Das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) haben in einer groß angelegten Studie die kurzfristigen gesundheitlichen Effekte des nächtlichen Alkoholverkaufsverbots an Tankstellen, Supermärkten und Kiosken in Baden-Württemberg untersucht. Alleine für das Jahr 2011 analysierten die Forscher Daten von 13 Millionen Krankenhausaufenthalten. Durch den Vergleich mit anderen Bundesländern konnten sie generelle Veränderungen im Alkoholkonsum herausrechnen und auch wirtschaftliche und demografische Faktoren in den einzelnen Bundesländern berücksichtigen. Ergebnis: „Während die alkoholbedingten Krankenhauseinweisungen in den anderen Bundesländern anstiegen, erzielte Baden-Württemberg durch das nächtliche Alkoholverkaufsverbot bereits kurzfristig eine Stagnation. Allein in den ersten 22 Monaten nach Inkrafttreten konnten über 700 alkoholbedingte Krankenhauseinlieferung in Baden-Württemberg vermieden werden.“ Die Erklärung der Studienautoren ist fast wortgleich einer DHS Stellungnahme aus der vorab in Baden-Württemberg erfolgten Landtagsanhörung: „Jugendliche kaufen seltener Alkohol auf Vorrat und haben in der Regel weniger Geld zur Verfügung, so dass sie Alkohol öfter in Supermärkten und Tankstellen kaufen als Erwachsene, die einfacher auf Kneipen und Restaurants ausweichen können“, so einer der Studienautoren. http://www.diw.de/de/diw_01.c.496815.de/themen_nachrichten/naechtliches_alkoholverkaufsverbot_verringert_zahl_der_krankenhausaufenthalte.html

http://www.aerzteblatt.de/blog/61815/Nach-22-Uhr-kein-Bier-am-Buedchen

Bislang wurde diese wirksame Alkoholprävention von keinem anderen Bundesland nachgeahmt. Dass sich dies angesichts der nunmehr auch wissenschaftlich erwiesenen Wirksamkeit der Maßnahme ändern wird, wäre für die Alkoholpolitik in Deutschland so ungewöhnlich wie erfreulich.

Die Studie zum Download, und leider, trotz deutscher Steuergelder, nur in Englisch: http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.494858.de/dp1443.pdf


Prävention und Gesetz

Nach rund einem Jahrzehnt der Diskussion und verschiedenen Anläufen mehrerer Regierungen wurde nun das „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ (kurz Präventionsgesetz - PrävG) verabschiedet. Da sich die gesetzgeberische Kompetenz des Bundes auf den Bereich der sozialversicherungsrechtlichen Regelungen beschränkt, konnten Gesundheitsförderung und Prävention nicht umfassend als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gestaltet werden. Doch immerhin, ein Anfang ist gemacht.  

Absehbar ist nun ein großer Ansturm auf die Projekttöpfe der Gesetzlichen Krankenversicherungen. Diese haben in der kurzen Zeit bis zur Umsetzung des Gesetzes sinnvolle und nachhaltige Konzepte der Prävention und Gesundheitsförderung zu erarbeiten. Da bislang nur selten Projektevaluationen gefördert wurden, ist eine gewisse Projektitis nicht ausgeschlossen.

Erfreulicherweise konnten noch „in letzter Sekunde“ u.a. folgende, auch für die Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe relevante Änderungen durchgesetzt werden:
- Aufnahme des Gesundheitsziels „Alkoholkonsum reduzieren“
- Verpflichtung zu kassenartübergreifenden Maßnahmen in Lebenswelten
- Berücksichtigung sozial benachteiligter Stadtteile / Setting Kommune
- stärkere Verknüpfung der Betrieblichen Gesundheitsförderung mit dem Arbeitsschutz
- Erweiterung der Aufgaben und Kompetenzen der Betriebsärzte
- Erhöhung der Mittel für Selbsthilfeförderung auf 1,05 € pro Versichertem

Wichtig ist nun, dass Suchtprävention, -hilfe und -selbsthilfe ihre Themen in entsprechende Landesrahmenvereinbarungen einbringen. Die Argumente liegen auf der Hand: Der Konsum legaler und illegaler Drogen sowie süchtige Verhaltensweisen haben einen großen Anteil an der Entwicklung chronischer Erkrankungen. In der europäischen Region lassen sich 40 Prozent aller Erkrankungen und vorzeitigen Todesfälle auf nur drei vermeidbare Risikofaktoren zurückführen: Rauchen, Alkoholmissbrauch und Verkehrsunfälle, die selbst oft durch Alkohol verursacht werden. Bei der Umsetzung des Gesundheitsförderungs- und Präventionsgesetzes ist der Schwerpunkt legale und illegale Drogen daher unverzichtbar.

http://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl115s1368.pdf#__bgbl__%2F%2F*[%40attr_id%3D%27bgbl115s1368.pdf%27]__1440516396662


Praxishandreichung des Deutschen Städtetages: Kommunale Alkoholprävention für Minderjährige

Bund, Länder und Kommunen - niemand ist „näher am Mensch“ als die kommunale Ebene. So sind hier auch alle Sucht- und Drogenprobleme zum Greifen nah, liegen quasi vor der Haustür. Vor dem Hintergrund dieser besonderen Problemnähe legte der Deutsche Städtetag unlängst ein Positionspapier zur Alkoholprävention für die kommunale Praxis vor.
downloadHandreichung

Das nüchtern und ausgewogen verfasste Dokument identifiziert mehrere vorrangige Problembereiche: Volksfeste, Sport (-vereine und -veranstaltungen), Verkehr, Familie und Schule/Beruf, öffentlicher Raum, Billigangebote, Verkaufsangebote. Die anschließend skizzierten Lösungs- und Präventionsansätze berücksichtigen sowohl Maßnahmen der Verhältnis- wie Verhaltensprävention und folgen damit dem aktuellen Stand der Erkenntnis.


Gesundheitsplattform Feelok.de

„Feelok.de – für eine gesunde Jugend“ ist eine interaktive, multithematische Gesundheitsplattform, die ein Suchtpräventionsangebot für Jugendliche und pädagogische Fachkräfte bietet. Träger des Projekts ist der Baden- Württembergische Landesverband für Prävention und Rehabilitation (bwlv).

Feelok.de will Jugendliche dabei unterstützen, ihren Lebensstil aktiv und bewusst gesundheitsfördernd zu gestalten. Die Website stellt auch Ideen vor, wie Themen der Suchtprävention im Unterricht interaktiv bearbeitet werden können.

Themen sind Rauchen, Selbstvertrauen und Alkohol. Tests, Videoclips, Quiz und Arbeitsblätter stehen als Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Im Bereich Beratung erhalten Jugendliche und Eltern Informationen zu Beratungsangeboten, weiterführenden Materialien, Programmen und Links. Die Anwendung von Feelok.de ist kostenlos und das Angebot frei von kommerzieller Werbung.

Im Juni - passend zur Aktionswoche Alkohol - ging das Themengebiet Alkohol online.

Weitere Informationen unter www.feelok.de


Jugendschutz und -hilfe

DHS empfiehlt den BAJ Newsletter

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e. V. (BAJ) gibt ca. alle drei Wochen einen informativen und aktuellen Newsletter heraus. Darin bietet die BAJ Nachrichten aus allen Bereichen des Kinder- und Jugendschutzes und informiert über eigene und die Aktivitäten anderer Institutionen. Eine Ausgabe enthält bis zu zehn Nachrichten und Rechercheergebnisse der letzten Wochen zu den unterschiedlichsten Handlungsfeldern des Kinder- und Jugendschutzes. Sie geben nicht zwingend die Meinung der BAJ wieder, sind Ergebnisse redaktioneller Auswahl, Bearbeitung und Recherche und bieten einen Überblick über wichtige Ereignisse und Entwicklungen mit Bedeutung für den Kinder- und Jugendschutz.

Anmeldung unter http://www.bag-jugendschutz.de/anmeldung_newsletter.html


Suchthilfe / Selbsthilfe

Chancen nahtlos nutzen - konkret! Handreichung im Netz

Das Projekt „CNN Chancen nahtlos nutzen - konkret!“ der fünf großen Sucht-Selbsthilfeverbände mit Unterstützung des BMG ist abgeschlossen. Ergebnis ist u.a. eine Handreichung für die Zusammenarbeit von beruflicher Suchthilfe und Selbsthilfe. In insgesamt 12 Workshops haben 90 Selbsthilfevertreter/-innen aus den fünf Verbänden BKD, BKE, Freundeskreise, Guttempler und Kreuzbund zusammen mit Vertreter/-innen der beruflichen Suchthilfe Empfehlungen erarbeitet, wie gute Zusammenarbeit gelingen kann. Die Ergebnisse sind nun in dieser Handreichung gebündelt.

Sie soll als praktische Anregung dienen, die Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfe und Suchthilfe zu optimieren und zu festigen. Wichtig ist auch das Kapitel zur Profilschärfung der Selbsthilfe. Hier wird beschrieben, wie Selbsthilfe Suchtkranken vermittelt werden kann. Im Anhang finden sich zahlreiche Anregungen für Diskussionen und Gruppenarbeiten.

Die elektronische Datei steht bei allen Selbsthilfe-Verbänden in der DHS zum Download zur Verfügung. 
http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/CNN_Handreichung.pdf

Auch eine gedruckte Fassung ist in kleiner Auflage verfügbar und kann bei der DHS bestellt werden (brodd@dhs.de).


Wissenschaft

Nalmefen: Klarsicht für alle, die es von Pharmareferenten schon anders gehört haben

Die Therapieziele der S3-Leitlinie “Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen” im Wortlaut: „Bei postakuten Interventionsformen ist Abstinenz bei Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD10: F10.2) primäres Therapieziel. Ist die Erreichung von Abstinenz z.Z. nicht möglich oder liegt schädlicher bzw. riskanter Konsum vor, soll eine Reduktion des Konsums (Menge, Zeit, Frequenz) im Sinne einer Schadensminimierung angestrebt werden.“

In den Erläuterungen heißt es dazu: Zur grundsätzlichen Wirksamkeit einer weitergehenden Behandlung von alkoholbezogenen Störungen im Anschluss an die Akutbehandlung finden sich Aussagen in drei internationalen Leitlinien und zwei systematischen Reviews. Dabei stellt dauerhafte Abstinenz bei abhängigem Konsum (ICD10: F10.2) die übergeordnete Zielsetzung dar. Darüber hinaus sind situations- und verhaltensbezogene Risikosituationen zu unterscheiden, für die punkt- bzw. zeitraumbezogene Abstinenzzeiten angezeigt sind. Bei schädlichem bzw. riskantem Konsum sind (Punkt-) Abstinenz bzw. Reduktion des Konsums (Menge, Zeit, Frequenz) indiziert.

Dafür, dass Nalmefen bei solchen Konsumreduktionen zum Einsatz kommen sollte, spricht bemerkenswert wenig. So urteilt das unabhängige „Arznei-Telegramm“: „Der Vorteil von Nalmefen gegenüber Plazebo bei begleitender kontinuierlicher psycho-sozialer Unterstützung ist bescheiden, inkonsistent und unsicher, die klinische Relevanz der beobachteten Effekte unklar“ [… ]„Wir raten vom schlecht verträglichen Nalmefen ab.“

www.arznei-telegramm.de/register/E5068TY.pdf


Mal so, mal so

Zu Beginn des Jahres diskutierte das EU-Parlament die Übertragung eines Erfolgs seiner Zigarettenpolitik. Warnhinweise auf Zigarettenschachteln haben dazu beigetragen, das positive Image des Rauchens zu verändern. Hinweise auf die Lebens- und Gesundheitsgefahr des Rauchens halten zwar kaum einen abhängigen Raucher von seiner Sucht ab, haben aber offensichtlich Einfluss auf die Anzahl all jener, die jährlich mit dem Rauchen beginnen. Das EU-Parlament diskutierte nun die Einführung entsprechender Warnhinweise auch auf Alkoholprodukten. Der Leiter von (nach eigenen Angaben) Europas größter Entzugsklinik kommentierte dies sachgemäß: „Ein Warnhinweis alleine bringt gar nichts. Was wir brauchen, ist eine Veränderung des Problembewusstseins in der Gesellschaft.“ Werde die Etikettenmaßnahme aber in Kampagnen eingebettet, „könne sie durchaus sinnvoll sein“.

http://kurier.at/lebensart/gesundheit/europaparlament-will-warn-etiketten-auf-alkohol-getraenken-die-sich-besonders-an-schwangere-und-autofahrer-richten-sollen/127.376.896

Wenige Wochen später hat der Mediziner seine Meinung vollständig geändert: Jetzt sind Warnhinweise auf Flaschen mit alkoholischen Getränken seiner Meinung nach nicht sinnvoll. Und der Arzt, gleichzeitig Präsident des unter anderem von der Pharmafirma Lundbeck finanzierten Vereins „Alkohol ohne Schatten“, setzt hinzu: „Schon bei Zigaretten wurde die Erfahrung gemacht, dass solche Hinweise faktisch keinen Effekt haben, weil sie nicht ausreichend ernst genommen werden.“ Schneller - und willkürlicher aus der Luft gegriffen - hat sich eine Expertenmeinung selten um 180 Grad ins Absurde gedreht… 

derstandard.at/2000017191498/Experte-Warnhinweise-auf-Alkoholflaschen-nicht-sinnvoll


Wissenschaftler aufgewacht: Alkohol mindert Schlafqualität

So ziemlich jede/r, der/die sich jemals einigermaßen betrank (also wahrscheinlich mehr als eine Milliarde Menschen), weiß um die dadurch beeinträchtigte Schlafqualität. Zwar kann Alkohol das Einschlafen fördern, die Qualität des Schlafes jedoch wird deutlich gemindert. Auch ein australisches Forschungsteam hat es jetzt gemerkt - im Schlaflabor: www.drugcom.de/aktuelles-aus-drogenforschung-und-drogenpolitik/


 

 

Leistungserbringer und Kostenträger

Kooperationsvereinbarung zwischen den Landesjustizverwaltungen und den Trägern der Deutschen Rentenversicherung

In den vergangenen Jahren haben die Suchthilfeverbände immer wieder darauf hingewiesen, dass für Abhängigkeitskranke ein nahtloser Übergang aus Justizvollzugseinrichtungen in eine Rehabilitationsbehandlung zunehmend schwierig bzw. meist nicht möglich ist. Ein gesundheitspolitisch unhaltbarer Missstand. Das Thema wurde im Drogen- und Suchtrat aufgenommen und von der damaligen Bundesdrogenbeauftragten auch gegenüber den Rentenversicherungsträgern angesprochen (downloadPDF). Nun liegt, man kann es kaum genug begrüßen, eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Landesjustizministerien und den Trägern der Deutschen Rentenversicherung vor. Seit Unterzeichnung der Vereinbarung am 17. Juni 2015 ist diese in Kraft:

www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/3_Infos_fuer_Experten/01_sozialmedizin_forschung/downloads/konzepte_systemfragen/konzepte/Sucht_Reha_Kooperationsvereinbarung_Justiz_DRV.html


DRV-Papiere gesammelt online

Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat jetzt ihre Rahmenkonzepte, Rahmenbedingungen etc. zur medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker nach Datum sortiert auf einer Internetseite zusammengefasst: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/3_Infos_fuer_Experten/01_Sozialmedizin_Forschung/03_reha_wissenschaften/07_reha_konzepte/konzepte/sucht_reha_node.html

Hier finden sich auch die aktuell verabschiedeten gemeinsamen Vereinbarungen der Gremien der Deutschen Rentenversicherung und der Gesetzlichen Krankenversicherungen zum Wechsel in die ambulante Entlassungsform bzw. für einen Wechsel in die ambulante Rehabilitationsform nach stationärer Rehabilitation.


Extra-Honorar für Hausärzte zur Frühintervention bei Alkoholproblemen

Dass gerade die hausärztliche Behandlung ideale Möglichkeiten zur Frühintervention bei Alkoholproblemen bietet, ist seit Jahrzehnten unbestritten. Ebenso bekannt sind die Mechanismen, die Hausärzte (wie auch andere ärztliche und psychotherapeutische Disziplinen) davon abhalten, gerade das Thema Alkoholkonsum regelmäßig und zielorientiert anzusprechen. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hat nun mit der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin eine Vereinbarung getroffen, die Ärzten für ein 20minütiges Erstgespräch zur Intervention bei kritischem Alkoholkonsum 42 € bietet.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62978

Auf die Ergebnisse dieser Vereinbarung sind wir gespannt.


Rausch - Sucht - Mittel - Politik

Klartext aus der Schweiz: Der Preis entscheidet über jugendlichen Alkoholkonsum

Gerade Jugendliche verhalten sich aufgrund ihrer i.d.R. begrenzten finanziellen Ausstattung besonders preissensibel. So überrascht es angesichts der Budgetkonkurrenz in ihren Kassen (Handy, Mode, Freizeit) in keiner Weise, dass nennenswerte Preis-/Steuererhöhungen für Alkohol genau diejenigen Konsumierenden besonders beeinflussen, die im Fokus beinah aller Präventionsbemühungen stehen.

http://www.suchtschweiz.ch/aktuell/medienmitteilungen/article/alkoholkonsum-von-jugendlichen-der-preis-ist-entscheidend/

Da dieselbe hohe Effektivität auch für die Tabakpolitik erwiesen ist, entsichern Zigarettenkonzerne gerade bei geplanten Tabaksteuer-Erhöhungen ihre Colts:http://web.de/magazine/gesundheit/who-hohe-tabak-steuern-effektivsten-mittel-rauchen-30751688


Unterschätzte Droge Alkohol

„Alkohol ist ein Kulturgut und Verbote nutzen nicht“. Keinen Einwand hören wir häufiger, wenn es um die Möglichkeiten und Erfordernisse einer konsequenten und wirksamen Alkoholpolitik geht. (Und dann gibt es noch einen anderen Klassiker der Argumentationsmoderne: „Cannabis ist gefährlich und darum muss es verboten sein.“ Diejenigen, die das Eine meinen, meinen meist auch das Andere. Doch darum soll es hier gar nicht gehen.)

Unlängst erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Essay zum gesellschaftlich verantwortungslosen Umgang mit Alkohol, das durch die Kombination messerscharfer Beobachtungen glänzt und ganz nebenbei noch einige liebgewonnene Vorurteile erledigt: www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/die-unterschaetzte-droge-alkohol-13697728.html


Terrorstaat China: Regierung intensiviert Mordprogramm

Die chinesische Diktatur meldet für das vergangene Jahr insgesamt 49.000 Rauschgifttote.
http://www.kleinezeitung.at/k/chronik/international/4762070/CHINA_49000-Drogentote-binnen-eines-Jahres 

„Insgesamt“? Nicht mitgezählt wurden hier die vom chinesischen Staat ermordeten Drogenkonsumierenden und -händler. Auf der einen Seite hat dieses nicht zivilisierte Verhalten keinerlei positive Effekte, wie selbst staatliche Instanzen in China feststellen müssen.

http://www.welt.de/welt_print/vermischtes/article8217391/Chinas-harter-Kampf-gegen-die-Drogen.html

Andererseits folgt es einer nichts weniger als im Wortsinn perversen Logik: Wenn sich das Drogenproblem unter den Vorzeichen des staatlichen Terrors verschärft, braucht es noch mehr staatlichen Terror.    

Blutiger Weltrekord: Die chinesische Diktatur ermordet als weltweit einzige mehr Drogenkonsumenten und -händler als die religiöse Diktatur des Iran.http://www.huffingtonpost.com/2015/05/18/iran-drug-executions_n_7269908.html


Alkoholproblem auf europäischer Ebene

Die DHS ist in Abstimmung mit Eurocare und zahlreichen weiteren europäischen Nicht-Regierungsorganisationen des Arbeitsfeldes Gesundheit aus dem Europäischen Forum Alkohol- und Gesundheit ausgetreten. Grund ist die fehlende Aktivität der EU-Kommission hinsichtlich einer neuen Europäischen Alkoholstrategie und die nicht feststellbaren Bemühungen des Forum-Vorsitzenden, es für die Weiterentwicklung der europäischen Alkoholpolitik im Sinne der Bevölkerungsgesundheit (Public Health) zu nutzen.

Zunächst gaben einige Entscheidungen auf europäischer Ebene Anlass zu Hoffnungen: 1. Das Komitee für Umwelt, Public Health und Nahrungsmittelsicherheit des Europäischen Parlaments (ENVI committee) hatte sich dafür ausgesprochen, dass Verbraucher/-innen durch Hinweise auf Flaschen und Verpackungen über die Inhaltsstoffe alkoholischer Getränke informiert werden müssten. 2. Das Europäische Parlament verabschiedete  eine Resolution Richtung Europäischer Kommission umgehend eine umfassende Europäische Alkoholstrategie für die Jahre 2016-2022 zu formulieren.

Die EU-Kommission hat sich jedoch entschieden, das Thema Alkohol lediglich in Anlehnung an die WHO Strategie zur Prävention und Kontrolle nicht-übertragbarer Erkrankungen (2008-2013) zu behandeln. Dies ist in den Augen der Nicht-Regierungsorganisationen zwar wichtig, um medizinisches Personal für das Thema zu sensibilisieren, vernachlässigt jedoch ganz entscheidende Aspekte des Alkoholkonsums, insbesondere die Schäden für Dritte.

downloadBrief an Andriukaitis 

downloadEurocare PM

http://www.gleniswillmott.eu/further-action-is-needed-to-tackle-alcohol-related-harm/

http://www.europarl.europa.eu/ep-live/en/plenary/video?debate=1430151916529&streamingLanguage=en&

www.eurocare.org/library/updates/european_parliament_resolution_calls_for_new_eu_alcohol_strategy


 

Das besondere Zitat

„Ein g´standener Politiker muss doch saufen können!“

http://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/politik/detailansicht-politik/artikel/bayern-bleibt-ein-bierland.html

und auch noch dies:

„Die Deutsche Automatenwirtschaft ist ein Garant für reguliertes Spiel.“

So behauptet der Verband „Die Deutsche Automatenwirtschaft“, der sich in der Gestaltung seines Logos fast wie ein Bundesministerium aufführt. Zum Wert dieser Garantie zwei Eindrücke:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-132696533.html

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/newsletter/4725210/Cashpoint-umgeht-laut-Bericht-Automatenverbot-Finanzpolizei_illegal


Verbraucherschutz

Raucher mögen Rauchverbote

Einige Jahre ist es her, da tobte die Lobby-Schlacht gegen Rauchverbote insbesondere mit dem Freiheitsargument. Rauchverbote, so behaupteten jene, deren Geschäfte durch sie geschmälert wurden, seien ein Angriff gegen die Freiheit aller Bürger. Zudem könnten diese freien Bürger freie Vereinbarungen zum freien Miteinander von freien Raucher/-innen und freien Rauchfreien treffen. Die in ihren Freiheiten so maßlos Eingeschränkten sehen dies in der Zwischenzeit ganz überwiegend anders.

http://www.stern.de/gesundheit/weltnichtrauchertag--rauchverbot-finden-selbst-raucher-super-6188836.html     

Warten wir ab, wann die Deutsche Bahn bemerkt, dass auch die überwiegende Mehrzahl der alkoholtrinkenden Fahrgäste ein Alkoholverbot zumindest im Nahverkehr begrüßen würde - allein schon, weil es die regelmäßigen Wochenendkrawalle durch Fußballzuschauer in ihren Zügen mildert.


Im Klartext: Ohne Verantwortung

Ein Limit kennt man erst, wenn man es überschritten hat. So mag Nordhäuser Doppelkorn (Rotkäppchen Mumm Sektkellereien) überlegt haben und fördert den Schnapsverbrauch der geneigten Kundschaft mit einer „Treueaktion“. Zeit Online bringt die Kampagne auf den Punkt:

http://www.zeit.de//2015/30/alkohol-treuepunkte-doppelkorn-quengelzone?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.mail.ref.zeitde.dskshare.link.x&utm_medium=sm&utm_source=mail_zonaudev_ext&utm_campaign=mail_referrer&utm_content=zeitde_dskshare_link_x


Voraussichtlicher Vorzeichenwechsel

Ab 2016 soll der Verbund der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) nicht weiter finanziert werden. http://www.patientenberatung.de/selbstdarstellung/

Der GKV-Spitzenverband und der Patientenbeauftragte der Bundesregierung beabsichtigen, gegen den Protest des wissenschaftlichen Beirats der UPD, zahlreicher Politiker und zivilgesellschaftlicher Einrichtungen wie z.B. Verbraucherorganisationen, die unabhängige Patientenberatung an eine privatwirtschaftliche Gesellschaft, die Sanvartis GmbH, zu vergeben. Sanvartis ist ein Call-Center-Dienstleister. Zu dessen Kunden zählen Krankenkassen, Pharmaunternehmen, Kliniken/Krankenhäuser/MVZ, Apotheken sowie Medien- und Wirtschaftsunternehmen. Die Gesellschafter der UPD befürchten, dass die hohe Qualität und die unabhängige Unterstützung für ratsuchende Patientinnen und Patienten auf der Strecke bleiben. So würde die UPD (auch ohne Alkoholkonsum) zu einer APD.

http://www.vzbv.de/pressemitteilung/unabhaengige-patientenberatung-vor-dem-aus

http://www.ardmediathek.de/tv/Plusminus/Patientenberatung-Unabh%C3%A4ngigkeit-gef%C3%A4hr/Das-Erste/Video?documentId=29813944&bcastId=432744


Aufputschgetränke: Saarland will Verkaufsverbot

Süße Aufputschgetränke stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko insbesondere für junge Menschen dar.

http://kurier.at/lebensart/gesundheit/was-nach-einem-red-bull-im-koerper-passiert/147.664.259

Vor knapper Jahresfrist wurde daher der Verkauf sog. Energy Drinks an Minderjährige in Litauen bereits verboten. Über die Hintergründe haben wir im Newsletter 3/2015 berichtet. (downloadAuszug NL 3/2015)

Nun kündigt die Regierung des Saarlandes eine entsprechende Initiative in der Gesundheitsministerkonferenz an. Auch hier soll ein Verkaufsverbot von Energy Drinks an Jugendliche erwirkt werden.

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/praevention/article/883161/energy-drinks-saarland-will-verkaufsverbot-jugendliche.html

Tatsächlich hat sich der JU-Landesvorsitzende gegen das Verkaufsverbot ausgesprochen: „In diesem Fall verhindert ein Verbot nicht den Konsum, sondern könnte ihn sogar fördern.“ Vermutlich werden wir nie erfahren, warum dies seiner Meinung nach für Aufputschgetränke gilt, nicht aber für Zigaretten, Alkohol, Pornografie oder Schusswaffen  - was also „diesen Fall“ von all den anderen genannten so grundsätzlich unterscheidet.


 

 

Kultur und Sport

Inkasso will nicht zahlen

Beim gegenwärtigen Stand ihrer Produktentwicklung benötigt die Unterhaltungsindustrie Fußball die sog. Fans. Nur sie garantieren jene animierenden öffentlichen Emotionen, die ein mediales Massenprodukt braucht, um in die Top-Umsatzliga vorzustoßen. Leider machen Fans auch Probleme, etwa, wenn sie sich als enthirnte Charakterlumpen beweisen:
http://web.de/magazine/sport/fussball/champions-league/rassistische-sprechchoere-lazio-bayer-30841330  

Noch größere Probleme machen sie, wenn sie sich zum Zweck einzeln oder gemeinschaftlich begangener Nötigung, Körperverletzung, Totschläge oder Morde zusammenfinden. Den Anlass oder Vorwand zu diesen Straftaten bilden Fußballspiele, die ein, je nach beteiligter Verwertungsfirma (DFL, UEFA, FIFA), mehr oder weniger Milliardengeschäft darstellen. Folgerichtig hat das Land Bremen jetzt nach langer Ankündigung und Begründung eine höchst plausible Rechnung für außergewöhnlichen Polizeieinsatz an die Deutsche Fußball Liga (DFL) versandt, die dort noch aus der Portokasse zu begleichen wäre. Allein: Die DFL ist an Inkasso, nicht aber an Exkasso interessiert. So hat sie angekündigt, gegen diese längst überfällige Rechnung bis zur letzten Instanz zu klagen. Wir hoffen, dass sie die Ankündigung möglichst schnell wahrmacht, damit auch sämtliche anderen Bundesländer die von den Fußballmarketingfirmen der öffentlichen Hand verursachten Kosten erstattet bekommen.

http://www.deutschlandfunk.de/polizeieinsaetze-bei-fussballspielen-staatsrechtler-wer.694.de.html?dram:article_id=294118%29

http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/633217/artikel_polizei-bremen-verschickt-erste-rechnung-an-dfl.html

http://www.radiobremen.de/politik/themen/nordderby-tschoepe100.html

http://www.radiobremen.de/sport/nachrichten/rechnung-an-dfl100.html  

http://www.radiobremen.de/sport/fussball/risikospiele/reaktionen110.html

Warum Sie dies im DHS Newsletter lesen? Ein sehr großer Teil gerade schwerer Straftaten wird unter Alkoholeinfluss begangen. Die entsprechenden Daten hierzu veröffentlichen wir regelmäßig im DHS Jahrbuch Sucht. Auch ein Großteil der „Ausschreitungen“ im Zusammenhang mit Fußballspielen geschieht unter dem gewaltfördernden Einfluss von Alkohol. Dass dessen Konsum weiterhin im für Fußballspiele wichtigen Transportunternehmen Deutsche Bahn stattfinden kann und auch in Stadien zugelassen wird, vergrößert den Problemdruck enorm - und damit natürlich auch die Polizeikosten, von deren künftiger Begleichung durch die Veranstalter wir zuversichtlich ausgehen.


Aus aller Welt

Rausch im Reich der Drogentoten nur mit Gold bezahlt

http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/leichtathletik-wm/hammerwurf-weltmeister-pawel-fajdek-zahlt-taxi-mit-goldmedaille-13768282.html


Leserpost


Anlässlich der Aktionswoche Alkohol 2015 erreichte uns ein Kommentar zur Förderung des Alkoholabsatzes in Deutschland.

„Guten Tag, Frau Rummel,
als Zollbeamter gehört die Erhebung der Branntweinsteuer zwar nicht zu meinem direkten Aufgabenbereich, aber in die Zuständigkeit meines Arbeitgebers.

Bei meiner Einstellung in den Zolldienst - August 1985 - betrug der Steuersatz für einen Liter reinen Alkohol noch 25,50 DM. Heute beläuft er sich immerhin schon auf satte 13,03 Euro. Das entspricht allerdings in etwa wiederum 25,50 DM. In 30 (dreißig!) Jahren ist die Branntweinsteuer demnach nicht um einen Pfennig bzw. Cent erhöht worden.

Bedenkt man, in welchem Umfang seither Tabak- und Mineralölsteuer gestiegen sind, welche Auflagen die Tabakkonzerne hinsichtlich gesundheitlicher Warnhinweise erfüllen müssen, oder mit welchen - durchaus gerechtfertigten - sozialen wie medizinischen Vorhaltungen Raucher oder auch Autofahrer in den letzten 30 Jahren konfrontiert wurden, leben die deutschen Spirituosenhersteller nach wie vor auf einer Insel der Seligen. Ich nenne so etwas "optimale Lobbyarbeit". Was ein Verbot für Werbung, Horrorbilder auf Flaschen und Dosen, ebenso wie Warnungen vor schweren gesundheitlichen oder sozialen Schäden auf Etiketten betrifft, sind Winzer und Bierbrauer hierzulande im Übrigen ähnlich begünstigt. Selbst die im restlichen Europa auf Bierflaschen/-dosen üblichen „Warnhinweise light" für Schwangere und Autofahrer werden offenbar hierzulande noch immer als unnötig betrachtet.

Solange sich an dieser Vorzugsbehandlung für Alkoholproduzenten nichts ändert, erscheinen Kampagnen wie eine Aktionswoche zum Thema Alkohol in diesem Zusammenhang bestenfalls rührend, aber wenig überzeugend. Nicht nur die Konsumenten und Abhängigen sollten im Fokus Ihrer Bemühungen stehen, sondern die Produzenten und "Dealer"!

Seitens Ihrer Behörde muss hier deutlich mehr Druck auf eine - offenkundig desinteressierte -Legislative ausgeübt werden!

Mit freundlichen Grüßen
Christian Schneller“


Ein anderer Leser schreibt zum selben Thema:

„Was soll der Unsinn, die Steuern auf Alkohol zu erhöhen?
Wer verdient am Alkohol? Der Hersteller, der Vertreiber, der Staat. Und wer muss für die Folgen aufkommen? Der Beitragszahler der Krankenversicherungen.
Warum schlagen Sie nicht eine Abgabe auf Alkohol vor, die die Kosten der Krankenversicherungen deckt? Warum soll der Staat noch mehr verdienen?

Mit freundlichem Gruß
Klaus-Dieter Peters“

Lieber Herr Peters, vielen Dank für Ihre Anregung. Haben wir auch schon öfter vorgeschlagen, wird auch abgelehnt.


Geschenke

DHS Jahrbuch Sucht 2015

5 Exemplare des diesjährigen DHS Standardwerks verlosen wir unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum14. September 2015 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Jahrbuch). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.www.pabst-publishers.com


Hans-Ludwig Spohr: Das Fetale Alkoholsyndrom im Kindes- und Erwachsenenalter

Das Buch bietet eine ausführliche Beschreibung des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) und der Fetalen Alkohol-Spektrum-Störungen (FASD). Ebenfalls werden therapeutische Hilfen sowie Hinweise auf die neu erarbeiteten Leitlinien für das FAS gegeben. Der Band soll Ärzten die Diagnose erleichtern, Hebammen, Jugend- und Sozialämter sowie Arbeitsagenturen für das Krankheitsbild sensibilisieren und vor allem Eltern und Pflegeeltern im täglichen Umgang mit den Kindern stärken. 

http://www.degruyter.com/view/product/183252?rskey=WUsrvy&result=2

Wir verlosen drei Exemplare unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 14. September 2015 per Postkarte mitteilen (Stichwort: FAS). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


Jürgen Schlieckau: Kompendium der deutschen Alkoholpolitik

„Zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen brauchen wir eine wirksame Verhältnisprävention“, so der Autor bereits im ausführlichen Untertitel dieses umfangreichen Sammelbandes zur aktuellen Alkoholpolitik in Deutschland. Das Buch informiert über den Forschungsstand zur Alkoholprävention, zu Alkohol-Aktionsplänen und der Effektivität von Maßnahmen der Alkoholprävention. Belegt mit einer enormen Fülle von Fakten und Hinweisen fordert Schlieckau: „Der Blick muss von der individuumszentrierten auf die bevölkerungsbezogene Perspektive gelenkt werden. Gefragt sind Einsichten in die Notwendigkeit wirksamen politischen Handelns und politischer Gestaltungswille.“

http://www.diplomica-verlag.de/gesellschaft-kultur_65/kompendium-der-deutschen-alkoholpolitik-zum-schutz-unserer-kinder-und-jugendlichen-brauchen-wir-eine-wirksame-verhaumlltnispraumlvention_162913.htm

Wir verlosen ein Exemplar unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 14. September 2015 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Gestaltungswille). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


Die vorausgehend ausgelobten Bände „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ erhielten Carmen Buschmeyer (Paderborn), Julia Groß (Poing), Claudia Zewe (Egenhausen) und Klaus Schubert (Erfurt). Die Exemplare „Anorexie“ gingen an Susann Brendler (Halle), Sandra Hildebrandt (Nordhorn) und Stefanie Jarawka (Magdeburg). Herzlichen Glückwunsch!


Gelangen Sie froh und wohlbehalten in den Goldenen Herbst. Die besten Grüße dazu von 

Ihrem Dr. Raphael Gaßmann


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Internationale Zusammenarbeit

Die DHS steht im fachlichen Austausch mit europäischen Partnerorganisationen. Sie kooperiert mit Gremien und Dienstellen der EU und der WHO, die mit suchtrelevanten Themen beschäftigt sind sowie mit Vereinen und Verbänden auf internationaler Ebene, die gleiche oder ähnliche Aufgaben wie die DHS übernommen haben. Dabei steht besonders die Entwicklung wirksamer Strategien zur Senkung der durch Alkohol und illegale Drogen verursachten gesundheitlichen und sozialen Folgen im Mittelpunkt.

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