DHS - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
Newsletter 5-2015  

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

versehentlich hat ein Teil der Newsletter-Empfänger eine falsche Ausgabe bekommen. Wir bitten dieses zu entschuldigen!

Am 28. Oktober 2015 wurde das Arbeitsprogramm des EU-Health-Förderprogramms angenommen (Programm-Programm, so heißt das wirklich). In diesem Zusammenhang veröffentlichte die EU eine kurzfristige Sonderausschreibung zu den gesundheitsbezogenen Herausforderungen im Zusammenhang der aktuellen Fluchtbewegung aus Afrika. Wir erhielten diese Nachricht auf offiziellem Weg am 6. November, die Frist für Anträge endete sechs Tage darauf, am 12. November 2015. An genau diesem 12. November erhielten wir abermals Nachricht, die Frist sei nunmehr bis zum 19. November 2015 um immerhin eine Woche verlängert.

http://ec.europa.eu/research/participants/portal/desktop/en/opportunities/3hp/calls/hp-ha-2015.html#c,topics=callIdentifier/t/HP-HA-2015/1/1/1&callStatus/t/Forthcoming/1/1/0&callStatus/t/Open/1/1/0&callStatus/t/Closed/1/1/0&+identifier/desc

Nun sind wir etwas ratlos: Ist die EU nicht in der Lage, ein ordentliches Ausschreibungsverfahren durchzuführen, das es irgendjemanden da draußen in der Welt ermöglichen würde, sich termingerecht zu bewerben? Oder ist die Studie längst vergeben, und die EU macht sich nicht einmal die geringste Restmühe, diesen Umstand zumindest ansatzweise zu verschleiern?

Wir werden die Angelegenheit beobachten und halten Sie über den erfolgreichen Antrag, der (für den ersten Fall) innerhalb von Stunden zusammengeschustert werden musste, auf dem Laufenden.


Inhalt

Dieser Newsletter informiert Sie über folgende Themen:

  • Aus der DHS
  • Veröffentlichungen
  • Veranstaltungen
  • Prävention
  • Kinder- und Jugendhilfe
  • Suchthilfe / Selbsthilfe
  • Wissenschaft
  • Leistungserbringer und Kostenträger
  • Rausch - Sucht - Mittel - Politik
  • Verbraucherschutz
  • Kultur und Sport
  • Aus aller Welt
  • Leserpost
  • Geschenke
Aus der DHS

DHS Fachkonferenz „Rückfälle“

Die 55. DHS Fachkonferenz war mehr als einen Monat im Voraus ausgebucht und erhielt dank dpa-Meldung eine enorme Medienresonanz. Für Anwesende und Abwesende halten wir, so sie uns hierfür zur Verfügung gestellt wurden, die Vortragsunterlagen zum Download bereit: http://www.dhs.de/dhs-veranstaltungen/rueckschau/fachkonferenzen.html

Die 56. DHS Fachkonferenz SUCHT findet vom 10. bis 12. Oktober 2016 in Erfurt statt. Das Thema: „Abstinenz, Kontrolle, Konsum“. Angesichts der auch hier begrenzten Platzzahl empfehlen wir bei Interesse die rechtzeitige Anmeldung nach der Newsletter-Ankündigung im kommenden Frühjahr.


Kein Alkohol unter 18 Jahren - Positionspapier der DHS

Dass die Alkohol-Verhältnisse in Deutschland „normal“ seien, glauben wir verständlicher Weise solange, wie wir in Deutschland leben und uns ausschließlich mit Deutschland befassen. Alkohol in Deutschland ist also ebenso normal, wie Handfeuerwaffen bei Minderjährigen in den USA. Tatsächlich ist etwa der Alkoholverkauf an Tankstellen nicht gerade internationaler Standard, was etwa bei einem kurzen Blick in die benachbarten Niederlande schnell deutlich wird. Verlangen Sie etwa an einer deutschen Tankstelle nach Whisky, so werden Sie vermutlich gefragt, welche Sorte Sie bevorzugen. An einer niederländischen Tankstelle löst dasselbe Begehren eher den skeptischen Blick aus, wie weit ihr offensichtliches Alkoholproblem schon gediehen sei. Alkohol an Tankstellen? So ganz und gar inakzeptabel wie Cannabis im Kinderzimmer. In Deutschland aber: Selbstverständlich.

Außerhalb Deutschlands und mit guten Gründen ebenso ungewöhnlich ist die legale Alkoholabgabe an Minderjährige. Das deutsche Jugendschutzgesetz ermöglicht, wofür sich biologisch, psychologisch, sozial und gesundheitspolitisch kein einziges Argument finden lässt. Mit Unterstützung international hoch renommierter Mitglieder ihres wissenschaftlichen Kuratoriums hat die DHS eine Stellungnahme hierzu verabschiedet, die vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. sowie vom Deutschen Krebsforschungszentrum mitgezeichnet wird.

http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/KeinAlkoholUnter18.pdf  

Sie können dieses Papier auch in größerer Stückzahl bei Frau Brodd unter (brodd@dhs.de) bestellen.


Cannabispolitik in Deutschland. DHS Position verabschiedet

Zu welchen Zwecken, mit welchen Zielen überhaupt Cannabispolitik in Deutschland? In der seit Jahren lebhaften Diskussion um Cannabisverbot, Pönalisierung, Entkriminalisierung, Regulierung, Legalisierung und was der Begriffe und Konzepte mehr sind, werden die Ziele der ganzen Angelegenheit in der Regel nicht einmal genannt. Da aber jede Diskurspartei der anderen mehr oder weniger deutlich entgegenhält, ihre Position sei jugendgefährdend, muss ein zumindest untergründiger Konsens vorhanden sein, mittels Cannabispolitik den Jugendschutz zu unterstützen. Ganz und gar nicht unumstritten ist hingegen die Frage, ob die aktuelle bzw. eine veränderte Cannabispolitik richtige (natürlich die eigenen) oder falsche Signale setzt bzw. setzen soll.

Die DHS hat hierzu nunmehr ein Positionspapier veröffentlicht, das den Stand der Dinge und seine Entwicklung an den vier zentralen Zielen fachlich begründeter, moderner Suchtpolitik misst. Unter dem Strich mündet dies in zwei Forderungen der DHS: Die Bundesregierung möge noch in der laufenden Legislaturperiode eine Enquete-Kommission einsetzen. Diese soll die geltenden Bestimmungen der Cannabispolitik auf ihre gewünschten und unerwünschten Folgen überprüfen. Ziele: Gesundheit schützen, Schäden verhindern und beseitigen, Teilhabe ermöglichen. Zudem schlägt die DHS die begrenzte, kontrollierte und wissenschaftlich begleitete Durchführung von Modellprojekten vor, die Alternativen zur derzeitigen Verbotspraxis erforschen und Möglichkeiten einer kontrollierten Abgabe erproben.

http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/Cannabispolitik_in_Deutschland.pdf

Das Papier kann auch in größerer Stückzahl bei Frau Brodd unter brodd@dhs.de bestellt werden.


DHS Positionspapier zur Verwendung von Geldern der Tabak-, Alkohol- und Glücksspielindustrie sowie der pharmazeutischen Industrie

Alkoholproduzenten, Glücksspielindustrie, Pharma- und Zigarettenfirmen: Suchtprävention, Suchthilfe und Suchttherapie erleben aus all diesen Bereichen kontinuierliche Angebote der „Zusammenarbeit“. All jene, die diesen vor allem materiellen Verlockungen nachgeben, sind selbstverständlich in ihrer Meinung vollständig frei, unbeeinflusst und unbeeinflussbar. So ist es also reiner Zufall, dass keine einzige Position eines „Kooperationspartners“ dieser Industrien bekannt wird, die deren strategisch-ökonomischer Ausrichtung widerspricht.

Ihre grundsätzlich ablehnende Haltung gegenüber Finanzierung, Vorteilsnahme und Korruption durch Tabak-, Alkohol- und Glücksspielindustrie hat die DHS bereits vor 12 Jahren in einem Grundsatzpapier beschrieben. Parallel zur Marktpositionierung des Präparats Nalmefen, dessen Bewertung zwischen „Paradigmenwechsel“ und „kein Zusatznutzen“ im direkten Zusammenhang mit Zahlungsleistungen des Herstellers zu stehen scheint, hat die DHS ihr bisheriges Papier um den Aspekt der pharmazeutischen Industrie erweitert. Kernaussage: „Die DHS betrachtet aus den genannten Gründen Präventionsarbeit, Forschung und Selbsthilfeförderung mit Beteiligung oder Sponsoring der Suchtmittel- sowie der Pharmaindustrie als besonders subtile Maßnahme der Konsum- bzw. Absatzförderung. Vor diesem Hintergrund lehnt die DHS jede finanzielle Beteiligung der Suchtmittelindustrie und der Pharmaindustrie an ihrer Arbeit grundsätzlich ab. Im Interesse des Gesundheitsschutzes empfiehlt sie dieses Verhalten ebenso in der Suchtprävention und Suchthilfe tätigen Institutionen und Verbänden, insbesondere den Mitgliedsverbänden der DHS, ihren Untergliederungen und Einrichtungen.“

www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/dhs_stellungnahmen/Verwendung_von_Geldern_der_Industrie_01.pdf


Neues Zeitschriften-Engagement

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen und die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie haben die Zeitschrift SUCHT seit dem Jahr 1991 gemeinsam herausgegeben. SUCHT erschien zuvor, veröffentlicht seit 1955 von der DHS, als Zeitschrift Suchtgefahren.

In den vergangenen 15 Jahren verfolgte die Chefredaktion der Zeitschrift SUCHT das Ziel, etablierter Teil des Impact Factor-Systems (https://de.wikipedia.org/wiki/Impact_Factor) zu werden, worüber die Meinung der Herausgeber nach 15 Jahren weitgehend divergierte. Grundsätzlich unterschiedliche Einschätzungen der Herausgeber zur Praxisrelevanz der Zeitschrift, ihrer Autoren- und Themenpolitik sowie zum inhaltlichen Einfluss von Industrieunternehmen haben nunmehr dazu geführt, dass sich die DHS gezwungen sah, ihre Mitherausgeberschaft niederzulegen. Ein Schritt, den wir im 60. Jubiläumsjahr unseres eigenen Publikationsorgans weit mehr als lediglich bedauern.

Des ungeachtet bleibt es eine wichtige Aufgabe der DHS, die Suchthilfe und Sucht-Selbsthilfe mit einer eigens hierzu bestimmten Zeitschrift fachlich zu unterstützen, in vielfachen Austausch zu bringen - und nicht zuletzt, ihnen ein Sprachrohr zu bieten. So engagieren wir uns künftig in der Redaktion des schweizerischen SuchtMagazin (http://www.suchtmagazin.ch). Die DHS möchte mit dieser Zusammenarbeit die Suchthilfe in Praxis und Theorie fachlich bereichern und ein aktives Forum ihrer Anliegen bieten. Wir freuen uns sehr über die interessante und angenehme Zusammenarbeit mit den schweizerischen Kolleginnen und Kollegen.


Restbestand der Z-Card „10 häufig gestellte Fragen zum Alkoholkonsum “ - Bestellungen noch möglich

Ab wann ist Alkoholkonsum riskant? Hilft Alkohol gegen Stress? Was kann ich tun, wenn eine mir nahestehende Person zu viel trinkt? Diese und sieben weitere häufig gestellte Fragen werden in unserer Z-Card im Kreditkartenformat beantwortet. Sie wurde im Rahmen der Aktionswoche Alkohol produziert und räumt mit Mythen und gefährlichem Halbwissen rund um das Thema Alkohol auf. Es können noch Restexemplare in Boxen zu je 50 Z-Cards unter www.dhs.de/informationsmaterial/bestellung kostenlos bestellt werden.


DHS Rundbrief zur Sucht-Selbsthilfe

Der Rundbrief des DHS Referats „Nachsorge und Selbsthilfe“ erscheint in den nächsten Tagen zum zweiten Mal. Er enthält Mitteilungen und Termine zur Sucht-Selbsthilfe für Ehrenamtliche, Selbsthilfeunterstützer/-innen und weitere Interessierte. Wenn Sie diesen 4 Mal jährlich erscheinenden Rundbrief erhalten möchten, reicht eine kurze Mitteilung an Frau Müller (mueller@dhs.de) . Wir nehmen Sie gerne in den Verteiler auf.


Veröffentlichungen

Frauen, Sucht und Gewalt

Als online-Publikation ist hierzu eine Studie von Vogt, Fritz und Kuplewatzky erschienen. Das übergeordnete Forschungsinteresse dieser Studie will die Lebenssituation süchtiger Frauen, die in der Kindheit oder Jugend Gewalt erfahren haben oder als Erwachsene in gewalttätigen Beziehungen gelebt haben oder leben, genauer erkunden. Von besonderem Interesse sind dabei Erfahrungen, die die Frauen bei der Suche nach informellen und formalen Hilfen mit Familienangehörigen, Freunden und Freundinnen sowie Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verschiedener Organisationen und Institutionen gemacht haben.

www.frankfurt-university.de/fileadmin/de/Fachbereiche/FB4/Forschung/ISFF/Vogt/Vogt_et_al.-2015_Forschungsbericht_Suechtige.pdf


DRUCK - Drogen und chronische Infektionskrankheiten

Dieses Projekt des Robert Koch-Instituts sollte zum einen die Verbreitung von Hepatitis-Erkrankungen und HIV sowie Ko-Infektionen bei injizierenden Drogengebraucher/-innen in Deutschland feststellen. Zum anderen sollten Einflussfaktoren für HBV, HCV und HIV bei IVD in Deutschland bestimmt, sowie Wissenslücken in Bezug auf die Übertragung und Prävention dieser Infektionen festgestellt werden. Mit der Abschlusskonferenz im vergangenen Februar liegen die Ergebnisse der DRUCK-Studie vor.

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/Studien/DRUCK-Studie/DruckStudie.html


Veranstaltungen

„Flucht - Trauma - Sucht“ - Was erwartet die Suchthilfe? (Münster, 25. November 2015)

Die 33. Jahrestagung der LWL-Koordinationsstelle Sucht ist dem wohl derzeit aktuellsten Thema und seiner Bedeutung für die Suchthilfe gewidmet. Vier Fachvorträge und fünf Arbeitsgruppen nehmen es aus unterschiedlichen, wichtigen Perspektiven in den Blick und sollen Impulse für die Arbeit „vor Ort“ geben.

Die Teilnahmegebühr beträgt 65/25 Euro.

Informationen unter http://www.lwl.org/ks-download/downloads/fwb/11_2015_33_JTG.pdf


11. Berliner Suchtgespräch des GVS (Berlin, 26. November 2015)

Um Menschen mit Migrationshintergrund besser unterstützen und helfen zu können, sind interkulturelle Kompetenzen in der Suchthilfe qualitätsentscheidend. Zum 11. Berliner Suchtgespräch des GVS sind Expertinnen und Experten der Suchthilfe, der Integrations- und Migrationshilfe, Politikerinnen und Politiker sowie Interessierte zu einem fachlichen Austausch eingeladen. Besonders schön der Titel des Impulsvortrags „Fortunas falscher Kuss - Migration und Glücksspielsucht“.

Die Teilnahme ist für GVS-Mitglieder kostenfrei.

Informationen unter http://www.sucht.org/aktuelles/


Die unsichtbare Frau - Frauen und Medikamente (Potsdam, 2. Dezember 2015)

Frauen und Männer sind unterschiedlich gesund bzw. krank. Dies spiegelt sich auch im Gebrauch und Missbrauch von Arzneimitteln wider. Von den 1,4 Mio. medikamentenabhängigen Menschen in Deutschland sind zwei Drittel Frauen. Hintergründe sind vielfältige psychische, soziale und körperliche Ursachen. Die Zusammenhänge des Medikamentengebrauchs bei Frauen mit Belastungen und (traumatischen) Gewalterfahrungen, Beschwerden, Erkrankungen und individuellem Gesundheitsverhalten erfordern den Austausch und die Kooperation verschiedener Arbeitsfelder. Die Tagung stellt den aktuellen Kenntnisstand zur Medikamentenabhängigkeit von Frauen in Deutschland, Hintergründe und geschlechtsspezifische Zusammenhänge sowie verschiedene Handlungs- und Lösungsansätze vor, die in unterschiedlichen Konstellationen und Kooperationen entwickelt werden können.

Die Teilnahmegebühr beträgt 25 Euro.

Weitere Informationen unter http://fdr-online.info/media/Tagungen%20und%20Seminare/Fachtage/Flyer_Frauen%20und%20Medikamente_151202.pdf


27. Fachtagung des Fachverbandes Glücksspielsucht (Berlin, 3. bis 4. Dezember 2015)

Mit ihrer großen und stets aktuellen Themenbreite ist die Fachtagung des fags längst zur wichtigsten Kongressinstitution in Sachen Glücksspiel geworden. Von Politik bis Selbsthilfe, von Geldmanagement und Gefühlsregulation bis hin zur Verbindung von Pathologischem Glücksspiel und Suchtmittelkonsum reicht auch in diesem Jahr die Bandbreite. Ob die Verbindung von „Crystal Meth“ und Glücksspiel oder die Effekte der unkoordinierten und kaum evaluierten Sozialkonzepte in Glücksspielhallen: Auch die diesjährige Tagung verspricht, höchst interessant zu werden.

Teilnahmegebühr 110/90 Euro.

Weitere Informationen unter http://www.gluecksspielsucht.de/


4. Nationale Substitutionskonferenz (Berlin, 9. Dezember 2015)

Nach wie vor stellt die Substitutionsbehandlung Opioidabhängiger die Behandlungsform mit der größten Reichweite dar (gegenwärtig ca. 80.000 Patienten/-innen). Für deren optimale Durchführung müssen die unterschiedlichen Interessen und Akteure zusammengebracht werden: Patienten, Klienten, Ärzte, Sozialarbeiter, Krankenpflegepersonal, Juristen, Versorgungsplaner aus den Kassenärztlichen Vereinigungen, Ärztekammern, Suchthilfeverbänden etc. Dabei stehen die Bedürfnisse und Interessen der Betroffenen im Vordergrund. Das Konferenzprogramm bietet ein breites Spektrum von Themen, die in verschiedenen Arbeitsformen behandelt werden.

Teilnahmegebühr 95/75 Euro.

Weitere Informationen unter www.akzept.org/substitutionskonferenz_programm.html


Update Alkoholabhängigkeit - was ist neu in Diagnose und Behandlung? (Magdeburg, 11. Dezember 2015)

Wenngleich andere psychotrope Substanzen derzeit erhöhte Aufmerksamkeit erfahren, ist doch Alkohol nach wie vor die Lieblingsdroge der Deutschen, mit allen daraus resultierenden Schäden. Die Diagnose „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“ ist bei Männern der häufigste Behandlungsanlass in Krankenhäusern, stellte das Statistische Bundesamt 2012 fest. Dies zeigt die überragende epidemiologische Bedeutung alkoholbezogener Störungen.

Die Landesstelle für Suchtfragen im Land Sachsen-Anhalt mit dem Arbeitskreis Legale Suchtmittel in Sachsen-Anhalt veranstaltet diese Tagung gemeinsam mit den Landestellen Sucht Sachsen und Thüringen. Eingeladen sind Praktiker, Entscheidungs- und Leistungsträger aus Suchthilfe, Arbeitsverwaltung, medizinischer Versorgung und Politik.

Teilnahmegebühr 20 Euro.

Weitere Informationen unter http://www.ls-suchtfragen-lsa.de/aktuelles/veranstaltungen-aktionen/#update


Prävention

Was wirkt gegen Alkoholmissbrauch

Die internationale Forschung belegt es immer wieder, alle Experten pfeifen es von den Dächern, die BZgA sagt es, die DHS sagt es und alle möglichen anderen Fachgesellschaften und Expertengremien auch: Der Alkoholkonsum Jugendlicher, ihr durchschnittliches Einstiegsalter, der Umfang der ihnen durch Alkohol erwachsenen Schäden: All das wird entscheidend über die Alkoholpreise, seine Verfügbarkeit und Bewerbung beeinflusst. Unlängst wieder zur Alkoholwerbung belegt (http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Alkohol?nid=64392)http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64392, hat dies eine Schweizer Studie jetzt auch erneut für Preise nachgewiesen.

http://www.suchtschweiz.ch/aktuell/medienmitteilungen/article/alkoholkonsum-von-jugendlichen-der-preis-ist-entscheidend/

Eigentlich also alles klar. Allerdings wird Alkoholpolitik nur in seltensten Fällen von Gesundheitsargumenten entschieden. So kommt es, dass wir zu diesem Thema bisweilen die bemerkenswertesten Strategien erleben.


Kinder- und Jugendhilfe

Haaranalysen kein Beweis für Cannabis-Konsum

Eine Cannabinoid-Übertragung ist bei engem Körperkontakt besonders wahrscheinlich. Haaranalysen zum Nachweis des Cannabis-Konsums liefern also falsch positive Ergebnisse bei Partnern und Kindern von Cannabis-Konsumierenden. Dies ist verkehrs- und arbeitsrechtlich von hoher Bedeutung, nicht zuletzt auch bei Sorgerechtsfragen.

www.aerzteblatt.de/nachrichten/64546 und http://www.pressetext.com/news/20151007017


Suchthilfe / Selbsthilfe

Teilhabe von Suchtkranken am Arbeitsleben

Der Drogen- und Suchtrat hat in seiner Sitzung am 15. Oktober 2015 einstimmig die ersten Empfehlungen der AG „Teilhabe von Suchtkranken am Arbeitsleben“ (Leitung: DHS) zum Thema „(Re)Integration von Suchtkranken in Arbeit und Beschäftigung und gesellschaftliche Teilhabe“ beschlossen.

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Einstellungen zur Alkoholabhängigkeit im professionellen Hilfesektor - Fragebogen online

Alkohol hat in Teilen Deutschlands und in der gesamten Alkohol- und Werbebranche einen Ruf als „nationales Kulturgut“. Er ist aus dem deutschen Alltag kaum wegzudenken. Doch trotz des extrem weit verbreiteten Konsums und seiner weitgehenden Akzeptanz lehnt ein großer Teil der Bevölkerung Menschen mit Alkoholproblemen ab. Das bleibt nicht ohne Folgen: Das „Tabu Sucht“ hält Betroffene und ihr soziales Umfeld viel zu oft zurück, ihre Probleme offen auszusprechen und Hilfe zu suchen.

Einstellungen haben auch Einfluss auf die Arbeit der professionellen Helfer/-innen. Doch leider liegen nur wenige Studien vor, wie Mitarbeitende aus Suchthilfe, Medizin oder Arbeitsvermittlung denken und fühlen, wenn sie mit Menschen mit Alkoholproblemen arbeiten. Eine Untersuchung per Online-Befragung soll hierzu Aufschluss geben. 

Der Fragebogen ist Teil einer DHS unterstützten Dissertation am Fachbereich Psychologie der Universität Hildesheim. Angesprochene Zielgruppen sind Mitarbeitende aus den Bereichen Suchthilfe, Medizin und Arbeitsvermittlung. Ziel ist es, die Hilfeangebote für Menschen mit Alkoholproblemen zu verbessern. Selbstverständlich werden die Daten anonym behandelt.

Wir würden uns freuen, wenn Sie sich ein paar Minuten Zeit für die Befragung nähmen.

https://www.soscisurvey.de/einstellungen-hilfesektor/

Rückfragen beantwortet Ihnen gerne Frau Rummel (rummel@dhs.de).


Wissenschaft

Österreich: Wie ein britischer Pharmakonzern scheinbar Drogenpolitik zu beeinflussen versucht

Wissenschaftler kaufen und Studienergebnisse aufblasen: Wie das geht, weiß wohl jeder Pharmakonzern. Der österreichische „Falter“ hat die Marketingschlacht um das Substitutionsmittel Subuxone recherchiert, in der sich bekannte Wissenschaftler/-innen im Rahmen einer noch etwas kreativeren Kampagne engagieren: Promi-Plattformen gründen, Gesetze formulieren, Kindergeschichten erfinden. Erst zum Schluss kommt das Bekannte: Ärzte sponsern. Doch lesen Sie die Räuberpistole selbst:

downloadFalter


 

 

Leistungserbringer und Kostenträger

Deutsche Rentenversicherung: Bundesweiter Firmenservice „Gesunde Mitarbeiter“

Die Deutsche Rentenversicherung startet ein neues bundesweites Beratungsangebot für Unternehmen. Es heißt „Firmenservice“ und soll die Gesundheit von Mitarbeitern präventiv und nachhaltig stärken. Das Angebot richtet sich an Arbeitgeber, Werks- oder Betriebsärzte, Betriebsräte und Schwerbehindertenvertretungen.

Im Rahmen des Moduls „Gesunde Mitarbeiter“ berät die DRV dabei zu den präventiven Angeboten der medizinischen und beruflichen Rehabilitation und hilft, Lösungen für die dauerhafte Wiedereingliederung von Beschäftigten nach längerer Erkrankung zu finden. Als Lotse vermittelt sie unbürokratisch Kontakt zu anderen Sozialversicherungsträgern. Daneben werden den Firmen, wie bisher schon, Informationen und Beratung zu Themen wie Rente, Sozialversicherungspflicht und Beitragseinzug geboten.

Interessenten für die neuen Beratungs- und Informationsangebote erreichen den „Firmenservice“ unter der bundesweiten Telefonhotline 0800 1000 453 in der Zeit von 09:00 bis 15:00 Uhr oder per E-Mail unter firmenservice@deutsche-rentenversicherung.de.

www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/0_Home/meldungen/firmenservice.html


 

 

Rausch - Sucht - Mittel - Politik

Tabak Kinderarbeit Hunger Unterentwicklung 

Tabakanbau ist sehr arbeitsintensiv und wenig lukrativ. Kleinbauern, z.B. in Brasilien, Malawi oder Indonesien, produzieren daher den Tabak häufig mit Kinderarbeit. In Malawi beispielsweise arbeiten mindestens 78.000 Kinder auf Tabakfeldern,  und allein im brasilianischen Bundesstaat Paraná sind mindestens 80.000 Kinder in kleinbäuerlichen Tabakbetrieben tätig.

Tabakanbau trägt auch zur Verstärkung von Armut und damit von Hunger und Mangelernährung bei. Entgegen Behauptungen der Tabakindustrie ist Tabak keine lukrative Anbaupflanze für Kleinbauern: Die Konzerne bestimmen die Preise für Saatgut, Düngemittel und Pestizide wie auch über den Umweg der Qualitätsprüfung die Preise für Rohtabak. Die Risiken der Produktion, etwas klimabedingte Missernten, liegen bei den Produzenten, die sich dadurch schnell bei den Konzernen verschulden. Tabak wird auch im Pachtsystem auf Plantagen angebaut. „Die Lebensbedingungen auf den Plantagen zeichnen sich durch den Mangel an lebensnotwendigen Gütern aus: unsichere Wasserquellen, zu wenig Nahrungsmittel, unzureichende Unterbringung und fehlende medizinische Versorgung. Kinder aus tabakanbauenden Familien in Malawi leiden häufiger an Unterentwicklung als Kinder aus Familien, die keinen Tabak anbauen. Nicht zuletzt steht der Anbau von Tabakpflanzen in direkter Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau. Sechs der zehn Länder, in denen weltweit der meiste Tabak angebaut wird, haben einen signifikanten Bevölkerungsanteil, der unterernährt ist. Auf der Tabakanbaufläche dieser Länder könnte Nahrung für mehr als zehn Millionen Menschen angepflanzt werden. Dies gilt für Malawi, wo landwirtschaftliche Fläche ein knappes Gut ist, ebenso wie für Bangladesch oder Kenia.“ (Unfair Tobacco 2015). https://www.unfairtobacco.org/wp-content/uploads/Tabak-unsozial-unfair-umweltsch%C3%A4dlich_web.pdf


Das weltbeste Geschäft mit der Sucht

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 110 Mrd. Euro ist Philip Morris der mit Abstand weltgrößte börsennotierte Tabakkonzern. Wie das funktioniert, lesen Sie hier: http://boerse.ard.de/anlagestrategie/branchen/vorsicht-suchtfaktor-fuers-depot100.html

Kurz gesagt: Tabak, Heroin und andere harte Drogen - nichts läuft besser, als Geschäfte mit der Sucht.


Cannabiskonsum doch/nicht strafbar - oder was?

Immer wieder wird behauptet, der Cannabiskonsum sei in Deutschland nicht strafbar. Das stimmt. Straffrei bleibt er dennoch nicht. Die Logik in der juristischen Verfolgung von Drogenkonsumenten unterstellt, dass dem Konsum beinahe zwingend der Besitz (und sei es im Sinn von Verfügungsgewalt statt Eigentum) vorausgeht. Und dabei ist noch nicht einmal die selbstredend strafbare Weitergabe bedacht. Auf welch seltenem Wege der Konsum von Cannabis tatsächlich und zumindest theoretisch straflos erfolgen könnte, also dem freiheitlichen Recht auf Selbstschädigung so irgendwie vielleicht formal dann doch proforma angeblich Genüge getan wird, hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz nunmehr ausgeführt.

http://www.frank-tempel.de/nc/artikel/rss/detail/browse/1/zurueck/rss/artikel/antwort-der-bundesregierung-ist-ein-straffreier-konsum-von-cannabis-moeglich/


Verbraucherschutz

Schweiz: Tabakwerbung unerwünscht

Das schweizerische Bundesamt für Gesundheit hat eine repräsentative Studie veröffentlicht, die im Jahr 2014 rund 5.000 Personen zu ihrer Meinung bezüglich politischer Maßnahmen der Tabakprävention befragte. 53 % der Befragten unterstützen ein vollständiges Werbeverbot für Tabak. Und das mit steigender Tendenz seit der letzten Befragung im Jahr 2012. http://www.suchtschweiz.ch/aktuell/medienmitteilungen/article/schweizer-bevoelkerung-will-keine-tabakwerbung-mehr/?tx_ttnews[backPid]=1003&cHash=9d9d184025f615de6924afd096df5deb

Die Schweiz hat, wie Deutschland, die WHO-Rahmenkonvention zur Eindämmung des Tabakgebrauchs unterzeichnet. Das Abkommen umfasst u.a.: keine Werbung, kein Sponsoring und auch sonst keine Promotion für Tabakwaren. Doch nach wie vor gibt es in Deutschland und der Schweiz kein vollständiges Tabakwerbeverbot. Dabei belegen Studien, dass ein umfassendes Vermarktungsverbot das Tabakrauchen reduziert. Wie wichtig es ist, sämtliche Lebensbereiche frei von Tabakwerbung zu halten, zeigt die Strategie der Zigarettenhersteller, die bei Teilverboten ihre Werbeaktivitäten in andere Kanäle verlagern - und zwar meist dorthin, wo sie sehr junge Menschen erreichen:

http://www.beobachtung-marketing-tabak.ch (deutsch)

Studie: http://www.suchtschweiz.ch/fileadmin/user_upload/DocUpload/Rpt_AMIS_LEGISLATION_2014_FINAL_20150820.pdf (französisch)

Und auch die bundesdeutsche Drogenbeauftragte, Marlene Mortler, spricht sich für ein vollständiges Tabakwerbeverbot in Deutschland aus. http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2015-07/34229951-drogenbeauftragte-mortler-tabakwerbung-muss-verboten-werden-003.htm


Werbung zielgruppengenau

Derzeit wanzt sich die Firma Winston an Geringverdiener, Leichtlohngruppen oder wie immer wir „Viel Arbeit für wenig Geld“-Berufe auch nennen wollen. Taxifahrern wird, in unserem Beispiel passend an einer Bushaltestelle, nach 20 Spätschichtfahrten eine Freiheits-Zigarette schmackhaft gemacht. Frisörinnen dieselbe nach 25 Haarschnitten.

downloadBushaltestelle und http://robert-feustel.de/wp-content/uploads/2014/07/werbung_winston-300x236.jpg

Kein zynischer Anschlag auf Gesundheit und Verdienst von Menschen in ungesunden Berufen? Also gut: Meinungsfreiheit und Produktinformation…


Gerichtlich festgestellt: Bier ist nicht bekömmlich

Eigentlich ganz einfach: Alkohol ist ein Zellgift, gleich in welcher Darreichungsform, und Zellgifte, soviel darf als bekannt und nachvollziehbar vorausgesetzt werden, sind keineswegs bekömmlich. Doch da es um Milliardengewinne geht und der Verbraucherschutz in Deutschland sich am besten auf Gerichte verlässt, musste auch dies noch gerichtlich festgestellt werden.

http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/urteil-im-bier-prozess-bier-ist-nicht-bekoemmlich-a-1049694.html


 

 

Kultur und Sport

Säufer-Saga neu im Kino: James Bond so blau wie nie

James Bond war bislang ein Märchen für Erwachsene (mit kindlicher Freude an der Wiederholung), in dem Alkohol und Autos und manch anderer Krempel beworben wurde. Das scheint nun anders: James Bond ist zum Werbestreifen für Alkohol (und anderen Krempel) verkommen, der die Zuschauer mit Märchen für Erwachsene bei der Werbestange hält. Der wackere Recke entsprechend hackenstramm:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/alkoholmissbrauch-bei-james-bond-null-null-hicks-1.2659152


 

 

Aus aller Welt

Neues vom Krieg gegen Drogenkonsument/-innen

Soziologisch betrachtet ist der Konsum illegaler Drogen eine Form abweichenden, sog. „devianten“ Verhaltens. Deviantes Verhalten hat verschiedene Funktionen (Individualisierung, Distinktion, nicht zuletzt Auflehnung etc.) und Folgen (Zusammenrottung der Mehrheit, Bestrafung und Ausstoß etc.). In diesem Sinn ist es nicht so wichtig, ob Sie Drogenkonsument, homosexuell oder Regierungskritiker sind. Entscheidender ist, wo Sie Ihren von der Mehrheit abweichenden Neigungen und Überzeugungen frönen. Schurkenstaaten wie China oder Russland sind da eine ganz schlechte Idee - oder mutige Wahl. Auch nicht schlecht (also besonders elend) ist Indonesien.

http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article148647982/Krokodile-sollen-Haeftlinge-in-Indonesien-bewachen.html

Recht auf körperliche Unversehrtheit? Bei Drogenkonsumenten? (Regierungskritikern? Schwulen?) Wo kämen wir denn da hin? Zum Glück hat dieses Thema mit Deutschland nichts, aber auch absolut gar nichts, zu tun.


Leserpost

Generalprävention, von unten betrachtet

„Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist xx (Name der DHS bekannt) und ich bin zurzeit Untersuchungshäftling in der JVA Wuppertal. Ich bin inhaftiert, weil in meiner Wohnung Drogen gefunden wurden, was bei einem Drogenabhängigen keine große Überraschung ist.
Jetzt warte ich auf meine Verhandlung und mein Anwalt meint, dass ich mit zwei Jahren zu rechnen habe. Ich war/bin Crystal Meth abhängig und habe in der JVA Wuppertal und im JVA Krankenhaus Fröndenberg einen kalten Entzug gemacht, das heißt, ich bin clean. Aber damit ich das auch bleibe, möchte ich gerne eine Drogentherapie nach § 35 machen. Jetzt weiß ich nur leider nicht, wie man eine solche Therapie beantragt und bitte Sie, mir Informationsmaterial zukommen zu lassen.
Ich habe mich natürlich schon an die Drogenberaterin hier in der JVA gewandt, aber leider ist die Frau total überarbeitet. Es gibt in der JVA für 600 Häftlinge nur zwei Drogenberater/-innen. Ich bin auf der Warteliste für einen Termin auf Platz 27 und das nach 6 Wochen. Ich rechne so um die Weihnachtszeit mit einem Gespräch mit der Beraterin. Also habe ich beschlossen, mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und zu versuchen, mir selber einen Therapieplatz zu suchen.

Können Sie mir Adressen von Therapieeinrichtungen im Raum Solingen oder Bergisches Land zukommen lassen, damit ich diese anschreiben kann? Für Ihre Hilfe wäre ich Ihnen sehr dankbar. Ich möchte unbedingt wieder gesund werden und ein Leben ohne Drogensucht führen.

Ich sag schon mal Danke für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen
xx“

Einige Wochen später und mit einer Brieflaufzeit von knapp 4 Wochen schrieb uns xx:

„Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort auf mein Schreiben und die von Ihnen beigefügten Adressen von Suchtkliniken.
Vielleicht ist eine Schilderung der Lage in der JVA Wuppertal interessant für Sie. Ca. 40-50 % der Insassen sitzen wegen Drogendelikten und für diese Häftlinge stehen 2 Drogenberater zur Verfügung, die hoffnungslos überarbeitet sind. Ich versuche seit 3 Monaten einen Gesprächstermin zu bekommen, bis jetzt ohne Erfolg.
Es bestehen für die Häftlinge keinerlei Hilfsangebote und wenn, sind diese nur über lange Wartelisten verfügbar. Das gleiche gilt für Sport, Arbeit und Freizeitgruppen. Im Grunde sitzt man 23 Stunden am Tag in seiner Zelle, langweilt sich und sieht fern. Resozialisierung findet überhaupt nicht statt. Wie man unter solchen Umständen wieder in der Gesellschaft Fuß fassen soll, ist mir ein Rätsel.
Es wäre mein größter Wunsch, wieder auf die Beine zu kommen, nur weiß ich nicht, wie ich das jemals ohne Hilfe schaffen soll. Durch die Haft verliere ich meine Wohnung, werde mein Auto verkaufen müssen und bin nach meiner Entlassung obdachlos, arbeitslos, mittellos, verschuldet und habe objektiv gesehen keine Zukunft mehr.
Eigentlich kann ich direkt für immer hier drin bleiben und das alles, weil ich drogenabhängig geworden bin und im Rahmen einer Hausdurchsuchung Drogen bei mir gefunden wurden. Ich habe niemandem ein Leid zugefügt oder damit gehandelt, ich habe die Drogen besessen, um sie zu konsumieren, und darum sitze ich im Gefängnis. Ist das verhältnismäßig?
Zumindest habe ich hier drin einen kalten Entzug gemacht, das ist das einzig Positive, wobei nicht ganz, denn ich möchte noch eine Therapie machen, damit meine Sucht ein Ende hat.

Wenn Sie wollen, können Sie diesen Brief ebenfalls in Ihrem Newsletter abdrucken. Könnten Sie mir eine Kopie des Artikels ausdrucken und zuschicken? Mich würde der Artikel sehr interessieren. Vielen Dank für Ihre freundliche Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen xx, JVA Wuppertal“


Geschenke

SuchtMagazin: Suchthilfe und Polizei

Die neue Ausgabe des SuchtMagazin ist einem Thema von dauerhafter Brisanz gewidmet. Dabei ist „Suchthilfe und Polizei“ die positive Überschrift der Dinge und vielfach Ziel zugleich. Suchthilfe ohne Polizei und Polizei gegen Suchthilfe, so etwas gibt es auch. Das SuchtMagazin beleuchtet gesellschaftliche Entwicklungen und Zustände sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland. Möglichkeiten und Grenzen der Zusammenarbeit werden bezüglich des Konsums von Alkohol als auch anderer, illegaler Suchtmittel untersucht.

http://www.suchtmagazin.ch/2015/articles/id-52015.html

Wir verlosen drei Exemplare unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 27. 11.2015 per Postkarte mitteilen (Stichwort: SuchtMagazin). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


Peter C. Gøtzsche: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität

Wer sich mit Korruption, Vorteilsnahme, Bestechung und diversen Formen der bezahlten Liebedienerei beschäftigt, die im Zusammenhang mit der pharmazeutischen Industrie stehen, braucht keine Verschwörungstheorien. Es ist evidenzbasiert: Selbst die ungeheuerlichsten, patienten- und versichertenfeindlichen Strategien sind allgegenwärtig. So legt der Autor eine faktengespickte, argumentationssichere und wie ein Krimi zu lesende Analyse vor, die ihn längst zu einer Verurteilung geführt hätte, wenn denn eben nicht die Sache belegt und bewiesen wäre. Einige Auszüge:

„Die Psychiatrie ist das Paradies der Pharmaindustrie, weil die Definitionen der psychiatrischen Störungen vage und leicht zu manipulieren sind. […] Das hat schwerwiegende Folgen für die Patienten. Das DSM der American Psychiatric Association (APA) ist inzwischen berüchtigt. Es ist heute derart schlecht, dass Allen Frances, der die Arbeitsgruppe für das DSM-IV leitete […] der Meinung ist, die Definition psychiatrischer Störungen dürfe nicht länger der APA überlassen werden.“ (S. 292)

„Ärzte mit finanziellen Verbindungen zu Pharmaunternehmen sollten nicht in Arzneimittel- oder Leitlinienausschüssen vertreten sein, weder in Behörden noch in Krankenhäusern, Facharztverbänden oder anderswo. Befangene Ärzte und jene, die sie benutzen, argumentieren immer wieder, die besten Leute würden die besten Entscheidungen treffen und es sei ganz normal, dass die besten Leute zum gegenseitigen Nutzen mit der Pharmaindustrie zusammenarbeiteten. Das ist ein lustiges Argument, weil es so offensichtlich falsch ist.“ (S. 408)

„Der Medizinethiker Carl Elliott schrieb: ‚Offenlegungspflichten sind ein leeres Ritual, dazu bestimmt, das Gewissen von Akademikern zu beruhigen, die es nicht über sich bringen, das Geld der Industrie abzulehnen.‘ Ärzte greifen nach dem Strohhalm der Offenlegung ihrer Interessenkonflikte, weil er es ihnen ermöglicht, auf zwei Hochzeiten zu tanzen.“ (S. 410)

Wir verlosen drei Exemplare unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 27. 11.2015 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Organisierte Kriminalität). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


Andreas Bell: Philosophie der Sucht. Medizinethische Leitlinien für den Umgang mit Abhängigkeitskranken

Aufbauend auf den Erkenntnissen der Pharmakologie, Psychoanalyse und Soziologie entwirft Andreas Bell eine philosophische Anthropologie der Sucht und entwickelt ethische Leitlinien und Handlungsempfehlungen. Das Buch ist insbesondere gedacht für Dozierende und Studierende der Medizin und der klinischen Psychologie, für Ärzte und Ärztinnen in der hausärztlichen und klinischen Versorgung, besonders in der Psychiatrie und Psychotherapie.

Wir verlosen drei Exemplare unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 27.11.2015 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Philosophie). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


An dieser Stelle noch ein Hinweis: Bitte notieren Sie Ihren Namen und die Anschrift gut leserlich, um die Zustellung Ihres Gewinnes nicht zu verzögern.


Die vorausgehend ausgelobten Bände „Jahrbuch Sucht 2015“ erhielten Cornelia Engelhardt (Delitzsch), Manfred Gesch (Ahlen), Ilonka Grill (Aalen), Bernd Kunz (Pirmasens) und Jacomo Steiner (Potsdam). Die Bücher zum Fetalen Alkoholsyndrom im Kindes- und Erwachsenenalter gingen an Alexandra Gräter (Bad Königshofen), Sandra Kiss (Büdingen) und Rene Wenk (Berlin). Das Kompendium der Deutschen Alkoholpolitik erloste Claudia Pieper-Emden (Bünde). Herzlichen Glückwunsch!


Bei Unbill dennoch Zuversicht und dass Sie gleichermaßen Freude schenken und erhalten

wünscht Ihnen Ihr Dr. Raphael Gaßmann


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Internationale Zusammenarbeit

Die DHS steht im fachlichen Austausch mit europäischen Partnerorganisationen. Sie kooperiert mit Gremien und Dienstellen der EU und der WHO, die mit suchtrelevanten Themen beschäftigt sind sowie mit Vereinen und Verbänden auf internationaler Ebene, die gleiche oder ähnliche Aufgaben wie die DHS übernommen haben. Dabei steht besonders die Entwicklung wirksamer Strategien zur Senkung der durch Alkohol und illegale Drogen verursachten gesundheitlichen und sozialen Folgen im Mittelpunkt.

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