DHS - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
Newsletter 3-2016  

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Alkohol ist bei öffentlichen Großveranstaltungen wie Fußballspielen eine Seuche“. Anlässlich der vergangenen Fußball-EM formulierte der bundesdeutsche Innenminister de Maizière diese sicherheitspolitische Grunderkenntnis, die sich inzwischen wohl jedem Beobachter aufdrängt, der nicht mit der Alkohol- oder Fußballindustrie verwoben ist. Umso unverständlicher, dass der Alkoholverkauf in deutschen Stadien selbstverständlich ist. http://web.de/magazine/politik/de-maiziere-wachpolizei-wohnungseinbrueche-helfen-31625570

Gesundheitspolitisch müssen wir hinzufügen, dass auch die Alkoholwerbung im Zusammenhang des Profifußballs einer Seuche gleicht. So hat der Carlsberg Konzern allem Anschein nach Hand in Hand mit der UEFA das in Frankreich geltende Alkohol-Werbeverbot in Stadien unterlaufen (http://iogt.org/press-release/probably-illegal-carlsberg-uefa-circumvent-french-law-euro-2016/). Daraus zu schlussfolgern, dass von der Fußballindustrie eine organisierte Gefahr für die Bevölkerungsgesundheit ausginge, wäre vielleicht voreilig. Dazu bedürfte es sicher noch extremeren Fehlverhaltens, wie etwa der flächendeckenden Werbung für verbotene Glücksspiele.


 

 

Inhalt

Dieser Newsletter informiert Sie über folgende Themen:

  • Aus der DHS
  • Veröffentlichungen: Druck & Internet
  • Veranstaltungen
  • Prävention
  • Rausch - Mittel - Sucht - Politik
  • Verbraucherschutz
  • Jugendhilfe
  • Leistungs- und Kostenträger und -erbringer
  • Sport
  • Das besondere Zitat
  • Aus aller Welt
  • Geschenke
Aus der DHS

56. DHS Fachkonferenz Sucht:  „Abstinenz - Konsum - Kontrolle“ (10. bis 12. Oktober 2016, Erfurt)

Abstinenz, Konsum und Kontrolle werden in Suchthilfe und -prävention und Sucht-Selbsthilfe häufig und engagiert diskutiert. Sie können als sich ausschließende Alternativen bei der Behandlung von Abhängigkeit und im Umgang mit Drogen verstanden werden. Eine andere fachliche Sicht ist die der unterschiedlichen Behandlungs- und Begleitungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen und unterschiedliche Formen der Abhängigkeit.

Die Vorträge und Foren der Fachkonferenz gehen auf die Bedeutung von Therapiezielen und erweiterten Behandlungsansätzen aus psychologischer, neurologischer, fachpolitischer und ökonomischer Sicht ein. Welchen Stellenwert haben Abstinenz und/oder Kontrolle und Konsum in den verschiedenen Arbeitsfeldern: Beratung, Behandlung, Prävention und Selbsthilfe. Welche Ziele und Ansätze sind erforderlich, um Abhängige und riskant Konsumierende auch in Zukunft angemessen zu beraten und behandeln?

Wir laden Sie ein, mit zu diskutieren. Den Flyer der Fachkonferenz samt aktuellem Programm finden Sie auf unserer Homepage www.dhs.de.

Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich bitte schnell an, da die Veranstaltung bereits in den vergangenen Monaten große Nachfrage erfuhr und die Teilnehmerzahl begrenzt ist.

Anmeldungen zur DHS Fachkonferenz Sucht 2016 sind möglich per Anmelde-Coupon des Einladungsflyers, im Internet (http://www.dhs.de/dhs-veranstaltungen/anmeldung.html) oder per Mail an: kaldewei@dhs.de.


Aktionswoche Alkohol vom 13. bis 21. Mai 2017

Die Aktionswoche Alkohol 2017 wird mit dem Schwerpunktthema „Alkohol & Verkehr“ stattfinden. Wer unter Alkoholeinfluss unterwegs ist, kann nicht nur sich selber schaden, sondern auch andere ernsthaft gefährden. Deswegen sind die Veranstalter dieser Aktionswoche dazu aufgerufen, gemeinsam mit Verkehrsbetrieben, Fahrschulen, der Verkehrswacht sowie Fahrrad- oder Automobilclubs Aktionen durchzuführen und auf die Alkoholgefahren im Straßenverkehr, in der Luft und zu Wasser aufmerksam zu machen. Selbstverständlich werden wir dazu wie immer kostenloses Material für alle gemeldeten Veranstalter zur Verfügung stellen. Anmeldung und Materialbestellung werden ab Anfang 2017 auf der Aktionswochen-Homepage möglich sein.

Wir freuen uns, dass der ehemalige Fußball-Profi und Autor Uli Borowka die Aktionswoche Alkohol 2017 als Botschafter unterstützt. Seit Erscheinen seines Buches „Volle Pulle – mein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker“ engagiert er sich für mehr Akzeptanz und einen besseren Umgang mit suchtkranken Menschen. Für die Aktionswoche wird Uli Borowka bei ausgewählten Veranstaltungen aus seinem Buch vorlesen, über seine Erfahrungen berichten und mit dem Publikum über Risiken des Alkoholkonsums diskutieren. Die Termine werden ebenfalls Anfang 2017 unter www.aktionswoche-alkohol.de einsehbar sein.

Da die Planungen der eigenen Veranstaltung nicht früh genug beginnen können, haben wir zur Unterstützung einen „Ideenpool für Veranstalter“ erstellt. Dieser liefert einen Überblick über bewährte und kreative Aktionen, die in die eigene Veranstaltungsplanung aufgenommen werden können (http://www.aktionswoche-alkohol.de/fileadmin/user_upload/2016-07-25-Ideenpool.pdf).

Falls Sie Fragen oder Anmerkungen zur Aktionswoche Alkohol haben, kontaktieren Sie bitte Frau Rummel (rummel@dhs.de).


Mia, Mats und Moritz… Das Begleitheft - Neue Arbeitshilfe zum Umgang mit Kindern aus Familien Suchtkranker

Die Geschichte „Mia, Mats und Moritz“ erzählt von Alltagsproblemen in einer Familie mit einem suchtkranken Elternteil. Hier ist es die Mutter der drei Kinder. Erzählt wird aber auch von den Stärken der Kinder.

Jetzt liegt das Begleitheft für Fachkräfte und Ehrenamtliche im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen sowie für Angehörige vor. Sie finden Hinweise für die Gesprächsaufnahme mit den Kindern und mit deren Eltern, ebenso Anregungen für die Stärkung der Kinder sowie Hinweise auf weiterführende Hilfen.

Das Begleitheft und die Broschüre können Sie bei der DHS unter http://www.dhs.de/nc/informationsmaterial/bestellung.html kostenfrei bestellen.

Unter http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/MiaMatsMoritz_web.pdf bzw. http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/MMM_Begleitheft.pdf stehen die Broschüren zum Download bereit.


DHS Factsheet - Alkohol und Jugendliche

Die DHS bietet auf ihrer Internetseite unter der Rubrik „Informationsmaterial“ Factsheets mit aktuellen Daten und Fakten zu ausgewählten Aspekten des Alkohols und Alkoholkonsums (gesundheitliche Risiken, Arbeitsplatz, Schwangerschaft, Mythen und Meinungen etc.).

Das Factsheet „Alkohol und Jugendliche“ liegt nun in einer überarbeiteten Fassung vor (http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Factsheets/Factsheet_Alkohol_und_Jugendliche.pdf)  und kann ab sofort, auch in größerer Stückzahl, bei der DHS unter http://www.dhs.de/nc/informationsmaterial/bestellung.html) kostenfrei bestellt werden.


Neue Internetseite www.medikamente-und-sucht.de

Die DHS hat gemeinsam mit der BARMER GEK eine neue Internetseite zum Thema „Abhängigkeit und Missbrauch von Medikamenten“ entwickelt.

Die Seite informiert über Hintergründe, Risiken, besonders gefährdete Personengruppen und über Medikamente, die abhängig machen können. Sie klärt darüber auf, wie man einer Abhängigkeit vorbeugen kann, welche Warnzeichen auf problematischen Konsum hindeuten und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Wege in Beratungsstellen und Therapieeinrichtungen werden aufgezeigt sowie Informationen über Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene austauschen können.

Auf www.medikamente-und-sucht.de finden alle, die sich aus persönlichen oder beruflichen Gründen mit dem Einsatz von Medikamenten beschäftigen, eine umfangreiche Darstellung der Gesamtthematik. Die Seite dient der Unterstützung und Beratung aller Interessierten zu Fragen rund um die Vorbeugung, Hilfe und Lösung von Problemen mit Medikamenten.


Neue Literatur

Unter folgendem Link finden Sie das aktuelle Verzeichnis aller neu in die DHS Bibliothek aufgenommenen Titel: http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Bibliothek/Neue_Literatur_4-2016.pdf

Die Ausleihe ist wie immer kostenlos, Besuche in der Bibliothek sind nach Voranmeldung bei Frau Lehner (bibliothek@dhs.de) möglich. 


Veröffentlichungen: Druck & Internet

AWO Bundesverband: Positionspapier zur Cannabisdebatte

Unter dem Titel „Regulierung statt Repression - AWO Positionspapier zur Cannabisdebatte“ hat das Präsidium des AWO Bundesverband Stellung in der aktuellen Diskussion um Cannabis bezogen. Darin spricht sich der Verband für eine regulierte Abgabe von Cannabis aus. Neben strengen Vorschriften zum Jugendschutz wie Altersgrenzen und Werbeverboten sieht das AWO-Modell auch konsequente Restriktionen für die Abgabestellen vor: durch Lizenzverfahren, örtliche Beschränkungen und hinsichtlich der Eignung des Verkaufspersonals. Steuereinnahmen aus dem Verkauf sollen der Prävention, Beratung und Behandlung zukommen. Um wissenschaftliche Erkenntnisse über derartige Modelle einzuholen, sollte die Abgabe zuvor in Pilotprojekten erprobt und beforscht werden.

Das Papier ist unter http://www.awo-informationsservice.org/uploads/media/Cannabis_Position_AWO_Bu_01.pdf verfügbar.


GVS: Positionspapier zur Cannabispolitik in Deutschland

Auch der GVS hat eine detailliert ausgearbeitete Stellungnahme zur Cannabispolitik veröffentlicht. Und auch der GVS erwartet in Zukunft eine kompakte und wirksame Cannabispolitik aus Jugendschutz, Prävention und reguliertem Verkauf ab 21 Jahren. Der Verband fordert, ebenso wie die DHS, die Einsetzung einer entsprechenden Enquete-Kommission, und regt an, die Strategie der Angebotsreduzierung auch für die Hauptproblemdroge Alkohol zu erwägen.

http://www.sucht.org/fileadmin/user_upload/Service/Publikationen/Thema/Position/GVS_Cannabispapier.pdf

Die Ausgabe 2/2016 des GVS Infodienstes PARTNERschaftftlich beleuchtet das Thema Cannabis auch journalistisch unter den verschiedensten Blickwinkeln.

http://www.sucht.org/fileadmin/user_upload/Service/Publikationen/Partnerschaftlich/2016/PS_02-16.pdf


Was tun bei Verdacht auf Essstörungen. Informationen für Eltern, Angehörige und nahestehende Personen

Der Flyer des BMG gibt kompakte Informationen über Essstörungen, Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten und weist auf mögliche Handlungsschritte hin, die Angehörige und nahestehende Personen gehen können. Das Ziel ist, Personen mit dem Verdacht auf eine Essstörung auf dem Weg in die professionelle Behandlung zu unterstützen und so eine frühzeitige und umfassende Versorgung der Patienten mit Essstörung zu gewährleisten.

Der Flyer „Was tun bei Verdacht auf Essstörungen“ kann kostenfrei angefordert werden. Bestell-Nr.: BMG-V-10024, publikationen@bundesregierung.de.


Onlineberatung Spielsucht (deutsch und türkisch)

Die Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht Nordrhein-Westfalen bietet eine Online-Beratung in deutscher und türkischer Sprache für Glücksspielsüchtige und ihre Angehörigen. 

Allein in Nordrhein-Westfalen leben etwa 40.000 glücksspielsüchtige Menschen. Hinzu kommen deren Angehörige, die oft einen sehr großen Leidensdruck haben. Für sie hat die Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW nun - zusätzlich zu der bereits seit 2004 bestehenden Telefonberatung - eine anonyme Online-Beratung eingerichtet. Da auch viele Menschen mit türkischem Migrationshintergrund betroffen sind, gibt es das Beratungsangebot ebenfalls in türkischer Sprache. Die Onlineberatung ist über die Internetseite der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW zu erreichen.
http://www.gluecksspielsucht-nrw.de/onlineberatung/index.html


Veranstaltungen

Vielbacher Fachtagung: Sucht & Sexualität (Vielbach, 8. September 2016)

Frühe Bindungsstörungen und ihre Auswirkungen auf Partnerschaft und Sexualität, das Thema „Sexualität“ in der medizinischen Rehabilitation Alkoholkranker und nicht zuletzt die entsprechenden Erfahrungen und Wünsche von Patienten sind Gegenstand dieser interessanten Veranstaltung im Fachkrankenhaus Vielbach. http://www.fachkrankenhaus-vielbach.de/

Die Teilnahme ist kostenfrei.


Sucht inklusive - Geistige Behinderung und Sucht (Kassel, 26. und 27. September 2016)

Untersuchungen zum Ausmaß von Suchtproblemen, insbesondere von Alkoholproblemen, wiesen schon in den 90er Jahren eine Prävalenz von 3 - 4 % aller in Institutionen betreuter Menschen mit Behinderung aus. Studien aus den vergangenen 10 Jahren zeigen eine deutlich erhöhte Prävalenz, z. B. aus Westfalen mit 25 %, aus Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt jeweils 11 %.

Die Fachtagung vom Bundesverband evangelische Behindertenhilfe und Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe untersucht die Zusammenhänge genauer und will künftige Perspektiven erarbeiten. Sie richtet sich an die beiden Arbeitsfelder Sucht und Behindertenhilfe, daraus insbesondere an die mittleren und oberen Leitungsebenen, an fachliche Leitungen, Fachkräfte und Multiplikator/-innen, insbesondere auch aus ambulanten Fachstellen für Suchtberatung und Suchtbehandlung. http://beb-ev.de/veranstaltung/sucht-inklusive-geistige-behinderung-und-sucht/

Teilnahmegebühr: 158 Euro


Kinder aus suchtbelasteten Familien wirksam unterstützen - was wird gebraucht? (Magdeburg, 26. September 2016)

Etwa 2,65 Millionen Kinder unter 18 Jahren leben mit alkoholkranken Eltern zusammen. Hinzu kommen ca. 40.000 bis 60.000 Kinder drogenabhängiger Eltern. Ca. jedes 6. Kind (17,6 %) ist von der Suchtkrankheit in der Familie betroffen. Diese Kinder sind die größte bekannte Risikogruppe für eine spätere eigene Suchterkrankung und tragen eine Reihe weiterer Gesundheitsrisiken.
Die Fachtagung will für die Problemlagen betroffener Kinder sensibilisieren, die Verbesserung örtlicher Frühwarnsysteme anregen und konkrete Hilfen für die weitere Arbeit im Netzwerk vor Ort bieten. Sie ist konzipiert für Teilnehmende aus der medizinischen wie der psychosozialen und pädagogischen Fachöffentlichkeit. http://www.ls-suchtfragen-lsa.de/aktuelles/veranstaltungen-aktionen/#Kisu

Teilnahmegebühr: 40 Euro


Soziale Arbeit in der Suchthilfe und Suchtprävention: Was wirkt?! (Münster, 20. und 21. Oktober 2016)

Der Mainstream aus Medizin und pharmazeutischer Industrie macht es sich recht einfach: Die einen bekommen eine Pille mit Wirkstoff, die anderen ohne. Sodann werden die messbaren Wirkungen dokumentiert. Das Ganze wird, mal mehr, mal weniger, nach professionellen statistischen Methoden angelegt und ausgewertet - heraus kommen angeblich evidenzbasierte Behandlungen. Auch die Messverfahren sind oft überschaubar: Gerne zum Beispiel betrachtet man mit sog. „bildgebenden Verfahren“ bunt gefärbte Reaktionen in verschiedenen Arealen des menschlichen Gehirns.

Aus leicht nachvollziehbaren Gründen kann es sich Soziale Arbeit nicht so einfach machen, allein schon, da sie keine Tabletten verabreicht. Ihre Wirksamkeitsuntersuchungen erfordern aufwändige qualitative Studien, für die häufig das öffentliche Interesse und nicht zuletzt die Bildgeber fehlen. Schließlich gibt es keine Pillen zu verkaufen. Entwickeltere Untersuchungsmethoden stünden also der medizinisch-pharmazeutischen Forschung gut zu Gesicht, die Soziale Arbeit ist unweigerlich auf sie angewiesen.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund widmet sich der vierte Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit in der Suchthilfe (DG-SAS) sehr unterschiedlichen Themen: Niedrigschwellige Drogenhilfe, Kinder suchtkranker Eltern in der ambulanten Suchthilfe, Arbeitshilfen in der Suchtprävention und Jugendhilfe sowie auch der beruflichen Weiterentwicklung von Sozialarbeiter/-innen. Coaching-Workshops sind dem Schreiben, Promovieren, Evaluieren oder Werben gewidmet. http://www.dgsas.de/downloads/Flyer.pdf

Teilnahmegebühr: 45 bis 180 Euro


APN Symposium 2016 (Ljubljana, 21. November 2016)

In Ljubljana findet das jährliche Symposium des alkolholpolitischen Netzwerks Europa (Alcohol Policy Network Europe - APN) statt. Auf dem Programm stehen aktuelle Entwicklungen der Alkoholpolitik in verschiedenen europäischen Ländern, der Einfluss der Industrie auf alkoholpolitische Entscheidungen und das Thema „Alkohol und junge Menschen“.

Weitere Informationen finden Sie auf  http://alcoholpolicynetwork.eu/ und  http://www.eurocare.org/media_centre/upcoming_events


Prävention

Deutscher Präventionstag: Daneben gegriffen

Zu Anfang Juni wurde der 21. Deutsche Präventionstag veranstaltet. Auf dieser jährlichen Messe stellen sich überwiegend Initiativen und Projekte der (Verkehrs)Unfallverhütung, der Kriminalprävention und zu einem kleineren Teil auch der Suchtprävention vor. In großer Zahl erhalten die Besucher/-innen Informationen und eine Unmenge von Werbemitteln. Die wohl größte Gemeinsamkeit der Veranstalter besteht dem Anschein nach darin, dass sie für ihre Stände zahlen, und so findet sich neben Interessantem auch eine große Menge Altbekanntes, nicht Evaluiertes und bisweilen Seltsames. Ihre große Bandbreite an Themen, Qualitäten und Relevanzen macht die Veranstaltung durchaus lebhaft.

Lebhaftigkeit kann man allerdings auch übertreiben. Dann wird es albern, lächerlich oder peinlich - je nach Gemüt des Betrachters. Diesjährig fand sich auf der Veranstaltung auch ein Stand der Gauselmann Gruppe. Neben Werbebroschüren gab es einen Roulettekessel zu bestaunen sowie ein leibhaftiges System zur Altersbestimmung. Das Gesicht der Zielperson wird dabei von einem erstaunlich leistungsfähigen Computerprogramm analysiert. Binnen weniger Sekunden sagt Ihnen das Ding, in welchem Jahr Sie geboren sind, und das mit sehr bemerkenswerter Genauigkeit und Trefferquote. Die Frage des Besuchers, für welche Präventionsansätze sich die Gauselmann Gruppe engagiert, die nicht lediglich vorhandene gesetzliche Regelungen erfüllen, blieb allerdings unbeantwortet.

Sehr geehrter Deutscher Präventionstag gemeinnützige GmbH: Das war gar nichts, außer richtig peinlich. Nicht für Gauselmann, sondern für den Präventionstag. Beim nächsten Mal bitte ein wenig mehr Gemeinnützigkeit und ein bisschen weniger GmbH in der Planung. Nur so als Vorschlag…


Baden-Württemberg: Grün-Schwarze Rolle rückwärts

In den vergangenen Jahren galt in Baden-Württemberg ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot, das die Gesundheitslage in diesem Bundesland deutlich verbesserte.
http://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP15/Drucksachen/3000/15_3666_D.pdf

Mit dem durch und durch seltsamen Argument, den Menschen in Baden-Württemberg nicht vorschreiben zu wollen „was sie um welche Uhrzeit kaufen dürfen“, hat die Landesregierung quasi dieses von sich selbst eingeführte Verbot beseitigt. Zugleich will die Grün-Schwarze Landesregierung das Alkoholkonsumverbot auf öffentlichen Plätzen ermöglichen, das vor einiger Zeit in Freiburg noch gerichtlich gescheitert war. Trinkverbote also statt Verkaufsbeschränkungen.
http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/plaene-der-neuen-landesregierung-in-bw-alkohol-bald-wieder-rund-um-die-uhr/-/id=1622/did=17431012/nid=1622/y378t6/index.html

So wird wieder einmal die ganze Last der öffentlichen Alkoholförderung gerade auf Minderjährige abgewälzt, die möglichst früh schon möglichst viel kaufen sollen, und sich dann noch die erhobenen Zeigefinger der erwachsenen Alkohollobby ansehen müssen, die sie zum Maßhalten auffordern.

Dazu ein Kommentar aus den Stuttgarter Nachrichten: „Nüchtern ist das ja fast nicht zu ertragen: Baden-Württemberg schafft ein Verbot ab,  das gewirkt hat, auf das es stolz sein könnte. Die Zahl der jungen Komasäufer ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen, die Polizei hat so gut wie keine Probleme mehr mit Trinkgelagen an Tankstellen. Und was machen die Grünen? Entdecken plötzlich den mündigen Bürger, der angeblich nachts um elf an der Tanke unbedingt noch sein Fläschchen Dornkaat braucht. Sonst will uns die Ökopartei ja am liebsten alles Mögliche vorschreiben, aber beim Trinken ist sie hochprozentig liberal. Die Polizei wird das Ganze ausbaden müssen.Vom neuen grünen Sozialminister Manfred Lucha wollen wir dann aber auch keine Kampagnen gegen Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen sehen. Das wäre hinausgeworfenes Geld, denn die Botschaft an die Jugend des Landes ist durch das Kippen des Verbots klar wie ein Klarer: Tanke schön!“ (Rainer Wehaus, Redakteur)


Tabakerzeugnisgesetz und Änderung des Tabakerzeugnisgesetzes

Deutschland hat es tatsächlich geschafft: Die EU-Tabakproduktlinie (TPD2) wurde fristgerecht in nationales Recht umgesetzt! Am 25. Februar 2016 stimmte zunächst der Bundestag für das Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG), am 18. März 2016 folgte der Beschluss des Bundesrates. Die wichtigste Änderung betrifft die Verpackungen: Seit Mai 2016 müssen 65 % der Vorder- und Rückseite von Zigaretten-und Drehtabakpackungen mit Warnbildern und zusätzlichen textlichen Hinweisen bedruckt werden. Darüber hinaus werden sogenannte charakteristische Aromen in Zigaretten und in Tabak zum Selbstdrehen verboten, was insbesondere das Menthol betrifft. Mit dem Gesetz werden erstmals auch elektronische Zigaretten gesetzlich geregelt. 

Der ursprüngliche Entwurf des TabakerzG ging jedoch über die Regelungen der EU-Richtlinie hinaus: Tabakwerbung im Außenbereich und die kostenlose Abgabe von Tabakprodukten sollten verboten werden. Solch eine zusätzliche Regelung ist durchaus möglich, muss aber der EU-Kommission zur Notifizierung vorgelegt werden, d.h. von den anderen EU-Mitgliedstaaten gebilligt werden. Um die Verabschiedung des TabakerzG nicht zu gefährden, wurden diese Regelungen in ein eigenständiges „Gesetz zur Änderung des Tabakerzeugnisgesetzes“ gefasst.

Wie so oft erfuhr der Gesetzentwurf eine erhebliche Weichspülung. Das Außenwerbeverbot soll z.B. erst ab 2020 gelten, auch soll Werbung an den Gebäudeaußenflächen des Fachhandels erlaubt sein. Inzwischen steht das Gesetz vielleicht sogar ganz auf der Kippe: CDU- Abgeordnete äußerten große Vorbehalte. Daraufhin wurde die Lesung des schon im Kabinett verabschiedeten Gesetzentwurfes verschoben. Und der frühere SPD-Sprecher und Sprecher von Bundesminister Olaf Scholz ist nach einem Abstecher zur International Labour Organisation (ILO) ab September 2016 Leiter der Hauptstadtrepräsentanz von Philip Morris.

Alle Dokumente hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), das für die Umsetzung der TPL2 verantwortlich ist, auf seiner Internetseite veröffentlicht: https://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/Gesundheit/NichtRauchen/_Texte/Novellierung_nat_Tabakrecht.html


Uruguay gewinnt gegen Philip Morris im Streit um konsequente Tabakpolitik

Uruguay entwickelt seine Suchtmittelpolitik. Nicht nur, wenn es um Cannabis geht, sondern auch bei der legalen Droge Tabak. Das Weltschiedsgericht in New York hat nach einem sechsjährigen Prozess eine Klage des Tabakgiganten Philipp Morris in vollem Umfang abgewiesen. Der Konzern hatte das Land auf 25 Mio. Dollar Schadensersatz verklagt. Uruguay kann nun seine konsequente Tabakpräventionspolitik weiterverfolgen. Tabaré Vázquez, Onkologe und Präsident von Uruguay, hatte sie 2008 während seiner ersten Amtszeit eingeführt. Mit dem Schiedsspruch bleibt nun das Rauchen in Restaurants und vielen Gebäuden verboten, Tabakwerbung ist ebenfalls verboten und die Packungen sind mit großen und deutlichen Warnhinweisen versehen.

Auch in Nepal war die Tabakindustrie vor Gericht gezogen, um bildliche Warnhinweise in Größe von 75 % der Packungsoberfläche zu verhindern. Auch dort scheiterte sie, denn das höchste Gericht Nepals wies die Klage mit der Begründung ab, dass die öffentliche Gesundheit und das öffentliche Interesse zu berücksichtigen seien.

Im Prinzip halten Länder wie Uruguay und Nepal nur ein, wozu sich 168 Staaten mit der Unterzeichnung des WHO Rahmenabkommens zur Tabakkontrolle verpflichtet haben. Leider sind nicht alle so konsequent, leider sind nicht alle so unkorrupt und leider haben nicht alle die Nerven, der klagefreudigen Tabakindustrie die Grenzen zu zeigen.

Mehr dazu unter: https://amerika21.de/2016/07/156056/sieg-gegen-philip-morris,
http://www.aerztlicher-arbeitskreis.de/files/mitteilungen_des___arg_nr._47.pdf (S.5)


Rausch - Mittel - Sucht - Politik

„Der totale Rausch“

Norman Ohler, Autor dieses Buches über Drogen im Dritten Reich, arbeitet einerseits die Bedeutung von Drogen für Hitler und weiteres NSDAP-Geschmeiß, andererseits für die „gute Stimmung“ der Bevölkerung in der Vorkriegszeit sowie für die ‚Leistungen‘ der Wehrmacht im folgenden Kriegsgeschehen heraus. http://web.de/magazine/politik/totale-rausch-adolf-hitler-drogen-30953394

Das Ganze birgt keine wesentlichen neuen Grunderkenntnisse, ist jedoch hoch interessant verfasst und in vielen Details vertieft. Unter der Überschrift „Eine Gesellschaft im Vollrausch“ befasst sich der oben verlinkte Beitrag zu diesem Buch mit der Bedeutung von Methamphetamin („Crystal Meth“) für die deutsche Vorkriegsgesellschaft. Im Nachkriegsdeutschland beider Seiten wurde Methamphetamin dann so erfolgreich mit Alkohol bekämpft, dass sich die Gesellschaft bis heute im Vollrausch befindet. Jetzt nur eher nach unten, als nach oben gedopt.

Wir verlosen ein Exemplar dieses Buches unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 31. August 2016 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Deutschland). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


Deutschland: Bedrohungslage übertrieben?

Mit 132.745 Rauschgift-Konsumenten-Delikten weist die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2015 einen neuen Fahndungsrekord auf. http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/2016/pks-2015.pdf;jsessionid=B3428F3102B0CD9F2209E71CFB17BE1C.2_cid295?__blob=publicationFile

Dabei stellen Polizei und Drogenpolitik einstimmig heraus, dass die Mehrzahl dieser Verfahren nach erheblicher Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaften eingestellt wird.

Vor diesem Hintergrund wirken Berichte,  marodierende Rockergruppen würden „eine Renaissance“ erleben, denn die "Polizei verfüge nicht über die nötigen Kapazitäten, und die Behörden hätten viele andere Baustellen im Blick, etwa den islamistischen Terrorismus“, fast wie Panikmache. http://www.n-tv.de/panorama/Rockergruppen-erleben-Renaissance-article18290751.html


 „Düsseldorfer Kreis“: Gauselmann verärgert

In der Glücksspielbranche zeichnet sich eine Entwicklung ab, wie sie die Zigarettenindustrie in Deutschland längst vollzogen hat. Dort gibt es einen Lobbyverband (Deutscher Zigarettenverband e.V.), dem ausgerechnet der Marktführer nicht angehört. Philip Morris betreibt seine Lobbyarbeit lieber mit eigenen Strategien.

Unlängst gründete sich also ein Lobbyverband der Glücksspielindustrie, dem ausgerechnet Gauselmann als einer der Marktführer nicht angehört. Entsprechend verärgert ist der Herrscher aus Espelkamp. Seinen Gram nicht mildern wird der Umstand, dass ein von ihm über lange Jahre bezahlter ‚Experte‘ nunmehr für die Konkurrenz Strategien entwirft, die wirksame Begrenzungen des Automatenspiels verhindern können.
downloadZeitungsartikel


Verbraucherschutz

Energierisikodrinks

Auf Platz 3 und 5 der erfolgreichsten österreichischen Unternehmen finden sich derzeit mit Novomatic und Casinos Austria zwei Unternehmen des organisierten Glücksspiels auf den vorderen Plätzen. Die mit Abstand unumstrittene Nummer 1 aber nennt sich nicht etwa probably (statt Carlsberg), sondern Rasenballsport (statt Red Bull), wenn sie Werbebeschränkungen unterlaufen will. Das weltweite Sponsoring dieser Firma konzentriert sich auf die teuersten (Fußball, Formel 1) und riskantesten (lebensgefährliches Fliegen, Springen, Rasen usw.) Sportarten. Und ganz im Gegensatz zu dem Rasenballsport-Trick ist diese Strategie sogar ehrlich und authentisch: Die klebrige Koffeinbrause ist extrem teuer und ihr Konsum birgt Risiken.

Eine betroffene Konsumentin fasst zusammen, das Zeug solle „wie Alkohol und Zigaretten behandelt werden“. Aus deutscher Sicht müssen wir da lediglich anfügen, dass eine zigarettengleiche Behandlung dieser Getränke sicher sinnvoll ist, eine Gleichstellung zu Alkohol sich in Deutschland jedoch nicht anbietet. Schließlich wird Alkohol hierzulande ebenso bedenkenlos wie Brause verkauft und getrunken.
http://web.de/magazine/gesundheit/20-dosen-energy-drink-red-bull-britin-alkoholikerin-gehalten-31604706


Jugendhilfe

Lebenssituation und Bedürfnisse von minderjährigen Flüchtlingen

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis“ 3/2016 ist als erstes von zwei Heften einem Thema gewidmet, das die Jugendhilfe jetzt schon elementar, die Suchthilfe absehbar in Zukunft prägen wird. Wir verlosen zwei Exemplare unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 31. August 2016 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Minderjährige). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm. Hinzu fügen wir noch jeweils die Ausgabe 1/2016 der Zeitschrift zur „Prävention islamistischer Radikalisierung bei Jugendlichen“. 


Leistungs- und Kostenträger und -erbringer

Komorbide Suchtprobleme

Unlängst veröffentlichte die Deutsche Rentenversicherung Bund zu diesem Thema eine Broschüre, die neben allgemeinen Informationen zu substanzbezogenen Störungen vor allem Praxisempfehlungen zum Umgang mit komorbiden Suchtproblemen in  der somatischen und psychosomatischen Rehabilitation vorstellt. Diese wurden in einem Forschungsprojekt der DRV-Bund vom Universitätsklinikum Freiburg, der Klinik Niederrhein Bad Neuenahr und den Kliniken Wied entwickelt. Die Broschüre ist bestellbar und im Internet abrufbar:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/3_Infos_fuer_Experten/01_sozialmedizin_forschung/01_sozialmedizin/06_publikationen_veranstaltungen/2016_09_26_praxisempfehlungen.html.

Zudem findet am 26. September 2016 eine entsprechende Veranstaltung zur Implementierung statt, zu der insbesondere Vertreter/-innen somatischer und psychosomatischer Kliniken eingeladen sind.

Die DRV-Bund regt Suchthilfeeinrichtungen an, die Broschüre zu nutzen, um den Kontakt zu somatischen oder psychosomatischen Rehabilitationseinrichtungen in ihrer Nähe zu intensivieren.


Bundesteilhabegesetz: Nachbesserung jetzt!

Es befindet sich gerade in seiner „heißen Phase“: Das Bundesteilhabegesetz. Nach dem Referentenentwurf liegt auch schon der Kabinettsentwurf zum BTHG vor. Hierzu hat ein Verbändebündnis aus Deutschem Behindertenrat, Fach- und Wohlfahrtsverbänden sowie dem DGB seinen Aufruf „Nachbesserung jetzt“ vorgelegt. Deutlich wird dabei, dass auch Gesetze, die der Leistungsverbesserung und -systematisierung dienen sollen, auch auf das Gegenteil zu untersuchen sind: Leistungsminderungen. http://www.deutscher-behindertenrat.de/ID185326 


Sport

Olympia: Ein Gefühl von Brechreiz

„Wer die Wahrheit spricht, braucht ein schnelles Pferd“. Diese chinesische Weisheit muss derzeit Julia Stepanowa erleben. Als Informantin gegen das Staatsdoping in der russischen Föderation ist sie, anders als ein großer Teil der Sportler aus diesem Dopingsystem, selbstverständlich nicht zu den olympischen Spielen zugelassen. http://www.sport.de/news/ne2338183/umgang-mit-stepanova-empoert-die-sportwelt/

Einen zweiten schriftlichen Anlauf der Russin, ihr eine Starterlaubnis zu erteilen, hat das Internationale Olympische Komitee nicht einmal mehr diskutiert. https://www.leichtathletik.de/news/news/detail/yuliya-stepanova-scheitert-erneut-mit-rio-starterlaubnis/

Ganz schön kaltschnäuzig, denken Sie? Wer über die Macht des IOC verfügt, der muss nicht  Recht haben. Er ist das Recht. Und so nehmen einerseits Sportler/-innen aus dem System des Staatsdopings an Olympia teil, andererseits wird möglichen weiteren Informanten sehr klar gemacht, die Geschäfte des IOC bitte nicht mit Dopinginformationen zu stören. Hierzu der Trainer der deutschen Gewichtheber bei Olympia: „Das System ist krank. Das ganze System ist korrupt.“ http://web.de/magazine/sport/olympia/weltrekorde-77-kg-klasse-mueller-platz-31798394  

Und dann gibt es da ja noch dieses andere Sprichwort bezüglich Fischköpfen:
http://www.spiegel.de/sport/sonst/olympiasieger-robert-harting-ich-schaeme-mich-fuer-thomas-bach-a-1104798.html

Nicht nur krank, sondern lebensgefährlich, müssen wir hinzufügen. Für Dope und für Anti-Doper. Frau Stepanowa fürchtet nachvollziehbar um ihr Leben.
http://web.de/magazine/sport/olympia/olympia-2016-julia-stepanowa-fuerchtet-leben-3180869


Das besondere Zitat

„Eine Droge auf Staatskosten durch eine andere zu ersetzen - das geht nicht.“

Vom 11. bis zum 21. Juli traten 40 Häftlinge des Würzburger Gefängnisses in den Hungerstreik. Nicht zum ersten Mal, dies geschah bereits vier Jahre zuvor. Zu ihren Forderungen zählte auch die Möglichkeit der Substitution für Heroinabhängige, die Anstaltsleiter Hutter mit obigem Zitat kommentierte.
http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/40-Haeftlinge-im-Wuerzburger-Gefaengnis-treten-in-Hungerstreik-id38462432.html

Sehr geehrter Herr Hutter:

das geht schon. Das geht sogar ganz ausgezeichnet, unter anderem in sechs Bundesländern. Es hilft auch, die seit Jahren steigende Zahl der Drogentoten zu vermindern.

http://ggbo.de/bayrische-staatsregierung-auf-konfrontationskurs/

https://www.aidshilfe.de/meldung/gedenktag-drogentote-handelt-politik

Anmerkung: Jeder Fachmann weiß, „daß die Todesrate unter Methadon, wenn man große und verschiedene Zahlenreihen miteinander vergleicht, die niedrigste ist. Die zweitniedrigste Rate liegt bei Patienten aus drogenfreien stationären Einrichtungen, die höchste Rate bei unbehandelten Gefangenen.“ Das Zitat entstammt dem folgenden Artikel aus dem Jahr 1987. Ausführlich befasst er sich mit den Argumenten Für und Wider Substitution. Heute, beinah 30 Jahre später gelesen, gibt er uns Gelegenheit zu der Erkenntnis, dass sich die Strategien, die drogenpolitische Entwicklung zu verschnecken, überhaupt nicht geändert haben.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13526230.html


Aus aller Welt

Ozzy Osbourne hat Sexsucht

http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/boulevard_nt/article157481896/Sharon-Osbourne-steht-zu-Ozzy.html

Und wir dachten immer, es sei etwas normales, Alkohol, Kokain oder etwa die genannte Koloristin.


Geschenke (Die Inhaltsangaben zu Sachbüchern entstammen den Verlagsbeschreibungen.)

Walter, Sollberger, Euler: Persönlichkeitsstörungen und Sucht

Der Band widmet sich dem Thema der Komorbidität von Suchterkrankungen mit Persönlichkeitsstörungen. Entsprechende Diagnosen haben erhebliche Auswirkungen auf die Therapie. Das Buch stellt verschiedene Persönlichkeitsstörungen und Suchterkrankungen vor und ordnet beide Störungsbilder einander zu. Anschließend werden Therapieindikationen und Möglichkeiten der fallbezogenen Psychotherapie für diese Doppeldiagnose entwickelt und diskutiert.
http://www.kohlhammer.de/wms/instances/KOB/appDE/E-Books/Persoenlichkeitsstoerungen-und-Sucht-978-3-17-026097-9/

Wir verlosen drei Exemplare unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 31. August 2016 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Persönlichkeitsstörungen). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm


Tobias Effertz: Die volkswirtschaftlichen Kosten gefährlichen Konsums. Eine theoretische und empirische Analyse für Deutschland am Beispiel Alkohol, Tabak und Adipositas

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist übergewichtig oder krankhaft fettleibig, fast ein Drittel raucht und der deutsche Alkoholkonsum erreicht im internationalen Vergleich Höchstwerte. Diese Konsummuster schädigen nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Familien und in großem Umfang die Sozialversicherung. Für die Höhe der Kosten des gefährlichen Konsums gab es bisher nur unvollständige Schätzungen. Das Buch beantwortet die Frage, wie stark Rauchen, Alkohol und Adipositas die einzelnen Sozialversicherungen wie Renten- und Krankenversicherungen belasten und in welchem Umfang Partner und Kinder mitbetroffen sind.
https://www.peterlang.com/view/product/22808?rskey=hqqqt4&result=2

Wir verlosen ein Exemplar unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 31. August 2016 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Konsumkosten). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm


Die vorausgehend ausgelobten Bände des  „Jahrbuch Sucht 2016“ gingen an Gudrun Hennke (Hamm), Petra Juhn (Pforzheim) und Volker Stäbler (Röderland). Der BandSchwer erreichbare junge Menschen. Eine Herausforderung für die Jugendsozialarbeit“  ging an Kristina Röhlig (Saalfeld) und die CD von Prince Roger Nelson erhielt Helmuth Leupolz (Weingarten).  Herzlichen Glückwunsch! 


Und noch sehr schöne Sommertage 

wünscht Ihnen

Ihr Dr. Raphael Gaßmann


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Internationale Zusammenarbeit

Die DHS steht im fachlichen Austausch mit europäischen Partnerorganisationen. Sie kooperiert mit Gremien und Dienstellen der EU und der WHO, die mit suchtrelevanten Themen beschäftigt sind sowie mit Vereinen und Verbänden auf internationaler Ebene, die gleiche oder ähnliche Aufgaben wie die DHS übernommen haben. Dabei steht besonders die Entwicklung wirksamer Strategien zur Senkung der durch Alkohol und illegale Drogen verursachten gesundheitlichen und sozialen Folgen im Mittelpunkt.

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