DHS - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
Newsletter 5-2017  

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sie haben lange nichts auf diesem Weg von uns gehört, wenn wir einmal von Meldungen zur vergangenen Aktionswoche Alkohol und zur kommenden DHS Fachkonferenz „Sucht und andere Themen“ absehen. Besonders die Aktionswoche Alkohol hat uns in vielfacher Weise beschäftigt. Das lag nicht zuletzt an ihrer bislang ungekannten überregionalen Medienpräsenz. Vielleicht hat da auch der über ein Jahrzehnt stete Tropfen den Stein gehöhlt. Ganz sicher aber können wir inzwischen, was Bevölkerung und Medien angeht, ein deutlich gestiegenes Verständnis für Alkohol auch als Problemursache feststellen. Stück für Stück wird sich dies auch in einer geänderten Einstellung der Gesundheitspolitik widerspiegeln. Allen Veranstalter/-innen sei an dieser Stelle für ihren Beitrag herzlich gedankt. Wir hoffen, dass Ihre Teilnahme an der Aktionswoche Alkohol 2017 auch aus Ihrer Sicht ein voller Erfolg war und freuen uns über Ihre entsprechenden Rückmeldungen auf https://www.soscisurvey.de/awa2017


Aus der DHS

DHS Fachkonferenz SUCHT 2017: Sucht und andere Themen

Sucht ist nicht gleich Sucht. Sucht ist verwoben mit Problemen, die ihr vorausgehen oder Neben-, Folge- oder Wechselwirkung sind. Die individuellen Schwierigkeiten der Betroffenen erwachsen aus sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bezügen, in denen die Menschen leben. So stehen Behandelnde, Beratende und Forschende vor der Herausforderung, die Sucht mit ihren vielen Facetten zu sehen - auch mit allem, was ihr vorbeugt.

Die DHS Fachkonferenz SUCHT unter dem Titel „Sucht und andere Themen“ soll zeigen: Sucht ist mehr als körperliche und psychische Abhängigkeit. Sie ist auch mehr als eine „Substanzgebrauchsstörung“. Wir möchten den Blick öffnen für das Spektrum an Themen, Aufgaben und Herausforderungen, die regelmäßig oder häufig mit Sucht verbunden sind. Dazu zählen u.a. die Aspekte um Angehörige, Arbeit, Ausgrenzung, Geschlecht, Gewalt, Haft, Komorbidität, Migration, soziale Ungleichheit, Trauma und Wohnungslosigkeit.

Wie gehen die Fachkräfte mit den besonderen Umständen der Betroffenen um? Welche Ansätze gibt es in Beratung, Behandlung und Selbsthilfe, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden und Betroffene wirksam zu unterstützen? Welche Kooperationen bestehen und auf welche Netzwerke und Fachwissen kann zurückgegriffen werden?

Die DHS Fachkonferenz SUCHT 2017 soll in dieser Diskussion aufzeigen, dass Hilfestellungen umfassend sein müssen. Mal braucht es z. B. zunächst die soziale Unterstützung vor der medizinischen Behandlung, mal andersherum. Der bisweilen fast akrobatische Akt mit all den Facetten um Sucht ist die Kunst der Beratenden und Behandelnden. Wir freuen uns, Sie in Essen begrüßen zu dürfen.

Viele von Ihnen haben den Einladungsflyer der Fachkonferenz bereits von uns erhalten. Sollten Sie ihn noch nicht haben, können Sie ihn bei Frau Kaldewei (kaldewei@dhs.de) anfordern oder auf unserer DHS Homepage (www.dhs.de) einsehen. Anmeldungen sind unter www.dhs.de/dhs-veranstaltungen/anmeldung.html möglich.


Aktionswoche Alkohol vom 13. bis 21. Mai - Dank an alle Aktiven

Die diesjährige Aktionswoche Alkohol ist beendet. Zeit, Danke zu sagen! Der Dank gilt allen Veranstaltern und Engagierten, Ehrenamtlichen und Beteiligten, Förderern und Partnern - nicht zuletzt der BARMER und der DRV Bund - für die gelungenen und kreativen Aktionen! Sie alle machen aus der Aktionswoche Alkohol mit den über 1.200 registrierten und vielen nicht registrierten Veranstaltungen erst das, was sie ist: Eine einzigartige Präventionskampagne, die auf Freiwilligkeit, Bürgerengagement und Selbsthilfe setzt.

Unser Schwerpunktthema fand breite Zustimmung. So wurde fast jede sechste Veranstaltung während der Aktionswoche unter dem Motto „Kein Alkohol unterwegs!“ durchgeführt. Entsprechend großer Beliebtheit erfreuten sich die thematisch ausgerichteten Materialien: Jeweils 50.000 Exemplare des Flyers „Alkohol im Straßenverkehr“ sowie der Give-Aways „Parkscheiben“ und „Schnappbänder“ waren innerhalb kurzer Zeit, ebenso wie auch die Plakate zum Schwerpunktthema, vergriffen. In den Medien war die Aktionswoche so präsent wie noch nie: DPA, Spiegel Online, Tagesschau, heute.de, Volle Kanne und Mona Lisa (ZDF), WDR5 etc. berichteten. Diesjährig haben fünf deutschsprachige Länder eigene Aktions- bzw. Dialogwochen Alkohol ausgerichtet. Ganz neu dabei: Luxemburg und Österreich. Die fünf Gesundheitsminister/-innen haben zudem eine gemeinsame Erklärung zur Alkoholprävention veröffentlicht (http://www.aktionswoche-alkohol.de/fileadmin/user_upload/pdf/
Gesundheitsquintett_Statement_Aktionswoche_Alkohol.pdf
).

In ganz Deutschland - von Aachen bis Cottbus, von Kiel bis Konstanz - haben die Veranstalter zahlreiche kreative Aktionen auf die Beine gestellt. Sie ließen an Ständen und bei Veranstaltungen Menschen mit Rauschbrillen über einen Parcours torkeln, ein Alkoholquiz lösen, alkoholfreie Cocktails schlürfen, den Selbsttest zur Überprüfung des eigenen Alkoholkonsums studieren und kamen mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch.

Impressionen der Aktionen in den deutschsprachigen Ländern finden Sie hier:

Liechtenstein: https://www.duseschtwia.li/projekte/dialogwoche-alkohol/dialogwoche-alkohol-2017

Luxemburg: http://aktionswoche-alkohol.lu/de/ziel-und-hintergrund

Österreich: http://www.dialogwoche-alkohol.at/wp-content/uploads/2017/08/Schlussbericht.pdf

Schweiz: www.alcohol-facts.ch/de/dialogwoche-und-kampagne/dialogwoche/dialogwoche-2017


Umfrage zur Aktionswoche Alkohol 2017 online

Um die Aktionswoche Alkohol laufend zu verbessern, wünschen wir uns herzlich Ihre Rückmeldungen. Durch die Umfragen zu den vergangenen Aktionswochen konnte Bewährtes beibehalten sowie Potenziale erkannt und ausgebaut werden. Daher würden wir uns freuen, auch in diesem Jahr von möglichst vielen Veranstaltern (und Besuchern) zu hören. Den Fragebogen finden Sie unter: https://www.soscisurvey.de/awa2017/

Die bisherigen Evaluationen aus den Vorjahren - und ab Herbst auch die aktuelle - finden Sie hier: www.aktionswoche-alkohol.de/die-aktionswoche/rueckblick/


App „Trinktagebuch“ aktualisiert

Die mit der Unterstützung des BKK Dachverbandes und des BKK Landesverbandes Bayern erstellte App „Trinktagebuch“ unterstützt Menschen dabei, Ihren Alkoholkonsum zu beobachten. Die App wurde bereits 2015 veröffentlicht und hat ein ausgezeichnetes Feedback erhalten. Nun wurde sie aktualisiert und steht Ihnen weiterhin kostenlos im App Store und Google Play Store zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter www.trinktagebuch.org.


Veröffentlichungen

Vorstellung des DHS Jahrbuch Sucht 2017 in Berlin

Am 11. April 2017 haben wir das DHS Jahrbuch Sucht 2017 in Berlin vorgestellt. In der Pressekonferenz wurden neben den aktuellen Daten und Zahlen die Themen „Tabak und E- Zigaretten“ von Dr. Martina Pötschke-Langer sowie „Medikamentenabhängigkeit - ein übersehenes Problem“ von Prof. Dr. Gerd Glaeske vertreten. Die Pressemeldungen können unter http://www.dhs.de/start/startmeldung-single/article/dhs-jahrbuch-sucht-2017-erschienen.html abgerufen werden.

Wie das umfangreiche Medienecho zeigt, besteht ein großes Interesse der Öffentlichkeit an den vorgestellten Themen. Die folgenden Links sind eine Auswahl der Medienberichte im TV https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-278157.html https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/zdf-morgenmagazin-clip-17-210.html

und Print/Online

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/jahrbuch-sucht-so-viel-alkohol-trinken-die-deutschen-a-1142831.html

https://www.welt.de/gesundheit/article163629135/Drei-Millionen-Deutsche-haben-ein-Alkoholproblem.html

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/drogen-viel-alkohol-aber-weniger-zigaretten-1.3460345

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/jahrbuch-sucht-zieht-bilanz-ueber-
das-suchtverhalten-bei-deutschen-14967699.html

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-04/jahrbuch-sucht-2017-tabak-
marlene-mortler-tabakwerbung

http://www.bild.de/ratgeber/gesundheit/sucht/jahrbuch-sucht-2017-51245620.bild.html

http://www.heute.de/mehr-zigaretten-und-gleich-viel-alkoholkonsum-in-deutschland-laut-sucht-studie-46957072.html


Suchtprävention in der Heimerziehung - Handbuch zum Umgang mit legalen wie illegalen Drogen, Medien und Ernährung

In Einrichtungen der öffentlichen Erziehung ist es für Pädagoginnen und Pädagogen eine herausfordernde Aufgabe, mit riskantem Konsumverhalten der Kinder und Jugendlichen angemessen umzugehen. Doch was ist „riskant“? Wie können Fachkräfte auf welches Konsumverhalten frühzeitig und erfolgversprechend reagieren?

Das Handbuch nimmt diese Fragen praxisorientiert auf. Konkrete Tipps können sofort im Arbeitsalltag erprobt und angewandt werden. Anregungen helfen, einzelne Bausteine oder ein Gesamtkonzept zur Gesundheitsförderung und Suchtprävention in das bestehende pädagogische Konzept der Einrichtung zu integrieren. Und: Fachkräfte der Suchthilfe und Suchtprävention können über die Arbeitshilfe das Gespräch mit Fachkräften der Jugendhilfe suchen und Unterstützung anbieten.

Das Handbuch wird von der DHS und Nadja Wirth herausgeben - in Kooperation mit dem LWL-Landesjugendamt Westfalen, gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit.  

Die Arbeitshilfe für die Praxis kann ab sofort bei der DHS unter http://www.dhs.de/informationsmaterial/bestellung.html informationsmaterial/bestellungund der BZgA (order@bzga.de) kostenfrei bestellt werden.

Ein Download steht unter www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/Suchtpraevention_Heimerziehung.pdf zur Verfügung.


„Rauchen ist riskant“ und „Kiffen ist riskant“ - Zwei neue Broschüren in Leichter Sprache

Mit den Broschüren „Rauchen ist riskant“ und „Kiffen ist riskant“ sind zwei weitere Titel in der DHS Reihe „Ein Heft in Leichter Sprache“ erschienen. Das Netzwerk Leichte Sprache setzt die Standards: Einfache Sätze, möglichst in einer Zeile. Positive Satzaussagen, keine Verneinungen. Rund 20 Zeilen auf einer Seite in großer Schrift und mit möglichst zwei Absätzen. Keine Bindestriche. Keine Klammern.
Wie in der bereits erfolgreichen Broschüre „Alkohol ist gefährlich - Ein Heft in Leichter Sprache“ werden Konsum und Risiken angesprochen. Wie wirkt Tabak, wie wirkt Cannabis und welche Folgen können damit verbunden sein. Hinweise auf Hilfeangebote und Telefonnummern ergänzen den Text.

Die Broschüren stehen als Download zur Verfügung www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/2017_-_Rauchen_ist_riskant.pdf bzw. www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/2017_-_Kiffen_ist_riskant.pdf und können auch in größerer Stückzahl kostenfrei bei der DHS bestellt werden: www.dhs.de/informationsmaterial/bestellung.html


Videoreihe Medikamente und Sucht

Die DHS hat acht Filme zum Thema Medikamente und Sucht veröffentlicht. Die jeweils etwa zweiminütigen Clips richten sich vor allem an Interessierte, Angehörige und Betroffene und informieren über Themenbereiche wie Vorbeugung, Abhängigkeit, Therapie und Selbsthilfe.

Entstanden sind die Videos im Rahmen des Projekts „Suchtprävention und Selbsthilfe“ mit der BARMER. Sie ergänzen unser schriftliches Informationsangebot zum Thema und stehen auf der Internetseite www.Medikamente-und-Sucht.de bereit. Zudem haben wir auf unserem Youtube-Kanal eine Playlist der Videoreihe angelegt: https://www.youtube.com/playlist?list=PLGWyDlx2vqVvLqv4lK2tJHUVtFu2O_fgt


„Luis und Alina - Wenn die Eltern trinken“

Luis und Alina schreiben ihr Tagebuch. Ihr Vater trinkt. Das bestimmt den Familienalltag. Den Tagebüchern vertrauen sie ihre Gedanken und Wünsche an. Immer müssen sie Rücksicht nehmen. Auf den Vater. Auf die Mutter, die gern mehr machen möchte, als sie kann. Versprechungen werden nicht eingehalten…

Mit der Broschüre „Luis und Alina“ wird das Familienleben 10- bis 15-jähriger Kinder aus suchtbelasteten Familien thematisiert. Sie ist zur Weitergabe an Kinder Suchtkranker gedacht.

Das Begleitheft zur Broschüre „Luis und Alina“ vermittelt Fachkräften und Ehrenamtlichen im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen sowie Angehörigen die besonderen Probleme Kinder Suchtkranker. Auch finden sich Hinweise zur Kontakt- und Gesprächsaufnahme - und deren Grenzen.

Beide Publikationen können Sie bei der DHS kostenfrei, auch in größerer Stückzahl, unter http://www.dhs.de/informationsmaterial/bestellung bestellen.

Unter http://www.dhs.de/informationsmaterial/broschueren-und-faltblaetter.html stehen beide Broschüren zum Download bereit.

Weitere Hilfen für Kinder Suchtkranker, für Eltern mit Suchtproblemen, für erwachsene Angehörige Suchtkranker, für Fachkräfte und andere Multiplikatoren finden Sie auf der Internetseite der DHS unter der Rubrik „Einrichtungssuche“.


Leitfaden Sozialrecht

Unlängst erschien die Ausgabe 2017 des Leitfadens Sozialrecht von Rüdiger Lenski. Das Standardwerk berücksichtigt nunmehr das zu Beginn 2017 in Kraft getretene Bundesteilhabegesetz (BTHG). Das Dokument steht zur freien Nutzung als Download bereit. https://fdr-online.info/wp-content/uploads/2017/02/ReaderSozialrecht2017.pdf 


Veranstaltungen

DHS Fachkonferenz SUCHT 2017 (Essen, 9. bis 11. Oktober)

„Sucht und andere Themen“ lautet das Leitmotiv unserer Fachkonferenz SUCHT 2017 vom 9. bis 11. Oktober in der Philharmonie Essen. Wir haben die Tagung vorne bereits vorgestellt.

Die Tagungsgebühr beträgt 230 Euro.

Das ausführliche Programm auf unserer Internetseite: http://www.dhs.de/start/startmeldung-single/article/
57-dhs-fachkonferenz-sucht-vom-09-11102017-in-essen.html

http://www.dhs.de/dhs-veranstaltungen/anmeldung.html

Sie können sich direkt anmelden, um sich einen Platz zu sichern. Wir freuen uns, mit Ihnen zu diskutieren.


DHS Symposium beim Deutschen Suchtkongress 2017 (Lübeck, 18. bis 20. September)

Der Deutsche Suchtkongress 2017 findet vom 18. bis 20. September diesen Jahres in Lübeck statt. Neben Plenarvorträgen und Symposien wird wie gewohnt eine ausführliche Posterausstellung und
-führung stattfinden. Die DHS ist mit einem Symposium vertreten, das ein versorgungsnahes Thema aufgreift: „Ambulante Suchtkrankenversorgung - Beratung - Behandlung - Netzwerkarbeit“.

Die Tagungsgebühr beträgt 260 Euro.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter: www.suchtkongress2017.de


29. Jahrestagung des Fachverbands Glücksspielsucht (Berlin, 30. November/1. Dezember)

Der Veranstalter ist dafür bekannt, gerne auch über den eigenen Tellerrand zu schauen. So beginnt die Tagung mit einem Vortrag „In der Maschinenzone. Eine Studie über die ingenieurmäßige Erzeugung von Glücksspielsucht.“ Die Foren befassen sich u.a. mit der „Beziehung Patient - Therapeut“ und „Stationäre Behandlung Glücksspielabhängiger (osteuropäischer) Migranten“ oder „Das Instrument der Selbstsperre: Erfahrungen und Perspektiven“. Der zweite Tag beginnt mit „‘Der Spieler und der Psychiater‘ - Sozialpsychiatrische Perspektiven“. Die anschließenden Kurzvorträge sind „Aus der Praxis für die Praxis“.

Die Teilnahmegebühr beträgt 110 Euro.

www.gluecksspielsucht.de/index.php


Ausschreibung

Die HLS sucht eine Geschäftsführerin / einen Geschäftsführer

Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) sucht zum 1. Januar 2018 eine Nachfolgerin / einen Nachfolger für den bisherigen Stelleninhaber.

Die HLS ist die Dachorganisation für Suchtprävention, Suchthilfe und Suchtselbsthilfe in Hessen. Als Teil der Freien Wohlfahrtspflege koordiniert und vernetzt sie die vielfältigen Partner in der Suchtarbeit. Sie verfügt über eine hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle mit derzeit 9 Mitarbeitenden. Sie wird vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert. Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2017, weitere Informationen finden Sie unter www.hls-online.org/service/stellenangebote/geschaeftsfuehrerin-geschaeftsfuehrer/


Prävention

Passivtrinken

Als Ergebnis eines DHS Pressegesprächs mit dpa erschienen vor kurzem Meldungen zum Thema „Passivtrinken“. Der Begriff geht auf das Jahr 2010 zurück und wurde vom Europäischen Dachverband EUROCARE zur Bezeichnung der sozialen Kosten des Alkohols benutzt. Passivtrinken meint sowohl die Schäden, die unmittelbar wie mittelbar durch den Alkoholkonsum anderer entstehen. 

https://en.wikipedia.org/wiki/Passive_drinking

http://www.eurocare.org/library/press/eurocare_events/the_social_cost_of_alcohol_passive_drinking_
2_february_2010/seminar_report

Die entsprechende Berichterstattung in Deutschland erfolgte außergewöhnlich differenziert. www.azonline.de/NRW/2924958-Gesundheit-Suchtexperte-Kinder-leiden-unter-Passivtrinken


Keine Entwarnung: Jeder siebte Deutsche stirbt am Rauchen

Die Erfolge in der Tabakprävention müssen fortgeschrieben werden. So sagen die aktuellen Daten zum Rauchverhalten in Deutschland. Noch immer liegt Deutschland unter den Top Ten der Staaten mit den meisten Rauchern - weltweit. Hauptprobleme: Die Verfügbarkeit an Tankstellen, die vergleichsweise niedrigen Preise sowie nicht zuletzt die Zigarettenwerbung in Deutschland. www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/rauchen-jeder-siebte-deutsche-stirbt-am-tabakkonsum-a-1142121.html


Tabak- und Alkoholprävention: Deutschland weit hinten

Die „European Conference on Tobacco or Health“ des Dachverbands der europäischen Krebsligen stellte unlängst ihre neue Tabakkontroll-Skala vor. Zwischen 2005 und 2016 sind danach erhebliche Fortschritte in der Tabakprävention zu verzeichnen, die sich auch an deutlich gesunkenen Raucherquoten ablesen lassen. Allerdings nehmen unter den 35 dargestellten Ländern Deutschland und Österreich die beiden letzten Plätze ein. https://www.aerzteblatt.de/archiv/188246/Tabakkontrolle-in-Europa-Schlusslicht-Deutschland

Dabei weiß die Drogenbeauftragte der Bundesregierung genau um die Schäden durch Tabakprodukte und um die Wirkung von Werbebeschränkungen: „Es kann doch nicht sein, dass wir mit einigen Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt Tabakprävention in Schulen machen, es aber gleichzeitig zulassen, dass die Unternehmen mit einem Vielfachen unseres Budgets auf dem Schulweg unserer Kinder Tabakwerbung aufstellen.“ Dabei sei wissenschaftlich belegt, dass Tabakwerbung gerade bei Jugendlichen wirke. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/rauchen-drogenbeauftragte-will-werbeverbot-durchsetzen-a-1134486.html 

Doch das geplante Außenwerbeverbot, mit dem endlich auch eine Beschränkung der Kinowerbung für Tabakprodukte in Kraft treten sollte, scheitert bislang offensichtlich an Wirtschaftsinteressen. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/73077/Mortler-will-Verbot-der-Tabakaussenwerbung-noch-vor-der-Wahl

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.bundestag-verbot-der-tabakwerbung-gescheitert.edc6b751-63a5-4c27-918c-3a6079f9e430.html

Dies hat inzwischen sogar die TV-Satire inspiriert: https://www.youtube.com/watch?v=ydIfFdumw1E 

Und auch bei der Prävention des schädlichen Alkoholkonsums belegt Deutschland die letzten, bisweilen allerletzten Plätze in Europa.
https://idw-online.de/de/news678947

Auch hier keine Überraschung: Die taschengeldkompatiblen Minipreise für junge Trinkeinsteiger sollen bleiben. http://www.bundestag.de/hib/#url=L3ByZXNzZS9oaWIvMjAxN18wOC8tLzUyNTI1MA==&mod=mod454590

In die politischen Prozesse und Hintergründe, die zu solch gestrigen Entscheidungen führen, gewährt bisweilen der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V. ein wenig Einblick.
http://www.spirituosen-verband.de/fileadmin/introduction/Blaue-Reihe-PDF/BSI-Aktuell-11-2015-PG.pdf

https://www.spirituosen-verband.de/fileadmin/introduction/Blaue-Reihe-PDF/BSI-Aktuell-9-2016-PG.pdf

Lobby funktioniert, gemessen am schlechten Ranking Deutschlands in der Alkoholprävention, ganz ausgezeichnet, und, wie wir wissen, auch auf europäischer Ebene:http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/alkohol-werbung-ein-prosit-auf-die-lobbyisten-von-erab-a-1148227.html


Hessische Landesstelle zu Prävention der Glücksspielbranche

Die Hessische Landesstelle gab unlängst ein Positionspapier zu „Präventionsveranstaltungen der Glücksspielbranche, die sich auch an Suchthilfeeinrichtungen richten“ heraus. Angesichts des Zielkonfliktes zwischen möglichst hohen Umsätzen und einer wirksamen Präventionsarbeit erteilt es gemeinsamen Veranstaltungen eine deutliche Absage. Auch in dieser Branche gilt die Beobachtung, dass ein bedeutender Teil der Umsätze mit kranken Menschen gemacht wird.


Suchthilfe

Suchtberatung für Geflüchtete

Mit Mitteln des Landes Berlin wurde vor einigen Wochen das Beratungsangebot des Drogennotdienstes für Geflüchtete um eine kostenlose Handy-App erweitert. Die neue App soll den Übergang in die Berliner Suchthilfe für Geflüchtete mit Problemen erleichtern. Neben Geflüchteten ist sie auch für alle Betroffenen und deren Bezugspersonen sowie andere Interessierte konzipiert. Die App arbeitet in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Farsi. www.drogennotdienst.org/angebote/guidance-suchtberatung-fuer-gefluechtete/


Video-Dolmetscher in der Drogenberatung

Angesichts einer deutlich gestiegenen Zahl von Menschen, die einerseits die Angebote der Suchthilfe nutzen möchten und auch sollten, jedoch nur geringe Sprachkenntnisse des Deutschen besitzen, scheinen Ansätze interessant, Video-Dolmetscher in die Arbeit der Beratungsstellen zu integrieren. In Hamburg arbeitet gar die JVA Billwerder seit einigen Wochen mit dieser Unterstützung. www.aerzteblatt.de/nachrichten/77220


Wissenschaft

Befragung von Einrichtungen der Psychosozialen Betreuung Substituierter durch den Dachverband Substituierender Ärzte Deutschlands e.V.

Der Dachverband Substituierender Ärzte (DSÄ) führt derzeit eine Befragung von Einrichtungen durch, die eine Psychosoziale Betreuung substituierter Opioidabhängiger anbieten. PSB und Bewo sind der erste und wichtigste Kooperationspartner bei der Substitutionsbehandlung heroinabhängiger Patienten. Ziel dieser bundesweit geplanten Umfrage über den Stellenwert der PSB ist die quantitative und qualitative Abbildung der Beratungstätigkeiten sowie die Erfassung der Wünsche von Sozialarbeiter/-innen aus der PSB an Ärzteschaft und Politik. Angesichts sich ändernder Rahmenbedingungen in der BtmVV und den Substitutionsrichtlinien der Bundesärztekammer erhält die objektive Erhebung von Art und Umfang der Angebote zusätzliche Bedeutung.

In einer ersten Phase der Untersuchung hat der DSÄ die Umfrage unter substituierenden Ärzten durchgeführt. Die Daten dieser Befragung werden derzeit ausgewertet. Nun wendet sich den DSÄ an die Einrichtungen der PSB mit einem gesonderten Fragebogen und bittet um Unterstützung dieser Untersuchung. Alle Auskünfte werden nach datengeschützter Auswertung durch das Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung der Universität Hamburg (ZIS) in die ärztlichen Prozesse zur Qualitätssicherung eingebracht und selbstverständlich allen Umfrageteilnehmer/-innen bekanntgegeben.

Interessierte Einrichtungen können den Fragebogen von der Homepage des DSÄ herunterladen: https://www.dsae.de/kcfinder/upload/files/PSB-Umfrage2.pdf

Ausgefüllte Fragebögen können per Fax oder dem Postweg dem DSÄ übermittelt werden (die Adressen sind im Fragebogen verzeichnet).


Rausch - Mittel - Sucht - Politik

Tabakindustrie in Afrika: Zigaretten als Pausenbrot

Wie aktuelle Untersuchungen zeigen, sind die Raucherzahlen in den Industrieländern seit Jahren rückläufig. Langjährige Kunden sterben und der potenzielle Nachwuchs greift immer seltener zur Zigarette. Nicht so in Afrika: Zwar gibt es auf dem Kontinent vergleichsweise wenige Raucher, allerdings lässt dies ein großes Potenzial für Zigarettenhersteller erkennen. Tabakwerbung soll daher die vielen Nichtraucher ansprechen und Marketingmaßnahmen werden speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. So verteilt die Industrie Zigaretten an Schulkinder und wirbt mit T-Shirts und Kugelschreibern. Von Verantwortung keine Spur.Link zum Artikel: www.zeit.de/wirtschaft/2017-07/tabakindustrie-afrika-raucher-kundengewinnung/seite-2


Medizinisches Cannabis

Seit dem 1. März ist Cannabis in Deutschland erstmals verschreibungsfähig. Das Ärzteblatt hat hierzu wichtige Fragen und Antworten für verordnende Ärzte zusammengestellt. https://www.aerzteblatt.de/archiv/186476

Warum das Therapeutikum in deutschen Apotheken viermal so teuer ist wie in niederländischen, erläutert der Apothekerverband wie folgt: hanfverband.de/nachrichten/news/apothekerverband-verteidigt-hochpreisige-cannabis-blueten


Hungerstreik wegen Cannabis

Deutschlands ausgewiesenster Experte für die medizinische Verwendung von Cannabis, Dr. med. Franjo Grotenhermen, begann am 17. August 2017 einen unbefristeten Hungerstreik. Warum? Lesen Sie selbst: http://www.cannabis-hungerstreik.de

www.softsecrets.com/de/nachrichten/dr-grotenhermen-beendet-hungerstreik/


Uruguay: Verkauf von Marihuana ohne Rezept nunmehr legal

Sorgfältig, so hört man und wirkt es, hat die Regierung von Uruguay internationale Erfahrungen mit einer Entkriminalisierung des Cannabis-Konsums analysiert. Am Ende steht ein Gesetz, dessen Wirkungen zu untersuchen weiterführend sein dürfte.
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/uruguay-apotheken-verkaufen-cannabis-zu-niedrigpreisen-
a-1148213.html

www.aerzteblatt.de/nachrichten/77020


Griechenland legalisiert als sechstes EU-Mitglied Cannabis als Medizin

www.express.co.uk/news/world/824491/Greece-legalises-cannabis-for-medical-purposes


Drogenkonkurrenz

Die zunehmende Verbreitung und Entkriminalisierung des Cannabiskonsums erzeugt offensichtlich Unruhe bei Herstellern alkoholischer Getränke. So kommt es wohl, dass all die Sprüche gegen Beschränkungen des Alkoholverkaufs aus dieser Richtung (verantwortlich trinken, selbstständige Entscheidung mündiger Bürger, Arbeitsplatzsicherung, kein Verbotsstaat u.s.w.) aus Sicht der Alkoholindustrie für Cannabis nicht zu gelten scheinen. Ganz im Gegenteil: Zur Unterstützung des ansonsten so geschmähten Verbotsstaates scheut die US-amerikanische Alkoholindustrie seit Jahren weder Kosten noch Mühen. Eine Entkriminalisierung oder Legalisierung von Cannabis, so die Botschaften, wird nichts anderes als Probleme erzeugen.

http://www.shortnews.de/id/849869/kalifornien-grossspende-der-bierindustrie-fuer-anti-cannabis-kampagne#

https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/gegen-legales-marihuana-brauereien-haben-angst-
dass-kiffer-nicht-mehr-saufen_H1426468245_323023/

http://derwaechter.net/wip-wikileaks-alkoholindustrie-bestach-kongress-um-cannabis-zu-denunzieren

https://theintercept.com/2016/09/14/beer-pot-ballot/

https://www.volksstimme.de/deutschland-welt/wirtschaft/wein-oder-weed-winzer-in-kalifornien-fuerchten-
cannabis-boom

http://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Alkoholindustrie-kaempft-gegen-Cannabis-article19199796.html

Inzwischen schwenkte auch die Pharmaindustrie in diese Kampagne ein.

hanfverband.de/nachrichten/news/usa-schmerzmittel-hersteller-spendet-eine-halbe-million-dollar-gegen-die-Legalisierung


Neuigkeiten aus Mexiko vom Krieg gegen die Drogen

Unter dem Schirm des „Krieg gegen die Drogen“ haben die Morde in Mexiko einen neuen Höchststand erreicht. Zwar wurden in den vergangenen Jahren, wir kennen die einschlägigen Meldungen aus allen Medien, viele hochrangige Kartellchefs festgenommen oder getötet, doch hat diese Strategie laut Experten „nicht zur Schwächung der Drogenmafia geführt, sondern zur ‚weiteren Eskalation der Gewalt‘“. Das Heidelberger Institut für internationale Konfliktforschung bewertet das mexikanische Drama seit 2010 übrigens offiziell als „innerstaatlichen Krieg“. web.de/magazine/panorama/morde-mexiko-ursachen-dramatischen-gewalt-eskalation-32393130


Drogentote und Überlebenshilfen

Nachdem im Mai die Zahl der Drogentoten in Deutschland veröffentlicht wurde, und hierbei nun zum vierten Mal in Folge ein Anstieg zu bedauern war, lehnte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im Ärzteblatt die Einrichtung von Drogenkonsumräumen in Bayern ab. „Bisher hat noch niemand seriös einen Nachweis führen können, dass Drogenkonsumräume die Zahl von Drogentodesfällen senken“ so die Ministerin (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/75643, Zugriff: 16.05.2017) und weiter, „Das mittlerweile über 30 Jahre alte Konzept der Drogenkonsumräume hat sich weltweit nicht durchgesetzt“.

Wie die DHS im ersten Newsletter des Jahres 2017 berichtete (http://www.dhs.de/index.php?id=443), spricht sich das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) inzwischen für lebenssichernde Angebote aus (z.B. für Substitutionsbehandlung und Präventionsprogramme zur Verhinderung von Überdosierungen). Drogenkonsumräume gehören aus Sicht der DHS dazu. Dass sich die UNODC für Überlebenshilfen ausspricht, zeigt ein bemerkenswertes Umdenken in dieser Frage, „auf internationaler Ebene“.


Jugendhilfe

Suchtprävention in der Heimerziehung - Handbuch zum Umgang mit legalen wie illegalen Drogen, Medien und Ernährung

Auch hier der Hinweis auf unsere neue Veröffentlichung zur Suchtprävention in der Heimerziehung.

Die Arbeitshilfe für die Praxis kann ab sofort bei der DHS unter http://www.dhs.de/informationsmaterial/bestellung.html informationsmaterial/bestellungund der BZgA (order@bzga.de) kostenfrei bestellt werden.

Ein Download steht unter www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/Suchtpraevention_Heimerziehung.pdf zur Verfügung.


Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern

Vor einigen Wochen beschloss der Deutsche Bundestag, nicht zuletzt auf Initiative des Bundesverbands für Erziehungshilfe (AFET), einstimmig die Aufforderung an die Deutsche Bundesregierung, eine zeitlich befristete interdisziplinäre Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Situation von Kindern und Jugendlichen psychisch kranker Eltern einzurichten. Die Arbeitsgruppe soll ihren Bericht bis zum 1. Juli 2018 vorlegen.

http://afet-ev.de/aktuell/AFET_intern/2016/2016-12-Bilanz-psychisch-kranke.php

http://www.bptk.de/aktuell/einzelseite/artikel/situation-vo.html


Pädagogik

Neue Dimensionen des Leistungsdrucks?

Anlässlich der vergangenen Zeugnisausgabe entschied sich, offenbar in größter Not, ein Zehnjähriger aus Schleswig zum Ausreißen in die Schweiz. Er habe sich, so die Medien, „nicht getraut, das Zeugnis seinen Eltern zu zeigen“. Erst an der deutsch/schweizerischen Grenze bemerkte ein Schaffner den Jungen und alarmierte die Bundespolizei. Diese teilte mit, so schlecht seien die Noten gar nicht gewesen, lediglich eine Drei habe auf dem Zeugnis gestanden.

https://web.de/magazine/panorama/zehnjaehriger-reisst-zeugnis-faehrt-basel-32440770

Mit ein wenig Phantasie können wir uns die Nöte dieses Zehnjährigen auf seiner einsamen Fahrt Richtung Schweiz sehr gut vorstellen und fragen uns, ob nicht eine häusliche Atmosphäre, die ein Zeugnis mit der schlechtesten Note „befriedigend“ als Grund zu solch einer Verzweiflungstat werden lässt, den Umstand der Kindeswohlgefährdung erfüllt. Wie auch immer, die Wahrscheinlichkeit des Suchtmittelgebrauchs zur vorübergehenden Dämpfung von Ängsten und Unsicherheiten steigt unter solchen Bedingungen enorm.


Leistungs- und Kostenträger und -erbringer

Nahtlosverfahren Qualifizierter Entzug/Suchtrehabilitation: Handlungsempfehlungen von DRV, GKV und DKG verabschiedet

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV), die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft haben ihre gemeinsamen Handlungsempfehlungen zum 1. August 2017 veröffentlicht. Sie können von der Seite http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/3_Infos_fuer_Experten/01_sozialmedizin_forschung/downloads
/konzepte_systemfragen/konzepte/Handlungsempfehlungen_Nahtlosverfahren_Qualifizierter_Entzug_
Suchtrehabilitation.html
heruntergeladen werden.

Eine gemeinsame Pressemitteilung finden Sie unter www.dkgev.de/media/file/56031.2017-07-28_Gemeinsame-PM_Nahtlosverfahren.pdf. Darin heißt es, „‚Herzstück‘ des Nahtlosverfahrens ist die begleitete Anreise des Patienten durch einen Mitarbeiter der Suchteinrichtung oder einer Suchtberatungsstelle.“ Nach den Handlungsempfehlungen ist alternativ auch eine Begleitung durch Angehörige der Suchtselbsthilfe möglich (vgl. S. 6). Es soll erreicht werden, dass alle Patienten tatsächlich „ohne Umwege“ in der Rehabilitation ankommen.


Kultur

Kieler Ratsversammlungen endlich wieder unter Alkohol

20 lange Jahre mussten die Mitglieder des Kieler Stadtparlamentes nüchtern sitzen - oder konnten doch während ihrer Sitzungen zumindest offiziell nicht „nachladen“. Dieser unhaltbare Zustand fand nun dank Stadtpräsident Hans-Werner Tovar ein Ende. Tatsächlich deutet alles darauf hin, dass beim Thema Alkohol die Bevölkerung die Politik überzeugen muss - und nicht umgekehrt.

http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-aus-Kiel/Ratsversammlung-Kiel-Alkohol-ist-wieder-erlaubt


Kultur ist gut, „Kulturgut“ ist Werbung

Von den Apologeten des gepflegten Alkoholmissbrauchs wird eben jener gerne als Kulturgut bezeichnet. Welch verharmlosende Argumentationsfigur dies darstellt, demonstrierte Die Welt unlängst am Beispiel von Cannabis.

https://www.welt.de/vermischtes/article167963869/Was-wenn-Kiffen-deutsches-Kulturgut-waere.html


Aus aller Welt

Prävention mit dem Holzschläger

Es dauerte einige Jahrzehnte, bis in Deutschland die Vorstellung familiärer „Co-Abhängigkeit“ überdacht - und letztlich verworfen wurde. Die DHS gab hierzu im Jahr 2013 ihr Papier „Angehörige in der Sucht-Selbsthilfe“ heraus, das nicht nur sprachlich, sondern auch in der Sache eine modernere, der Krankheit Alkoholabhängigkeit angemessene Sichtweise vertritt.

http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/dhs_stellungnahmen/2013-09-19_Memorandum_
Angehoerige_in_der_Sucht-Selbsthil.pdf

Der indische Staatsminister Gopal Bhargava hat nun einen ganz praktischen Weg gefunden, frisch vermählte Ehefrauen in eine moralisch wie de facto bessere Situation gegenüber ihren trinkenden Ehemännern zu versetzen.

www.epochtimes.de/politik/welt/700-indische-braeute-erhalten-holzschlaeger-zum-schutz-vor-betrunkenen-ehemaennern-a2107846.html


Trump lobt Duterte für Massenmord

Der Tod im „Krieg gegen die Drogen“ kommt in der Regel aus Gewehrläufen und er trifft keine Drogen, sondern Menschen. Darauf wurde schon oft hingewiesen und wir haben in diesem Zusammenhang bereits den Mörder von Manila angeführt, der sich seiner Verbrechen gerne öffentlich rühmt. https://web.de/magazine/politik/drogenkampf-philippinen-duterte-morde-
auftrag-32179252

Ganz begeistert vom großen Menschenumbringen auf den Philippinen ist selbstverständlich auch der Präsident eines anderen bedauernswerten Landes: www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-lobt-rodrigo-duterte-fuer-blutigen-anti-drogenkrieg-a-1149056.html


Geschenke

DHS Jahrbuch Sucht 2017

Die aktuelle Ausgabe des klassischen Standardwerks zu Suchtprävention, Suchthilfe und Suchtpolitik verlosen wir in drei Exemplaren unter all jenen, die uns ihr Interesse bis zum 29. September 2017 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Jahrbuch). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.

http://www.pabst-publishers.com

http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Abhaengigkeit-Rauchen-Medikamente-und-Alkohol-
id41168616.html

www.br.de/nachrichten/jahrbuch-sucht-2017-100.html


Tabakzeitung

Die Tabak Zeitung ist, gemäß Selbstauskunft, „die führende Fachzeitschrift für den Tabakwarenhandel in Deutschland“. Hier finden Sie sämtliche Argumente gegen wirksame Tabakprävention. Außerdem bisweilen manch illustre Politiker/-innen. Die DHS bezog diese wöchentlich erscheinende „Prawda der Tabakindustrie“ zwischen Mai 2001 und Dezember 2007. Wir bereinigen unsere Bibliothek und verschenken daher diese mehr als 6 beinah vollständigen Jahrgänge.

Bitte senden Sie uns bei Interesse bis zum 29. September 2017 eine Postkarte mit dem Stichwort „Schall und Rauch“. Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


SuchtMagazin

Die Ausgabe 2&3 des SuchtMagazins gibt einen hochinteressanten Überblick zur „Suchthilfe im deutschsprachigen Raum“. Besonderheiten, Gemeinsamkeiten, Widrigkeiten und nicht zuletzt auch Erfolge der in vielerlei Hinsicht so unterschiedlichen und in mancherlei Hinsicht so ähnlichen Suchthilfe in der Schweiz, Österreich und in Deutschland sind hier in lesenswerten Beiträgen aus den einzelnen Ländern nachvollziehbar dargestellt. Nicht zuletzt kennt jedes Land eigene Erfolge und ihre Wege. Trotz aller national unterschiedlichen Rahmenbedingungen höchste Zeit, voneinander zu lernen.

Nicht zuletzt die Cannabisproblematik wird in einem eigenen Beitrag noch umfassender beleuchtet, wie auch weitere aktuelle Themen: Prävention im Nightlifebereich, Substitutionsbehandlung, Drogenerwerb und «Social Supply». Diese Artikel sind jeweils in einer Co-Autorenschaft von AutorInnen aus den drei Ländern entstanden.

Einer der Beiträge, „Nightlife-Prävention im deutschsprachigen Raum“ von Alexander Bücheli, Manuel Hochenegger, Sonia Nunes und Dirk Grimm ist auch online als Leseprobe verfügbar. 

Wir verlosen drei Exemplare dieser Ausgabe unter denjenigen, die uns ihr Interesse bis zum 29. September 17 per Postkarte mitteilen (Stichwort: Das Beste). Bitte adressieren Sie an DHS e.V., Westenwall 4, 59065 Hamm.


Die vorausgehend ausgelobten Bände des Buches „Alk“ von Simon Borowiak erhielten Anke Bouché (Kuhardt), Bettina Heuer-Heetkamp (Dortmund), Lutz Krüger (Büdingen), Peter Neumann (Augsburg), Kathrin Nolzen (Wuppertal), Robert Ringel (Berlin), Ingo Rogenhagen (Elmshorn) und Cornelia Schieder (Landshut). Herzlichen Glückwunsch!


Herbst ist, und bald auch Wahl. Bleiben Sie unbedingt tapfer angesichts der Resultate. Vier Jahre später sieht die Welt schon wieder anders aus. Versprochen. Zuversicht, gute Nachrichten und lichte Tage wünscht Ihnen unterdessen

Ihr Dr. Raphael Gaßmann


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