DHS - Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
Newsletter 5-2011  

Sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Kolleginnen und Kollegen,

obwohl die Zigarettenwerbung in international erhältlichen deutschen Publikationen inzwischen verboten ist, erscheinen - viel seltener als zuvor, aber hin und wieder doch noch - redaktionelle Beiträge, die zu 100 Prozent den argumentativen Verdrehungen der Zigarettenindustrie folgen. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,778813,00.html schafft es, auf gerade einmal 20 Zeilen eine Fülle von Scheinwahrheiten mit Desinformation zu mischen: Da wird  ohne den Hauch eines Zweifels nahegelegt, Zigaretten der großen Hersteller seien "gesünder" als illegal hergestellte. Der Umstand, dass durch die Zollfahndung nur noch halb so viel dieser „illegalen“ Zigaretten sichergestellt werden, wie in den Jahres zuvor, wird als Beleg dafür angeführt, dass die Schmuggler immer „gewiefter“ werden. Und allen Ernstes wird behauptet, dass die Tabaksteuererhöhungen auch aus fiskalischen Gründen sinnlos waren, da die so erzielten Steuermehreinnahmen längst verausgabt sind. Na, wenn das so ist, dann ist ja jede Steuer völlig sinnlos. All diese seltsamen Gedanken werden miteinander verrührt und im Fazit gebündelt: Erhöhung der Tabaksteuer – wirkungsloses Instrument.

Dabei hat gerade der nachdrückliche Erfolg der Tabakpolitik in Deutschland gezeigt, dass es keine wirksameren Maßnahmen zur Senkung des Zigarettenkonsums gibt, als Abgabebeschränkungen (ernst genommener Jugendschutz), Preiserhöhungen und Werbebeschränkungen. Gerade diese Kombination hat dazu geführt, dass die Zahl der Raucherinnen und Raucher in Deutschland von 1999 bis 2009 um deutlich mehr als 10 Prozent (von 17 auf 14,8 Millionen) gesunken ist. Und gerade der  Einstieg von Nichtraucher/innen in den Konsum dieses hoch potenten Suchtmittels hat sich höchst erfreulich entwickelt. Rauchten im Jahr 2001 noch 28 Prozent aller 12- bis 17-Jährigen, so waren es im Jahr 2010 nurmehr 13 Prozent dieser Altersgruppe. Ein großer Erfolg, zu dem viele Gesundheitsverbände und Initiativen,  die Bundesländer mit ihren Rauchbeschränkungen, Bundesregierungen mit Steuererhöhungen und die EU mit Werbeverboten beigetragen haben. Von all jenen, denen beim Stichwort Tabaksteuer nur das Thema Schmuggel einfällt, kann dies kaum behauptet werden. Dass jetzt auch noch im alten Dada-Slogan „Du machst Dich kaputt, der Dealer macht Kasse“ der Dealer durch „Schmuggler“ ersetzt wird, lässt uns unter historischen Gesichtspunkten beinahe lächeln. Irgendwie schon „vintage“, diese Zigarettenpropaganda...

 

Inhalt

Dieser Newsletter informiert Sie über folgende Themen:

  • Abschlusstagung zum Projekt Eltern.aktiv vom 19. - 20. September 2011 in Berlin 
  • 51. DHS-Fachkonferenz SUCHT vom 14. - 16. November 2011 in Hamburg 
  • Aus unserer Bibliothek
  • Veranstaltungen und Veröffentlichungen
  • Rausch - Sucht - Mittel - Politik
  • Geschenke

Aus der DHS

 

Abschlusstagung zum Projekt Eltern.aktiv vom 19. – 20. September 2011 in Berlin
Innerhalb der letzten zwei Jahre stieß das vom BMG geförderte Kooperationsprojekt „Eltern.aktiv – Pro-aktive Elternarbeit in der ambulanten Suchthilfe“ von DHS und LWL-Koordinationsstelle Sucht auf reges Interesse in der deutschen Suchthilfe. Die hohe Nachfrage zum Projekt, seinen Maßnahmen und Materialien, zeugt vom großen Bedarf seitens der Suchthilfe, Eltern zu erreichen und adäquate Hilfeangebote vorzuhalten. Dementsprechend wurde innerhalb des Projekts das Bedürfnis seitens der Eltern deutlich, sowohl mehr zur Entstehung von Sucht, Rauschmitteln und Handlungsmöglichkeiten zu erfahren als auch Hilfeangebote in Anspruch zu nehmen.

Bei der Abschlusstagung werden wir zum einen über die Maßnahmen, Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts berichten. Zum anderen möchten wir einen Blick über den Tellerrand werfen und Experten/innen aus Psychologie, Elternselbsthilfe, suchtspezifischer Migrationsarbeit, Jugendhilfe und Prävention zu Wort kommen lassen. Dabei steht die zentrale Frage im Mittelpunkt: „Wie gelingt erfolgreiche Elternarbeit?“ Fachkräfte aus der Sucht-, Jugend- und Erziehungshilfe sind herzlich zur kostenlosen Teilnahme eingeladen, um bei unserer Veranstaltung miteinander in einen „pro-aktiven“ Austausch zu gehen. Anmeldeschluss ist der 12. September 2011. Programm und Hinweise zur Teilnahme erhalten Sie unter http://www.dhs.de/presse/pressemeldungen/pressemeldungen-single/article/abschlusskonferenz-des-projekts-elternaktiv-vom-19-bis-20-september-2011-in-berlin.html  oder rummel@dhs.de .


51. DHS-Fachkonferenz SUCHT vom 14. - 16. November 2011 in Hamburg
Die 51. DHS-Fachkonferenz vom 14.-16. November 2011 in Hamburg führt direkt hinein in die europäische Praxis der Suchthilfe. Zukunftsweisende Ansätze und „Good Practice“- Beispiele von Prävention, Selbsthilfe und therapeutischen Verfahren stehen im Mittelpunkt. Aktuelle Themen, wie die grenzenlosen Möglichkeiten des Internets im Glücksspiel und beim Handel mit illegalen Substanzen, werden diskutiert, und wenn Sie immer schon einmal wissen wollten, wer „in Brüssel“ eigentlich was macht, welche Institutionen für welche Aufgaben verantwortlich zeichnen oder welche Netzwerke dort aktiv sind, dann erfahren Sie auch dies von europäischen Experten/innen.

Sämtliche Details zu „Suchthilfe und Suchtpolitik International – Was haben wir von Europa und Europa von uns?“ finden Sie jetzt im ausführlichen Programmheft auf unserer Homepage zum Download. downloadhttp://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Veranstaltungen/Fachkonferenz_2011/dhs-programm_2011_internet.pdf.

Teilnehmer/innen erhalten eine Druckversion selbstverständlich mit unserer Anmeldebestätigung zugesandt.
Melden Sie sich rechtzeitig an, damit Sie auch sicher die von Ihnen gewählten Foren besuchen können. Vorrang haben diejenigen, deren Anmeldungen zuerst bei uns eintreffen.
Die Tagungsgebühr konnten wir (mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit) für Studierende und Personen mit geringem Budget auf 60 Euro für drei Tage (inkl. Verpflegung) reduzieren. Das ist so gut wie geschenkt!
Wir würden uns sehr freuen, Sie als Teilnehmer/in begrüßen zu dürfen.


Aus unserer Bibliothek
Die Bibliothek der DHS stellt Ihnen 32 aktuelle Literaturverzeichnisse zu häufig abgefragten Themen kostenlos zur Verfügung
(externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.dhs.de/bibliothek/literaturverzeichnisse.html).
Die hier aufgeführte Literatur zählt zum Bestand unserer Bibliothek. Sollten Sie Interesse an dieser Literatur haben, können Sie uns dienstags bis freitags (nach telefonischer Anmeldung) besuchen. Auch die Ausleihe über den Postweg ist nach schriftlicher Bestellung möglich
(<media 1231 _blank - "externer Link in ein neues Browserfenster">externer Link in ein neues Browserfensterwww.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Bibliothek/DHS-Bibliotheksbenutzung2010.pdf</media>). Bestellte Literatur wird gegen Gebühr versandt.
Wenn Sie Fragen zur Ausleihe haben, wenden Sie sich bitte an Frau Lehner
(e-Mailbibliothek@dhs.de).
Neben unseren themenbezogenen Literaturlisten finden Sie hier downloadPDF eine Auflistung aller neuen Buchtitel unserer Fachbibliothek, die im Juli und August 2011 angeschafft wurden.
Ein ausführlicheres Verzeichnis mit allen neu erfassten Titeln (neben Monographien und Sammelbänden auch Zeitschriftenartikel, Forschungsberichte, Hochschulschriften und „Graue Literatur“) für diesen Zeitraum inklusive der Zusammenfassungen ist auf unserer Internetseite veröffentlicht (externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.dhs.de/bibliothek/neuaufnahmen.html). 


Veranstaltungen und Veröffentlichungen

 

Lobbyismus im Gesundheitswesen vom 26. - 27. September 2011 in Berlin
Das Gesundheitswesen ist ein zentraler Bereich der Demokratie. Jede und jeder hat in ihm eine Rolle – als Patient oder Patientin, als Mitglied der Versichertengemeinschaft, als Leistungserbringer oder Warenanbieter. Ziel eines sozialstaatlich und demokratisch organisierten Gesundheitswesens ist die gesundheitliche Versorgung der gesamten Bevölkerung auf der Grundlage eines solidarischen Finanzierungssystems. Partikularinteressen einzelner Gruppen müssen sich diesem Gesamtziel unterordnen. Die Beiträge der Versicherten und Steuerzahler finanzieren das System. Trotzdem ist ihr Einfluss gering. Und auch um die Rechte der Patienten/innen ist es nicht allzu gut bestellt. Interessenvertretung und Lobbyismus stellen im Gesundheitswesen also eine besondere demokratische Herausforderung (neudeutsch für „Problematik“) dar. Die Veranstaltung (Teilnahmebeitrag: 80 EUR inkl.) und wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung und findet am Gendarmenmarkt in Berlin statt.

externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.eaberlin.de/programm_detail.php?vstg_id=9729&archiv=0


Bundesweiter Aktionstag Glücksspielsucht am 29. September 2011
Am Donnerstag, den 29. September 2011, findet u.a. in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Thüringen ein „Aktionstag Glücksspielsucht“ statt. Es ist geplant, an diesem Tag in den Orten, in denen glücksspielsuchtspezifische Beratungsangebote vorhanden sind, Aktionen durchzuführen, welche die Bevölkerung für das Thema Glücksspielsucht sensibilisieren sollen. Zudem soll auf das örtliche Beratungs- und Hilfeangebot für Glücksspielsüchtige und deren Angehörige aufmerksam gemacht werden.
Dazu wird es konkrete Aktivitäten und/oder Informationsstände in zentraler Innenstadtlage geben. Neben Broschüren und Plakaten sind u.a. Luftballonaktionen, ein Spielsuchtdemozug, Lesungen, Kinofilme, Theaterstücke,  Spielhallensimulationen, Glücksräder, Automatenattrappen, u.s.w. geplant, um die Bevölkerung gezielt auf die Gefahren und die Verbreitung von Glücksspielangeboten in der jeweiligen Stadt hinzuweisen.
Nähere Informationen zu den Veranstaltungen in den einzelnen Bundesländern erhalten Sie über die jeweiligen Landesfachstellen Glücksspielsucht:
externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.dhs.de/nc/projekte/aktuelle-projekte/gluecksspiel.html


Deutscher Suchtkongress vom 28. September – 01. Oktober 2011 in Frankfurt/M
Der Deutsche Suchtkongress 2011 findet mit vielfältigem, medizinischem und psychologisch/psychiatrisch orientiertem Programm vom 28. September - 01. Oktober 2011 in Frankfurt am Main statt (Teilnahmebeitrag: 120 bis 240 EUR). externer Link in ein neues Browserfensterwww.deutscher-suchtkongress.de.
Obwohl die DHS zu den Mitgliedern des Leitungsrates zählt, findet im Rahmenprogramm ein Ausflug mit dem Ebbelwei (Apfelwein)-Express statt, als gäbe es in Frankfurt nicht auch andere interessante Angebote: Schirn, Filmmuseum, Goethe-Haus, Jazzkeller, Main-Ausflug usw.
Aber vielleicht ist die Veranstaltung ja rauchfrei… 


Der Stoff aus dem Chemielabor. Speed, Spice & Co. am 11. Oktober 2011 in Berlin
Die Jahrestagung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung widmet sich den so genannten „Legal Highs“ / "Research Chemicals“. Mit ihrer Jahrestagung möchte Frau Dyckmans die aktuelle Situation in Deutschland auch im internationalen Vergleich darstellen. Die Veranstaltung thematisiert aktuelle Herausforderungen, vom Aufdecken neuer Trends über die Kontrolle bis hin zur Prävention, Beratung und Behandlung. Darüber hinaus wird eine Diskussion zu neuen bzw. auf die Problematik spezifizierten Ansätzen stattfinden, aus der sich Handlungsoptionen für die Zukunft ableiten. (Kein Teilnahmebeitrag) externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.drogenbeauftragte.de/drogen-und-sucht/illegale-drogen/heroin-und-andere-drogen/legal-highs/jahrestagung-der-drogenbeauftragten.html


Glücksspiel 2011 – Bilanz und Ausblick am 12. Oktober 2011 in Erfurt
Mit der Entscheidung der Ministerpräsidenten der Bundesländer vom 06. April 2011 zur Perspektive des Glücksspielstaatsvertrages hat sich die Politik für eine künftige Erweiterung des deutschen Glücksspielmarktes unter Beibehaltung des Lotteriemonopols ausgesprochen. Die Folge wird ein größeres Angebot an erlaubten Glücksspielen in Deutschland und selbstverständlich auch ein größeres Ausmaß an Problemen sein. Auf dem Fachtag werden die Entwicklungen seit 2008 skizziert, Aktivitäten, Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse vorgestellt, die aktuelle Diskussion beleuchtet und der Blick auf die Perspektiven gerichtet. Thematische Schwerpunkte sind insbesondere die Glücksspielsucht und das Automatenspiel. Die Tagung richtet sich nicht nur, doch vor allem an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Thüringer Suchteinrichtungen und angrenzenden Einrichtungen im Netzwerk mit beratenden, erziehenden und behandelnden Aufgaben, Vertreter/innen von Thüringer Kommunen, der Selbsthilfe, aus Fachverbänden, der Politik, Verwaltung, Justiz, Medien und Forschung. (Teilnahmebeitrag 15 EUR/8 EUR inkl.)
externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.gluecksspielsucht.info/cms/upload/PDF/Flyer_12_10_11


Drogen HIV/AIDS Hepatitis – Ein Handbuch
In 2., völlig neu bearbeiteter Auflage hat die Deutsche AIDS-Hilfe das Handbuch der Herausgeber Dirk Schäffer und Heino Stöver neu veröffentlicht. Die Publikation kann kostenlos bestellt werden unter:
externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.aidshilfe.de/de/shop/drogen-hivaids-hepatitis-ein-handbuch


Broschüre „Research Chemicals“
Das Präventionsprojekt MINDZONE des Landescaritasverbandes Bayern ist bekannt für unaufgeregte Informationsblätter (neudeutsch „Flyer“), die Klartext sprechen und sich aller Propaganda enthalten. Jüngst hat MINDZONE eine neue Kurzbroschüre zu „Research Chemicals“ erstellt. Der Begriff beschreibt wohl am genauesten, was sonst auch mit „Legal Highs“ „Badesalzen“ u.a. gemeint ist. Der jugendgerecht aufgemachte Flyer informiert realistisch über die Risiken und soll für die Brisanz des Themas sensibilisieren.
externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.mindzone.info/pdf/infomaterial/Flyer-ResearchChemicals-Mindzone.pdf
Dass die „Badesalz–Drogen“ auch ganz anders behandelt werden können, zeigt ein Beitrag, der sie auf dieselbe Art und Weise skandalisiert, wie dies vor Jahren und Jahrzehnten mit Crack, Ecstasy und anderen illegalen Drogen geschah: Selbstverstümmelungen, irreversible Schädigungen, ratlose Ärzte, extreme Verbreitung und das selbstverständlich allergrößte Sucht- und Schadenspotential aller Zeiten. Gern genommen: Süchtig schon beim ersten Mal. Wer braucht noch Sachkenntnis, wenn es auch so schön schaurig sein darf? Immer aus den USA und meist von Medizinern erhalten wir diese Gruselmeldung. Was sich ändert, ist nur der Name der Substanz.
externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,774905,00.html


Poster "Zu viel Alkohol oder Drogen in deiner Familie? Hol Dir Hilfe!"
Etwa jeder sechste Jugendliche in Deutschland lebt mit alkohol-, drogen- oder medikamentenabhängigen Eltern zusammen und gehört damit zur größten Sucht-Risikogruppe. Zwei für Jugendliche konzipierte Poster im Format DIN A 2 eignen sich zum Aushängen in Schulen, Jungendfreizeiteinrichtungen, Sportvereinen und anderen Orten, an denen sich Jugendliche aufhalten.
externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.nacoa.de/images/stories/pdfs/trau%20dich%20poster%20motiv%201.pdf
Die Hingucker fordern Jugendliche heraus, sich mit dem hochtabuisierten Thema Sucht in der Familie auseinanderzusetzen. Die Poster weisen Jugendliche auf das umfangreiche Informationsangebot auf der Website externer Link in ein neues Browserfensterwww.traudich.nacoa.de hin und ermutigen sie, Hilfe zu holen, wenn im Elternhaus ein Suchtproblem besteht. Sie können kostenlos gegen Erstattung der Versandkosten über die Website externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.nacoa.de/index.php/bestellung bezogen werden. Hier ist auch der TRAU DICH! Flyer zu bestellen. 

Rausch - Sucht - Mittel - Politik


Menschenrechte inhaftierter Drogengebraucher achten - Gesundheit und Leben schützen!
Die Deutsche AIDS-Hilfe hat eine Unterschriftenaktion gestartet und bittet um Unterstützung: Unter dem Titel "Menschenrechte von inhaftierten Drogengebrauchern achten - Gesundheit und Leben schützen!" soll ein unübersehbares Zeichen für eine bessere gesundheitliche Versorgung von Menschen in Haft gesetzt werden.
Inhaftierte in Deutschland sind bislang von vielen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz ausgeschlossen. Unter anderem werden ihnen Möglichkeiten vorenthalten, sich vor HIV und Hepatitis zu schützen. Dieser Skandal steht im Widerspruch zum Menschenrecht auf den besten erreichbaren Gesundheitszustand.
Alle Inhaftierten müssen die Möglichkeit haben, ihre eigene Gesundheit und die Gesundheit anderer zu schützen! Die AIDS-Hilfe fordert daher:
- Vergabe steriler Spritzen in Haft
- die umfassende Möglichkeit der Substitutionsbehandlung in Haft
- anonyme Zugänglichkeit von Kondomen und Gleitgel.
Unter externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.drogenundmenschenrechte.de besteht die Möglichkeit, die Aktion online zu unterzeichnen. Viele namhafte Erstunterzeichner und über 350 weitere Unterstützer/innen haben das bereits getan.
Die Unterschriften sollen anlässlich der Justizministerkonferenz am 9. November in Berlin den Justizministern der Länder überreicht werden.


Bremer Initiative für ein Alkohol-Werbeverbot im sportlichen Umfeld
Werbung für alkoholische Getränke ist in Deutschland allgegenwärtig - in Zeitschriften, im Fernsehen und im Kino. Vermittelt werden gute Stimmung, schöne Erlebnisse in traumhaften Landschaften von Ostfriesland bis in die Südsee oder auf großen Segelschiffen mit attraktiven Frauen und Männern. Die Botschaft: Alkohol macht gute Laune, verbreitet Romantik und vermittelt knisternde Erotik. Mehr al 500 Mio. Euro gibt die Alkohol-Industrie für diese Werbung aus, die schon lange leider auch den Sport erreicht hat. Bundesligavereine lassen sich von Alkoholfirmen sponsern, bekannte Bundesligaspieler prosten sich mit Weißbier zu und bekannte Sportjournalisten propagieren den Einkauf von Bier, angeblich, weil ein Teil des Verkaufserlöses zur Rettung des Regenwaldes genutzt wird. Für Jugendliche sind Sportler oft Vorbilder - doch wie soll ihnen die Gefährdung durch Alkohol nahegebracht werden, wenn bekannte Größen aus dem Sport das Trinken von Alkohol immer wieder vormachen? Es ist daher an der Zeit, gerade im Bereich des Sports, der mit Gesundheit und körperlicher Leistungsbereitschaft gleichgesetzt wird, auf Alkoholwerbung zu verzichten und hier mit der Umsetzung der WHO-Forderung nach einer drastischen Einschränkung der Alkoholwerbung zu beginnen.
Dies war der Ausgangspunkt der Bremer Initiative für ein Alkohol-Werbeverbot im sportlichen Umfeld. Vier Personen haben diese Initiative ins Leben gerufen, die alle in unterschiedlicher Weise mit der Gesundheitsförderung und Prävention von Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Dies auch in der Hoffnung, dass sich möglichst viele dieser Initiative anschließen und deren Ziele unterstützen.
Weitere Informationen zu der Petition erhalten Sie hier:

externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.weser-kurier.de/Artikel/Bremen/Vermischtes/379287/Bremer-Aerzte-fordern-Werbeverbot-fuer-Alkohol.html
oder von e-Mailgglaeske@zes.uni-bremen.de


Keine Rauschmittel mehr im fdr!
Der „fdr“ heißt seit dem 30. Juni 2011 „fdr fachverband drogen- und suchthilfe“. Die Mitgliederversammlung des fdr hat diese Umbenennung beschlossen, weil es „einfach Zeit“ dafür war. Die Entscheidung, von den „Drogen und Rauschmitteln“ Abschied zu nehmen, war angesichts der Entwicklung der Suchthilfe mehr als sinnvoll. Dem neuen Namen soll in den nächsten Monaten auch ein neues „Corporate Design“ folgen, das primär auf den Auftritt im Internet, auf Smartphones und in den sozialen Netzwerken abgestimmt sein wird.
externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.fdr-online.info

 

Geschenke

 

Der ausgelobte Band „Briefe an die Soziale Arbeit“ (Hg.: Falk, Gabriele und Meese, Jörg) ging an: Claudia Gent (Braunschweig), Ulrike Stutzkeit (Bochum), Michael Graf (Halle), Marc Peters (Lübeck) und H. J. Schwebke (Berlin).
„Geschafft – mein Sieg über die Tablettensucht“ ging an Claudia Moosmann (Augsburg), Corinna Raack (Kleinmachnow), Gesine Rest (Mannheim), Susanne Rosemann (Gießen) sowie an die Suchtberatung in Markkleeberg. Allen Empfängern/innen Herzlichen Glückwunsch!  

„Marks Papa trinkt zu viel, die Eltern streiten nur noch, und in der Schule geht alles drunter und drüber. Mark kann mit niemandem darüber reden. In seiner Not schreibt er eine Flaschenpost. Dann nehmen die Dinge ihren Lauf …“ Schirin Homeier und Andreas Schrappe haben das, nach ihrer Angabe, erste illustrierte Kinderfachbuch für Kinder suchtkranker Eltern und deren Bezugspersonen veröffentlicht: „Flaschenpost nach irgendwo – Ein Kinderfachbuch für Kinder suchtkranker Eltern“. externer Link in ein neues Browserfensterhttp://www.mabuse-verlag.de/Mabuse-Verlag/Produkte/Mabuse-Verlag/Unsere-Buecher/Ratgeber-Erfahrungsberichte/Flaschenpost-nach-irgendwo/id/12738 Insgesamt vier Exemplare dieses Bandes gehen an die ersten vier Anrufer/innen, die sich am kommenden Freitag, 09. September 2011, ab 15.00 Uhr unter 0 23 81/90 15-0 bei uns melden.  


Zum guten Schluss

 

Große Aufmerksamkeit erhielt aus dem vergangenen Newsletter der Beitrag zu „Prävention“ und Public Relation der Geldspielautomaten–Industrie.
Stellvertretend hier die Beiträge zweier Leser:
"Danke für den Hinweis auf den Beitrag „Sucht: Wo hört der Spaß auf und wo fängt der Ernst an“ von Katrin Koch! Dieser Text ist wirklich ein Musterbeispiel an „Wirklichkeitsverdrehung“. Toll, dass Sie ihn entdeckt und warnend darauf hingewiesen haben. Verfasst von einer „Präventionsbeauftragten“ wirkt er etwas wie ein Trojanisches Pferd, das sich in unser Denken über Sucht einschmuggeln soll. Gut, dass bereits der Name der Zeitschrift „AutomatenMarkt“ hellhörig macht, denn weder in einer Zeitschrift „ZigarettenMarkt“ noch einem Medium namens „BierMarkt“ würde man „neutrale Präventionsbeiträge“ erwarten, so dass deren Erscheinen zumindest skeptisch stimmt. Wenn schon im zweiten Absatz des Textes der Begriff Sucht mit „liebgewonnenen Angewohnheiten“ in Beziehung gebracht wird, zweifelt vermutlich auch der letzte blauäugige Leser nicht mehr daran, dass hier eine subtile Form des Brainwash auf ihn wartet. Der Text spielt gekonnt auf rhetorischer Klaviatur und verleitet dazu, Anbieter von Suchtmitteln aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Indem er versucht, die „Selbstverantwortung“ des Suchtmittelanwenders in den Vordergrund zu rücken, vernebelt er den Umstand, dass eine solche Selbstverantwortung in einer Kultur stattfinden soll, die von Einflüsterungen derjenigen Art überquillt, die uns Frau Koch in ihrem Beitrag vorführt. Viele Grüße, Dr. Dr. H. Mück"

Und Oliver Riemer sandte uns gleich eine neustrukturierte Darstellung des kompletten Artikels, mit der dieser sich selbst kommentiert. downloadPDF

Allen Leserinnen und Lesern dankt erneut für Kommentare, Hinweise, Kritik und nicht zuletzt Lektüre

Ihr Dr. Raphael Gaßmann

(und wünscht Ihnen nach den trüben nunmehr goldene Tage)

 
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