Gewaltreduktion durch Prävention

Gewaltreduktion durch Prävention
Recherche evidenzbasierter Good Practice-Projekte und Konzepte zur Gewalt- und Alkoholprävention sowie zur Verringerung von Gewalttaten (unter Alkoholeinfluss)

 

Laufzeit:

Januar 2011 - Dezember 2011 (12 Monate)

Projektförderung:

Bundesministerium Gesundheit (BMG)

Projektdurchführung:

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS), Hamm

Ansprechpartner:

Christina Rummel
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
Westenwall 4
59065 Hamm
Tel.: +49 2381 9015-24
Fax: +49 2381 9015-30
E-Mail: e-Mailrummel@dhs.de

 

Projektdatenbank:

interner LinkLink zur Projektdatenbank "Alkohol und Gewalt"

 

Wesentliche Projektziele

Ziel dieses Projektes ist es, Good Practice - Konzepte, Projekte und Maßnahmen bundesweit zu recherchieren, welche auf unterschiedlichen regionalen und sozialstrukturellen Ebenen Gewalttaten (unter Alkoholeinfluss) - insbesondere in der Öffentlichkeit - entgegentreten und offensiv gewalt- und alkoholpräventive Arbeit leisten.

Erfolgreiche Projekte werden im Verlauf des Projektes hier vorgestellt.

Aus den am Projektende gesammelten Erfahrungen sollen Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, wie funktionierende gute Konzepte bundesweit auf verschiedene Regionen übertragen bzw. implementiert werden können.

Ein besonderer Fokus wird auf den Bereichen Gewalt bei Jugendlichen und Gewalt in der Öffentlichkeit liegen.

Begründung und Gesundheitspolitische Relevanz

Die Medien berichten regelmäßig über Gewaltdelikte unter Alkoholeinfluss. Zahlreiche Untersuchungen stützen die subjektive Wahrnehmung, dass Alkoholkonsum und verübte Gewalt eng miteinander verbunden sind.

Im Fokus des öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses stehen jedoch überwiegend Daten zum Alkoholverbrauch und den daraus resultierenden direkten gesundheitlichen Folgen. Die realen sozialen Folgen des Konsums in Form von Gewalthandlungen werden vielfach ignoriert.

Gesundheitspolitisch wird der Zusammenhang von Alkohol und Gewalt nur wenig beachtet. Ein 2002 erschienener WHO-Bericht unterstreicht jedoch, dass Gewalt ein Public Health-Thema darstellt, weshalb dem Gesundheitssektor eine besondere Rolle in der Verhütung und Bekämpfung von Gewalttaten zukommen sollte.

Gewalthandlungen unter Alkoholeinfluss

In der jährlich veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) stehen besonders die begangenen Straftaten unter Alkoholeinfluss im Fokus. Verglichen mit Zahlen aus den Vorjahren nehmen diese kontinuierlich zu: Laut PKS wurde im Jahr 2009 für 13,7% aller Tatverdächtigen (2008: 12,2%) der Einfluss von Alkohol bei der Tatbegehung festgestellt. Dieser Wert entspricht einer Anzahl von 299.040 Personen. Davon waren 90,1% männlich und 9,9% weiblich (BKA 2010). Bei Straftaten aus dem Bereich der Gewaltkriminalität lag der prozentuale Anteil bei 32,5% (66.478 Personen, 2007: 27%) (BKA 2010; 2009).

Die Autoren einer Schweizer Studie gehen davon aus, dass bei rund 40% aller polizeilich gemeldeten Gewalthandlungen Alkohol im Spiel ist (Keller et al. 2008). In mehreren Studien wurde ein linearer Zusammenhang festgestellt zwischen Durchschnittskonsum von Alkohol und dem Risiko, in Gewalthandlungen verwickelt zu sein. Ferner ist der soziale Kontext an öffentlichen Trinkplätzen und bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen im Zusammenhang mit Gewaltvorfällen und Alkoholeinfluss zu sehen.

Gewalt als soziales Problem wird u.a. unterschieden nach physischer, d.h. körperlicher Gewalt (z.B. Taten mit Todesfolge, Körperverletzung und körperliche Misshandlung, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Sachbeschädigung, Vandalismus) und psychischer Gewalt (z.B. Ausgrenzung, Mobbing und als Unterkategorie verbale Gewalt in Form von u.a. Beleidigungen, Beschimpfungen, Drohungen oder aber anmachende Gebärden). Der Zusammenhang von Alkohol und Gewalt kann nicht allein auf individuelle Faktoren wie Alter, Geschlecht und Trinkmuster zurückgeführt werden. Zwischenmenschliche Beziehungen, gesellschaftliche und kulturelle Faktoren können gleichermaßen beeinflussen. Alkoholkonsum kann - vereinfacht gesagt - als stark begünstigender, wenn auch nicht alleiniger Faktor für das Gewaltverhalten einzelner Menschen bezeichnet werden. Folglich besteht dringender Handlungsbedarf zur Thematisierung, Sensibilisierung und Reduzierung des Alkoholkonsums, um zu einer Verminderung verübter Gewalttaten beizutragen.

In der Sucht- und Gewaltopferhilfe fehlt es derzeit an effektiven und effizienten Kooperationsstrukturen, um sowohl möglichen Suchtproblemen als auch Gewaltproblemen wirksam entgegentreten zu können. An diesem Defizit will das Projekt ansetzen und einen Überblick über bereits existierende sinnvolle Ansätze gewalt- und alkoholpräventiver Arbeit in Deutschland herstellen.

Projektübersicht

downloadHintergrund und Ausgangssituation

downloadZiele des Projektes und Fragestellungen


Projektdatenbank 
Die Projektdatenbank "Alkohol und Gewalt" entstand im Rahmen des Projektes "Gewaltreduktion durch Prävention". Zwischen Januar und August 2011 wurden erfolgreiche Projekte, Konzepte und Programme recherchiert, die auf unterschiedlichen regionalen und sozialstrukturellen Ebenen Gewalttaten unter Alkoholeinfluss - insbesondere in der Öffentlichkeit - entgegentreten und gewalt- und alkoholpräventive Arbeit leisten. Die Ergebnisse der Recherche wurden in dieser Datenbank aufbereitet. Zur Suchtfunktion gelangen Sie hier:

interner LinkLink zur Projektdatenbank "Alkohol und Gewalt"
downloadAufbau der Datenbank
downloadErläuterungen
Expertenworkshop
Mit ausgewiesenen Experten/innen wurden am 26. Oktober 2011 ausgewählte Good-Practice-Projekte analysiert und diskutiert, um letztlich auf andere Regionen übertragen werden zu können. Das Expertengremium setzte sich zusammen aus Fachleuten u. a. aus den Bereichen Suchtkrankenhilfe, Jugendliche, Polizei, Kriminologie und Wissenschaft. Die Präsentationen und Ergebnisse des Expertenworkshops finden Sie hier:
download"SmS - Schluss mit Suff", Andreas Eilsberger (BalanX e.V., Berlin)
download"Handeln gegen Jugendgewalt", Monika Becker-Allwörden (Landesinstitut für Lehrerfortbildung und Schulentwicklung, Hamburg)
download"Go Willi", Christian Hölscher (Jugendhilfe Göttingen e.V.)
downloadErgebnisse und Empfehlungen des Expertenworkshops
Literatur und Links
In den folgenden Dateien finden Sie Literaturempfehlungen zum Thema sowie Links zu Studien, Statistiken, Institutionen, Leitfäden sowie weiteren Datenbanken.
downloadLiteraturempfehlungen

downloadLinks

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