Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Elternarbeit

Bundesprojekt „Eltern.aktiv - Pro-aktive Elternarbeit in der ambulanten Suchthilfe“

Beteiligte Einrichtungen & Ansprechpartner

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Bundesprojekt: „Eltern.aktiv - Pro-aktive Elternarbeit in der ambulanten Suchthilfe“


Laufzeit: 01.11.2009 – 31.10.2011
Projektförderung: Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Gemeinschaftsprojekt der Projektpartner:

Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS), Hamm
Ansprechpartnerin: Christina Rummel
Westenwall 4
D- 59065 Hamm (Westf.)
Tel. +49 (0)2381 9015-24
Fax +49 (0)2381 9015-30
rummel@dhs.de

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)
LWL – Koordinationsstelle Sucht
Ansprechpartnerin: Birgit Kühne
Postfach 61 25
D- 48133 Münster
Tel. +49 (0)251/591-4710
Fax +49 (0)251/591-6512
birgit.kuehne@lwl.org
www.lwl-ks.de

Wesentliche Projektziele

Eltern und Familien Suchtmittel konsumierender Jugendlicher mit Unterstützungs- und Beratungsbedarf wenden sich in zu geringem Umfang an die Suchthilfe. Bisher entfallen laut der Deutschen Suchthilfestatistik 10% der Arbeitsleistung in Suchtberatungsstellen auf Angehörigenberatung. Hierbei steht die Arbeit mit Angehörigen von Abhängigen (z.B. Ehepartner) deutlich im Vordergrund. Eine pro-aktive Elternarbeit im Bereich der selektiven Prävention stellt die absolute Ausnahme dar.

Ziele, die mit diesem Projekt verfolgt werden sind folgende:

1. Eltern junger Suchtmittelkonsumenten/innen sollen besser erreicht und die Arbeit mit ihnen, insbesondere durch ein systematisiertes Erstgespräch, qualtitativ verbessert werden.
2. Durch eine optimierte pro-aktive Elternarbeit sollen jugendliche Suchtmittelkonsumenten/innen durch frühinterventive Maßnahmen besser erreicht werden.
Ein weiteres Ziel des Projektes ist die Initiierung und Förderung effizienter Kommunikationen und Kooperationen zwischen den Einrichtungen der Suchthilfe und Vermittlerinstitutionen (z.B. v.a. Schulen, Jugendhilfe und Erziehungsberatungsstellen, Kinder- und Jugendärzte, Kinder- und Jugendpsychiatrie Gesundheitsdienste, Schulen, Erziehungsberatungsstellen, Migrationsdienste oder Jugendämter), sowie die Förderung eines optimierten pro-aktiven Zugangs zu Eltern junger Suchtmittelkonsumenten/innen. Dazu ist auch die Entwicklung zeitgemäßer und zielgerichteter Angebote im Sinne einer pro-aktiven Elternarbeit notwendig.

An das Bundesprojekt gliedert sich das LWL-Projekt „Pro-aktive Elternarbeit mit Eltern Suchtmittel konsumierender Kinder und Jugendlicher durch Jugendschutzfachkräf-te/Fachkräfte der Jugendhilfe“ als Zusatzprojekt an. Um einen Mehrwert des Bundesprojek-tes für Westfalen-Lippe zu erzielen, sollen Fachkräfte der Jugendämter - insbesondere Ju-gendschutzfachkräfte - für die pro-aktive Arbeit mit Eltern Unterstützung erhalten.

Begründung

Gerade jugendliche Konsumierende stehen im Mittelpunkt der Sorge ihrer Angehörigen, denn der (Erst-)Konsum findet in einem Alter statt, in dem die Eltern die Erziehungsverantwortung tragen. Im Generationenbarometer 2009 wird deutlich, dass 75% der befragten Eltern es für ein weit verbreitetes Problem in der Erziehung halten, dass Kinder zu früh mit Alkohol und Zigaretten in Berührung kommen. Analog zeigen Berichte aus der Praxis, dass immer häufiger besorgte Eltern Hilfe und Unterstützung in Einrichtungen der Suchthilfe suchen. Beim Zugang zu jungen Suchtmittelkonsumierenden nehmen Eltern und weitere Angehörige eine Schlüsselfunktion ein. Sie initiieren die Kontaktaufnahme ihrer Kinder zu Hilfeangeboten, denn häufig kommen jugendliche Suchtmittelkonsumenten nur aufgrund äußerer Motivation in Hilfeeinrichtungen.

Eltern in diesem Themenbereich zu beraten und zu unterstützen, ist eine der Aufgaben der ambulanten Suchthilfe. Die Norm angestrebter Angehörigenarbeit in der Suchthilfe unterscheidet sich jedoch von der Realität in der praktischen Umsetzung. Der Fokus von Suchtberatungs- und -behandlungseinrichtungen liegt in erster Linie darauf, Problemkonsumenten/innen selbst zu erreichen und bei ihnen eine Einstellungsänderung in Richtung Motivation und Behandlungsbereitschaft herbeizuführen. Die Bestandsaufnahme im von der DHS und LWL – Koordinationsstelle Sucht entwickelten Gemeinschaftsprojekt „AVerCa“ bestätigt, dass deutlich zu wenige Angebote für Eltern im selektivpräventiven Bereich vorhanden sind, die Eltern und Angehörigen frühzeitig eine Hilfestellung im Umgang mit ihren suchtmittelkonsumierenden Kindern geben können. Auf Basis der Erkenntnisse dieser Recherche sollten aus Sicht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen und der Koordinationsstelle Sucht der Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in Kooperation mit dem Bundesverband der Elternkreise suchtgefährdeter und suchtkranker Söhne und Töchter e.V. (BVEK) und den Verbänden der Suchthilfe Zugangsbarrieren reduziert und pro-aktive Angebote entwickelt werden. So kann sichergestellt werden, dass systematisch sowohl Eltern selbst, als auch über die Eltern missbräuchlich oder schädlich konsumierende Jugendliche effektiv und effizient erreicht und sowohl frühzeitiger als bisher wie auch angemessen unterstützt werden.





Präsentationen der Workshops

Auftaktworkshop 14. - 15. Dezember 2009 in Münster
Projektrahmen - Ziele und Indikatoren, Christina Rummel