Behandlung digital - Möglichkeiten und Grenzen

In der gesundheitlichen Versorgung gehen die digitalen Entwicklungen zügig voran. Medizinische und psychologische Behandlungen und Verfahren werden durch Geräte wie Smartphones, Tablets oder persönliche digitale Assistenten unterstützt. Sie sind mittlerweile im Behandlungsalltag angekommen. In der Suchtbehandlung steckt die Anwendung digitaler Medien (allerdings) noch in den Kinderschuhen. Werden die digitalen Möglichkeiten die Suchtbehandlung revolutionieren oder lediglich flankieren? Aus welchen anderen Bereichen im Gesundheitswesen können wir lernen? Was kann die Suchtbehandlung leisten? Diese und weitere Fragen sollen im Forum diskutiert werden. 

Dr. Katharina Schoett, Chefärztin der Suchtabteilung und stellv. ärztliche Direktorin des Ökumenisches Hainich Klinikums Mühlhausen, wird aus ihrem Praxisalltag berichten. Insbesondere Konsumierende illegaler Drogen sind mit digitalen Angeboten nur schwer zu erreichen. Gründe sind unter anderem das mangelnde Vertrauen in den Datenschutz. Doch an welchen „digitalen Stellschrauben“ kann man dennoch in der Behandlung Suchtkranker drehen? Was ist mit jenen, die keinen Zugang zu digitalen Medien haben und/oder es nicht wollen? Und an welcher Stelle sollten wir den klassischen und erfolgreichen Behandlungsmethoden vertrauen?

Digitalisierung ist heutzutage in aller Munde. Gleichzeitig ist nicht alles, was fachlich sinnvoll ist ohne größeren (technischen) Aufwand machbar und auch nicht alles, was technisch machbar ist, ist auch fachlich sinnvoll.
Der Beitrag von Dr. Marion Schnute versteht sich als Einladung zum konstruktiven, ergebnisorientierten Austausch. Basierend auf 'Lessons Learned' aus Praxis und Projekten sollen Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Kontext der Interaktion mit Patient*innen und ihren Angehörigen, der interprofessionellen Zusammenarbeit und intersektoraler Vernetzung diskutiert werden. Fragen nach Mehrwerten und Partizipationsmöglichkeiten für Patient*innen, Angehörige und Mitarbeitende sollen dabei ebenso Berücksichtigung finden wie 'neue' (und notwendige) Ansätze der Wirksamkeitsforschung sowie Potenziale und Herausforderungen für die Entwicklung von Organisationen des Gesundheitswesens.

 

Moderation
Christina Rummel, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., Hamm

Über die Schwierigkeiten einer digital gestützten Suchtbehandlung im praktischen Alltag
Dr. Katharina Schoett, Suchtabteilung, Ökumenisches Hainich Klinikum Mühlhausen

Digitalisierung mit und für Patient*innen, Mitarbeitende und Angehörige
Dr. Marion Schnute, IBM Hamburg