Illegale Drogen

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt im Rahmen der aktuellen Global Burden of Disease (GBD)-Studie, dass im Jahr 2010 weltweit 157.805 Todesfälle durch den Konsum illegaler Drogen verursacht wurden. Männer weisen im Vergleich zu Frauen eine deutlich erhöhte Belastung auf. Gemessen am Anteil gesunder Lebensjahre, die durch Krankheit oder frühzeitigen Tod verloren gehen (DALYs = disability adjusted life years = durch vorzeitiges Versterben verlorene Lebensjahre, Verlust an Lebensqualität durch das Leben mit Erkrankung und Behinderung), verursachte der Drogenkonsum 1,0% der globalen Krankenlast (Männer 1,2%; Frauen 0,7%), das sind insgesamt 23.810 DALYs. Unter insgesamt 67 Risikofaktoren der globalen Krankheitslast belegt der Konsum illegaler Drogen damit Rang 19, in einigen Hoch-Einkommens-Regionen sogar Rang 10.
Berechnungen des Umfangs des riskanten Konsums von Heroin auf der Basis von Zahlen aus Behandlung, Polizeikontakten und Drogentoten führen zu einer Schätzung von 56.000 bis 169.000 Personen, die riskante Konsummuster aufweisen.
Quelle: Orth, B.; Piontek, D.; Kraus, L. (2015): Illegale Drogen – Zahlen und Fakten zum Konsum. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2015. Lengerich: Pabst.
www.emcdda.europa.eu/about/partners/reitox-Network
European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA) (2014b): Data and statistics. Lisbon. Internet: www.emcdda.europa.eu/data/2014, Zugriff: 09.10.2014.

In Deutschland gibt es zwei Erhebungen, die in regelmäßigen Abständen Daten zum Konsum illegaler Drogen in der Allgemeinbevölkerung bereitstellen. Der Epidemiologische Suchtsurvey untersucht das Konsumverhalten Erwachsener im Alter von 18 bis 64 Jahren, die Zielgruppe der Drogenaffinitätsstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind Jugendliche und junge Erwachsene.

Konsumenten, Missbraucher, Abhängige

Eine Abhängigkeit von Cannabis, Kokain oder Amphetamin haben nach Hochrechnungen des Epidemiologischen Suchtsurveys insgesamt 319.000 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren (95%-KI: 224.000 - 453.000). Es sind mehr Männer (260.000; 95%-KI: 172.000 - 393.000) als Frauen (58.000; 95%-KI: 32.000 - 105.000) betroffen. Bezogen auf die Gesamtstichprobe erfüllen jeweils 0,5% der Befragten die DSM-IV-Kriterien für Cannabismissbrauch und -abhängigkeit.

12-Monats-Prävalenz von Cannabismissbrauch und -abhängigkeit nach DSM-IV bei Erwachsenen von 18 bis 64 Jahren*

 

Gesamt %

Männer %

Frauen %

Missbrauch

0,5

0,8

0,2

Abhängigkeit

0,5

0,8

0,2

* ungewichtete Anzahl der Fälle mit validen Angaben auf mindestens einer Diagnose, 12-Monats-Prävalenz bezogen auf die Gesamtstichprobe
Quelle: Pabst, Alexander et al. (2013): Substanzkonsum und substanzbezogene Störungen in Deutschland im Jahr 2012. In: Sucht, 59(6), 321-331.

Zahl der Rauschgifttodesfälle

2010

2011

2012

2013

2014

1.237

986

944

1.002

1.032

 Quelle: Falldatei Rauschgift

Die Zahl der drogenbedingten Todesfälle ist im zweiten Jahr in Folgen gestiegen. Der zuvor mehrere Jahre zu beobachtende Trend rückläufiger drogenbedingter Todesfälle bleibt unterbrochen. Im Jahr 2014 wurden 1.032 Rauschgifttote (+3% zum Vorjahr) registriert. Das Durchschnittsalter der registrierten Drogentoten ist auf etwas mehr als 38 Jahre gestiegen.
Quelle: Kraus, Ch. (2016): Rauschgiftlage 2014. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): Jahrbuch Sucht 2016. Lengerich: Pabst.

 

Weiterführende Literatur zum Thema "Illegale Drogen"

Suchtmedizinische Reihe, Band 4 download"Drogenabhängigkeit"
Faltblatt download"Kokain"
Faltblatt download"Heroin"
Faltblatt download"Cannabis"
Basisinformationendownload"Cannabis"
Broschüre download"Drogen? Alkohol? Tabletten? Irgendwann ist Schluss mit lustig"

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