70 Jahre DHS

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen feiert 2017 ihr 70jähriges Jubiläum. Gegründet 1947 als Hauptarbeitsgemeinschaft zur Abwehr der Suchtgefahren, war sie zunächst ein Zusammenschluss von Vereinen und Verbänden, die sich vor allem der Hilfe für alkoholabhängige Menschen verschrieben hatten - und ‚nebenbei‘ wohl die einzige Institution Deutschlands, die immer wieder den steigenden Alkohol- und auch Tabakkonsum als ein Hauptproblem der öffentlichen Gesundheit erkannte. Zu einer Zeit, in der beides eher als erfreuliches Zeichen wachsenden Wohlstands galt, und selbst schwerer Missbrauch von Suchtstoffen als „Genuss“ propagiert wurde. (Später, das nur nebenbei, folgte ihrer Auffassung neben der internationalen Epidemiologie nicht zuletzt die Weltgesundheitsorganisation WHO.)

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich immer mehr gemeinnützige und öffentlich-rechtliche Institutionen in der DHS zusammengeschlossen. Inzwischen sind u.a. nahezu sämtliche bundesweiten Träger der ambulanten Suchtberatung und -behandlung, der stationären Suchthilfe und der Sucht-Selbsthilfe Mitglieder der DHS.

2001 erfolgte die zweite Umbenennung, nunmehr in „Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.“, weil die DHS stets den individuellen, sozialen und gesellschaftlichen Suchtgefahren mit kompetenten Antworten auf all die mit ihnen verbundenen Fragen begegnen will. Hierzu besitzt sie die denkbar besten Voraussetzungen: Als Zusammenschluss  von 23 Mitgliedsverbänden und 4 kooperierenden Organisationen mit sehr breit gefächerten Aufgaben und Zielen bündelt die DHS enorme Kompetenzen, ist aber keinen wirtschaftlichen oder gesundheitspolitischen Einzelinteressen verpflichtet.

Parteilich auf Seiten wirksamer Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik arbeitet die DHS seit sieben Jahrzehnten für die Verhinderung, Verringerung und Lösung von Suchtproblemen, für frühe und bestmögliche Hilfen und Therapien. Dabei ist sie politisch neutral und nicht zu kaufen. Ihre Grundsatzerklärung gegen jede Annahme von Zahlungen gleich welcher Suchtmittelindustrie erfolgte vor mehr als zehn Jahren – und ist leider bis heute alles andere als selbstverständlich. Alleine in Deutschland werden jährlich zweistellige Milliardensummen mit suchtgefährlichen Produkten umgesetzt. Angesichts dieser Dimension sind vielmehr Vorteilsnahme und Auftragsmeinung scheinbar selbstverständlich, jedenfalls allgegenwärtig geworden. Zum Schaden bestmöglicher Gesundheitspolitik und -hilfe.

Die DHS hält fachlich dagegen: Mit gegenwärtig rund 48 zur Verfügung stehenden Broschüren, mit bislang 56 Fachkonferenzen, 11 Selbsthilfekonferenzen, 20 Symposien ihres Wissenschaftlichen Kuratoriums, mit unzähligen Expertisen, Vorträgen, Interviews in sämtlichen Medien, mit Pressekonferenzen und -erklärungen, mit Fachaufsätzen und Artikeln, mit Beratung für Öffentlichkeit, Politik und Verbände, mit ihrer Beteiligung am deutschsprachigen Suchtmagazin und nicht zuletzt mit der bundesweiten Aktionswoche Alkohol „Weniger ist besser!“, die im Jahr 2017 zum 6. Mal vielen tausend Ehrenamtlichen den Rahmen bietet, für einen persönlich und gesellschaftlich bewussteren Umgang mit dem hierzulande gefährlichsten Rausch- und Suchtmittel zu werben - eine Initiative, die als Vorbild für zunehmend mehr europäische Länder wirkt.

Mit all dem hat die DHS über sieben Jahrzehnte den Ruf erlangt, tatsächlich und im Wortsinn die deutsche Hauptstelle für sämtliche Suchtfragen zu sein. Dies war und ist nur möglich durch das Engagement ihrer Mitglieder und Partnerorganisationen, ihrer Fachausschüsse und ihres Wissenschaftlichen Kuratoriums, von Vorstand und Geschäftsstelle. Und nicht zuletzt nur möglich mit der finanziellen Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums, der Deutschen Rentenversicherung Bund, der gesetzlichen Krankenversicherungen und der Mitgliedsverbände.

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen zu sein, ist uns gleichermaßen Anspruch, Ansporn und Verpflichtung. Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an unserer Arbeit. Auch künftig stehen wir Ihnen in allen Suchtfragen zur Seite.

Förderverein der DHS

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In den vergangenen Jahren hat sich der Förderverein auf vielfältige Weise für die Ziele und Aufgaben der DHS engagiert.

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Kurzporträt der DHS