Glücksspiel

Die Glücksspielsucht wird fälschlicherweise immer noch zu den so genannten „Neuen Süchten“ gezählt. Jedoch ist nichts neu an der Glücksspielsucht, außer ihrer ansteigenden Verbreitung. Die Anzahl der pathologischen Spieler in Deutschland wird auf 100.000 bis 170.000 geschätzt.
Suchtartiges Glücksspielen wird in der Literatur sowohl als Impulskontrollstörung als auch als Verhaltenssucht definiert. Die Begriffe Spielsucht, süchtiges bzw. pathologisches Spielen/Spielverhalten/ Glücksspiel werden in der Regel synonym verwandt.
Das Glückspiel zeichnet sich dadurch aus, dass der Spielausgang überwiegend vom Zufall bestimmt ist und es einen äußeren Anreiz in Form eines Geldgewinns gibt. Entgegen anderen Formen des Spielens, wie Gesellschaftsspiele, Theaterspiele, etc., die Grundvoraussetzungen für persönliche Entwicklung geben. Nur diese (Geld-) Wetten mit zufallsabhängigen Ereignissen besitzen klinische Relevanz.
Ein geschichtlicher Rückblick zeigt, dass eine wechselnde Beurteilung des Glücksspiels im Laufe der Jahrhunderte erfolgte. Teils wurde das Spiel mit dem Glück als etwas Verwerfliches, als Sünde angesehen, andererseits ermöglichte es die Befriedigung spezieller Bedürfnisse, wie die des lustvollen Zeitvertreibs und verschaffte den Anbietern eine lukrative Einnahmequelle.
Heute dürfen Glücksspiele nur unter staatlicher Aufsicht und Kontrolle durchgeführt werden. Das Glücksspielmonopol des Staates soll dem Zweck dienen, „ die wirtschaftliche Ausbeutung der natürlichen Spielleidenschaft des Publikums unter staatliche Kontrolle und Zügelung zu nehmen“. Das Marktangebot an Glücksspielen hat sich jedoch stark erweitert, es präsentiert sich als attraktives Freizeitvergnügen.
Zur Eindämmung der Glücksspielsuchtgefahr sind staatliche Maßnahmen erforderlich, die den Glücksspielmarkt effektiv regulieren und auf ein vertretbares Ausmaß zurückführen.
Zu unterscheiden ist bei der Glücksspielsucht, wie bei den stoffgebundenen Suchtformen, zwischen Gebrauch, Missbrauch und Sucht. Die Übergänge zwischen den Phasen sind fließend, die Symptome oft ähnlich wie bei den stoffgebundenen Süchten: ausschließliches Denken an das Glücksspiel, suchttypische Merkmale, wie Kontrollverlust („Nichtaufhörenkönnen“), Abstinenzunfähigkeit, Vernachlässigung von Familie, Freunde und Hobbys, Beschaffungskriminalität, etc.
Im Behandlungssystem des pathologischen Glückspiels sind die wichtigsten ersten Anlaufpunkte meist die ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen. Das therapeutische Angebot reicht von Einzel- und Gruppensetting in der ambulanten Behandlung, über  Vorbereitung, Vermittlung und Nachsorge stationärer Aufenthalte in einer Fachklinik bis zur Begleitung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen. Neben der professionellen Hilfe für Glücksspielsüchtigen gibt es eine Reihe von Selbsthilfegruppen.
Die Einbeziehung der Familie des pathologischen Glücksspielers in die Therapie erscheint erforderlich. Die Bedingungen des familiären Umfeldes tragen zur Entstehung und Aufrechterhaltung süchtigen Spielverhaltens bei. Andererseits sind Familienmitglieder auch als „Leid-Tragende“ von der Spielsucht betroffen.
downloadPrävention der Glücksspielsucht
downloadEmpfehlungsvereinbarung "Pathologisches Glücksspiel"
Der Fachverband Glücksspielsucht e.V. ist Mitgliedsverband der DHS. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gluecksspielsucht.de

Suchtmedizinische Reihe "Path. Glücksspielen"
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