Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.

Alkohol

Alkoholverbrauch je Einwohner an reinem Alkohol

1995 2000 2006 2007 2008
11,1 Liter 10,5 Liter 10,1 Liter 9,9 Liter (-2,2 %) 9,9 Liter (0,0 %)
*Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr
Quelle: Gärtner, 2010: eigene Berechnungen

Verbrauch je Einwohner an Bier, Wein, Schaumwein und Spirituosen (Liter) und Veränderung gegenüber dem Vorjahr

  1995 2000 2005 2007b 2008a
Bier 135,9 125,5 115,3 111,7 111,1
(-0,6 %)
Wein*   17,4   19,0   19,9   20,6   20,7
(+0,5 %)
Schaumwein     6,5     4,1     3,8     3,8     3,9
(+2,6 %)
Spirituosen**     5,9     5,8     5,7     5,6     5,5
(-1,8 %)
* Weinkonsum je Einwohner einschl. Wermut- und Kräuterwein, Weinwirtschaftsjahr (01.09. - 31.08.)
** Angaben beinhalten ab 2002 Spirituosen-Mischgetränke umgerechnet auf einen durchschnittlichen Alkoholgehalt von 33 Vol. %
a vorläufig, Schätzung
b revidierte Schätzung
Quelle: Berechnungen des ifo Instituts, unveröffentlichte Datenquelle

Pro-Kopf-Anteil verschiedener alkoholischer Getränke am Gesamtkonsum von 141,2 Liter Fertigware (2008) (2007: 141,6 l = -0,4%)

  2004 2005 2006 2007 2008
Bier 55,0 % 55,3 % 55,2 % 54,3 % 54,1 %
(-0,7 %)
Wein 22,0 % 21,8 % 21,9 % 22,9 % 23,2 %
(+0,5 %)
Schaumwein   4,0 %   4,2 %   4,1 %   4,1 %   4,4 %
(+2,6 %)
Spirituosen 19,0 % 18,7 % 18,7 % 18,7 % 18,4 %
(-1,8 %)
Quelle: Gaertner, 2010: eigene Berechnungen

Der Absatz trinkfertiger Mixgetränke verringerte sich im Jahr 2005 um 50,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der Anteil spirituosenhaltiger Mischgetränke an allen im Lebensmitteleinzelhandel verkauften Spirituosen sank damit von ca. 5,2 % auf 2,0 %. Im Jahr 2008 sanken sie um 1,3% bei einem Anteil von 1,8% am gesamten Spirituosenmarkt.
Quelle: Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und –Importeure, 2009
Für Biermischgetränke ergaben sich in den Jahren 2006 bis 2008 jährliche Absatzsteigerungen von 17,7 %, 18,2 % bzw. 1,1 %
Quelle: Deutscher Brauer-Bund, 2009



Unter den 15- und 16-jährigen Alkoholkonsumenten sank der Anteil der Alkopopkonsumenten (Spirituosenhaltige Alkopops) von 64,3 % (2003) auf 45,3 % (2007), während im gleichen Zeitraum der Anteil der Bierkonsumenten von 56,4 % (2003) auf 66,8 % (2007) und der Anteil der Spirituosenkonsumenten von 52,6 % (2003) auf 56,9 % (2007) stieg.
Quelle: Kraus, 2008

Einnahmen aus alkoholbezogenen Steuern*

  1995 2000 2005 2007 2008
Biersteuer 910 844 777 757
(-2,9 %)
739
(-2,3%)
Schaumwein-
steuer
554 478 424 371
(-11,7 %)
430
(+15,7 %)
Branntwein-
und
Zwischener-
zeugnissteuer
2.495 2.185 2.179 1.987
(-9,4 %)
2.156
(+8,5 %)
Gesamt** 3.959 3.507 3.380 3.115
(-8,2 %)
3.325
(+6,7 %)
*(in Mio. €, Veränderungen in % gegenüber Vorjahr)
** Seit 1994 werden Zwischenerzeugnisse (hierunter fallen z.B. auch Sherry, Portwein, Madeira) separat besteuert. In den Jahren vor 1994 wurde die Verbrauchssteuer für die entsprechenden Alkoholika als Branntweinsteuer erfasst. Die Einnahmen ab 2005 beinhalten die Alkopopsteuer.
Quelle: Bundesministerium der Finanzen, 2009

Subventionen der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein

Seit 1976 insgesamt 4,25 Mrd. €
Berichtsjahr 2004/2005:
105 Mio. €
Berichtsjahr 2005/2006:
87 Mio. €
Berichtsjahr 2006/2007:
80 Mio. €
Kalenderjahr 2008:
80 Mio. €
   
Quelle: Bundesmonopolverwaltung für Branntwein, 2009

Höhe der Verbrauchssteuern je Liter reinen Alkohols in Deutschland:

Branntwein/Spirituosen: 13,03 €
Schaumwein: 13,60 €
Bier*   1,97 €
*von den Bundesländern erhobene Steuer (Durchschnitt)
Quelle: Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und –Importeure e.V., 2009

Alkopops* 55,50 €
* Verteuerung um 0,83 € einer Flasche Alkopops (275 ml) mit 5,5 Vol. %
Quelle: Gesetz zur Verbesserung des Schutzes junger Menschen vor Gefahren des Alkohol- und Tabakkonsums

Wein - auf Wein wird keine Steuer erhoben -

Werbeaufwendungen für alkoholische Getränke in Deutschland* (in Mio. €)

  1995 2000 2005 2007 2008
Spirituosen 140 125   87 104 102
Bier 361 388 409 393 399
Wein   27   31   21 14 13
Sekt   46   54   47 46 38
Gesamt 575 597 564 557 552
* in den klassischen Werbegattungen (TV, Rundfunk, Plakate, Tageszeitungen, Publikums- und Fachzeitschriften)
Quelle: Nielsen Media Research GmbH, 2009

Konsumenten, Missbraucher, Abhängige

Riskanter Alkoholkonsum*

12-Monats-Prävalenz
Gesamt
%
Männer
%
Frauen
%
N
>12/24g Reinalkohol pro Tag 18,3 20,9 15,6 9.500.000
>20/30g Reinalkohol pro Tag 11,4 15,0   7,5 5.900.000
davon:

Alkoholbezogene Störungen*

12-Monats-Prävalenz
Gesamt
%
Männer
%
Frauen
%
N N(95%-KI**)
DSM-IV Missbrauch 3,8 6,4 1,2 2.000.000 (1.750.000-2.250.000)
DSM-IV Abhängigkeit 2,4 3,4 1,4 1.300.000 (1.100.000-1.500.000)

Dem Epidemiologischen Suchtsurvey zufolge konsumieren insgesamt 9,5 Mio. Menschen Alkohol in gesundheitlich riskanter Weise, wenn sie als Frau täglich mehr als 12 g Reinalkohol oder als Mann 24 g täglich konsumieren. Zwei Gruppen der 9,5 Mio. riskant Konsumierenden zeigen alkoholbezogene Störungen nach den Diagnosekriterien DSM-IV, 2,0 Mio. missbräuchlich Konsumierende und 1,3 Mio. Abhängige von Alkohol.

*Datenquelle: Epidemiologischer Suchtsurvey 2006 / Basis Alter:18-64-Jährige / Basis Bevölkerung: 52.010.517 Personen (Stand: 31.12.2005, Statistisches Bundesamt)
** einander ausschließend (disjunktiv)
*** KI = Konfidenzintervall
Quelle: Pabst, 2008

Mortalität

Aktuelle Analysen zu alkoholbezogenen Gesundheitsstörungen und Todesfällen gehen von jährlich 73 714 Todesfällen durch Alkoholkonsum allein oder durch den Konsum von Tabak und Alkohol bedingt (74 %) aus. Der Anteil an alkoholbedingten Todesfällen an allen Todesfällen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren beträgt bei Männern 25 % und bei Frauen 13 % (insg. 21 %).
Quelle: Hanke, 2003

Morbidität

Schätzungen zur Morbidität auf Basis der Krankenhausdiagnosestatistik des Jahres 1997 ergaben, dass 2,0 % (Frauen: 0,9 %, Männer 3,4 %) der stationären Behandlungsfälle dem Konsum von Alkohol allein und 3,5 % (Frauen: 1,4 %, Männer 5,7 %) dem Konsum von Tabak und Alkohol zuzurechnen sind.
Quelle: Hanke, 2003

Diese Behandlungsfälle von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stiegen von 17.991 im Jahr 2003 auf 24.380 im Jahr 2006 (Statistisches Bundesamt, 2005, 2008). Mit 27.509 registrierten Fällen ergibt sich für 2007 eine erneute Steigerung um 13 % gegenüber dem Vorjahr.
Quelle: Statistisches Bundesamt, 2005, 2008, 2009

Volkswirtschaftliche Kosten

Die Kosten alkoholbezogener Krankheiten werden für das Jahr 2002 auf insgesamt 24,4 Mrd. € geschätzt. Diese Summe entspricht 1,16 % des Bruttoinlandsproduktes. 69,8 % der Gesamtkosten wurden durch Männer verursacht.


8,4 Mrd. € Direkte Kosten (Angaben in Mio. €)
Ambulante Behandlung 3817
Stationäre Behandlung 2424
Nicht med. direkte Kosten 1377
Rehabilitation   823

16 Mrd. € indirekte Kosten (Angaben in Mio €):
Mortalität 10976
Arbeitsunfähigkeit   2709
Frühberentung   2272
Quelle: Zitiert nach Konnopka, 2007  

Der Krankenhausstatistik des Jahres1997 zufolge waren 2,0 % (Frauen: 0,9 %, Männer: 3,4 %) der stationären Behandlungsfälle dem Konsum von Alkohol allein und 3,5 % (Frauen: 1,4 %, Männer: 5,7 %) dem Konsum von Tabak und Alkohol zuzuschreiben (Hanke & John, 2003). Berücksichtigt man weiterhin die bei alkohol- oder tabak-attributablen Diagnosen um einen Tag erhöhte Liegedauer, ergeben sich für das Jahr 1997 Behandlungskosten in Höhe von 2,7 Mrd. Euro.
Quelle: Hanke, 2003

weiterführende Literatur zum Thema "Alkohol"

Suchtmedizinische Reihe, Band 1 "Alkoholabhängigkeit" (PDF)
Faltblatt "Alkohol" (PDF)
Basisinformationen "Alkohol" (PDF)
DHS-Info - "Alkopops
Umgang mit Alkohol - Informationen, Tests und Hilfen in 5 Phasen
"Ob ich ein Alkoholproblem habe?" (Faltblatt)
"Mein Partner trinkt..." (Faltblatt)
"Wenn Papa getrunken hat, wird er ganz anders..." (Faltblatt)
Ein Gläschen in Ehren... Fördert Alkohol die Gesundheit? (Faltblatt)