Psychotrope Medikamente

Schlafmittel und Tranquilizer enthalten zumeist vergleichbare Wirkstoffe, die letztlich in der Wirkweise auf die sog. Benzodiazepine zurückgehen (Inhaltsstoffe von Valium®, Tavor®, Dalmadorm® u.v.a.m.). In diese Gruppe gehören auch die sog. Z-Drugs, die in der Zwischenzeit am häufigsten als Schlafmittel verordnet werden und deren Wirkstoffnamen Zolpidem und Zopiclon allesamt mit dem Buchstaben "Z" beginnen - daher auch die Gruppenbezeichnung Z-Drugs. All diese Mittel sind mit der unerwünschten Wirkung „Abhängigkeit“ belastet, die bereits nach mehreren Wochen der ununterbrochenen Einnahme auftritt. Eine grundsätzliche Regel lautet in diesem Zusammenhang: Die Mittel dürfen nie abrupt abgesetzt, sondern müssen über eine langsame Dosisverringerung „ausgeschlichen“ werden.
Quelle: Glaeske, G. (2019): Medikamente 2017 – Psychotrope und andere Arzneimittel mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): DHS Jahrbuch Sucht 2019. Lengerich: Pabst.

Prävalenz der Medikamentenabhängigkeit

Es wird geschätzt, dass durch Langzeitanwendung in Deutschland etwa 1,2 bis 1,5 Millionen Menschen abhängig von Tranquilizern und Schlafmitteln sind – vor allem ältere Menschen und darunter vor allem Frauen, weitere etwa 300.000 bis 400.000 Menschen von anderen Arzneimitteln. Dies sind insgesamt rund 1,5- 1,9 Millionen Menschen.

Quelle: Glaeske, G. (2019): Medikamente 2017 - Psychotrope und andere Arzneimittel mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): DHS Jahrbuch Sucht 2018. Lengerich: Pabst Science Publishers.
Soyka, Michael et al. (2005): Wo verstecken sich 1,9 Millionen Medikamentenabhängige? In: Der Nervenarzt, 76(1), 72-77.

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Medikamente und Sucht

Die gemeinsame Internetplattform der DHS und der BARMER zum Thema "Abhängigkeit und Missbrauch von Medikamenten".

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