Sucht am Arbeitsplatz
Riskanter Konsum von Alkohol, illegalen Drogen oder Medikamenten sowie pathologisches Glücksspielverhalten macht nicht vor den Eingangstüren von Unternehmen oder Behörden Halt. Meistens wissen die Kolleginnen und Kollegen zuerst Bescheid, wenn in ihrem beruflichen Umfeld jemand Suchtprobleme bekommt oder bereits hat. Spannungen und Belastungen wirken sich auf die Zusammenarbeit aus. Durch sinkende Arbeitsleistung, Fehler, häufige Fehlzeiten und sogar Unfälle entsteht schlechte Stimmung im Team.
Suchtprobleme am Arbeitsplatz frühzeitig ansprechen
Jedes Unternehmen hat eine soziale Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitenden. Hier geht es um Fürsorge und Unterstützung. Frühzeitiges Ansprechen hilft, suchtbezogene Probleme am Arbeitsplatz in den Griff zu bekommen und Risiken zu vermeiden. Vor allem aber erspart es der betroffenen Person eventuell eine Chronifizierung ihres problematischen Konsums. Doch zu oft wird weggeschaut oder zu spät gehandelt. Ein Grund dafür sind Unsicherheiten im Umgang mit Betroffenen.
Betriebliche Suchtkrankenhilfe
Der Organisationsgrad des Arbeitsfeldes ist hoch. Daraus resultiert ein ausdifferenziertes Hilfesystem der betrieblichen Suchtkrankenhilfe in Deutschland.
Eine Vielzahl von Mitarbeitenden in Unternehmen, haupt-, nebenberuflich oder ehrenamtlich tätige Suchthelfer:innen sowie Führungskräfte und andere Personalverantwortliche sind mit der Suchtthematik im Arbeitsleben befasst.
Führungskräften kommt in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Rolle zu, da sie, gemäß §5 ArbSchG, die Gefährdung für ihre Beschäftigten in den jeweiligen Arbeitsbereichen ermitteln und beurteilen müssen. Dazu gehört auch die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung (GDA, 2022). Sofern potenzielle Gefährdungen wie z.B. suchtfördernde Arbeitsbedingungen festgestellt werden (vgl. Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe, Kap. 4.5), sind die notwendigen Maßnahmen zu veranlassen, um diese zu beseitigen.
Im betrieblichen Rahmen bieten sich beispielsweise hierfür, sowue für die Prävention, verschiedene Maßnahmen an, beispielsweise:
- Aktivitäten der Prävention und der Gesundheitsförderung
- Betriebsvereinbarungen
- Informationen für Mitarbeitende und Schulungen zu Suchtstoffen und Suchtverhalten
- Früherkennung und erste Schritte
- Intervention bei Suchtproblemen
- Vermittlung in weiterführende Hilfen
Weitere Informationen finden Sie in den Qualitätsstandards in der betrieblichen Suchtprävention und Suchthilfe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS): Ein Leitfaden für die Praxis.
DHS Internetseite www.sucht-am-arbeitsplatz.de
Der Lebenswelt „Sucht am Arbeitsplatz“ kommt in der Arbeit der DHS eine große Bedeutung zu. Expertinnen und Experten und Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erarbeiten Strategien, Informationsmaterialien und Lösungswege für die Praxis.
Auf ihrer Internetseite www.sucht-am-arbeitsplatz.de informiert die DHS umfassend zur Suchtproblematik in der Arbeitswelt. Sie bietet praxisorientierte Instrumente wie Gesprächsleitfäden an und stellt Modelle aus der Praxis betrieblicher Suchtprävention und Suchthilfe vor. Neben der breiten Öffentlichkeit wendet die DHS sich damit an alle beteiligten Personen in Betrieben, Verwaltungen, Behörden und Institutionen:
- Führungskräfte
- Personalverantwortliche
- Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter
- Suchtbeauftragte
- betriebliche Suchtkrankenhelferinnen und -helfer
- Ansprechpersonen
- Beschäftigte
- Kolleginnen und Kollegen von Betroffenen
- Interessierte
Info-Materialien zu Sucht am Arbeitsplatz kostenlos bestellen
Die DHS bietet eine Vielzahl von Informationsmaterialien rund um das Thema Sucht am Arbeitsplatz:
- Praxishilfen für Personalverantwortliche
- Tipps für das Gespräch unter Kolleginnen und Kollegen
- Allgemeine Informationen
Ausführliche weitere Informationen zum Thema erhalten Sie in unseren Publikationen, die Sie in unserem Bestellcenter kostenfrei anfordern und als PDF herunterladen können.
Weitere Informationsmaterialien:
GDA (2022): Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie. Arbeitsschutz in der Praxis. Berücksichtigung psychischer Belastung in der Gefährdungsbeurteilung. Empfehlungen zur Umsetzung in der betrieblichen Praxis. Online verfügbar unter: https://www.gda-psyche.de/fileadmin/gda/Downloads/Broschuere_psychsiche_Belastung_Auflage_4_2024.pdf (Zugriff: 04.11.2025)
