Aschenbecher mit einer angezündeten Zigarette
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Hilfe bei Suchtproblemen

Nikotin - Risiken

Grundsätzlich muss zwischen den Risiken des Rauchens im Allgemeinen und jenen durch die reine Nikotinwirkung unterschieden werden. Es ist unbestritten, dass beim Konsum von Tabakprodukten unzählige krankmachende Substanzen des Tabakrauchs (z. B. Oxidantien, CO, flüchtige organische Substanzen, Partikel, Schwermetalle) Folgeerkrankungen verursachen. Es sind vor allem die Abbrandprodukte des Rauchs. Das Nikotin mit seinem eigenen Schadenspotenzial fördert zudem verschiedene biologische Prozesse, über die ebenfalls Folgekrankheiten entstehen.

Herz-/Kreislauf-System

Nikotin beschleunigt den Herzschlag und steigert gleichzeitig den Widerstand der Herzgefäße. So erhöht sich der Blutdruck. Dadurch ermüden und „verkalken“ die Gefäße schneller. Das Risiko für koronare Herzerkrankungen und Hirnschlag ist bei Rauchern und Raucherinnen etwa doppelt bis viermal so hoch wie bei Nichtrauchenden. Nikotin erhöht bei bereits bestehenden Herz-Kreislauferkrankungen wahrscheinlich das Risiko für akute Erkrankungen. Möglicherweise spielt Nikotin auch eine Rolle bei Makuladegeneration, beeinträchtigter Wundheilung, fortschreitende Nierenkrankheit und Störungen der Plazentafunktion während der Schwangerschaft.

Krebs

Nikotin kann die Entstehung von Onkogenen fördern, Tumorsuppressor-Gene abschalten und den programmierten Zelltod entarteter Zellen hemmen. Zusätzlich schafft es durch die Neubildung von Blutgefäßen eine tumorfreundliche Umgebung und lässt Krebszellen unter Chemo- und Strahlentherapie länger überleben.

Typ-2-Diabetes

Mutmaßlich erhöht Nikotin die Gefahr, an Typ-2-Diabetes („Altersdiabetes“) zu erkranken.

Immunsystem

Welche Rolle Nikotin im Immunsystem spielt, ist nicht eindeutig geklärt. Es wirkt auf das Immunsystem der Rauchenden, doch unklar ist, ob es die Infektanfälligkeit erhöht.

Passivrauchen, kalter Tabakrauch und weitere Gefahren

Das Rauchen setzt auch Unbeteiligte einem erheblichen Gesundheitsrisiko aus. Passivrauchen verursacht mehrere, zum Teil schwere Erkrankungen wie Lungenkrebs und Schlaganfall. Dabei ist der unfreiwillig eingeatmete Rauch nur ein Teil des Problems. Nikotin sowie andere Abbrandprodukte lagern sich an Oberflächen wie Kleidung, Möbel, Wänden und Gebrauchsgegenständen hartnäckig ab. Andere Personen nehmen diese dann bei jeder Berührung über die Haut auf. Kinder stecken die kontaminierten Finger obendrein schnell mal in den Mund. Herumliegende Zigaretten oder E-Liquids stellen für Kleinkinder eine weitere direkte Vergiftungsgefahr durch Verschlucken dar.

Rauchende Heranwachsende

Nikotin greift direkt in hormonelle Strukturen ein, die die Reifung emotionaler und kognitiver Prozesse steuern. Rauchen in der Wachstumsphase kann deshalb die Gehirnreifung beeinträchtigen und Verhaltensstörungen im Erwachsenenalter nach sich ziehen.

Der Weg in die Sucht

Noch Mitte der 1970er-Jahre war man mit der Meinung, dass Nikotin abhängig macht, noch ziemlich allein. Das zittrige Fingern nach der nächsten Zigarette schob man schlicht auf die „Gewohnheit“. Erst seit Ende der 1980er-Jahre ist das abhängig machende Potenzial des Stoffes wissenschaftlich belegt – und man weiß, dass gewisse Zusätze im Tabak (v. a. Zucker und Ammoniak) dieses Suchtpotenzial noch erhöhen. Nur regelmäßiger Konsum kann Entzugserscheinungen unterdrücken.

Körperliche Abhängigkeit

Die stetige Nikotinzufuhr, jeweils gefolgt von angenehmer Dopaminausschüttung, macht die nikotinsensiblen Rezeptoren in den Zellen unempfindlicher – es entwickelt sich eine Toleranz. Um diese auszugleichen, bildet der dopaminhungrige Körper immer weitere Rezeptoren, die fortan mit noch mehr Nikotin „bedient“ werden müssen. Geschieht dies nicht, schüttet er Stresshormone aus und Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Angst, Unruhe, Konzentrationsstörungen, gesteigerter Appetit, depressive Stimmung, Schlaflosigkeit oder Aggressivität treten auf.

Psychische Abhängigkeit

Zusammen mit dem Belohnungszentrum aktiviert Nikotin auch dopaminsensible Areale in einem Bereich des Gehirns, der für das Lernen zuständig ist. Fortan werden alle Aspekte des Konsums – von heranwehendem Zigarettenrauch bis zum Knistern der Verpackung – mit Wohlbefinden assoziiert. Sie verwandeln sich in Reize, die den Wunsch nach der nächsten Zigarette auslösen. Diesen Lernvorgang, der tatsächlich neuronale Verbindungen im Gehirn verändert, nennt man Konditionierung. Er macht den Ausstieg so schwer, weil die mit dem Rauchen verbundenen Reize allgegenwärtig sind.

Weitere Informationen und Hilfeangebote

Wer den Weg aus einer Nikotin- bzw. Tabakabhängigkeit sucht, findet bei zahlreichen Stellen Hilfe. Erste Anlaufstelle ist in der Regel eine Suchtberatungsstelle, eine suchtmedizinische Ambulanz, die hausärztliche Praxis oder eine Telefonberatung. Die Hilfe der Beratungsstellen ist in der Regel kostenlos, und die Krankenkassen bezuschussen den Nikotinausstieg meist großzügig. Er gehört zu den Präventionsleistungen der Krankenkassen.

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