Internetbezogene Störungen: Spezielle Beratungs- und Therapieansätze

Unter internetbezogenen Störungen werden verschiedene Online-Aktivitäten zusammengefasst, deren Ausführung exzessiv entgleiten kann und negative Folgeerscheinungen auf das Leben von Betroffenen ausübt. Insbesondere die suchtartige Nutzung von Online-Computerspielen, jedoch ebenso Online-Pornographie und Social Media finden sich immer wieder als Formen internetbezogener Störungen unter Betroffenen.

Insgesamt zeigen die klinische Erfahrung sowie wissenschaftliche Erkenntnisse, dass internetbezogene Störungen eine große Schnittmenge zu Substanzabhängigkeiten aufweisen. Die Betroffenen zeigen ähnliche Symptomverläufe auf, aber auch die Präsentiersymptomatik ähnelt der Symptomatik der Abhängigen von stoffgebundenen Substanzen.

Das Forum greift gezielt psychosoziale Beratungskonzepte bei internetbezogenen Störungen auf und stellt in diesem Kontext Strategien und Erfolgsaussichten dar. Darüber hinaus werden klinische Erfahrungswerte im therapeutischen Umgang mit weiblichen Betroffenen vorgestellt und Ableitungen zu gendersensitiven Behandlungsansätzen getroffen.

Lara Scherer zeigt auf, dass weibliche Betroffene, die aktuell noch vergleichsweise selten den Weg in das spezialisierte Suchthilfesystem finden, aufgrund spezieller Symptombelastungen und häufiger komorbider Erkrankungen von einer angepassten Behandlungsstrategie profitieren. Der Beitrag thematisiert speziell internetbezogene Störungen bei weiblichen Betroffenen und skizziert erste Ansätze geschlechtsspezifischer Interventionsstrategien.

Erste allgemeine Behandlungsansätze zu internetbezogenen Störungen werden derzeit erprobt und auf ihre Anwendbarkeit und Wirksamkeit überprüft.

Kirstin Schneider
verdeutlicht in ihrem Beitrag die Bedeutung spezieller Behandlungsbedürfnisse, die es zu berücksichtigen gilt. So sollte das Versorgungsangebot etwa den Schweregrad der Störung einbeziehen und beispielsweise in einem frühen Stadium Konzepte der Frühintervention zur Anwendung bringen.

Moderation
Dr. Kai W. Müller, Ambulanz für Spielsucht, Universitätsmedizin Mainz

Internetbezogene Störungen bei Frauen: Klinische Besonderheiten und spezielle Behandlungsansätze
Lara Scherer, Ambulanz für Spielsucht, Universitätsmedizin Mainz

Psychosoziale Beratungsansätze bei internetbezogenen Störungen – Erfahrungen aus der Praxis
Kristin Schneider, Fachstelle Lost in Space, Berlin