Alkohol - Konsumformen

Alkohol wird in Deutschland in unterschiedlicher Form bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten konsumiert. Er begleitet das tägliche Leben: Ob ganz offensichtlich als alkoholisches Getränk wie Bier, Wein und Spirituosen oder als versteckte Zutat, beispielsweise in Pralinen oder Kuchen.

Wirkungen

Über die Schleimhäute von Mund, Speiseröhre, Magenschleimhaut und Dünndarm gelangt Alkohol ins Gehirn. Dort dockt er an verschiedene spezialisierte Rezeptoren an. Je nach Dosis kommt es dort zu einer Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin („Glückshormon“) oder zu einer Behinderung der Nervenzellen. So wirkt Alkohol in geringer Menge in der Regel anregend und stimmungssteigernd. Bei mittleren oder höheren Dosierungen kann die gelöste, oft heitere Stimmung jedoch rasch in Gereiztheit, emotionale Unzugänglichkeit sowie in Aggression und Gewalt umschlagen.

Bei ansteigendem Blutalkoholspiegel kommt es aufgrund der dadurch bedingten Vergiftung zu Störungen der Wahrnehmung und der Aufmerksamkeit. Urteilskraft, Koordinationsfähigkeit und Sprache werden zunehmend beeinträchtigt. Schließlich stellt sich eine erhebliche Ermüdung und Benommenheit ein. Bei sehr hohem Promillegehalt kann es sogar zum Koma bis hin zum tödlichen Ausgang kommen.

Toleranzentwicklung

Wird dem Körper regelmäßig Alkohol zugeführt, verändern sich die Rezeptoren, die für das Belohnungszentrum im Gehirn zuständig sind. Um die als angenehm empfundenen Effekte des Rauschs zu erreichen, benötigt man irgendwann größere Mengen Alkohol. Diesen Vorgang, der ein Prinzip der Sucht ist, nennt man Toleranzentwicklung.

Missbrauch und Abhängigkeit

Missbrauch und Abhängigkeit beginnen fast immer unspektakulär: mit Gewöhnung. Oft wird das Glas Alkohol am Feierabend scheinbar unverzichtbar. Je öfter Alkohol scheinbar für Wohlbefinden sorgt, desto weniger gelingt es, schwierige Situationen ohne Alkohol zu bewältigen. Ein kritischer Punkt ist erreicht, wenn der Alkoholkonsum langsam entgleitet: Es tritt wiederholt ein starker Drang nach Alkohol auf. Man trinkt mehr oder länger als eigentlich beabsichtigt. Man vernachlässigt alltägliche Verpflichtungen zugunsten des Alkohols. Der Konsum führt zu zwischenmenschlichen Problemen.

Warnzeichen

Es ist ein Warnzeichen, wenn man die Wirkung des Alkohols erst bei größeren Mengen spürt. Der Körper hat sich dann an eine regelmäßige Dosis gewöhnt. Umgekehrt treten erste Entzugserscheinungen auf, wenn man keinen Alkohol trinkt: Händezittern, Schwitzen, Ruhelosigkeit. Die Schwelle zur Alkoholabhängigkeit ist erreicht, wenn jemand zunehmend die Kontrolle über den eigenen Alkoholkonsum verliert. 

Alkoholabhängigkeit

Alkoholabhängigkeit heißt, unter anderem nicht mehr frei entscheiden können, wie oft, wie viel und wann man trinkt. Um dieselbe Wirkung zu erzielen, muss mehr getrunken werden als zu früheren Zeitpunkten. Es können Entzugserscheinungen auftreten, wenn man keinen oder weniger Alkohol trinkt. Möglicherweise trinkt man weiter, obwohl man weiß, dass der Alkoholkonsum schädlich ist.

Seit 1968 ist Alkoholabhängigkeit als Krankheit anerkannt. Deutschland hat ein sehr gut ausgebautes, differenziertes und erfolgreiches Hilfesystem mit verschiedenen Anlaufstellen. Informationen zu Hilfeangeboten bietet das DHS Suchthilfeverzeichnis.