Tabak - Geschichte
Schon die Ureinwohner Amerikas kauten oder rauchten während kultischer und medizinischer Rituale getrocknete Tabakblätter. Entdecker, die dort an Land gingen, taten es ihnen gleich. Im 16. Jahrhundert schickte der französische Diplomat Jean Nicot de Villemain die ersten Tabakpflanzen (daher botanisch: Nicotiana!) in seine Heimat – zu Heilzwecken. Zwar blieb die medizinische Sensation weitgehend aus, doch schnupfte oder kaute man Tabak längst auch einfach so. Erst während des Dreißigjährigen Krieges im 17. Jahrhundert kam es in Mode, ihn in Pfeifen oder als Zigarren zu rauchen. 1828 wurde Nikotin zum ersten Mal chemisch isoliert. Die Erfindung der industriell gefertigten Zigarette verschaffte dem ungesunden Verhalten schließlich den Durchbruch. Obwohl man das Krankheits- und Abhängigkeitspotenzial des Rauchens schon recht früh erkannte, sind nachhaltige Verbote oder Aufklärungskampagnen auch auf Betreiben der Tabakindustrie hin lange ausgeblieben.
