Sucht im Alter

Sucht kennt keine Altersgrenzen. Alkohol, Tabak und psychoaktive Medikamente führen auch im höheren und hohen Lebensalter zu Missbrauch und Abhängigkeit sowie weiteren schweren gesundheitlichen Schäden. Auch bei illegalen Drogen gibt es eine wachsende Gruppe von älteren Konsumierenden.

Alkoholkonsum im Alter: Weniger ist besser

Für die meisten Menschen gehören alkoholische Getränke zum Alltag und erst recht zu Feierlichkeiten aller Art. Das Älterwerden bringt jedoch Veränderungen mit sich, die zu einem besonders bewussten und sparsamen Umgang mit Alkohol raten:

  • Die Alkoholverträglichkeit nimmt im höheren Lebensalter ab.
  • Alkohol belastet den Organismus und mindert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit.
  • Im höheren Alter ist eventuell aufgrund chronischer Krankheiten die regelmäßige Einnahme von Medikamenten erforderlich. Zwischen den Wirkstoffen vieler Medikamente und Alkohol kann es zu gesundheitsschädigenden und sogar gefährlichen Wechselwirkungen kommen.
  • Eine Alkoholabhängigkeit kann sich auch noch im höheren Alter entwickeln bzw. weiter verfestigen.

Ein Rauchstopp lohnt immer

„Jetzt rauche ich schon so lange. Da lohnt es sich nicht mehr aufzuhören.“ - Das ist falsch! Richtig ist, dass es einige Jahre dauert, bis das durch Rauchen erhöhte Krebsrisiko deutlich zurückgeht. Und dass bestimmte, durch jahrzehntelanges Rauchen verursachte Organschädigungen, unumkehrbar sein können. Von den vielen anderen Vorteilen eines Rauchstopps profitieren Ältere aber ebenso wie Jüngere.

Nebenwirkung Sucht

Bei einer Reihe von Medikamenten besteht die Gefahr des Missbrauchs und einer Abhängigkeitsentwicklung. Die meisten der suchterzeugenden Medikamente enthalten einen Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine. Eine körperliche Gewöhnung kann bereits nach wenigen Wochen der regelmäßigen Einnahme einsetzen. Ein unmittelbares Risiko ist vor allem die erhöhte Gefahr von Stürzen und anderen Unfällen infolge von Gleichgewichtsstörungen, Müdigkeit, verminderter Bewegungskontrolle, verlangsamten Reaktionen und Konzentrationsstörungen.

DHS Internetseite www.unabhaengig-im-alter.de

Die Zahl der älteren Personen in Deutschland, die einen Missbrauch oder eine Abhängigkeit von Alkohol, Tabak oder psychoaktiven Medikamenten aufweisen, geht in die Millionen. Daher hat die DHS Angebote zum Thema „Missbrauch und Abhängigkeit im Alter“ entwickelt. Mit der Botschaft „Unabhängig im Alter – Suchtprobleme sind lösbar“ informieren die DHS und ihr Kooperationspartner, die BARMER, auf der DHS Internetseite www.unabhaengig-im-alter.de umfassend über Sucht im höheren Lebensalter.

Hilfeangebote für ältere Abhängige

Über das DHS Suchthilfeverzeichnis lassen sich Hilfsangebote der ambulanten und stationären Suchthilfe vor Ort finden.

Info-Materialien zu Sucht im Alter

Die DHS bietet vielfältige Informationsmaterialien rund um das Thema „Sucht im Alter“ an:

  • Broschüren zu Alkohol-, Tabak- und Medikamentenkonsum in höheren Lebensjahren
  • Angebote für Angehörige von Abhängigen
  • Informationen und Praxishilfen für Ehrenamtliche im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen

Die Publikationen können Sie in unserem Bestellcenter kostenfrei anfordern und als PDF herunterladen.